Das folgende ist nur meine Meinung und basiert auf Erfahrungen aus der
Automotive-Welt. Ich bin Software-, keine Hardware-Entwickler, habe aber
genug Schaltpläne von Seriengeräten gesehen und verstehen müssen.
- Ferrite: Du verwechselst ESD mit EMV.
- Widerstände: Ich habe noch nie Seriengeräte gesehen, bei denen irgend
ein Port ohne Angstwiderstand herausgeführt wurde. Das ist die
allerbilligste Schutzmaßnahme und sichert Dich auch dagegen ab, den
Prozessor zu grillen, wenn mal durch Fehlprogrammierung zwei Ausgänge
gegeneinander arbeiten.
- Induktivitäten: Spule in Reihe ist viel teurer und größer als
Kondensator parallel zum Eingang
- Kondensator: Wenn Du ein RC-Glied vor den Eingang schaltest, hast Du
gleichzeitig einen kapazitiven Spannungsteiler zum Körpermodell.
Die Dimensionierung der Widerstände ist unkritisch, ich schlage vor, Du
verwendest die Daten aus dem Datenblatt und machst die Ausgänge damit
dauerhaft kurzschlussfest. Beispiel: 5V Logikpegel, 5mA Ausgangsstrom,
also mindestens 1k Widerstand. Ja, auch für einen Eingang, denn der kann
ja auch mal falsch konfiguriert werden. Du kannst aber auch andere Werte
nehmen. Rechne aber immer damit, die Bauteilwerte oder die Beschaltung
überarbeiten zu müssen.
Das gilt alles nur für eine Signaleingänge. Nicht für irgendwelche Pins,
die Protokolle wie SPI, I2C, CAN, etc. realisieren. Die Hersteller der
Bauteile haben aber immer Informationen darüber, wie man Pins schützen
muss.
Es gibt übrigens auch spezielle Bauteile, die mit Suppressordioden, etc.
auch sehr schnelle Signale (HDMI!) vor ESD schützen können. Aber die
sind teuer und für Deine Zwecke wahrscheinlich Overkill.
Selbst wenn die Bauteile angeblich ESD- geschützt sind, heißt das nur,
dass sie eine Standard-Entladung überstehen. Das heißt nicht, dass sie
das ohne Absturz oder Reset überstehen. Das heißt nicht, dass ESD nicht
die Lebensdauer des Bauteils verkürzt. Hängt also davon ab, was und für
wen Du da baust.
Hoffe, das hat geholfen.
Grüße,
Stefan