Hallo zusammen!
Gestern habe ich bei ELV einen einzeln kaufbaren Heißluftlötkolben
entdeckt. Selbiger ist als Ersatz für die von ELV vertriebenen LF8800
gedacht und kostet unter 50 Euro. Als einzelne Reworkstation ist mir das
für 200 Euro zu teuer. Die Stromversorgung und Regelung ist sicher nicht
so schwierig zu bewerkstelligen, allerdings habe ich von der
Luftversorgung her keine Ahnung. Ich frage mich ob das mit einer
Membranpunpe aus dem Aquaristikbereich zu lösen ist? Das Keramik
Heizelement gäbe es sogar lose zu kaufen. Aber soviel basteln will ich
dann mangels Werkstatt mit größeren Möglichekeiten auch wieder nicht.
Wer also hat so einen Heißluftkolben und kann dessen Luftverbrauch
einschätzen?
Danke schon mal!
herbert schrieb:> Ich frage mich ob das mit einer> Membranpunpe aus dem Aquaristikbereich zu lösen ist?
Die Chinesengeräte haben meist genau tatsächlich so eine Membranpumpe
eingebaut. (Manche Modelle haben stattdessen auch einen Radiallüfter im
Handstück)
Ich habe einst auch einmal ernsthaft den Selbstbau ins Auge gefasst und
mit sehr konkreten Planungen begonnen, habe diese Aktivitäten dann aber
nach einiger Zeit wieder eingestellt. Es ist finanziell einfach nicht
nur nicht lohnend, sondern wirklich ein ganz massives Verkustgeschäft.
Wenn die Chinesenaggregate jetzt so überhaupt nichts taugen würden, dann
hätte ich das Vorhaben sicherlich trotzdem fortgeführt.
Blöderweise sind die Geräte aber gar nicht mal so schlecht ;-)
Hier kannst Du Dir ansehen, wie der Chinese so ein Gerät zusammenbaut.
Die Pumpe kommt nach ungefähr 6 Minuten ins Spiel:
http://www.youtube.com/watch?v=quGs3q9nsA8
lohnt net schrieb:> Blöderweise sind die Geräte aber gar nicht mal so schlecht ;-)
Meine ist sogar der Hammer!
Ich habe die noch für 49 Euro gekauft, kurz danach habe ich sie für 29
Euro gesehen.
lohnt net schrieb:> Hier kannst Du Dir ansehen, wie der Chinese so ein Gerät zusammenbaut.
Danke für die Info... Mein Gott Walter...wie die ihre Geräte über
ungeschützte Metalltische schleifen...das ist schon des Lackierers
Alptraum... Der Kolben vom Pollin Gerät ist schon recht dick, der von
ElV kommt mir etwas schlanker vor. Nun gut, brauchen tue ich das Teil
primär zum auslöten heikler Teile. Sich da noch länger mit einem Weller
Lötkolben und Entlötpumpe rum plagen zu müssen würde ich mir für die
Zukunft gerne ersparen. Die letzten Elkos die ich auf einem Mainboard
ausgelötet habe hinterließen verschlossene Pads die sich nicht
freimachen ließen. Ein 0,6mm Bohrer per Fingerdrill war die Rettung.
Habe das Zinn einfach ausgebohrt. Diese Multilayer fressen Hitze ohne
Ende....
herbert schrieb:> Selbiger ist als Ersatz für die von ELV vertriebenen LF8800 gedacht und> kostet unter 50 Euro.
Wenn ich bedenke, daß man eine ZD-939L für 60 EUR bekommen kann (und das
gleich vier Aufsatzdüsen enthält), muss das schon viel Bastelvergnügen
sein.
Tipptasten sind nervig, das stimmt, aber wie oft muss man die Temperatur
verstellen?
Ein würdiges Selbstbau- bzw. Verbesserungsprojekt wäre ein Ersatz des
die ZD939L steuernden µCs durch einen Selbstbau ... mit Drehgeber
und/oder mehreren Temperatur-Preset-Tasten.
Rufus Τ. Firefly schrieb:> Tipptasten sind nervig, das stimmt, aber wie oft muss man die Temperatur> verstellen?
Vor jedem Abschalten ganz runter, damit nix durchbrennt. Nervt auf
Dauer, wenn's per Tasten gemacht werden muß.
Mit Drehknopf kein Problem.
Rufus Τ. Firefly schrieb:> Wenn ich bedenke, daß man eine ZD-939L für 60 EUR bekommen kann (und das> gleich vier Aufsatzdüsen enthält), muss das schon viel Bastelvergnügen> sein.
Ja ja ,da fange ich auch zu grübeln an... etwas klobig ist die schon
oder täuschen die Bilder?
herbert schrieb:> etwas klobig ist die schon> oder täuschen die Bilder?
Ich finde sie nicht nicht wirklich klobig. Nennen wir es lieber "eckig"
;-)
Eine Alternative könnte ein Gerät mit Luftstromerzeugung im Handstück
sein, da ist dann das eigentliche Gehäuse natürlich noch etwas kleiner.
Allerdings mußt Du dabei sehr genau aufpassen! Es gibt nämlich bei
diesem Gerätetyp tückischerweise vereinzelt auch Versionen, bei denen
der Heißluftkolben nicht fest mit dem Gerät verbunden ist, sondern
mithilfe einer männlichen(!) Buchse angeschlossen wird, die dann 230V
führt!
Lies einfach das hier, und Du bist im Bilde (damals hieß ich noch
anders:-)
Beitrag "Re: Heißluftpistole für präzise Arbeiten"
(und dort alle Links einmal kurz ansehen)
Die schickste Kombination von allen ist m.E. unverändert so eine:
http://www.ebay.de/itm/251337881503?clk_rvr_id=799824370077&rmvSB=true
Rufus Τ. Firefly schrieb:> Magst Du mir den hier beteiligten Wirkmechanismus erklären?
Nun, der Hersteller wünscht es halt ausdrücklich so, was will man machen
:-)
Vielleicht ist das bei neueren Evolutionsstufen des Gerätes endlich mal
automatisiert.
Rufus Τ. Firefly schrieb:> Magst Du mir den hier beteiligten Wirkmechanismus erklären?
Die "billigeren" Geräte (ob nun Heißluftpistole oder Heißluftlötgerät
ist egal) die produzierte Hitze nur aus, wenn die konstant mit Luft
"gekühlt" werden, die produzierte Wärme also abgeführt werden kann.
Fällt der Luftstrom weg, sind die Heizelemente aber noch heiß und die
Temperatur steigt im Gerät über den spezifizierten Bereich.
Da das oft auch bei Computer behauptet wird: Nein, da gilt das nicht.
Der hitzeempfindliche Teil ist da nämlich auch der Produzent der Wärme.
Wenn da die Kühlung mit dem Strom wegfällt, wird auch keinen Hitze mehr
produziert und die Temperatur (an der empfindlichen Stelle) fällt fast
linear ab.
lohnt net schrieb:> Ich finde sie nicht nicht wirklich klobig. Nennen wir es lieber "eckig"> ;-)
Ich meinte eher das Teil welches man sich zwischen die Finger
klemmt...:-) Schon etwas dicker als ein Weller Lötkolben? Interessant
ist auch die Lösung "Heizleitung im Luftschlauch"...da werden die auch
gleich gekühlt... nee also für den Preis bekommt man nix anderes oder in
der Bucht für den doppelten gebrauchtes...
So, Rufus, habe mir meinen alten Apparat gerade noch mal genauer
angesehen. Der hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel und keinen
separaten Heizungsschalter.
Bei den aktuellen Geräteversionen sind dort zwei Schalter angebracht.
Offenbar ist einer für das Gerät selber und der andere für die Heizung.
Dann kann man die natürlich separat abschalten.
herbert schrieb:> Ich meinte eher das Teil welches man sich zwischen die Finger> klemmt...:-)
Nein, das ist wirklich sehr gut zu handhaben und angenehm leicht.
herbert schrieb:> Interessant> ist auch die Lösung "Heizleitung im Luftschlauch"...da werden die auch> gleich gekühlt
Das ist in der Praxis nach meinem Eindruck völlig unproblematisch. Warm
wird da nix, keine bange.
Klaus R. schrieb:> Kauf dir die 858+ (ebay) für 33€ komplett, das reicht für dich. Fertig.
Nicht so sexy wie die 852D+, aber Preis-Leistungs-mäßig wirklich absolut
unschlagbar, volle Zustimmung. Selbstbau definitiv unrentabel.
Und wenn man wirklich noch herumbasteln will:
http://blog.spitzenpfeil.org/wordpress/projects/youyue-858d-hotair-station-modifications/
F. Fo schrieb:> Ich habe die noch für 49 Euro gekauft, kurz danach habe ich sie für 29> Euro gesehen.
Wo?
Bis jetzt hab ich noch kein günstigeres Angebot unter 39 Euro gesehen.
Die nächst teureren (852D+) sind ja mit zusätzlichem Lötkolben, den
man meist wegen einem bereits vorhandenen gar nicht braucht.
Klaus R. schrieb:> ...und das macht die 858+ schon automatisch
die 858+ hat halt andere Gemeinheiten auf Lager;-)
(Mal abgesehn von dem bereits thematisierten lebensgefährlichen
230-Volt-Buchsenscheiss einiger Modellvarianten)
Zum Beispiel zeigt die 858+ nach oben überschießende Temperaturen
einfach nicht an.
Wenn man beispielsweise eine Temperatur von 310°C einstellt, dann heizt
die Station zügig an und zeigt diesen Temperaturanstieg zunächst auch
korrekt im Display an.
Bei Erreichen dieser Zieltemperatur bleibt die Anzeige dann aber auf
310°C stehen, die tatsächliche Temperatur steigt jedoch kräftig weiter -
auf gut 400°C! In der Folge sackt diese überschießende Temperatur dann
langsam wieder ab.
Fieserweise zeigt die Maschine diesen (für Bauteile gefährlichen)
Verlauf der Realtemperatur aber nicht an, sondern mit erstmaligem
Durchschreiten der Zieltemperatur eben diese fixe Zieltemperatur, und
gaukelt damit eine Regelgenauigkeit bzw. einen Temperaturzustand vor,
der einfach nicht mit der Realität übereinstimmt.
So hammse halt alle ihre Tücken, die günstigen Chinesen.
Und trotzdem sind sie in der Praxis sehr brauchbare Geräte.
F. Fo schrieb:> Ist aber ne Weile her.
Die Zeiten sind wohl vorbei. Ich denke mal, wenn man die Hot-Air-Gun,
eine Luftpumpe und ein Gehäuse günstig bekommt, sollte der Rest
eigentlich kein großes Problem sein. Eine Regler von einem Reflow-
Lötofen angepasst dürfte da genauso funktionieren.
Danke für die diversen Hinweise bezüglich des Abschaltens. Meine 939L
hat zwei Schalter; wird der für die Heizung abgeschaltet, läuft
Luftpumpe eine Minute lang auf Maximaleinstellung und geht dann aus.
Die ""Bedienungsanleitung"" scheint diesbezüglich nur zu Teilen
überarbeitet worden sein; dem chinglischen Wortgestammel ist zwar dieses
1-Minuten-Verhalten vage zu entnehmen, der Passus, daß die Heizung vor
dem Abschalten auf Minimaltemperatur gedrosselt werden soll, steht aber
auch irgendwie drin. Das scheint aber --sofern man die richtige
Abschaltreihenfolge nutzt-- dann doch offensichtlich nicht erforderlich
zu sein.
Crazy H. schrieb:> lohnt net schrieb:>> Vor jedem Abschalten ganz runter, damit nix durchbrennt.>> Das macht meine Chinesenstation selber, wenn ich "Air" abschalte.
Wenn Du jetzt noch dazugeschrieben hättest, um welche Station es sich
konkret handelt, dann hätte der herbert noch mehr davon gehabt.
Rufus Τ. Firefly schrieb:> Danke für die diversen Hinweise bezüglich des Abschaltens. Meine 939L> hat zwei Schalter; wird der für die Heizung abgeschaltet, läuft> Luftpumpe eine Minute lang auf Maximaleinstellung und geht dann aus.
Es ist übrigens sehr ratsam, die Station über einen externen Schalter
stromlos zu machen bzw. auszustecken, wenn man sie nicht braucht.
Denn manche dieser Stationen neigen dazu, bei irgendwelchen nicht näher
definierten Netztransienten plötzlich für wenige Augenblicke
schwindsüchtig wie ein alter Bulldog loszudieseln. Komisches Phänomen.
Peinlicherweise weiß ich nicht mehr, woher ich das eigentlich weiß ;-)
Ich kann mich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, ob mir das
selber aufgefallen ist, oder ob ich es in irgend einem Blog gelesen, von
anderen gehört, oder bei youtube gesehen habe. Nur DAß es so ist, ist
mir erinnerlich.
Es ist wie mit dem Gras:
ich weiß nicht mehr so ganz genau, WER mir einst beigebracht hat, daß es
grün ist. Aber DAß es grün ist, DAS weiß ich trotzdem ziemlich sicher
:-)