Hallo werte Forianer,
ich bin gerade dabei meine betagte Weller WTCP-S (die mit der
Temperaturregelung über den Magneteffekt - Klick - Klack - Klick), in
Rente zu schicken und mir was aktuelleres zuzulegen. Dachte an eine Ersa
I-Con 1.
Die Kolleschen raten mir allerdings rundweg ab, wegen angeblich eher
schlechten Erfahrungen die sie mit Ersa gemacht hätten. Das reicht von
übel starren Kabeln über heiss werdende Handteile bis hin zu schlechter
Wärmenachfuhr zu den Spitzen.
Da ich mit meiner Weller bisher eigentlich sehr zufrieden war (die
bleibt als Zweitgerät auch noch in Benutzung und hier stehen) wollte ich
mal fragen welches Wellergerät denn in etwa mit der i-con 1 vergleichbar
wäre?
Vielen Dank & Gruss.
Entweder ich hatte bis jetzt Glück oder deine Kollegen die falsche
Station gekauft (RDS 80?). Meine i-Con 2 hat die Probleme nicht.
Von der Weller WX1 möchte ich dir schonmal abraten. Die steht in der
Firma und nervt mich ;)
Das Bedienkonzept ist seltsam, der Netzschalter versteckt sich an der
Rückseite(!) und der Lötkolben geht auch mal in der Lötstelle auf
Standby-Temperatur runter. Um ihn wieder zu "wecken" muss man am
Touchscreen fummeln, dabei verstellt sich die Temperatur...
Nach 3-4 Monaten hatte die Station einen Elektronikschaden und musste
eingeschickt werden. Trotz neuer Station und Firmware verhält sich das
Ding seltsam.
Die Ersa bringt gefühlt mehr Leistung auf die Platine. Bin noch an
keiner Massefläche kleben geblieben.
Ein häufiger Kritikpunkt ist die Überwurfmutter für die Lötspitzen, ich
habe einfach für jede Spitze eine Mutter bestellt.
Inzwischen würde ich weder Ersa noch Weller kaufen. Das letzte halbe
Jahr stand eine Metcal an meinem Platz, absolut geniales Teil.
Wahrscheinlich würde ich mir eine JBC holen, bei der Metcal fehlte mir
doch manchmal die Temperatureinstellung.
dreibohnen schrieb:> Das reicht von> übel starren Kabeln über heiss werdende Handteile bis hin zu schlechter> Wärmenachfuhr zu den Spitzen.
Ich habe eine icon-1. Die oben genannten Punkte kann ich nicht
nachvollziehen, die Kollegen meinen wohl eine andere Station.
> Ein häufiger Kritikpunkt ist die Überwurfmutter für die Lötspitzen, ich> habe einfach für jede Spitze eine Mutter bestellt.
Habe ich genauso gemacht. Mich wundert nur, daß Ersa die Dinger nicht
gleich zu jeder Spitze beilegt.
dreibohnen schrieb:> mal fragen welches Wellergerät denn in etwa mit der i-con 1 vergleichbar
WSD81. Meiner Meinung nach ist die digitale Einstellung/Anzeige nicht
notwendig und wenn man auch den erweiterten Temperaturbereich nach unten
nicht braucht, ist die WS81 viel günstiger und genauso gut.
Bin auch im Team JBC. Habe noch nie mit so einer super Station gelötet.
Bei Chiemtronic privat bestellt (CD-2BC) und von Weidinger geliefert,
wenn ich mich richtig erinnere.
J. L. schrieb:>> Ein häufiger Kritikpunkt ist die Überwurfmutter für die Lötspitzen, ich>> habe einfach für jede Spitze eine Mutter bestellt.>> Habe ich genauso gemacht. Mich wundert nur, daß Ersa die Dinger nicht> gleich zu jeder Spitze beilegt.
habe auch eine i-con und bin bis auf die überwurfmutter sehr zufrieden.
aber wo geibts denn diese einzeln zu kaufen?
Was genau können die JBC denn deutlich besser als die I-Con? Ich sehe
nur dass sie schwer erhältlich sind (kaum Händler - Ersatzteilversorgung
in der Zukunft?), teurer und von den Preisen für Lötspitzen wollen wir
besser erst gar nicht sprechen...
sehr gut, vielen dank.
das ist es mir allemal wert, mich nicht mehr jedes mal über diesen murks
aufzuregen.
wie kann man nur... ach, egal.
nächtes mal wirds dann aber ne metcal PS-900 bzw. ein dann aktueller
nachfolger.
Hallo,
> Rene schrieb:> Was genau können die JBC denn deutlich besser als die I-Con?
Man muß es selber mal erleben.
Weil die Heizung in der Spitze selbst integriert ist ist und der
Temperaturführler auch direkt von in der Spitze drin ist, kann die
Regelung viel direkter reagieren.
http://www.chiemtronic.de/produkte/jbc-loetstationen-loettechnik/jbc-loetspitzen-c245-2245/
Die Spitze hat dafür eine geringere Wärmekapazität und heizt deshalb
viel schneller hoch (ca. 15s von kalt bis Einsatztemp.)
Der Spitzenwechsel in viel einfacher und deutlich schneller, kein
Vergleich zu dem Gefummel mit der Mutter. Man streift die Spitze an der
Halterung ab und steckt den Handriff auf die neue Spitze. Dazert kaum
mehr als 2...3s
> Ich sehe nur dass sie schwer erhältlich sind> (kaum Händler - Ersatzteilversorgung> in der Zukunft?),
Es gibt mehrere Händer und Ersatzteile sind auch kein Problem.
Selbst für eine uralte Rework-Station (über 10 Jahre im Betrieb) gibt es
noch Ersatz-Steuerelektroniken.
> teurer
Nein, eigentlich eher billig im Vergleich zu Weller.
Ersa kann da leider Qualitativ gar nicht mithalten
Es gibt keine Station mit vergleichbarer Qualität wie diese, für den
Preis. Da sind sogar noch 2 Spitzen mit bei.
http://www.weidinger.eu/shop/loettechnik/jbc/jbc_loet-_und_entloetgeraete/jbc_compact_line/wl26830
Dass die keinen elektronischen Schnickschnack hat, ist eher ein Vorteil.
> und von den Preisen für Lötspitzen wollen wir> besser erst gar nicht sprechen...
Ich habe jetzt nach über 5 Jahren mal eine neue Lötspitze benötigt.
Bei pfleglicher Behandlung halten die fast ewig.
Gruß Öletronika
U. M. schrieb:> Ersa kann da leider Qualitativ gar nicht mithalten
Mmmm... Anfangs des Threads wurde Ersa noch gelobt, inzwischen hat sich
die Qualität offenbar massiv verschlechtert oder wie soll man solche
Statements verstehen?
> Ich habe jetzt nach über 5 Jahren mal eine neue Lötspitze benötigt.
Vielleicht solltest du öfters löten.
Rainer
Rainer E. schrieb:> Mmmm... Anfangs des Threads wurde Ersa noch gelobt, inzwischen hat sich> die Qualität offenbar massiv verschlechtert oder wie soll man solche> Statements verstehen?
Dann sollte ich vielleicht mal wieder Ersa loben ;)
Vermutlich hat sich Ersa mit der RDS 80 gründlich den Ruf versaut. Weil
viele Bastler gerne billiges Zeug kaufen ist Ersa = RDS 80.
Das olle Ding ist baugleich mit der LS 80 von ELV, da muss man nichts
weiter zu schreiben... Im direkten Vergleich mit den (scheinbar
heiligen) Weller Magnastat Schlafmützen geht die RDS 80 trotzdem besser
ab.
Irgendwann hat Ersa auch noch die Lötspitzen (gewinn)optimiert, d.h. aus
zwei Teilen zusammengepresst. Das bleibt natürlich nicht lange zusammen
und Energie lässt sich so auch nicht übertragen.
Es gibt allerdings auch eine andere Baureihe Spitzen, die sind massiv
und sogar etwas kürzer. Dafür muss man sich einfach mal Zeit nehmen und
informieren/suchen.
Die i-Con Stationen sind da deutlich besser. Meine i-Con 2 habe ich seit
ca. 4 Jahren und nutze sie regelmäßig. Einige Spitzen muss ich bald mal
tauschen, die habe ich wirklich gequält (Messing & Alu mit gelötet, auf
alten Pads rumgekratzt, Plastik geschweißt, sehr heiß gestellt usw.)
Die "normal" benutzten Spitzen (bleifrei und bleihaltig) sind noch in
Ordnung. Der kleine Lötkolben ist absolut genial, das Handstück an der
Metcal ist dagegen viel zu lang.
Natürlich gibt es bessere Lötstationen. Ersa ist aber bestimmt nicht
schlechter als Weller.
Rene schrieb:> Was genau können die JBC denn deutlich besser als die I-Con?
2 Sachen: Löten an großen Flächen geht viel schneller. Die i-con ist
vergleichsweise Träge, eine WS81 unzumutbar langsam.
Spitzenwechsel: Geht im Betrieb, man muß nichteinmal den Kolben abkühlen
lassen. Da die Heizung integriert ist passiert dort auch nichts.
Uns hat der Distri 3 Stationen hingestellt: JBC, die i-con und irgend ne
teure Weller. Die JBC war so gut daß ich sie mir privat gekauft hab.
Leider wollte mein Chef die i-con, warum auch immer. So darf ich mich
mit dem Teil auf Arbeit rumärgern.
> Es gibt allerdings auch eine andere Baureihe Spitzen, die sind massiv> und sogar etwas kürzer. Dafür muss man sich einfach mal Zeit nehmen und> informieren/suchen.
Nicht so geheimnisvoll... Wo gibts die? Mir gehen diese
Ersa-Drecks-Lötspitzen mit der Sollbruchstelle langsam auf den Geist.
Die JBC Fraktion hier scheint ja recht stark vertreten. Mal ne Frage,
welche Temperatur habt ihr bei den Dingern denn eingestellt wenn ihr mit
bleihaltigem Lot (60/40) "normale" THT Bauteile verlötet? Man liest
öfters mit den JBC Stationen könnte man bei niedrigeren Temperaturen
löten aber wie niedrig ist "niedrigerer"? Nennt mal ein paar Zahlen aus
der täglichen Lötpraxis.
Danke.
> 2 Sachen: Löten an großen Flächen geht viel schneller. Die i-con ist> vergleichsweise Träge, eine WS81 unzumutbar langsam.
Oh Gott! Wenn ich so einen Scheiss lese. Es ist vollkommen egal wie
schnell eine WS81 beim einschalten ist. Die schalte ich morgens ein und
zu Feierabend wieder (meistens) aus.
Ich hab mit dem Dingen bisher noch alles geloetet was ich wollte. Vom
DPAK bis zum 0.5er DFN. (letzteres natuerlich Pin fuer Pin .-) )
Schoen an der WS81 sind die relativ preiswerten Spitzen. Und ja, wenn
man 0.4mm Spitzen verwendet dann muss man die gelegentlich neu kaufen.
Alleine schon wenn man beim wegstecken des Loetkolben mal gegen den
Staender stoesst.
Oh..uns so langsam ist eine WS81 auch nicht. Kauft euch mal den
Billighobel ZD99 von Reichelt. Die braucht eine gefuehlte halbe Stunde
und damit loeten hier auch ein paar beduerftige Schueler. :-)
Olaf