Hallo an alle,
ich muss für einen vorhandenen Wechselrichter (Betrieb mit bis zu 600V
und 40A) ein Schutzkonzept aufbauen. Schutz gegen Überspannung
Überhitzung usw. steht alles, lediglich der Verpolungsschutz bereitet
mir noch etwas Kopfschmerzen. In bisherigen Schaltungen habe ich immer
einen pmos in die Zuleitung gelegt, mit Z-Diode und Widerstand für die
nötige Gatespannung gesorgt
(http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d9/Verpolungsschutz_Mosfet.png).
Eigentlich wollte ich auch bei diesem Projekt wieder so vorgehen, jedoch
schaut es mit pmos im Bereich von -600V und -40A sehr mau aus, bzw. der
Rdson kommt schon in schmerzhafte bereiche. Gibt es evtl. einen für
diese Schaltung besser passenden Verpolungsschutz?
Gruß
Georg
Andrew Taylor schrieb:> 40A Diode und deren 1V Spannungsfall
40W zusätzliche Heizung verträgt nicht jedes kleine Gehäuse.
Frage wäre wann die Verpolung auftreten soll. Evtl. lässt sich die Diode
etwas verzögert nach korrektem EIN überbrücken?
Also das System ist ein Praktikumsversuch für Studenten, also wird der
Aufkleber auf Dauer nicht funktionieren ;-)
Und die Diode kann aus von oszi40 genannten Gründen eigentlich auch
nicht die optimale Lösung sein. Da denke ich fährt man trotz allem noch
besser mit einem pmos, auch wenn die in dieser Kategorie schon ganz
schön ins Geld gehen.
@Markus F., wäre natürlich die eleganteste Lösung. Nur im Notfall möchte
ich ein Steckersystem, das den Verpolungsschutz gewährleistet einführen.
oszi40 schrieb:> 40W zusätzliche Heizung verträgt nicht jedes kleine Gehäuse.
Muss die Diode denn in die Leitung? Oder geht nach Sicherung einfach
quer über die Versorgungsschienen?
Im Normalbetrieb kein Spannungsabfall, bei Verpolung gibt's Blitz,
Rauch, Lerneffekt, und das Gerät überlebt's trotzdem.
oszi40 schrieb:> Andrew Taylor schrieb:>> Frage wäre wann die Verpolung auftreten soll. Evtl. lässt sich die Diode> etwas verzögert nach korrektem EIN überbrücken?
Die Verpolung kann eigentlich nur beim falschen Stecken der Versorgung
und somit nur einmalig beim Einschalten eintreten. Wie genau muss man
sich eine solche Überbrückung vorstellen?
die Diode mit einem Relais überbrücken wäre auch noch denkbar.
D.h. Anlauf mit Diode, dann das Relais einschalten. Man muss aber dafür
sorgen, dass das Relais schon aufmacht, bevor der Zwischenkreis entladen
ist. Sonst kann man trotdem noch einen Verpoler zusammenbringen.
Alternativ kann man statt dem Relais einen NMOS nehmen, muss man halt
dann eine Trafo+Gleichrichter dazubauen, der die Spannung für das Gate
erzeugt.
Das Relais dürfte vielleicht billiger sein.
Der Aufkleber gegen Deppen ist leider unbrauchbar. Die lesen das nicht.
Elektroschorsch schrieb:> für einen vorhandenen Wechselrichter ... Verpolungsschutz
Was ist die Quelle für diesen Wechselrichter? Darf beim Verpolen auch
"einfach" eine Sicherung durchlegieren? Falls ja, dann würde ich einfach
eine Verpolschutzdiode vorsehen, die im Fehlerfall die Sicherung
auslöst. Dort die zweite Variante:
http://www.lothar-miller.de/s9y/archives/45-Verpolschutz.html
Dann muss nur das Schmelzintegral der Diode größer sein als das der
Sicherung...
Im Moment präferiere ich die Lösung mit der fliegenden Sicherung. Klar
ist es nervig jedesmal diese zu wechseln aber das Argument mit dem
Lerneffekt hat mich irgendwie überzeugt.
Mit nmos kriegt man da nichts Vernünftiges zusammen ohne die GND-Leitung
aufzutrennen oder? Diese hätten wir in der Größenordnung in rauen
Mengen.
Elektroschorsch schrieb:> Mit nmos kriegt man da nichts Vernünftiges zusammen ohne die GND-Leitung> aufzutrennen oder? Diese hätten wir in der Größenordnung in rauen> Mengen.
Doch, mit galvanisch getrennter Ansteuerung, in der High-Side.
Das geht z.B. mit einem kleinem Trafo mit einem MAX253 oder was
Äquivalentem + etwas Hühnerfutter. Es gibt auch eigene Gatetrafos für
solche Zwecke.
Statt PMOS für 600V könntest du auch einen NMOS (die es für 600V in
reicher Anzahl gibt) und z.B. einen FAN73711 nehmen (es müsste auch
einen entsprechenden 800V-Typ geben).
Den NMOS dann "verkehrt" einbauen, d.h. Source an den Eingang, sonst
leitet bei Verpolung die Bodydiode.
Für den Eingang des FAN73711 musst du dir noch etwas einfallen lassen,
so dass bei Verpolung der Eingang Low und ansonsten High ist. Zenerdiode
und Widerstand dürften die passenden Mittel sein, du musst aber
aufpassen, dass der Eingang minimal -0,3V werden darf.
Max
Elektroschorsch schrieb:> Klar ist es nervig jedesmal diese zu wechseln
Wenn der Installatuer dermaßen lernresistent ist, dass er die Sicherung
des Öfteren wechseln muss, dann ist ihm auch nicht zu helfen.
Mein Ansatz ist hier der: man sollte nicht jeden, der das Gerät richtig
anschließt, für die Dummheit Anderer zahlen lassen (den Bauteilaufwand
für die "Falschanschließer" bezahlt auch der, der das Ding immmer
richtig anschließt)...
Lothar Miller schrieb:> Elektroschorsch schrieb:>> Klar ist es nervig jedesmal diese zu wechseln> Wenn der Installatuer dermaßen lernresistent ist, dass er die Sicherung> des Öfteren wechseln muss, dann ist ihm auch nicht zu helfen.> Mein Ansatz ist hier der: man sollte nicht jeden, der das Gerät richtig> anschließt, für die Dummheit Anderer zahlen lassen (den Bauteilaufwand> für die "Falschanschließer" bezahlt auch der, der das Ding immmer> richtig anschließt)...
Ja da hast du recht. Ich denke ich werde es auf diese Weise lösen, zumal
der Sicherungswechsel ja wirklich der Ausnahmefall und nicht die Regel
sein sollte.
Danke an alle für die hilfreichen Antworten!