Verbinden extrem dünner Drähte

(Firma: ---) #4028058
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Hallo zusammen,

Das ist mein erster Beitrag hier und ich hoffe ihr könnt mir helfen. Ich 
muss zwei Drähte miteinander verbinden. Das Problem ist, dass diese 
extrem dünn sind. Der eine besitzt einen Durchmesser von 0.014mm, der 
andere ist immerhin 0,2m dick. Beide sind aus Kupfer.

Ich habe bereits hier im Forum einen interessanten Thread 
(Beitrag "Hauchdünne Drähte verschweißen") dazu gefunden und auch im 
Internet dazu ein paar Seiten gefunden.

Jetzt meine Fragen:

Ich habe als Fertigungsverfahren bisher nur Löten und Punktschweißen 
gefunden. Gibt es da noch andere Möglichkeiten?

Geht hier Punktschweißen überhaupt, da die Drähte ja beide aus Kupfer 
sind?

Löten werde ich heute Nachmittag im Labor mal ausprobieren.

Ich nehme auch gerne Links zu Artikeln mit Hintergrundwissen o.ä.
Ich bin auf dem Gebiet ein kompletter Anfänger!

Viele Grüße und schon einmal danke für eure Hilfe!:)
Gast #4028093
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Bernd --- schrieb:
> Löten werde ich heute Nachmittag im Labor mal ausprobieren.

Da solltest Du bei dem dünnen Draht schon vorsichtig sein. Nur ganz kurz 
und mit niedriger Temperatur löten (Lötbad ist idealer als ein 
Lötkolben). Sonst löst sich der Draht evtl. gleich im Zinnbad auf. Zinn 
mit hohem Kupferanteil nutzen.
Der Draht entspricht einer Kupferfläche von nur 7µm Stärke, da kann man 
je nach Temperatur und Zinn nur 1x drauf löten, schon ist das Kupfer 
weg.
(Firma: tbd) #4028285
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Also bei 0,014 mm handelt es sich ja um 14 µm-Drähte.
In der Wirebond-Technologie ist der aktuelle Standard irgendwo bei 18 
µm-Drähte. Wobei in der Technologie auch 14 µm möglich sind mit der 
entsprechenden Ausrüstung.
Wir verarbeiten derzeit minimal 25µm Alu- und Golddrähte.

Wirebonden ist allerdings ein Kaltschweißverfahren, das bestimmte 
Randbedingungen benötigt. Einfach zwei Drähte kannst du mit dem Prozess 
nicht verbinden - du kannst damit einen Draht auf eine Oberfläche 
(Leiterplatte, Chip) befestigen.

Mit Lötkolben wirst du bei 14 µm ein Problem haben.
Silberlack?

mfg
foikei
(Firma: ---) #4028298
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Entschuldigung! Ich meinte natürlich 0,2mm;)

Wirebonding hatte ich auch schon gefunden. Das scheitert aber an den von 
dir genannten Randbedingungen.

Ich werd mir mal crimpen anschauen. Wenn jemand weiß wo ich solche 
Aderendhülsen bekomme, wäre ich für einen Link dankbar!




Schon einmal riesen Dank für eure Hilfe!
Gruß
Nelan
(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #4028580
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evtl doch crimpen?
denn wer sagt, das die Aderendhülsen auf den Drahtdurchmesser angepasst 
sein müssen?
man nehme die kleinste gängige AEH, lege den dünnen Draht rein.

Dazu weitere ziemlich dünne Drähte, möglichst gleiches Material.
dafür kannst ja einzelne Litzenhärchen aus einer Kabelader extrahieren
Dann soviele davon reinlegen, dass man die grössere AEH vernünftig 
Crimpen kann.
das hält, sowas ist hier auch sehr oft im Einsatz.
Ist natürlich die Frage, ob das mit dem "Klotz" dann noch irgendwo 
durchgezogen werden muss.
Dann die Crimpung natürlich zum Schluss machen.
(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #4029413
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och wenn Die ganze fertige Geschichte dann auch nur so dünn sein darf,
gehts natürlich mit einer AEH nicht.
eine solche Crimpung ist prinzipiell aber sehr haltbar.

eine vernünftige Beschreibung idealerweise mit Bild der Verhältnisse 
würden gleioch eine passender Antwor tliefern.


@ isolieren:

irgendwas drüberschmieren, wenns fertig liegt.
Kleber, Farbe, Lack etcpp.
Ich würde da zu dauerelastischem Kleber tendieren Pattex oder so

ausser natürlich man muss da im Betrieb immer mal wieder ran.

BTW das "minus 1" auf meinem letzten Beitrag
kann kaum von einem Praktiker stammen ;)

bei hauchdünnsten Schläuchen könnte ich bestimmt helfen.
für 2EUR gibts 'ne kleine Auswahl aus bis zu 5cm langen Stücken im 
Brief.
Gast #4029455
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Johann-Andre von der Heyden schrieb:
> BTW das "minus 1" auf meinem letzten Beitrag
> kann kaum von einem Praktiker stammen ;)

Doch doch. Derjenige fand wohl (so wie ich auch) die Lösung mit den 
tausenden 14µ starken Drähten in der Hülse etwas unpraktisch. Zumal man 
ein solches Drahtstück schon kaum wiederfindet, und die spitzeste 
Pinzette der Welt noch weiter anfeilen müsste...

Das mit dem Crimpen ist sowieso Ulk, aber das mag jeder sehen wie er 
will. Glücklicherweise hat er sich doch noch zur vermutlich einzigen 
möglichen Verbindungsart, dem Löten durchgerungen.
(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #4030723
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ach nullkommanulleinsvier...
Lötest Du Chips nach oder wat?

ich arbeite fast jeden Tag mit dünnem Kram. aber so dann doch nicht. 
Microfonleitungen mit dünnstenen Drähtchen. Aber in so fester Isolierung 
dass man schon Erschwerniszulage braucht (Beyerdynamik)

Dass man für so dünne Drähte ne ruhige Hand braucht ist klar.
gut, Montag morgen brauche ich ne Kanne Kaffe extra, bevor ich damit 
anfangen kann.

abperlende Stoffe könnten von einem Ölfilm herrühren. von den 
Weichmachern in der Isolierung. aber sowas hab ich noch nie gehört dass 
davon was abperlen soll.
Wass'n das fürn Draht der da genutzt wird? was fürn Gadget wird denn da 
verarbeitet

mögliche Abhilfe:
Ader erwärmen. aber nicth bis es oxidiert, gar'n halbes kilograd oder 
so.

Sodern mal nen Zentimeter über den Lötkolben halten. So für max 10 
sekunden.
dann versuch mal Cyanacrylat-Dampf. Der bleibt garantiert haften. dann 
anhauchen.
(Firma: ---) #4036008
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Hallo noch einmal.

Das Löten funktiniert mittlerweile wirklich problemlos. Zumindest 
mechanisch gesehen! Allerdings ist der dünnere Draht mit irgendeiner Art 
Kupferlack isoliert. Die Verbindungen sind also nur sporadisch 
elektrisch leitfähig.

Da Kratzen o.ä. natürlich ausscheiden wollte ich euch mal fragen. Gibt 
es da irgendwelche Bäder für derart dünne Drähte?

Liebe Grüße
Bernd
#4036066
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Bernd --- schrieb:
> Gibt
> es da irgendwelche Bäder für derart dünne Drähte?

Versuchs mal mit verdünnter Natronlauge und die ein bisschen auf etwas 
erhöhter Temperatur halten.
In der Galvanik wird Natronlauge auf 40 oder 60° (ist zu lange her) zum 
Entlacken genommen. Normale 3-schichtige Lackierungen brauchen 2-3 Tage, 
wobei die Brühe halt gebraucht war und so lange genommen wird, wie noch 
was geht. Bei den Bruchteilen von einem µ sollte das etwas schneller 
gehen. Wobei es letztendlich egal ist, da die Natronlauge das Kupfer 
nicht angreift. Die äußerst (Löt)hitzebständigen Polyurethanlacke 
sollten sich so lösen lassen. Woraus nun jeder einzelne Lack besteht, 
weiß ich nicht. Es gab halt wenige Ausnahmen, wo Natronlauge nichts 
ausrichten konnte. Z.B. Abtropfkörbe aus Spülbecken und Geschirrspülern. 
Die sind mit PE beschichtet. Da wirkte eine Lötlampe dann Wunder. Ich 
denke aber mal, mit Lauge bist du auf einem guten Weg :-)

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