Hallo,
ich arbeite derzeit als Werkstudent in einer Informatik-Abteilung in
einem Unternehmen mit weltweit >100.000 Angestellten. Dort habe ich die
Möglichkeit, nach meinem Masterabschluss übernommen zu werden. Die
Bezahlung erfolgt nach ERA-Tabelle, Region ist Erlangen/Nürnberg.
Ich freue mich zwar ungemein, dort bleiben zu können, habe auf der
anderen Seite den Nachteil, dass ich bis zur unausweichlichen
Gehaltsverhandlung ziemlich sicher kein weiteres Bewerbungsgespräch mehr
an Land ziehen werde können. Dementsprechend unerfahren muss ich mich
dem Ganzen stellen. Vielleicht ist hier ja aber der ein oder andere, der
mir ein paar Fragen beantworten kann.
Zuerst aber noch ein paar Infos: Ich bin Quereinsteiger, habe selber
Physik studiert. Den Bachelor habe ich mit Sehr gut abgeschlossen,
Master wird vermutlich auch so. Das Studium werde ich ein Semester unter
der Regelstudienzeit abschließen. Während der Studienzeit habe ich
Grundvorlesungen zur Informatik besucht und sowohl in zwei vierwöchigen
Projekten und in in der Masterarbeit sehr softwarelastige Themen
behandelt. Die Werkstudententätigkeit werde ich insgesamt neun Monate
ausüben. Vorwissen ist also vorhanden, aber ich kann fachlich natürlich
nicht ganz mit einem Informatikabsolventen mithalten.
Jetzt aber zu den Fragen:
- ERA 9 ist in Bayern bei 13,25 Monatsgehältern ca. 50k p.a. ohne
Leistungszulage (die ja, wenn ich es richtig verstehe, ohnehin erst nach
ein paar Monaten errechnet wird). Wie viel Spielraum ist da
typischerweise nach oben und unten? Kann ich die 50k tatsächlich als
untere Grenze ansehen (klingt sehr viel im Vergleich zu dem, was ich
sonst so gelesen habe) oder sind auch Gehälter üblich/möglich, die
deutlich drunter liegen?
- Ein Masterabschluss wäre ja laut ERA-Tabelle mit Stufe 10 angegeben.
Es gibt auch tatsächlich einige Ausschreibungen, die für Absolventen mit
Stufe 10 angegeben sind. Kann man sich als Quereinsteiger überhaupt
Hoffnungen machen, ERA 10 zu erhalten?
- Nennt man bei der Frage nach der eigenen Gehaltsvorstellung eine
Summe, die Urlaubs-, Weihnachtsgeld und evtl. Sonderzahlung schon
beinhaltet?
- Manchmal liest man, dass man eine Zielvereinbarung treffen soll, in
welcher Zeit die nächste ERA-Stufe erreicht sein soll. Was ist denn so
eine typische Zeit, eine Stufe aufzusteigen?
Danke an diejenigen, die sich die Zeit zum Beantworten der Fragen
nehmen.
1.
Leistungszulage: Nach unten geht da nichts, also kein Minus. Wenn dann
machst du "Gewinn". Die Zulage schwankt meines Wissens nach irgendwo im
Bereich von 7-12% wobei die 7% wohl "Standard" sind und die 12%
"ungewöhnlich". Die Zulage kommt im Normalfall nach einem halbem Jahr.
50k€ sind nicht direkt unüblich. Für Bachelor vielleicht, für Master
aber machbar. Für dich, so schätze ich jetzt einfach mal ohne dich zu
kennen, nicht unmöglich. Deutlich drunter würde ich bei der
Unternehmensgröße nicht sagen. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass die
dich haben wollen, also werden es nicht weniger wie 45k€ sein, die
ERA-Einstufung die dem Entspricht weiß ich jetzt aber nicht auswendig.
2.
Laut ERA, wenn mir nach dem Papier gehen, zählt nicht mehr die
Qualifikation sondern der Arbeitsplatz. Das heißt, ein Ausgebildeter
Maurer kann aufgrund von ERA den gleichen Lohn wie ein Dr. in E-Technik
bekommen, oder anders rum.
Praktisch sieht das etwas anders aus. Wer die nötige Quali nicht hat,
muss unter Umständen mit einer ERA-Stufe niedriger rechnen. Das muss so
aber nicht sein. Da gibt es wohl Unterschiede von Unternehmen zu
Unternehmen.
Welche ERA-Einstufung hätte denn dein zukünftiger Arbeitsplatz?
3.
Da ERA Unternehmen wird im Grunde kein Betrag mehr verhandelt. Das
trifft eigentlich nur noch auf AT'ler zu. Das heißt du nennst keine
Summe sondern eine ERA-Gruppe. Was wiederum bedeutet du rechnest dir
dein Jahresbrutto der jeweiligen ERA-Stufe aus und nennst dann die ERA
Gruppe. Sonderzahlung darf man außen vorstellen und später als Leckerli
betrachten.
4.
Das ist so eine Sache. Also zum einen macht das bei dir Sinn da du
Quereinsteiger bist. Das heißt du musst vielleicht damit rechnen eine
ERA-Stufe weniger zu bekommen als die Stelle tatsächlich ist. Zum
anderen muss man auch sehen was in z. B. zwei Jahren ist. Mehr
Verantwortung oder ähnliches.
Spicke doch bei den Kollegen, sofern die da was dazu sagen oder es sich
zwischen den Zeilen heraus lesen/hören lässt.
Abschließend.
Ich vermute die werden dir so oder so, eine ERA-Stufe nennen. Das hat
einfach die Ursache, dass eben der Arbeitsplatz bezahlt wird und nicht
die Quali. Wenn deine Stelle ERA 10 ist, sollte man wenn man nüchtern
oder sagen wir pessimistisch an die Sache ran geht mit ERA 9 rechnen.
Ist es ERA 9 vielleicht auch mit ERA 8. Eine Zielvereinbarung wäre dann
natürlich die passende ERA-Einstufung. Die Einstufung ist aber nicht
immer zu 100% ernst zu nehmen.
Wenn die von dir wissen wollen was du für Vorstellungen hast. Dann
wahrscheinlich um dich in irgendeiner weise zu testen. Z. B. ob du dein
Wert kennst, wie du dich Einschätzt oder weiß der Geier.
###Das wichtigste###
Du solltest herausfinden welche Eingruppierung deine Stelle hat und dann
auch diese ERA-Stufe fordern. Darunter macht keinen Sinn, darüber auch
nicht.
###
Alles weitere muss man dann in ein oder zwei Jahren sehen. Wenn du gut
bist, dann kann man vielleicht in einem Jahr schon über mehr Gehalt
reden.
Normal wäre wohl ca. 1-2 Jahre. Das ist aber immer so eine Sache von
persönlicher Entwicklung, "Glück", Nasenfaktor, entgegengebrachtes
Vertrauen und ähnliches. Über mehr mach dir ab einem Jahr einen Kopf.
Kommst du an die interne Stellenbörse bei euch?
Da stehen idR die EG drin.
bernhard schrieb ja sonst schon viel.
Zur Leistungszulage, laut IGM Seite sind das bis zu 28%, im Schnitt 14%
War lange bei Bosch, also so 10% hatten fast alle, außer sie waren
schlecht.
Hallo Bernhard,
danke für die ausführliche Antwort.
zu 1.: Mit nicht weniger als 45k meinst du zuzüglich aller zusätzlichen
Leistungen, also die "vollen" 13,25 Monatsgehälter?
Ansonsten kann ich leider - derzeit - noch nicht sagen, welche ERA-Stufe
für die Stelle angedacht ist. Das liegt daran, dass die Stelle noch gar
nicht offiziell ausgeschrieben ist. Ich hatte angefragt, ob es eine
Möglichkeit gibt, übernommen zu werden, und im Endeffekt wurde mir dann
mitgeteilt, dass jetzt eben extra dafür eine Stelle ausgeschrieben wird
(die aber dann entsprechend erst gar nicht von jemand anderem besetzt
werden könnte). Wenn es nach dem Abteilungsleiter ginge, dann würde es
auch gar nicht erst den offiziellen Weg mit extra Bewerbungsgespräch
etc. geben. Ob ich also jemals eine richtige Stellenausschreibung mit
ausgewiesener ERA-Gruppe in der Hand halten werde oder ob das quasi
unter vier Augen geklärt wird, weiß ich nicht. Aber dann werde ich wohl
nicht drum herum kommen, den Abteilungsleiter mal direkt darauf
anzusprechen, welche Stufe vorgesehen ist.
Von den Kollegen weiß ich nicht viel - wollte es auch nicht so direkt
ansprechen -, aber habe schon von jemand gehört, dass er unter Stufe 9
nicht anfangen würde.
Sie werden dir sagen was du bekommst - und zwar EG10. Die
Leistungszulage wird nach 6 Monaten vermutlich bei ~4-7% liegen.
Glückwunsch zum Job, Kollege.
Vergess nicht im Dezember das Aktienpaket mitzunehmen.
Achja, in Bayern ist es glaube ich so, dass du nach 1,5 Jahren in
Entgeltstufe B rutscht. Dann wird es vermutlich nochmal mindestens
solange dauern, bis du Stufe 11 erklimmen kannst. Ab diesem Level hast
du mMn schon ein super tolles Gehalt.
Ja stimmt 45k€ im Jahr = Monatliches Brutto+Urlaubsgeld+Weihnachtsgeld.
Erfolgsbeteiligung ist aber nicht mit drin.
Das ist zumindest eine durchschnittliche Summe die ich in den letzten
Jahren für Frischlinge wahrgenommen hab.
Wenn der Kollege nicht unter 9 anfangen würde, dann hast du ja schon mal
ein groben Orientierungspunkt. Obwohl man auch immer bedenken muss was
für ein Typ der Kollege ist. Heißt labert der gerne mal und prallt oder
ist er vertrauensvoll. Je nach dem kann man auf die Aussage Wert geben
oder eben nicht.
Ich kann mich jetzt auch täuschen, aber: Die Stellenausschreibung wird
kommen, so vermute ich. Ich meine das muss wegen Betriebsrat und Tarif
so gemacht werden.
Dein Abteilungsleiter hat da wahrscheinlich kein Bock drauf weil er dann
eben auch mit anderen Bewerbungsgespräche führen muss. Was in dem Fall
Zeitverschwendung ist.
In einem so großen Unternehmen ist das mit den vier Augen nicht gerade
üblich. Ein Bewerbungsgespräch wird da sicher noch stattfinden.
Wahrscheinlich mit dem Abteilungsleiter, Personaler, vielleicht auch wer
vom BR, wer weiß.
Auch wenn es am Ende nur wegen der Richtigkeit gemacht wird.
Ich würde mir da jetzt auch nicht einen all zu großen Kopf machen. Von
EG9 zu 10 sind es im Jahr "nur" 5000€ Unterschied. Ist schon eine Stange
Geld, das dürfte jedem klar sein. Allerdings bist du Einsteiger, dein
Chef will dich haben und dann auch noch in nem Tarifunternehmen.
Wenn du dich nicht blöd anstellst bist du in 2 Jahren eh in einer
besseren Position.
Stell dich mit dem Chef gut, mach deine Arbeit gut und angaschiere dich.
Lass durchblicken das du Bock hast und sei einer von denen die nicht
früh am Tag mit der Arbeiten anfangen und früh nach Hause gehen,
sonderen einer von denen die später anfangen und länger bleiben (Chefs
sehen das gern)
Dann kannst du gut vor ran kommen. Hast ja jetzt ne gut Basis.
Hallo
was ich aus eigener Erfahrung und der von Freunden und Bekannten -
Stichprobe ca 5 - sagen kann:
Für einen Uni Abgänger sind ERA 8-10 im Nürnberger Raum bekannt, je nach
Firma und Sektor. Wobei 8 echt schon übel sind, die Firma nenne ich
jetzt besser nicht.
Üblicherweise startet man mit 25 Leistungspunkten und dann jedes Jahr
ein bisschen was drauf - wegnehmen hab ich noch nie erlebt.
Der Begriff Leistungspunkte wird eher so gelebt: Bist du gut, bekommst
du dazu, ansonsten: Nullrunde. Kann aber sein, dass das in anderen
Firmen anders gelebt wird.
Dazu kommt oft noch, dass man z.B. mit Era9 einsteigt, und nach 2-3
Jahren fast automatisch nach 10 kommt (Beispiel aus der Entwicklung
Automotive).
Versuche wegen der Eingruppierung mit einem jungen Kollegen unter vier
Augen herauszufinden, was bei dir so üblich ist.
Wenn dein Chef dich kennt und brauchen kann, dann wird er dir sicher
keinen Malus wegen Quereinstieg geben. Gute Leute, die man schon kennt
werden gern genommen. Es passiert gelegentlich, dass man sich bei der
Einstellung als Chef/Personaler bei einem Unbekannten verschätzt und
sich eine Null angelt. Das Risiko möchte man vermeiden.
Das bedeutet bei 40h Vertrag:
*3.806 (ERA9A)
*13.2 (12 Monate, + Urlaubs- und Weinachts-Geld, Achtung,
zeitgestaffelt)
*40/35 (40h-Vertrag)
*1.07 (Leistungszulage für Anfänger, wird bis zur ersten Einstufung oft
schon als freiwillige Zulage gezahlt welche dann in die Zulage
umgewandelt wird)
= 61k€/Jahr
andifin schrieb:> Dort habe ich die> Möglichkeit, nach meinem Masterabschluss übernommen zu werden.
Sei froh!
Ansonsten, kannste dich doch weiter bewerben in der "Metropolregion"
Nürnberg.
Dann kannste ja mit deinem Master fordern was du willst.
Bieten werden sie dir ERATabelle - 10 bis -30% in der Boomregion.
Also, geh zur Mutti Siemens und entwickle dich zur Konzerndrohne.
Und bete jeden Tag, das die im München am Wittelsbacher Platz ned wieder
einen Konzernumbau vorhaben.
Alles klar?
Leistungszulage in Baden Württemberg: zwischen 0 und 30%.
Im Firmenschnitt sollen 15% ausbezahlt werden.
So ist die Vorgabe der IGM. Oben lese ich viele komischen Zahlen, haben
die Firmen angefangen selbst das wegzukürzen?
tarif schrieb:> So ist die Vorgabe der IGM. Oben lese ich viele komischen Zahlen, haben> die Firmen angefangen selbst das wegzukürzen?
Hey!
IG-Metallmiglieder bekommen 30% LZ
Die Nichtmitglieder 0%
Ergebnis im Mittel 15%.
Alles klar?
Danke nochmal an alle für die teils sehr ausführlichen Antworten. Das
hilft mir schonmal sehr viel weiter, um mich orientieren zu können. Vor
allem ist es interessant zu wissen, dass es bei der Gehaltsverhandlung
schlussendlich weniger um konkrete Zahlen sondern nur um die Stufe und
eventuelle Zulage geht.
Dass ERA die Tätigkeit und nicht die Qualifikation beschreibt, wusste
ich, aber vielleicht kam das nicht ganz rüber.
andifin schrieb:> Danke nochmal an alle für die teils sehr ausführlichen Antworten. Das> hilft mir schonmal sehr viel weiter, um mich orientieren zu können. Vor> allem ist es interessant zu wissen, dass es bei der Gehaltsverhandlung> schlussendlich weniger um konkrete Zahlen sondern nur um die Stufe und> eventuelle Zulage geht.
Das ist nicht meine Erfahrung:
Du nennst dein gewünschtes Jahresbruttogehalt inklusive aller Zulagen.
Wenn die genannte Summe paßt, wird diese auf ein Monatsgehalt
umgerechnet.
Aber vorsicht: Während das Urlaubsgeld vom ersten Tag an in voller Höhe
fällig wird, ist dies beim Weihnachtsgeld gestaffelt nach der
Betriebszugehörigkeit: Erst nach 3 Jahren wird das Maximum von 55% eines
Monatsgehalts fällig.
Bezieht der AG sich bei der Umrechnung auf die 55% bekommst du dein
Wunschgehalt erst im 4. Jahr!
Wie der AG eingruppiert hat, sollte dich hinsichtlich deines
Wunschgehalts nicht interessieren. Ich bekomme zum Beispiel mehr, als
laut ERA für meine Gruppe überhaupt möglich wäre.
Noch ein paar Tips:
1. IG-Metall-Tarif ist grundsätzlich schon mal gut. In vielen
(kleineren) Firmen wird oft deutlich schlechter bezahlt (Ausnahmen
bestätigen die Regel).
2. Es kann sein, dass Du ein "Entwicklungsziel" bekommst, d.h. Du fängst
heute mit niedriger EG-Stufe an, bekommst aber die Zusage, innerhalb
einer definierten Zeit in eine höhere Ziel-Stufe aufzusteigen. Das ist
nicht selten und sollte Dich nicht irritieren.
3. Alteingesessene haben bei gleicher Tätigkeit oft erheblich höhere
EG-Stufen als Einsteiger. Dies ist eigentlich völlig am ERA-Gedanken
vorbei, da dort ja gerade die Tätigkeit ausschlaggebend sein soll. Das
liegt daran, daß man im IGM-Tarif jemanden kaum etwas wegnehmen kann,
was er einmal hat. Ich habe nur ein einziges mal erlebt, dass ein
Kollege eine geringfügige Kürzung der Leistungszulage bekommen hat, weil
ich ständig im Büro geschlafen hat.
4. Personaler wollen Geld sparen. Die versuchen Dich billig einzukaufen,
wobei billig im IGM-Tarif im Vergleich zu anderen immer noch gut ist.
Dann kommen schonmal seltsame Begründungen wie "das was Sie machen, sind
ja keine echten Entwicklungen" etc. Laß Dich davon nicht ärgern.
andifin schrieb:> Ich freue mich zwar ungemein, dort bleiben zu können, habe auf der> anderen Seite den Nachteil, dass ich bis zur unausweichlichen> Gehaltsverhandlung ziemlich sicher kein weiteres Bewerbungsgespräch mehr> an Land ziehen werde können. Dementsprechend unerfahren muss ich mich> dem Ganzen stellen.
Was spricht dagegen sich bei anderen Unternehmen zu bewerben? Auch wenn
du von deiner aktuellen Firma gerne übernommen werden willst, so kannst
du dich dennoch auf dem Markt umsehen.
Siehe es als Möglichkeit an deine Bewerbungsfähigkeiten zu verbessern.
Irgendwann wird sich das als hilfreich erweisen. Und etwaige
Vertragsangebote musst du ja nicht unterschreiben... ;)
(sei aber bitte so anständig und sage denen schnell ab, damit jemand
anders nicht hingehalten wird)
Bronco schrieb:> 3. Alteingesessene haben bei gleicher Tätigkeit oft erheblich höhere> EG-Stufen als Einsteiger. Dies ist eigentlich völlig am ERA-Gedanken> vorbei, da dort ja gerade die Tätigkeit ausschlaggebend sein soll. Das> liegt daran, daß man im IGM-Tarif jemanden kaum etwas wegnehmen kann,> was er einmal hat. Ich habe nur ein einziges mal erlebt, dass ein> Kollege eine geringfügige Kürzung der Leistungszulage bekommen hat, weil> ich ständig im Büro geschlafen hat.
warum wirft man so einen nicht einfach raus? was hat der überhaupt
gearbeitet wenn er nur gepennt hat? so wie ich die Leistungszulage kenne
ist die ja eigentlich der variable Gehaltsbestandteil, wo man einen
MItarbeiter anhand seiner im Jahr geleisteten Leistungen einstufen kann.
Nervensägen schrieb:> so wie ich die Leistungszulage kenne> ist die ja eigentlich der variable Gehaltsbestandteil, wo man einen> MItarbeiter anhand seiner im Jahr geleisteten Leistungen einstufen kann.
Falsch, bei tarifgebundenen Unternehmen hat die Leistungszulage in der
Praxis nur wenig mit Leistung zu tun.
1. Man bekommt nie weniger als man schon hat (von krassen Ausnahmen wie
dem Schläfer mal abgesehen).
2. Die Leistungszulage steigt mit den Jahren der Betriebszugehörigkeit,
könnte man also auch als eine Art Erfahrungs-/Alterszulage ansehen.
3. Wie schnell die Leistungszulage steigt, bestimmt der Nasenfaktor bzw.
wie gut du dich mit deinem Chef verstehst.
und warum schmeisst man solche Schläfer nicht raus? so würde man das
woanders machen und gut ist. Oder ist das schon die
Bedingungsfeindlichkeit von der hier viele sprechen, wenn man auf der
Arbeit tatsächlich arbeiten muss? woanders hätte so einer eine Abmahnung
am Hals, ggf. Gespräch mit dem Betriebsarzt (Verdacht auf Drogen oder
Alkoholmissbrauch wegen Müdigkeit) und im Wiederholungsfall die
Kündigung. Aber das würden die ganzen linken wohl als
"Bedingungsfeindlichkeit" bezeichnen.
Gonzo schrieb:> Nervensägen schrieb:>> und warum schmeisst man solche Schläfer nicht raus?>> Konzernbeamte wirft man nicht einfach so raus!
Naja, die werden sozialverträglich entsorgt!
Also entweder über einen Sozialplan einvernehmlich in die Altersrente
geschickt.
Oder aber bei Lieferanten oder dem ÖD via "out placement" entsorgt.
> Nervensägen schrieb:> und warum schmeisst man solche Schläfer nicht raus?
Bei vielen Konzernbeamten ist die Produktivität in etwa gleich hoch, ob
sie nun arbeiten oder schlafen nimmt sich nicht viel.
Ich muss es wissen, bin ja auch so einer.
Gonzo schrieb:> Falsch, bei tarifgebundenen Unternehmen hat die Leistungszulage in der> Praxis nur wenig mit Leistung zu tun.
Das ist richtig.
> 1. Man bekommt nie weniger als man schon hat
Das stimmt so nicht - wenn man in eine höhere Entgeltgruppe aufsteigt,
bleibt die Leistungszulage nicht automatisch gleich. Da wo ich arbeite,
fällt sie in dem Fall auf ihren Startwert (5%) zurück.
Nervensägen schrieb:> warum wirft man so einen nicht einfach raus? was hat der überhaupt> gearbeitet wenn er nur gepennt hat? so wie ich die Leistungszulage kenne> ist die ja eigentlich der variable Gehaltsbestandteil, wo man einen> MItarbeiter anhand seiner im Jahr geleisteten Leistungen einstufen kann.
Du kannst mir glauben, daß der Typ für ziemlichen Ärger gesorgt hat,
weil immer wieder die anderen seine Arbeit machen mußten. Ich selbst war
auch betroffen.
Es ist dann schon haarsträubend, wenn Dein Chef im Jahresgespräch
versucht, zu rechtfertigen, warum Du noch kein EG15 verdient hast,
während nebendrann einer mit EG16 schläft und Du seine Arbeit mitmachen
mußt.
Insgesamt muß ich sagen, daß das ganze absolut nichts mit Fairness oder
leistungsgerechter Bezahlung zu tun hatte.
Da kriegst Du zur ERA-Einführung einen Wisch wo sinngemäß drauf steht:
"Sehr geehrter Herr Ingenieur, Ihre Arbeit entspricht nur der eines
Technikers, daher bekommen Sie momentan mehr Gehalt als Sie wert sind.
Da war aber so nett sind, zahlen wir Ihnen die Differenz trotzdem,
allerdings wird Sie Ihnen auf zukünftige Erhöhungen angerechnet."
Und dann steht da noch so Zeug wie, daß Du zur Ausführung Deiner Aufgabe
"lediglich bekannte Lösungsmuster anwenden mußt". Stell Dir mal vor,
dass würde jemand in ein Arbeitszeugnis schreiben!
Und dann gehst Du zum Chef und der sagt:
"Sie haben das Pech, dass Sie zum Zeitpunkt der ERA-Einführung ein so
geringes Gehalt hatten. Bei der ERA-Einführung wurden Sie auf die
nächste EG-Stufe abgerundet und die ist nunmal eine Techniker-Stufe. Das
hat aber nichts mit Ihrer tatsächlich Leistung zu tun, die
selbstverständlich ganz superdupertoll ist."
Bronco schrieb:> Da kriegst Du zur ERA-Einführung einen Wisch wo sinngemäß drauf steht:> "Sehr geehrter Herr Ingenieur, Ihre Arbeit entspricht nur der eines> Technikers, daher bekommen Sie momentan mehr Gehalt als Sie wert sind.> Da war aber so nett sind, zahlen wir Ihnen die Differenz trotzdem,> allerdings wird Sie Ihnen auf zukünftige Erhöhungen angerechnet."> Und dann steht da noch so Zeug wie, daß Du zur Ausführung Deiner Aufgabe> "lediglich bekannte Lösungsmuster anwenden mußt". Stell Dir mal vor,> dass würde jemand in ein Arbeitszeugnis schreiben!
Was ist denn nun genau deine Aufgabe, dass man dich auf eine
Technikerstufe steckt? ERA richtet sich nunmal nach der Aufgabe, und der
Teil mit den "bekannten Lösungsmustern" entstammt ja genau des
Einordnungsbogens für ERA.
Da gibts auch viele Beispiele wie bestimmte Tätigkeiten eingordnet
werden und warum.
> Und dann gehst Du zum Chef und der sagt:> "Sie haben das Pech, dass Sie zum Zeitpunkt der ERA-Einführung ein so> geringes Gehalt hatten. Bei der ERA-Einführung wurden Sie auf die> nächste EG-Stufe abgerundet und die ist nunmal eine Techniker-Stufe. Das> hat aber nichts mit Ihrer tatsächlich Leistung zu tun, die> selbstverständlich ganz superdupertoll ist."
Hier jetzt soll das letzte Gehalt also die ERA Stufe bestimmt haben.
Oben noch die Aufgabe.
Cyblord ---- schrieb:> ERA richtet sich nunmal nach der Aufgabe,
Soweit die Theorie.
Die Praxis sah bei uns bei der ERA-Einführung so aus:
Aktuelles Gehalt nehmen und auf die nächst niedrigere EG-Stufe abrunden.
Dann die passende Stellenbeschreibung dazu nehmen (Software-Entwickler 1
oder 2 oder 3 oder 4 usw.).
Erklärt wurde das so:
Durch die ERA-Einführung dürfen die Gehaltskosten für das Unternehmen
nicht steigen. Also durften die Abteilungen niemanden hochstufen. Und
daher ergab sich Deine Stellenbeschreibung nicht aus Deiner
Aufgabe/Tätigkeit, sondern aus Deinen Gehalt zum Zeitpunkt der
ERA-Einführung.