Hallo,
würde sich also ein RaspPi 2 auch praktisch als Entwicklungsrechner
eignen?
Also Eclipse und GNU C/C++ Toolschain für kleinere Embedded Anwendungen?
Wie lange würde das kompilieren von C/C++ Anwendungen dauern?
Gruß
Seg
Dann beispielhaft eine kleine Anwendung:
Ein kleiner UDP-Echo-Server.
Würde das bei dem Rechner in Sekunden, Minuten oder Stunden übersetzt
werden?
Wer hat Erfahrung?
Das Übersetzen mit dem GCC wohl Sekunden.
Wie lange es dauert bis Eclipse sich berappelt hat: ?
Das muss man wohl ausprobieren, je nachdem was man zusätzlich
installiert hat ist Eclipse ja ein echtes Resourcenschwein.
Seg schrieb:> Ein kleiner UDP-Echo-Server.
Übersetzen tut er das in Nullkommanix. Über die Nutzbarkeit der
Eclipse-Oberfläche kann ich aber nichts beitragen.
Die CPU Leistung eines RPi 1 ist grob vergleichbar mit der 300MHz
Pentium II Generation. Der RPi 2 liegt bei Projekten mit vielen
Sourcefiles weit darüber - bei nur einem Sourcefile nützen 4 Cores
freilich nichts.
Naja ich habe keinen Rpi2, aber auf einem Rpi1 kann kleinere C Programme
in Sekunden übersetzen.
Was ist ein UDP-Echo- Server?
Kann man schlecht abschätzen. Wenn dein source aus 20 Zeilen code
besteht ,aber zig libs und includes mit rein zieht kann auch ein i7 ins
straucheln kommen ;)
Eine Grenze stellt die µSD dar, insbesondere langsame Typen. Kisten mit
eMMC sind deutlich fixer. Bei Kommandozeilenübersetzung ist das kein
Drama, aber für grosse I/O-Transfers taugt die weniger und zum Paging
sollte es besser nicht erst kommen.
Fällt mir gerade nicht ein schrieb:> Was ist ein UDP-Echo- Server?
Ähnlich wie ein Service, der auf PING reagiert, nur mit UDP statt ICMP,
würde ich mal annehmen. Minimalprogramm, sollte nicht mehr als 2 A4
Seiten ergeben, mit allem Drum und Dran.
Der Gebrauch von Eclipse auf dem Pi 2 wird an das Fließverhalten von
tiefgefrorenen Honig erinnern.
Für Menschen, denen das Berner Oberland zu hektisch ist, wird das
möglicherweise bei der Entspannung helfen.
Das Problem sind hier Rechenleistung und I/O-Performance
(Massenspeicher), die bestenfalls auf dem Stand von PCs kurz vor der
Jahrtausendwende liegen.
Rufus Τ. Firefly schrieb:> Das Problem sind hier Rechenleistung und I/O-Performance> (Massenspeicher), die bestenfalls auf dem Stand von PCs kurz vor der> Jahrtausendwende liegen.
Hier ist ausdrücklich der RPi 2 gefordert, mit Quadcore. Nicht der RPi
1. In Summe ist das schon recht ordentlich. Der Compiler kann damit ggf.
auch etwas anfangen (make -j5). Aber bei Eclipse weiss ich das nicht.
> Für Menschen, denen das Berner Oberland zu hektisch ist, wird das> möglicherweise bei der Entspannung helfen.
;-)
Seg schrieb:> würde sich also ein RaspPi 2 auch praktisch als Entwicklungsrechner> eignen?
Warum so ein Minimalrechner für die Entwicklung? Ich hatte mal einen
Dualcore Atom mit 2GB RAM und 15 Zoll Monitor am Basteltisch stehen -
als "Entwicklungsrechner".
Und den Rechner dann fast nie benutzt. An meinem "grossen" Rechner mit
i5, 8gb Ram und SSD und - das ist für mich wichtig - zwei 21 zoll
Monitoren hat die Arbeit mit Eclipse einfach viel mehr Spass gemacht.
Mal zwei Datenblätter auf den anderen Monitor legen, mehrere Fenster mit
Sourcen offen ...
Und auch grosse Projekte sind schnell kompiliert.
Seg schrieb:> Interessant ist tatsächlich, ob Eclipse ordentlich läuft.>> Möchte das nicht einer mal testen ;)
Das klingt wie die Frage "Möchte sich einer mal ins Knie schießen"?
Was hindert Dich, einfach einzugeben:
cc -O udp-echo-server.c -o udp-echo-server
Dein Miniprogramm sollte innerhalb von wenigen Sekunden übersetzt
werden. Mehr als ein paar dutzend Zeilen dürfte ein simpler Echo-Server
nicht haben. Was willst Du da mit Eclipse?
Kanonen auf Spatzen. Und absolut unverhältnismäßig - um nicht zu sagen:
durchgeknallt.
A. K. schrieb:> Hier ist ausdrücklich der RPi 2 gefordert, mit Quadcore.
Das ändert exakt nichts an der I/O-Performance. Und die vier Kerne
bringen auch nur dann was, wenn die Anwendung sie auch zu nutzen weiß.
Auch die gesteigerte Rechenleistung von Pi2 zum "ur-Pi" wird nicht den
massiven Leistungsschub bringen, der nötig ist, um aus dem
tiefgefrorenen Honig lediglich zähen Honig zu machen.
Eclipse ist schließlich der Emacs* der Neuzeit ...
*) Eight Megabytes Always Continuously Swapping. Damals, als
Mehrbenutzersysteme noch mit Arbeitsspeicher haushalten mussten, war das
ein Problem ...
Rufus Τ. Firefly schrieb:> *) Eight Megabytes Always Continuously Swapping. Damals, als> Mehrbenutzersysteme noch mit Arbeitsspeicher haushalten mussten, war das> ein Problem ...
Ja, gut dass es heutzutage Java gibt. Womit sollte man sonst den
Speicher füllen? ;-)
Also ich benutze den Banana Pi als Entwicklungsrechner. Dabei verwende
ich MonoDevelop für C# Programmierung. Funktioniert wunderbar und
flüssig. Das sollte dann also mit dem PI 2 auch gehen
@ Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite
>> Hier ist ausdrücklich der RPi 2 gefordert, mit Quadcore.>Das ändert exakt nichts an der I/O-Performance. Und die vier Kerne>bringen auch nur dann was, wenn die Anwendung sie auch zu nutzen weiß.
[Kulturpessimismus]
99,9% aller Kerne aller verkauften PI2 werden für alle Ewigkeiten zum
Nichtszun verdammt sein.
[/Kulturpessimismus]
So nett wie der RP ist, soviele Flaschenhälse hat er.
Falk Brunner schrieb:> @ Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite>>>> Hier ist ausdrücklich der RPi 2 gefordert, mit Quadcore.>>>Das ändert exakt nichts an der I/O-Performance. Und die vier Kerne>>bringen auch nur dann was, wenn die Anwendung sie auch zu nutzen weiß.>> [Kulturpessimismus]> 99,9% aller Kerne aller verkauften PI2 werden für alle Ewigkeiten zum> Nichtszun verdammt sein.> [/Kulturpessimismus]>> So nett wie der RP ist, soviele Flaschenhälse hat er.
Wieviele RPI sind/werden wohl nach ein paar Tagen Spielerei in
Schubladen gelandet/landen? Seit der RPi es in die breite
Medienlandschaft geschafft hat, sicher sehr viele.
Scelumbro schrieb:> Wieviele RPI sind/werden wohl nach ein paar Tagen Spielerei in> Schubladen gelandet/landen? Seit der RPi es in die breite> Medienlandschaft geschafft hat, sicher sehr viele.
Das ist wie bei Mikrocontrollern. Die Dinger besorgt man auf Vorrat,
damit man im Fall eines Falles einen da hat ohne erst bestellen zu
müssen. Beim Preis eines RPis ist das ähnlich. Das ist eine Lösung, die
u.U. eine Weile lang auf das passende Problem wartet.
Scelumbro schrieb:> Wieviele RPI sind/werden wohl nach ein paar Tagen Spielerei in> Schubladen gelandet/landen? Seit der RPi es in die breite> Medienlandschaft geschafft hat, sicher sehr viele.
Gründen wir doch eine special forces zur Befreiung armer ungenutzter
eingeschlossener Pi's! Sie müssen gerettet werden.
Nee mal im ernst. Viele werden auch als Lehrobjekt genutzt. Irgendwann
hat sichs auch mal ausgelernt. Wenn ich mal in meine Kisten so rein
schaue, was da alles rumoxidiert. Das war damals teilweise richtig Geld
wert. Is halt nun mal so.
Aber zum Trost ein Banana Pi hängt bei mir ständig am Netz als Server...
Rufus Τ. Firefly schrieb:> Das ändert exakt nichts an der I/O-Performance. Und die vier Kerne> bringen auch nur dann was, wenn die Anwendung sie auch zu nutzen weiß.
Sowas habe ich gemerkt an einem HP Laptop mit AMD QuadCore 1.33GHz unter
Ubuntu :-(
Ein besseres Arbeits-Erlebnis hat man dann doch eher mit einem "alten"
CoreDuo bei 1.8Ghz...leider nutzt kaum eine Software die ganzen Kerne.
Guido Lehwalder schrieb:> Rufus Τ. Firefly schrieb:>>> Das ändert exakt nichts an der I/O-Performance. Und die vier Kerne>> bringen auch nur dann was, wenn die Anwendung sie auch zu nutzen weiß.> Sowas habe ich gemerkt an einem HP Laptop mit AMD QuadCore 1.33GHz unter> Ubuntu :-(>> Ein besseres Arbeits-Erlebnis hat man dann doch eher mit einem "alten"> CoreDuo bei 1.8Ghz...leider nutzt kaum eine Software die ganzen Kerne.
Aber zumindest der Sprung Single-Core --> Dual Core war im PC Bereich
deutlich spürbar. Denn die Programme haben dann gewisseemassen einen
Kern für sich während das OS den anderen bekommt. Im RPi (um zum Topic
zurückzukommen) ist von erhöhter Netzwerk/USB Leistung unter Last die
Rede beim neuen RPi2.
Moin,
Auf einem i.mx6 Board (Auch 4 Arme, 800Mhz) hab' ich schon Zeugs
(Kernel, glibc...) compiliert. Das haut einen nicht vom Hocker, aber es
geht schon. Bloed bei den ganzen Mehrkernsystemen ist, wenn das
configure script laeuft - da parallelisiert sich nix; d.h. 1 Arm
werkelt, 3 schauen zu. Das zieht sich hin und danach ist man dann
freudig erstaunt, wenn ein make -j4 hurtig loslegt.
Das ist halt, wie ein Schwimmbecken mit 16° Wassertemperatur auch warm
sein kann, wenn man vorher in 10° warmem Wasser war...
Nur auf die Idee, ausgerechnet Eclipse drauf laufen zu lassen, bin ich
nicht gekommen.
Gruss
WK
Hier n paar Zahlen von dem i.mx6 Board:
root [ /usr/src ]# time { tar -xf hdparm-9.43.tar.gz ;}
real 0m0.055s
user 0m0.050s
sys 0m0.030s
root [ /usr/src/hdparm-9.43 ]# time { make -j4 && make install; }
real 0m8.731s
user 0m16.930s
sys 0m0.500s
root [ /usr/src/hdparm-9.43 ]# hdparm -tT /dev/mmcblk0p1
/dev/mmcblk0p1:
Timing cached reads: 722 MB in 2.00 seconds = 360.92 MB/sec
Timing buffered disk reads: 92 MB in 3.04 seconds = 30.31 MB/sec
Gruss
WK
derguteweka schrieb:> Hier n paar Zahlen von dem i.mx6 Board:
Sind die Zahlen auf einer SDkarte entstanden (dann respekt)? Oder was
fuer ein Massenspeicher war da am imx6 dran?
Moin,
kh schrieb:> Sind die Zahlen auf einer SDkarte entstanden (dann respekt)? Oder was> fuer ein Massenspeicher war da am imx6 dran?
Hmm, nee - sieht nicht so aus. Das scheint mir ein eingeloetetes Flash
zu sein. SD-Card macht laut hdparm 12.89 MB/sec
Gruss
WK
Ok, bin mal auf die SD-Card gechrooted:
tar:
real 0m0.892s
user 0m0.020s
sys 0m0.040s
make -j4 && make install:
real 0m53.322s
user 0m19.190s
sys 0m0.740s
Deutlich zaeher....
Gruss
WK