Frage zu Gewinde

#4048670
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Moin,

bitte eine doofe Frage:

Ich möchte ein M10 x 1.5 Gewinde mit einem Schneideisen auf ein 
Messingrundstück schneiden.

Auf welchen Durchmesser muss ich dazu das Messingrundstück abdrehen?

Vielen Dank,
Frank
Gast #4048709
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Frank N. Stein schrieb:

> Matthias L. schrieb:
>> sollte der auch vorher 10mm haben,
>
> Ja danke, das klingt logisch, bin mir nur nicht sicher und
> habe nur Material für einen Versuch.

Schrottis Hinweis beachten: Nicht auf 10.00mm drehen, sondern
bissl im Untermaß bleiben. 9.8mm oder 9.9mm ist ok.
Das Gewindeschneiden wird sonst übelstes Gerammel.
Gast #4048858
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@ Harald:

Dadurch, wenn er ein hätte, dass er dann weiss wo es in dem Tabellenbuch 
steht, welche Außen-, Kern- und Durchgangsmaße die jeweiligen metrischen 
Gewinde haben.

Das steht sogar in meinem alten Tabellenbuch für E-Technik drin, weil da 
noch technisches Zeichen und auch Werkstoffkunde nen Thema in der 
Ausbildung waren...

Aber die Generation Smartphone (ich impliziere nicht, dass der TE dazu 
gehört) überflutet die Leute mit Informationen und die sind nicht mehr 
fähig Informationen selber zu finden, es sei den dass es i-wie 
"vorgekaut" wird.

MfG EGS
Gast #4048874
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EGS schrieb:

> Dadurch, wenn er ein hätte, dass er dann weiss wo es
> in dem Tabellenbuch steht, welche Außen-, Kern- und
> Durchgangsmaße die jeweiligen metrischen Gewinde haben.

Und das nützt ihm genau - nix.

Dass ISO-Regelgewinde M10 einen Nenndurchmesser von 10mm
hat, ist nicht so schwer herauszubekommen.

Wenn Du jetzt glaubst, dass Du auf ein beliebiges Rundmaterial
mit 10.0mm Außendurchmesser mit dem Schneideisen ein M10-Gewinde
schneiden kannst, dann hast Du Dich.. nun ja ... geschnitten.
Das klappt so nicht.

Das Material wird nämlich nicht nur in den Gewindegängen
zerspant, sondern außerdem an den Flanken kaltverformt.
Das führt dazu, dass das fertig geschnittene Gewinde
geringfügig dicker (!) ist als das Rohmaterial vorher war.

Je nach Material muss der Rohling also ein gewisses Untermaß
haben, damit das fertige Gewinde normgerecht ist.
#4048879
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Schrotti schrieb:
> Ich würde 9,8 bis 9,9 mm abdrehen.

Danke, Schrotti, so habe ich das auch gemacht und hat prima geklappt.

Zum Tabellenbuch und den dazu verfassten, besonders schlauen 
Kommentaren:

Die Drehbank ist nicht meine, sondern gehört meinem Nachbarn und dessen 
Frau hatte mir Zugang zur Drehbank gewährt. Mangels Anwesenheit konnte 
ich meinen Nachbarn auch nicht befragen. Ich selbst bin kein Mechaniker.
Aber diese immer wiederkehrenden Kommentare sind hier ja üblich und sooo 
cool.

Haupsache aber, mein Teil ist fertig geworden.
Nochmals danke, sagt

Frank
Gast #4049003
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Joachim B. schrieb:

> Possetitjel schrieb:
>> Dass ISO-Regelgewinde M10 einen Nenndurchmesser von 10mm
>> hat, ist nicht so schwer herauszubekommen.
>
> ist das so?

Sicher.

> und warum messe ich immer bei Schrauben Untermaß?

Weil der Nenndurchmesser nicht unbedingt der Solldurchmesser
ist.
Ein Nennmaß 10.0mm mit Toleranzen -0.05/-0.15 bewirkt ein
Sollmaß 9.9mm.

Siehe auch
http://de.wikipedia.org/wiki/Nennmaß

> z.B. M6 Schraube mit 5,8mm auf meinen Meßschieber (auch mit
> dem vom Kollegen), muss ich den/die wegwerfen?

Nein.
#4049015
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Possetitjel schrieb:
> Wenn Du jetzt glaubst, dass Du auf ein beliebiges Rundmaterial
> mit 10.0mm Außendurchmesser mit dem Schneideisen ein M10-Gewinde
> schneiden kannst, dann hast Du Dich.. nun ja ... geschnitten.
> Das klappt so nicht.

Doch das geht!
Bei Stahl, Edelstahl, Alu und Messing kann man (Aussen)Gewinde auf ein 
Halbzeug mit Gewindenenndurchmesser schneiden!
Scharfes Schneideisen und richtige Schmierung sind natürlich Pflicht!

Was anderes ist es bei Innengewinden.
Da sollte man abhängig vom Material etwas grösser als der 
Kerndurchmesser bohren.
Gast #4049029
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Hallo

Bei in Massen gefertigten Schrauben kommt auch noch ein anderes 
Fertigungsverfahren dazu. Deren Gewinde werden gerollt, also nur kalt 
plastisch verformt, kann man als Kaltschmieden ansehen. Hierbei ist dann 
das "Nennmaß" noch weniger aussagekräftig, da man bei der Fertigung mehr 
Raum für das fließende Material lassen muss. Trotzdem sind diese 
Schrauben aufgrund des ununterbrochenen Faserverlaufes stärker belastbar 
als geschnittene Schraubengewinde.
Das gibt es als Gewindeformen auch für Innengewinde, auch hier ist der 
Kerndurchmesser am Ende größer als laut Tabellenbuch.

Wichtig ist in beiden Fällen, dass die Flankenwinkel und der 
Flankendurchmesser passt und nicht zu viel Material fehlt.

Ansonsten als einfache und erste Faustregel passt es mit den 0,1mm 
Untermaß am Außendurchmesser für das Schneiden von Außengewinde mittels 
Schneideisen im Bereich vom M6-M16. Darunter (M5 und kleiner) sollte man 
weniger und darüber (ab M18 aufwärts) etwas mehr Untermaß fertigen. 
Angepasst immer auch an das Material, wie es auch schon geschrieben 
wurde.

Gruß Gerd
#4049034
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Gerd Fischer schrieb:
> als einfache und erste Faustregel passt es mit den 0,1mm
> Untermaß am Außendurchmesser für das Schneiden von Außengewinde mittels
> Schneideisen im Bereich vom M6-M16. Darunter (M5 und kleiner) sollte man
> weniger und darüber (ab M18 aufwärts) etwas mehr Untermaß fertigen

Kann man machen wenn das ein Teil ist das sowieso auf der Drehbank 
gefertigt wird. Bei Halbzeugen die mit Nennmaß aus dem Lager kommen 
macht das normalerweise niemand und ist auch nicht nötig.
Gast #4049045
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Max Mustermann schrieb:

> Possetitjel schrieb:
>> Wenn Du jetzt glaubst, dass Du auf ein beliebiges Rundmaterial
>> mit 10.0mm Außendurchmesser mit dem Schneideisen ein M10-Gewinde
>> schneiden kannst, dann hast Du Dich.. nun ja ... geschnitten.
>> Das klappt so nicht.
>
> Doch das geht!

Mag sein, dass es geht.

Ich kann nur sagen, dass das Gewinde beschissen geworden ist, wenn
der Zapfen Nennmaß hatte. Wenn er leichtes Untermaß hatte, ist das
nicht passiert. Werkstoff war Stahl; genaue Sorte ist mir nicht
erinnerlich.
#4049369
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Possetitjel schrieb:
> EGS schrieb:

> Das Material wird nämlich nicht nur in den Gewindegängen
> zerspant, sondern außerdem an den Flanken kaltverformt.
> Das führt dazu, dass das fertig geschnittene Gewinde
> geringfügig dicker (!) ist als das Rohmaterial vorher war.
>
> Je nach Material muss der Rohling also ein gewisses Untermaß
> haben, damit das fertige Gewinde normgerecht ist.

Du hast nur insofern Recht, wenn das Gewinde gerollt wird. Beim Gewinde 
schneiden wird zerspant und damit ändert sich am Volumen nichts, auch 
nicht an den Flanken!

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