Flexkabel herstellen lassen?

OP #4017024
Lesenswert?

Hi Leute, kurze und knappe Frage....

Wo kann man Flexkabel herstellen lassen? also die netten Folienkabel, 
die immer brechen.

Problem, mein DVD-Autoradio hat nen ausfahrbaren Monitor mit Touchscreen 
und Navi.
Und der Touchscreen versagte nun seinen Dienst. Da das Radio bereits 
älteren Semesters ist, vermute ich, wird mir der Hersteller sagen....IS 
NICH!!!! Zu alt.

Deshalb hab ich überlegt, ob man anhand des alten Flexkabels nicht ein 
neues anferigen lassen könnte. Muss man natürlich sehen, wo man da 
Preislich landet. Is nur eben doof, weil das ganze Navi-Gedöns usw. dazu 
ist. Will man das alles wieder als "Neuteil", biste ja gleich wieder 
700-1000,-€ los.

Edith: Reparieren durch löten ist keine Alternative. Bruch sitzt genau 
in einer Knickstelle, die zusätzlich noch durch das Ein und Ausfahren 
des Monitors bewegt wird.

MFG Andy
OP #4017207
Lesenswert?

Ne Anfrage hab ich schon gestellt, aber die Erfahrung lässt mich schon 
zweifeln. Bei Pioneer hab ich die selben Erfahrungen gesammelt. Aber die 
haben auch einen Namen. Da steckt ein riesiges Unternehmen dahinter. 
Mein Radio ist von Xomax... Viel drin, für den Preis, aber Quallität und 
Ersatzteilvorhalt??? Nagut, man soll nich voreilig Urteilen. Warten wir 
es ab. Trotzdem will ich die Zeit nicht ungenutzt verstreichen lassen, 
und mich vorab schon mal etwas informieren.

@ MaWin, Hier mal n Bild von dem defekten Kabel.

http://www.helicrusher.de/Bilder/Forum/Flexkabel.JPG
Wie du siehst, von der Form her schon sehr Speziell. Mit "Stangenware" 
ist da nicht viel zu reißen.

Was ich bisher in den Links gesehen habe, sind wohl flexible 
"Ätzplatinen" oder die vorgefertigten Flexkabel. Aber bisher konnte ich 
nicht erkennen, ob die auch anch Kundenvorlage arbeiten.

Ich hab auch schon in der Bucht nach gebrauchte Radios 
gesucht....Ausgebombt. Garnix!!!! Is eben ein alter Exot.

MFG Andy
Gast #4017536
Lesenswert?

Newman Andy schrieb:
> Aber bisher konnte ich
> nicht erkennen, ob die auch anch Kundenvorlage arbeiten.

Na ja, die weissen schon, die anderen wären zum selber-machen.

Aber wenn ich die Grösse sehe, und dann höre daß du jemanden es als 
Einzelmuster anfertigen lassen willst der erst mal das Layout aufnehmen 
muss und dann eine Flexprint Leiterplattenfirma mit der Herstellung 
beauftragt, dann rechne ich mit 250 EUR.
Gast #4017617
Lesenswert?

Den Aufwand einer Suche beim freundlichen Ali (...express) ist es sicher 
Wert. Wenn man da auf den ersten Blick nichts findet kann es sich lohnen 
zu ergründen ob das Gerät international mit anderer Bezeichnung 
vertrieben wurde (Andere Software mit Sprache, Zeichensatz, 
Zeitzohnen,...).

Habe nur Erfahrung mit Ersatzteilen für Digitalkameras. Da bekommt man, 
wenn man erstmal die Nummer für das  baugleiche internationale Gerät 
gefunden hat praktisch alles bis zur letzten Schraube. Auch nach Jahren.

Habe damit schon Panasonic und Sony Digicams neues Leben eingehaucht.

viel Erfolg
Hauspapa
Gast #4017638
Lesenswert?

Ich kann Flexkabel herstellen. Polyimid ein- oder zweiseitig, Enden 
verzinnt, Schutzlack. Macht aber schon etwas Aufwand, sowas verarbeitet 
sich besch...en.
Falls Du nichts findest, kann ich Dir ne PN senden.
Gast #4017706
Lesenswert?

0815 schrieb:
> Macht aber schon etwas Aufwand, sowas verarbeitet sich besch...en.

Echt? Ich hätte jetzt gedacht wie ein bzw. zweiseitige Epoxyplatte bloss 
dass man aufpassen muss es nicht zu sehr zu biegen so lange Photolack 
drauf ist. Wo ist das Problem von dem Zeug ?
OP #4017749
Lesenswert?

Hm....Leiterbahnbreiten...würde jetzt schätzen, irgendwas um die 0,3mm.
Die ganze Folie hat grobe Außenmaße von 8 x 23 cm.

Layout erstellen? Hm... ich sag mal, für ne normale Leiterplatte wäre 
das sicherlich Möglich. Das hier ist aber komplett Neuland für mich. Das 
würd ich gern komplett in fähige Hände geben.

MFG Andy
Gast #4017766
Lesenswert?

MaWin schrieb:
> Wo ist das Problem von dem Zeug ?

Es geht beim Säubern los. Ob nun für Transfer oder Laminat, das Zeug 
muss ja sauber sein. Einfaches Schrubben ist da nicht, das Material darf 
nicht knicken, aber verhält sich ähnlich wie ein Stück Stoff. Eine 
Platine kann man seitlich anfassen, hier muss man drauffassen, also 
alles ständig mit Handschuhen. bei mechanischem Säubern auf einer 
Unterlage muss diese absolut sauber sein, sonst gibt es kleine Dellen im 
Material, die man rein gar nicht mehr raus bekommt.
Nach dem Resist Aufbringen darf es noch weniger gebogen werden, weil die 
Beschichtung sonst gleich abplatzt. Biegt man das Zeug, so bilden sich, 
tja schwer zu sagen, solche Art spitz zulaufende Biegungen. An deren 
Ende kann leicht sogar das Kupfer beschädigt werden, ist mir schon 
passiert, allerdings bei etwa dickerem Material. Zumindest aber hat man 
nach jeder leichten Biegung kein glattes Material mehr, und das macht 
überall Probleme. Man darf sich das Material anfangs nicht so flexibel 
vorstellen, wie solche fertigen Flexkabel. Eher wie dünne Kupferfolie, 
und bei der kann sich jeder die Verarbeitbarkeit vorstellen.

Nach dem nicht gerade einfachen Transferieren/Belichten muss dieser 
Lämmerschwanz geätzt werden, fragt sich nur, wie? Denn spätestens wenn 
der Großteil des Kupfers weg ist, wird das Zeug hochflexibel.
Man kann gern mal versuchen, ein Stück Tüte/Folie in der Ätzküvette 
hängend zu verarbeiten...
Klar gibt es für jedes Problem Lösungen, aber das Zeug ist ein Graus, 
habe zufällig gerade damit zu tun. Die Problematik verschärft sich mit 
der Größe des benötigten Objekts.

Die Probleme können natürlich je nach Material-und Kupferstärke 
unterschiedlich stark sein, bei meinem Material sind sie recht 
ausgeprägt (25µ Polyimid + 2x25µ Kleberschicht + 2x35µ Kupfer)

Allerdings hat das Zeug, erst einmal bearbeitet, ganz hervorragende 
Eigenschaften. Temperaturbeständigkeit bis zum Abwinken, extrem hohe 
Wärmeleitfähigkeit durch den Träger hindurch usw...also ich nutze das 
meist ganz anders als üblich.


Weiß jemand, wie sowas industriell verarbeitet wird? Es könnte evtl. das 
Beste sein, das Material schon zu Beginn des Prozesses auf eine 
Kunststoffplatte aufzukleben, und erst zum Schluss wieder abzulösen.
Ab einer gewissen Größe würde mir überhaupt keine andere Lösung mehr 
einfallen.
Gast #4017769
Lesenswert?

Newman Andy schrieb:
> Layout erstellen? Hm... ich sag mal, für ne normale Leiterplatte wäre
> das sicherlich Möglich

Ich finde diese Platine einfacher zu zeichnen als jedes mittlelschwere 
Layout eines echten PCBs. Es sind doch allein Maße abzunehmen und zu 
zeichnen. Wäre glatt ein Job für Sprint.
Und messen müsstest Du sowieso, denn an der defekten Flexfolie kann man 
allenfalls das Rastermaß der Stecker abnehmen, nicht aber die exakte 
Distanz zwischen den Steckern.

Eine kleine Herausforderung wären am Ende noch die Aussparungen in der 
Folie. Diese müssen sehr glatt sein, sonst reißt es bald genau dort.
Es bräuchte vermutlich einen CNC-Folienschneider oder sowas.

Also einfach ist leider anders.
#4018339
Lesenswert?

0815 schrieb:
> ... Weiß jemand, wie sowas industriell verarbeitet wird? Es könnte evtl.
> das Beste sein, das Material schon zu Beginn des Prozesses auf eine
> Kunststoffplatte aufzukleben, und erst zum Schluss wieder abzulösen. ...

So ähnlich läuft das auch industriell. Hier wird ein Nutzen aus Fr4 
Material quasi als Träger verwendet (aber nicht draufgeklebt, vielmehr 
wird eine Art Multilayer gebaut, dessen Kern die eigentliche Flexplatine 
bildet). Am Ende wird dieser entsorgt. Noch ein Grund, warum 
Flexplatinen "etwas" teurer sind.
#4018405
Lesenswert?

Zwischen Fr4 und dem Polyimid kommt je eine Trennschicht, 
z.B.Teflonfolie.
Das verbindet sich beim pressen nicht mit den anderen Materialien.
Dann wird gefräst und das Fr4 fällt von allein ab.
Übrig bleibt der Fr4-Träger mit dem innenliegenden PD Material. Das kann 
man jetzt deutlich besser in der Fertigung handeln.

Das ganze ist natürlich nicht ganz trivial in der Datenaufbereitung 
(CAM). Darum muss sich der Layouter aber nicht kümmern.
Gast #4018564
Lesenswert?

0815 schrieb:
> Weiß jemand, wie sowas industriell verarbeitet wird?

Du machst es also privat mit noch nicht photobeschichtetem 
(presensitized) Material.

Hmm, das hab ich mir schon bei Platinen nicht angetan, obwohl das 
Abziehen der Abdeckfolie bei Flex wohl noch schlimmer geht als bei 
Platinen.

Nun hätte ich mit Problemen beim verzinnen der Enden gerechnet, aber 
wenn es bloss die Dünnheit des Materials ist, sollte man einseitige 
einfach auf eine Trägerplatte kleben, mit einem Kleber der sich z.B. in 
der Wärme
ablöst, oder in einem Rahmen einklemmen.
Gast #4018567
Lesenswert?

0815 schrieb:
> Weiß jemand, wie sowas industriell verarbeitet wird?

Wenns um Stückzahlen geht, endlos am Band (endlos heisst praktisch 
einige zig Meter). Das heisst vom ersten bis zum letzten Schritt 
Spezialmaschinen, am besten miteinander verkettet damit man nicht 
zwischendurch aufwickeln muss.

Es gibt aber viele Möglichkeiten, wie es auch viele Ausführungen gibt, 
ein grosser Teil der Leiterplatten ist ja nur teilweise flexibel und hat 
bestückbare Abschnitte, nennt sich Starrflex. Darüber könnte man eine 
eigenes Buch schreiben (das wäre aber schnell veraltet).

Dazu kommen Arbeitsgänge, die es bei normalen Leiterplatten so nicht 
gibt, z.B. das Abdecken - Lötstopplack reicht nicht, da kommt eine Folie 
auch aussen drauf.

Georg
Gast #4018583
Lesenswert?

MaWin schrieb:
> Nun hätte ich mit Problemen beim verzinnen der Enden gerechnet

Wäre ggf. einfach tauchverzinnt. So ziemlich das Einzige an dem 
Material, das auf normalem Wege funktioniert.

Georg schrieb:
> Lötstopplack reicht nicht, da kommt eine Folie
> auch aussen drauf.

Habe ich auch schon überlegt. Wenn man da nur Plastik 70 draufsprüht, 
könnte es irgendwann Probleme geben. Je nachdem, ob das Kabel irgendwo 
gegen scheuert oder nicht. Zur Not ein weiteres Stück Polyimid obendrauf 
laminieren. Aber da wäre der Aufwand ganz schnell höher als bei Fa. XY, 
die dafür die Anlagen hat.

Also egal bei wem und wie, wenn er das Kabel nicht als Fertigteil 
irgendwo bestellen kann, dürfe die Sache gelaufen sein. Oder aber er ist 
ein sehr sehr großer Fan dieses Autoradios...;-)
Gast #4018630
Lesenswert?

0815 schrieb:
> Also egal bei wem und wie, wenn er das Kabel nicht als Fertigteil
> irgendwo bestellen kann, dürfe die Sache gelaufen sein. Oder aber er ist
> ein sehr sehr großer Fan dieses Autoradios...;-)

Na ja, wäre halt die Frage, zu welchem Preis man so einen chinesischen 
Anbieter von Prototypen flexibler Leiterplatten überreden kann, wenn man 
ihm einen Scan des defekten Kabels oder Gerberfile zumailt, die scheinen 
ja ihr Handwerk zu verstehen und nicht wie unerfahrene deutsche Anbieter 
da einen riesen Herrmann drum zu machen.

http://de.aliexpress.com/store/product/mcpcb-bergquist/337810_1049372654.html


Daß doppelseitiges starrflex mit Bohrungen und durchkontaktierungen 
aufwändiger in der Produktion ist, kann ich mir vorstellen, aber 
Flexkabel sollten einfach sein, notfalls schneidet man sie dann selbst 
aus dem Rechteck aus.
Gast #4018684
Lesenswert?

Georg schrieb:
> auch aus dünnen Litzen ein Kabel machen, dauert
> vermutlich auch nicht länger

Vermutlich dauert das nicht länger, aber wie ist die Haltbarkeit? 
Richtig designt kann so ein Flexkabel gewissermaßen ewig halten. Ok, war 
bei diesem schon mal nicht der Fall, aber mit Litzen könnte das Ganze 
schnell nur 1/20 der bisherigen Haltbarkeit haben.
Zumindest bräuchte man laange Litzen, um die gleiche Fexibilität 
hinzubekommen. Das Flexkabel wurde offenbar "über sich selbst" gebogen, 
das scheidet bei Litzen schon mal aus. Also müsste man diese lang und 
flach legen, damit sie sich seitlich biegen, was aber wiederum viel 
Reibung erzeugt. Also Kabel halte ich für ähnlich anspruchsvoll, zumal 
es nach 50+ Verbindungen aussieht. Mit der guten Möglichkeit, daß nach 2 
Wochen alles umsonst war.
OP #4018702
Lesenswert?

Mit normalen Kabel geht da garnix. Der Monitor des Radios fährt aus, und 
klappt dann hoch. das würde viell. noch funktionieren. Aber spätestens 
beim runter klappen und rein fahren hättest du Kabelsalat im Getriebe.

Was die Sache mit den Herstellern angeht....Es ist mir scheißegal, ob 
das Kabel aus Kambotscha, Timbuktu oder China kommt. Is mir auch egal, 
ob das 2 Tage oder 3 Wochen dauert. Ich hätte kein Problem damit, bei 
allen Drei fertigen zu lassen. Wichtig für mich ist, das der Preis 
überschaubar ist, und das DER, der den Auftrag von mir annimmt, mich 
versteht, und weiß, was ich von ihm will. Ich denke, das ist das viel 
größere Problem.

Fastline sieht ja da auf den ersten Blick sogar richtig Interessant aus.

Mein Problem ist eben wirklich, das das absolutes Neuland für mich ist. 
Ideal für mich wäre echt, wenn ich dem das Altteil geben könnte, mit dem 
Satz "Mach neu!!! Einmal Copy&Paste, Geldkarte durchziehn, fertig."

Zwischendurch hoffe ich ja immer noch aufn Reply vom Support....Is bis 
jetzt ausgeblieben...

Alternativ hatte ich jetzt noch n Platinen-Hersteller in Bulgarien, der 
recht gute Arbeit lieferte. Muss ich mal fragen, ob die sowas auch 
herstellen....

Was den Defekt am Kabel angeht...Das Folienkabel ist IM Monitor auf dem 
Gehäuse festgeklebt. Mit nem Tapestreifen...Und das relativ weit unten 
am Scharnier, damit es beim runter klappen keine Falten im Gehäuse 
wirft, wo es dann beim einfahren einklemmen könnte. Und genau am Beginn 
des Klebebands ist der Bruch. Da ist die größte Krafteinwirkung beim 
zuklappen... Das Tape gibt nicht nach....Ergo: Schrott.
Gast #4018746
Lesenswert?

Newman Andy schrieb:
> Und genau am Beginn
> des Klebebands ist der Bruch. Da ist die größte Krafteinwirkung beim
> zuklappen

Das war wahrscheinlich moderate Krafteinwirkung, die sich aber auf exakt 
die Kante des Klebebands konzentrierte. Geht so gut wie nie, es darf 
nirgends Kanten geben.
Wenn man das Flexkabel weich einspannt, und es keine Kanten gibt, hält 
das millionen Bewegungen aus. Das Material darf nirgends über die 
flexible Verformbarkeit hinaus belastet werden.
#4018749
Lesenswert?

nur mal so eine Idee... könnte man nicht Kupferlackdraht nebeneinander 
legen und mit ganz gewöhnlicher Laminierfolie überziehen? Dann wäre das 
ganze fixiert und mit Kupferlackdraht sollten auch schon sehr feine 
Strukturen gehen. Am Ende müsste man die Drähte halt richtig hinfummeln 
oder das Laminat oben kürzer als unten halten o.ä. Und mit ein bisschen 
Schleifpapier und einem Hammer auf "Leiterbahn" trimmen.
OP #4018761
Lesenswert?

Das Problem ist, das es an der Stelle verklebt werden MUSS da 2cm 
dahinter ein Stecker ist, und den nun überhaupt keine Krafteinwirkung 
stattfinden darf, weils sonst die Leiterbahnen samt Stecker von der 
Monitorplatine reißt. Weiterhin ist das Klebetape auf einer geraden 
Fläche. Es würde an dieser Stelle also eigentlich nur gestaucht werden. 
Eine Belastung, welche das Folienkabel problemlos standhalten sollte.

Anderseits...Wäre das Klebetape nicht, würde das Folienkabel am 
Metallgehäuse irgendwann durchscheuern und ggf. nen "Kurzen" 
verursachen.

Muss mal sehn, wenn ich wirklich das Teil in Sonderfertigung geben 
muss...viell. sollte ich gleich n zweites als Ersatz mitmachen 
lassen....fürn E-Fall... Anderseits, bei meinem Pioneer damals hat es 10 
Jahre gehalten, bevor ichs tauschen musste.
Gast #4018765
Lesenswert?

Korbinian G. schrieb:
> Kupferlackdraht nebeneinander
> legen und mit ganz gewöhnlicher Laminierfolie überziehen

Funktionieren würde es....aber was für ne Arbeit! Kannst ja mal 
versuchen, nur einen einzigen Lackdraht mit z.B. 0,03mm auf einer Folie 
einem aufgedrucktem Verlauf folgen zu lassen. Und so dünn in etwa müsste 
der Draht sein, wenn er sich genau so biegen soll, wie das originale 
Flexkabel.
Gast #4018768
Lesenswert?

Dem Bild nach handelt sich ja wohl um zwei unabhängige Busse. Sind denn 
beide unterbrochen? Ansonsten könnte man sich vielleicht auch mit einem 
separaten, entsprechend "gefalteten" Flat Flex Kabel behelfen. Über 
Digikey bekommt man die bis 0.3mm Rastermaß. Die Preise variieren 
natürlich nach Anzahl der Leiterbahnen und Länge, sind aber noch 
erträglich (< 10€).
Gast #4018771
Lesenswert?

Newman Andy schrieb:
> Weiterhin ist das Klebetape auf einer geraden
> Fläche. Es würde an dieser Stelle also eigentlich nur gestaucht werden.
> Eine Belastung, welche das Folienkabel problemlos standhalten sollte

Na irgendwo muss ja eine Biegebelastung stattgefunden haben. Denn 
zerreißen kann man das Material ja schlecht, und stauchen auch nicht. 
Welche Kraft auch immer dort auftritt, sie konzentriert sich an der 
Kante des Klebers. Ein Stück zusätzliches, starkes Tape hätte das 
vielleicht auf Jahre hinaus verhindert. Vergleichbar mit einer 
Zugentlastung an E-Geräten.
#4018774
Lesenswert?

0815 schrieb:
> Korbinian G. schrieb:
>> Kupferlackdraht nebeneinander
>> legen und mit ganz gewöhnlicher Laminierfolie überziehen
>
> Funktionieren würde es....aber was für ne Arbeit! Kannst ja mal
> versuchen, nur einen einzigen Lackdraht mit z.B. 0,03mm auf einer Folie
> einem aufgedrucktem Verlauf folgen zu lassen. Und so dünn in etwa müsste
> der Draht sein, wenn er sich genau so biegen soll, wie das originale
> Flexkabel.

Wozu muss der Draht einem aufgedruckten Verlauf folgen?
Es genügt, wenn er am Ende an der richtigen Stelle rauskommt. Die 
Isolierung ist ja durch die Lackierung gegeben, solange der Laminierer 
den Draht nicht toastet.
Gast #4018788
Lesenswert?

Korbinian G. schrieb:
> Wozu muss der Draht einem aufgedruckten Verlauf folgen?

Deshalb:

Newman Andy schrieb:
> Mit normalen Kabel geht da garnix. Der Monitor des Radios fährt aus, und
> klappt dann hoch. das würde viell. noch funktionieren. Aber spätestens
> beim runter klappen und rein fahren hättest du Kabelsalat im Getriebe.

Irgendwo verlegter Lackdraht wäre ja nicht anders als ein Bündel 
hauchdünner Litzen. Also man kann davon ausgehen, daß welche Verbindung 
auch immer, sich sehr ähnlich abrollen müsste wie dieses Flexkabel.
OP #4018833
Lesenswert?

Ich hab mal n Bild der Lage des Folienkabels gemalt. Ich denke, es ist 
unvermeidlich, das an dieser Stelle Scherkräfte entstehen, die das Kabel 
über kurz oder lang schädigen. Die Frage wäre, wie man es besser machen 
kann...

Wie im Bild, so geht auch im Original die Kante des Klebepads nicht bis 
zur Gehäusekante.
Angehängte Dateien:
Gast #4018852
Lesenswert?

Hätte Dir auch ohne roten Pfeil sagen können, daß dort der Kabelbruch 
ist. An dieser Stelle entstehen stärkere Biegekräfte als anderswo. Aber 
eben nur, weil die Aufhängung dort "hart" ist.
Du könntest beim neuen Kabel zwischen die Klebung und das Kabel an 
dieser Stelle ein weiteres Stück Tape kleben (ans Kabel). Das muss 
natürlich gerade eben so stabil sein, daß es sehr ähnlich wie eine 
Zugentlastung wirkt. Letztere soll ja eben auch verhindern, daß eine 
Belastung an genau einem Punkt stattfindet. Dieses Stück Tape würde 
selbst im ungünstigsten Fall die Biegekräfte schon mal auf zwei Bereiche 
aufteilen. Kann in der Praxis den Unterschied zwischen 1000 und 1mio 
Bewegungen ausmachen.
Gast #4019497
Lesenswert?

@0815:
ich bin immer wieder begeistert über Deine Berichte hier, wo Andere 
aufgeben fängst Du an und bekommst es hin, Respekt!

Welches Tape würdest Du nehmen, es müsste ja elastisch sein um die 
Drehbewegungen aufzunehmen und die Radiusbelastung auszugleichen?
Klebt man es bei flachliegendem Foliekabel auf wird da Spannung auf dem 
Folienkabel sein, klebt man es auf wenn die Krümmung auf dem Folienkabel 
ist hat man Probleme wenn es wieder gerade wird und vermutlich das 
Haltetape in der Starre des Radiuses bleibt.
Gast #4019704
Lesenswert?

Uli schrieb:
> Welches Tape würdest Du nehmen

Ein ganz normales, hochwertiges Tape. Nicht zu dünn und nicht zu starr. 
So daß sich die Biegebelastung auf z.B. 1cm verteilt. Wenn man sehr 
dünnes Tape nutzt, bräuchte man nicht mal die Stabilitäts-Relation im 
Vergleich zum Flexkabel abschätzen, sondern könnte das dünne Tape 
einfach mehrfach kleben, je mit z.B. 1mm Versatz. So hat man eine super 
"Zugentlastung"

Wenn er es ganz auf die Spitze treiben will, klebt er die Tapes im halb 
gebogenen Zustand auf. So gibt es Flexibilität in beide Richtungen. Aber 
er kann auch die Kirche im Dorf lassen, Hauptsache, die Biegebelastung 
konzentriert sich nicht mehr auf einen einzigen Punkt.

Nochmal zur Erklärung: diese Tapes sollen lediglich auf das Folienkabel 
geklebt werden, um es an der gewünschten Stelle etwas stabiler zu 
machen.
An der jetzigen Bruchstelle müssen sie natürlich bis weit auf die 
Original-Verklebung ragen.


Unten an der Platine sollte man bei der Gelegenheit das Gleiche machen, 
denn dort wäre die nächste potentielle Bruchstelle.
Gast #4019728
Lesenswert?

Eine andere, eventuell haltbarere Alternative wäre, das Folienkabel 
selbst an der fraglichen Stelle breiter werden zu lassen (sofern dort 
Platz ist). Also beispielsweise auf zwei Zentimetern Länge von 30 
langsam auf 40mm Breite anzuwachsen. Das gäbe ebenfalls anwachsende 
Stabilität, und welche Belastung auch immer verteilte sich.
OP #4021890
Lesenswert?

Sooooo, heute hab ich mal nach dem ausbleibenden E-Mailsupport per 
Telefon nachgehakt. (Telefonsupport: Mo-Fr. 11-13 Uhr!!! Geil!!!)

Ergo: Radio is 6-7 Jahre alt. Problem ist Bekannt, und aufgrund des 
Alters ham se alle Ersatzteile vorieges Jahr inne Tonne gehaun! Nun steh 
ich da, wie Max inne Sonne.

Bleibt also nur die Variante, das Teil zu reproduzieren... verdammt

MFG Andy
Gast #4022149
Lesenswert?

Newman Andy schrieb:
> Bleibt also nur die Variante, das Teil zu reproduzieren...

Damit reproduzierst du auch die eingebaute Schwachstelle. Trotz einiger 
Hinweise hier denke ich aufgrund deiner Zeichnung, dass die Bruchstelle 
eine nicht behebbare Fehlkonstruktion ist. Bei deiner Nostalgie solltest 
du wenn schon dann 5 Ersatzteile machen lassen.

Georg
Gast #4022175
Lesenswert?

Newman Andy schrieb:
>
> Bleibt also nur die Variante, das Teil zu reproduzieren... *verdammt*
> MFG Andy

Also ehrlich: Ein Folienkabel an der Stelle hat nur einen Vorteil, die 
Montage ist billiger. Ich würde ohne zu zögern dünnen Draht verlöten. 
Fädeldraht auf Tesafilm geklebt, einen 2. Tesa drüber und löten, löten, 
löten... ;-) an den Lötstellen noch ankleben (Heißkleber) und gut. Habe 
ich an meinem ersten (Vobis)Notebook durch. Das hatte 1996 ein Vermögen 
gekostet. Es war das Displaykabel, Ersatz damals vollkommen 
unrealistisch.
Das Ding hat noch Jahre gelebt, ging später nach Cylon (heute Srilankra)

Old-Papa
Gast #5035415
Lesenswert?

Das sind im Endeffekt Platinen. Jeder Platinenhersteller, der 
Flex-Leiterplatten im Angebot hat wird das herstellen können.

Du wirst wohl alles selber zeichnen müssen, aber dann kannst du das 
fertigen lassen.

Vom WE weiß ich, dass sie sowas machen, denn dort habe ich das schon 
einmal angefragt. Billig wird das nur, wenn du hohe Stückzahlen hast. 
Für eine dreilagige Flex-Platine habe ich mal 16€ bekommen, für 10k 
Stück.

Einzelstücke werden vermutlich nicht billig.
Gast #5037133
Lesenswert?

Hat sich das Thema erledigt oder wird das Kabel immer noch gebraucht? 
Budget von ca. 300 EUR? 100 EUR fürs zeichnen, 200 EUR fürs produzieren?

Ich denke, man kann das Kabel auch ersetzen durch zwei getrennte Kabel. 
Gerade Kabel ca. 50 cm lang, die dann zweimal in der Mitte gefaltet 
werden. Die Falttechnik würde das Kabel viel günstiger machen, und evtl. 
kann man sogar Standard-Kabel nehmen.

Ingo
Gast #5102514
Lesenswert?

Fredolin .. schrieb:
> Hallo Ayhan,
> ich könnte dir eventuell weiterhelfen. Wir lassen solche Kabel in
> regelmäßigen Abständen herstellen. Wenn du mir genauere Inforamtionen zu
> dem Kabel lieferst können wir das gerne übernehmen.

Ich brauche für meine Autoradio folienkabel das ist mier gerisen
Gast #5102517
Lesenswert?

Ayhan Seyhan schrieb:
> Fredolin .. schrieb:
> Hallo Ayhan,
> ich könnte dir eventuell weiterhelfen. Wir lassen solche Kabel in
> regelmäßigen Abständen herstellen. Wenn du mir genauere Inforamtionen zu
> dem Kabel lieferst können wir das gerne übernehmen.
>
> Ich brauche für meine Autoradio folienkabel das ist mier gerisen

Das folienkabel ist 3cm breit und 18cmlang und 60 Kontakt
#5102585
Lesenswert?

@Ayhan Seyhan (Gast)

>Wo Sol ich diese folienkabel finden

Dein Bild ist ziemlich nichtsagend, man kann keine Details erkennen. 
Wenn es ein einfaches Kabel ist, wo nur parallele Leitungen drauf 
laufen, kann man das mit etwas Glück durch ein Standardkabel ersetzen, 
die gibt es in verschiedenen Längen und Rastermaßen.

Man suche im Internet nach FFC cable.

http://de.rs-online.com/web/c/kabel-leitungen/flachbandkabel/ffcfpc-uberbruckungskabel/?sra=p

https://www.digikey.de/products/de/cable-assemblies/flat-flex-ribbon-jumper-cables/457?k=ffc
Gast #5339873
Lesenswert?

Ayhan Seyhan schrieb:
> Ich finde das Folienkabel nicht ist gerissen

Du wirst dieses Kabel nirgendwo finden ausser Du zerlegst einanderes 
gleiches Radio.
Wenn Du SEHR GUT löten kannst könntest DU versuchen mit folgenden Kabeln 
einen Ersatz zu basteln:
https://de.rs-online.com/web/p/ffcfpc-uberbruckungskabel/7635515/
Auch nach 6Monaten Wartens werden diese Kabel nirgendwo auftauchen. Du 
musst Dich entscheiden: selbst nachbauen (ist Profiarbeit) oder Radio 
entsorgen.

rgds

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren