Hallo,
ich wollte mir ein einfaches gebrauchtes zweikanaliges Oszilloskop mit
mindestens 20Mhz zulegen aber wo kriegt man auch welche, die sich in
einem guten Zustand befinden? Bei ebay habe ich ja ehrlich gesagt ein
wenig "Angst", das ich da betuppt werde oder das dann nachher doch nicht
alles so funktioniert, wie beschrieben.
Ich kenne mich mit Oszilloskopen wohl grundlegend aus aber wie könnte
ich bei ebay dann auch wirklich sicher gehen, das dann auch wirklich
alles funktioniert, selbst wenn ich mir das Teil dann abhole. Experte
bin ich wie egsagt nämlich nicht.
So um die 100 Euro würde ich schon blechen aber maximal so um die 150!
aber das wäre die ABSOLUTE Schmerzgrenze. Ich höre ja viel gutes von
Hameg. Gibt es da noch andere gute empfehlenswerte Marken?
Ich habe ein HAMEG 203-5, gekauft neu ca. 1980 um 12.000 öS
2 Kanal, 20 MHz
Und es funktioniert immer noch...
Auch wenn ich es nicht brauche, schalte ich zumindest einmal
im Monat ein, der Elkos Willen, sicherheitshalber...
Mani W. schrieb:> Ich habe ein HAMEG 203-5, gekauft neu ca. 1980 um 12.000 öS> 2 Kanal, 20 MHz
Hier ist es der HM203-6, gekauft im schönen Jahr 1985 in der Berliner
'Plastronic' Apotheke gegen die Zahlung von 1700 DM. Läuft wie neu, muss
nur alle paar Jahre eine Grundreinigung der Schalter über sich ergehen
lassen - die alte Schwachstelle.
Die Dinger sind sehr zuverlässig und du bekommst immer noch alle
Serviceunterlagen beim Hersteller.
Die einzigen Teile, die eine Reparatur unmöglich machen würden, sind der
Netztrafo und die Röhre. Die sollten also beim Kauf funktionieren.
Der Verkäufer dieser Auktion:
http://www.ebay.de/itm/181761985234
hatte mir gesagt, dass er auf 300€ runter gehen würde, wenn ich diesen
Preis vorschlage. Die Antwort kam aber leider, als ich mich schon für
ein anderes Gerät entschieden hatte.
Liegt zwar über deinen Budget, ist aber dafür mobil und qualitätiv auf
einem Nivea, das Dir noch lange Freude bereiten wird.
VG
Martin
http://www.ebay.de/itm/Hameg-Oscilloscope-HM-203-2-Kanal-Oszillskop-sehr-guter-Zustand-/151700166930?pt=LH_DefaultDomain_77&hash=item235208d912
Das Hameg 203-2 war mein erstes Oszi.
Als Einsteigergerät nicht schlecht.
Crush schrieb:> aber wo kriegt man auch welche, die sich in> einem guten Zustand befinden?
Ja, das ist die Frage wenn man nach Analog Oszis aus dem frühen
Mittelalter schaut.
Das baut doch heute kein Mensch mehr in der Preisklasse also ist das
alles recht alter Kram den man liebhaben muß damit der weiter
funktioniert.
Crush schrieb:> Gibt es da noch andere gute empfehlenswerte Marken?
Tektronix, Lecroy, aber die willst Du nicht bezahlen.
Rigol ist nicht garnicht mal schlecht. Gibt viele Infos im Forum dazu.
Wenn es sehr klein und Mobil sein soll und Du auf exotische Trigger-Modi
verzichten kannst ist das DSO203 (bzw. DSO Quad) einen Blick wert.
Ich benutze das als Zweitoszi und bin zufrieden damit.
http://www.seeedstudio.com/wiki/DSO_Quad
Philips FLUKE PM97 ist nicht schlecht, habe selbst damit gearbeitet,
aber es ist alt und Monochrom und nur weil Fluke draufsteht 300 Steine
zu bezahlen ist es nicht wert.
Mhm, dann scheint Hameg ja wohl doch eine gute Wahl zu sein.? Mehr als
150 Euro würde ich aber wie schon gesagt nicht bezahlen. 300 Euro schon
auf gar keinen Fall.
Ich habe jetzt einen Verkäufer in der Nähe gefunden, der ein Hameg 203-4
für ungefähr 50 Euro verkauft, wäre das denn preislich okay? Das
Oszilloskop hat aber auch nur eine Bandbreite von 20Mhz, reicht das oder
sollte man da lieber nach einer höheren Bandbreite ausschau halten?
Ich habe auch noch ein Hameg HM 1004- 3 in der nähe, zum Verkauf stehend
gefunden. Das ist wohl ein etwas neueres Modell? Das hat eine bis zu
100MHz Bandbreite. Das würde aber ein wenig mehr kosten, nämlich so um
die 100+ Euro.
Was bedeutet eigentlich immer diese Zahl hinter dem Strich? Dabei
handelt es sich ja anscheinend nicht um die Zahl der Channels oder ist
das einfach nur dasselbe Modell mit ein paar Verbesserungen?
Crush schrieb:> Das> Oszilloskop hat aber auch nur eine Bandbreite von 20Mhz, reicht das oder> sollte man da lieber nach einer höheren Bandbreite ausschau halten?
Das hängt davon ab, was Du damit machen willst. Wenn ich mir einen 10
GBit-Link anschauen will, reichen mir die 4 GHz Bandbreite auf meinem
Dienstscope nicht aus.
20 MHz Bandbreite bedeuted ca. 2 MHz Rechteck kann man damit anschauen.
Wenn Du noch keine Erfahrung mit Scopes hast, dann hol Dir das Hameg,
wenn es funktioniert. Upgraden (auf ein anderes Gerät) kannst Du dann
später immer noch, wenn Du weißt was Du brauchst.
Jens
Crush schrieb:> Das Oszilloskop hat aber auch nur eine Bandbreite von 20Mhz, reicht das> oder sollte man da lieber nach einer höheren Bandbreite ausschau halten?
Die richtige Frage muss lauten: "reicht das für ..."
Es kommt drauf an, was du mit dem Oszi vor hast.
Crush schrieb:> der ein Hameg 203-4> für ungefähr 50 Euro verkauft, wäre das denn preislich okay?
Das klingt doch recht zivil. Das Ding ist zwar mindestens 30 Jahre alt,
lass es dir also vorführen - ansonsten kannst du damit nichts falsch
machen.
So ein altes Qualitätsoszi wird oft unterschätzt, weil es nicht
vollgestopft ist mit Funktionen. Deswegen aber ist es auch leicht zu
bedienen, jeder Knopf hat nur eine Funktion und du musst dich nicht
durch irgendwelche Menüs hangeln.
Komponententester ist klasse, an den gewöhnt man sich schnell und der
hilft ungemein bei Bauteilediagnose. Mein 203-6 jedenfalls arbeitet fast
die Hälfte der Zeit im Kompotester Modus.
> Ich habe auch noch ein Hameg HM 1004- 3 in der nähe, zum Verkauf stehend> gefunden. Das ist wohl ein etwas neueres Modell?
Ein Speicheroszi der ersten (oder zweiten?) Generation. Hat, wimre, ein
paar Macken, aber deutlich mehr Bandbreite. Hunni ist aber schon etwas
viel, mMn.
> Was bedeutet eigentlich immer diese Zahl hinter dem Strich? Dabei> handelt es sich ja anscheinend nicht um die Zahl der Channels oder ist> das einfach nur dasselbe Modell mit ein paar Verbesserungen?
Ja, das ist sowas wie 'Mark 2' oder eine Angabe der Gerätegeneration.
Wofür ich das Oszilloskop brauche? Erst einmal halt für das gewöhnliche:
Vestärker, Schaltnetzteile, Verhalten von Schaltungen beobachten
(Hochpass, Tiefpass etc.), PWM, Sensoren und und ...
Würde das 20MHz denn dann reichen? Ich habe den Verkäufer ja schon
gefragt und er hat mir gesagt, das es im sehr guten Zustand ist und das
er mir selbstverständlich auch ebend alles vorführen würde.
Wie auch schon erwähnt, wäre das dann mein erstes eigens Oszilloskop,
weil ich sonst bis jetzt auch nur 1x eins bedient habe.
Wenn du den HM1004 für 100 € bekommen kannst dann greife zu.
Der Preis ist für den OK.
Der HM1004 ist übrigens ein rein analoges Oszillograf.
Wenn dir die 100 Euro weh tun dann kaufe den HM203 für 50 Euro.
Das ist auch OK.
Die Hameg Oszillografen und gerade die älteren einfachen Oszillografen,
wie der HM203 sind für einen Einsteiger problemlos zu bedienen, da keine
versteckten Menüs vorhanden sind.
Ralph Berres
Würden denn die Oszilloskope wohl für die oben genannten Zwecke reichen,
vor alelm bei dem 20Mhz Modell? Das 1004 kann ich übrigens leider doch
nicht kriegen, denke ich zumindest.
Der Verkäufer will doch mehr haben und zwar sehr viel mehr. Er will so
um die 150 Euro haben und das ist ja schon meine oberste Grenze. Wäre
das Gerät überhaupt 150 Euro Wert?
Ich habe auch noch ein 604 von Hameg mit 60Hz in der Nähe für um die 120
Euro gefunden und den Verkäufer auch schon gefragt. Wären da die 120
preislich okay?
Crush schrieb:> 604 von Hameg mit 60Hz
Die 60 MHz sind ausreichend für Dich. Und der Preis, soweit das Gerät
funktioniert und keinen Einbrandschaden auf der Bildröhre hat, Ok.
Wenn Du das Gerät kaufen willst, dann nehme jemand Deines Vertrauens
mit,
der sich mit Oszis auskennt und das Gerät bei dem Verkäufer prüfen kann.
Crush schrieb:> Würden denn die Oszilloskope wohl für die oben genannten Zwecke reichen,> vor alelm bei dem 20Mhz Modell?
Es hat schon einen Grund, warum die 20MHz Oszis, wie z.B. der HM203 bei
vielen Leuten stehen und benutzt werden. Es ist äusserst selten, das man
im Hobby- oder Servicebereich höhere Bandbreite wirklich braucht, es sei
denn, man arbeitet in der FPGA- oder Funkbranche, wobei erstere
vermutlich mit einem LA besser fahren und letztere sich mehr über einen
Spektrumanalyzer freuen.
Bei einem weitgefächerten Bastelspektrum wird ein 20MHz Oszi mMn in 98%
aller Fälle reichen. Der nächste wirklich sinnvolle Bereich wäre dann
bei über 500MHz zur direkten Messung an Sendern usw. - aber wer ausser
Ralph Berres macht das schon so oft? :-P
Crush schrieb:> Der Verkäufer will doch mehr haben und zwar sehr viel mehr. Er will so> um die 150 Euro haben und das ist ja schon meine oberste Grenze. Wäre> das Gerät überhaupt 150 Euro Wert?
Auch dieser Preis wäre m.E. noch vertretbar.
Crush schrieb:> Ich habe auch noch ein 604 von Hameg mit 60Hz in der Nähe für um die 120> Euro gefunden und den Verkäufer auch schon gefragt. Wären da die 120> preislich okay?
Auch das wäre noch vertretbar.
Diese Oszillografen wie die HM60X únd HM100X haben den Charme das die
Bildröhre eine höhere Beschleunigungspannung von 12-14KV haben,
gegenüber den 2KV bei den HM20X, und somit ein helleres und schärferes
Bild.
Man braucht die Helligkeit nicht soweit aufzudrehen.
Schon alleine das wäre mir den Aufpreis wert.
Aber ob die das soviel wert ist, must du selbst entscheiden.
Ralph Berres
Matthias S. schrieb:> Es hat schon einen Grund, warum die 20MHz Oszis, wie z.B. der HM203 bei> vielen Leuten stehen und benutzt werden. Es ist äusserst selten, das man> im Hobby- oder Servicebereich höhere Bandbreite wirklich braucht
Ich würde spontan eher vermuten, dass Hameg ein 20... 30 MHz Oszi sehr
viel günstiger bauen konnte als schnellere Oszis, daher die Preise
niedriger waren und sie sich entsprechend besser verkauft haben.
Außerdem dürfte ein großer Teil der ganzen Oszis aus den klassischen
Radio-TV-Reperaturwerkstätten stammen - es hat ja wohl nicht ohne Grund
fast jedes Hameg TV-Trigger...
Matthias S. schrieb:> Der nächste wirklich sinnvolle Bereich wäre dann> bei über 500MHz zur direkten Messung an Sendern usw. - aber wer ausser> Ralph Berres macht das schon so oft? :-P
Naja bei mir hört es aber zur Zeit auch bei 150MHz ( HP54602 ) auf.
Aber für 2m reicht es noch.
Was schneller ist, versuche ich mit dem Spektrumanalyzer zu erfassen.
Einen guten gebrauchten 1GHZ oder noch besser 2GHZ Analogbandbreite
Scope der bezahlbar ist, ist mir leider noch nicht über den Weg
gelaufen.
Da suche ich immer noch. Allerdings keine Kühlschrank große Kisten aus
den 60ger Jahren.
Ralph Berres
Moin,
Obwohl ich hier seit 30 Jahren mit einem Hameg HM-103 nach dessen
Moeglichkeiten voellig zufrieden bin (und auch begeisterter
Componenten-Tester Verwender), wuerd' ich mir doch keines dieser
Altersklasse fuer >50 EUR zulegen. Zumindest nicht als erstes und
Haupt-Messgeraet.
So gut und unzerstoerbar die auch sind; sie altern halt auch. Und bei
aller Begeisterung fuer gute, alte, langlebige Analogtechnik - wenn ich
150 Ocken fuer so ne olle Kiste ausgegeben hab', und 'ne Woche spaeter
geht nix mehr, dann ist auch erstmal wurscht, dass das vielleicht garnix
ernsthaftes ist - aber ich hab' dann erstmal einen Haufen Geld fuer
einen Haufen Schrott rausgeschmissen und kann nix damit messen.
100-150 EUR ist ihmo einfach eine schlechte Basis fuer ein Scope.
Entweder deutlich drunter, dann kann man nix falsch machen und wenns nix
taugt, kann man's eher als Lehrgeld verbuchen oder eben eher in der 300
EUR Klasse, da dann schon irgendeinen neuen Digitalkram incl.
Herstellergarantie. Bei dem natuerlich klar ist, dass der keine 30+
Jahre halten wird, so wie ein Hameg aus den 80ern.
Dafuer aber doch z.B. eine verlaessliche, genaue Zeitbasis hat, ganz
andere Triggermoeglichkeiten, Abspeichern von Bildern ohne Kamera,etc.
bla.
Die Frage ist ja auch immer: Warum verkauft denn jemand sein 30 Jahre
altes Hameg? Ich kaeme bei meinem niemals auf diese Idee, selbst wenn
ich 10 Tektronixe, LeCroys, Rigols, Fluke und hastenichgesehen rumstehen
haette...
Gruss
WK
derguteweka schrieb:> oder eben eher in der 300> EUR Klasse, da dann schon irgendeinen neuen Digitalkram incl.> Herstellergarantie.
Naja für einen Anfänger ist es oft nicht leicht die Anzeigeergebnisse
eines Low-Kost Digital-Scopes richtig zu interpretieren.
Oft ist die angezeigte Kurve dieser Preisklasse von der Realität weit
entfernt.
Sei es durch Aliasingprodukte , sei es das bei den geringen
Bildschirmauflösungen der Billigscopes ein Sinus einfach gruselig
aussieht, sei es das die Haptik einfach gewöhnungsbedürftig ist.
sei es weil die Bedienung grottentief langsam ist, sei es weil man sich
in hunderte von Menüs verläuft, dessen Funktionen sich ein Anfänger
nicht erschließt.
Nicht umsonst werden immer noch Digitale Scopes von renomierten Firmen
verkauft, die bei angeblich gleichen Leistungsniveaus das vielfache von
den Billigheimern kosten.
Daraus müsste man jetzt schließen, das all diese Firmen , die in den
höheren Preissegmenten einsteigen blöde sind, da sie die selben
Leistungen aus China weit billiger bekommen.
Ich bleibe deswegen bei der Aussage, das für einen Anfänger ein
bewährtes preiswertes gebrauchtes Analogscope zunächst mal die bessere
Wahl ist.
Später werden die Ansprüche wachsen und spezifizierter werden.
Bis dahin hat er gelernt die Anzeige richtig zu interpretieren, und er
wird dann auch ohne unsere Beratung das für ihn richtige Scope finden.
Ralph Berres
Moin,
Klaro, auf einem alten Gaul lernt man das Reiten, das bestreit' ich
nicht. Nur: Wenn die Preisgestaltung des alten Gauls so ist, dass man
dafuer auch schon ein halbes, junges Billigrennpferd kriegen kann - und
es eben durchaus passieren kann, dass der alte Gaul nach einer Woche nur
noch fuer 'ne Salami taugt, und eben nicht mehr zum reiten lernen...
Dann sollt' man das auch mal ansprechen.
Gruss
WK
Wenn man nicht viel Geld anlegen will, dann muss man schon das Risiko
eingehen, dass an der gekauften Sache ein Haken ist. Im schlimmsten
Fall achtet man eben drauf, dass eine Garantie oder Gewährleistung
mit angeboten wird oder man wählt nur solche Angebote aus, wo man
wenigstens durch beschaffbare Dokumentation eine matte Chance hat,
einen Defekt selbst zu reparieren. Ist man damit überfordert gibt
es da draußen Leute, die Kenntnisse und Erfahrung haben, die auf
dem gleichen Weg solche Geräte aufkaufen, reparieren und wieder
anbieten. Ein Vermögen zu verlieren, ist da nicht zu erwarten.
Ah, der rberres-FUD zu Chinascopes.
- Aliasing haben alle DSOs (deswegen stellt man die Zeitbasis genau
umgekehrt rum ein wie bei einem Analogoszi, nämlich von den schnellen
s/div zu den langsamen)
- 800x480 ist heutzutage auch bei den billigsten Henkelmänner Standard
(womit die Bildschirmauflösung ein gutes Stück über allen 90er Jahre
Scopes liegt. Die oft empfohlenen HP 546xx haben etwa 500x250 Pixel)
- Klar ist die Haptik nicht die beste. Das ist zu erwarten und vorher
bekannt bzw. merkt man es beim Ausprobieren, sprich, das ist Teil des
Preiskompromisses
- Ebenso sollte eigentlich klar sein, dass ein günstiges DSO bei
komplizierteren Sachen langsam wird, etwa FFT oder tiefem Speicher. Auch
dürfte jedem klar sein, dass die günstigen DSOs nicht die gleichen
Analysefähigkeiten wie hochwertige Windows-Oszis haben (um mal die
Extreme zu bennen).
Es gibt ganz andere, reale Kritikpunkte an bestimmten DSOs. So ist
z.B. Averaging bei Hantek/Tekway 5000B sehr langsam, die Anzeige hat bei
der Triggerverzögerung manchmal Bugs, kein Intensity Grading, ungefähr 5
waveforms/s bei 1 Mpts Speichertiefe, ...
Im Gegenzug kriegt man für wenige hundert Euro ein DSO mit dreistelliger
single-shot Bandbreite und Farbbildschirm. (Ersteres bedeutet insb. dass
es keine ETS-Artefakte gibt wie bei den meisten der 90er Jahre Scopes,
die treten nämlich auch bei zu schnellen s/div auf und sind generell
schwieriger zu erkennen als Aliasing bei einem Echtzeitscope. Von
wiederholbaren Wellenformen reden wir da noch gar nicht ... so ein Scope
kann man IMHO keinem Anfänger empfehlen. Mit denen hat man wirklich
verwirrende Anzeigen.)
Das heißt natürlich nicht, dass so eins immer die richtige Wahl ist. Wie
gesagt. Preis. Leistung. Kompromisse.
Marian B. schrieb:> - Aliasing haben alle DSOs (deswegen stellt man die Zeitbasis genau> umgekehrt rum ein wie bei einem Analogoszi, nämlich von den schnellen> s/div zu den langsamen)
Nein. Antialiasing hat man schon in den 90ern durch durch Dithern des
Sample-Taktes hinbekommen: http://www.google.com.ar/patents/US5115189
Bei RIGOL gibt's so nen Schalter Antialiasing, aber keine Ahnung was der
macht.
Gänzlich verhindern ist ohne analoge Filter praktisch nicht machbar,
wobei Dithering schon sehr viel bringt, das stimmt.
Die umgedrehte Bedienung (die so übrigens in Oszi-'Kursen' gelehrt wird)
verhindert es dagegen immer.
Meistens aber eh kein Thema, weil man ungefähr weiß, was man sich
anschauen will...
Ich gehöre noch zur "Generation Hameg" und habe lange Jahre damit
gearbeitet. Seit 15 Jahren benutze ich DSOs und habe meinen Hameg312
schon vor vielen Jahren verschenkt. In meinem Bastelkeller steht zwar
ein analoges Iwatsu-Oszilloskop mit Delay-Time-Trigger, das ich aber nur
in Notfällen benutze. Es macht einfach keinen Spass mehr damit,
stattdessen bringe ich das Tek-DSO von der Arbeit mit nach Hause. Es
fehlt einfach an Bedienungskomfort, nämlich
-Einblendung der Zeit- und Amplitufeneinstellungen
-Messung der Frequenz
-Messung der Effektiv-, Scheitel- und Mittelwerte
-Messung von Anstiegszeiten
-Messung von Einschaltdauern, Verzögerungen, Tastverhältnissen
-Mittelwertbildung für entrauschte Darstellung
-Bildschirm abspeichern als Datei für Dokumentation
u.v.m.
Die Messfunktionen ersetzen einen ganzen Messgerätepark der
herkömmlichen Art!
Dies ist heute Standard auch in der preiswerten Klasse aka Rigol oder GW
Instek.
Mhm, leider ist das 1004 nicht mehr erhältlich und auch das 604 leider
auch nicht mehr. Das 203 ist aber noch verfügbar.
Die 20MHz sollten ja für den Anfang reichen (oder?) oder sollte ich dann
doch lieber versuchen, ein 40, 60 oder sogar 100MHz Oszilloskop von
Hameg zu ergattern?
Ich habe auch mal in den letzten paar Tagen ein paar Auktionen bei ebay
beobachtet und da gehen die Geräte mit echt hohen Preises weg. Selbst
die 2xx, 3xx gehen teilweise mit knapp 100 Euro weg und die anderen
Teilweise bei weit über 100 Euro, fast sogar 200 Euro.
Sollte ich denn da lieber versuchen, wenn ich denn schon keins mit 4ßHz+
kriegen sollte, ein 204 oder 205 Modell zu kriegen? Das sind ja die
"etwas neueren" Modelle oder? Die 3xx Modelle scheinen ja älter zu sein.
Ich bin auch wohl bereit das Risiko eines Versands oder eines kaputten
Geräts einzugehen aber ich habe ja auch die Möglichkeit, bei dem einem
Händler mit 203-4 Modell vorbeizuschauen und es dann zu kaufen.
Ich würde aber sowieso nur bei Händlern mit wenigstens ein paar
Bewertungen kaufen und dabei auch möglichst gut bewertet natürlich. Ich
kaufe nicht bei Verkäufern, die null Bewertungen haben oder ein paar und
dann viele schlechte. Sowas wäre mir dann doch ein wenig zu
"gefährlich".
Ich hätte noch ein Grundig MO22 rumliegen, es ist vollfunktionsfähig,
die Röhre hat noch eine sehr gute Helligkeit, ein Manko hätte es
allerdings, es fehlen die Drehregler für Focus und Intens (lassen sich
trotzdem noch mit Schlitzschraubendreher bedienen)
So ein paar Eckdaten:
2 Kanäle
20MHz Bandbreite
Intens. Mod. Option verbaut
2 Zeitbasen
1. Zeitbasis hat auch eine Automatik welche den richtigen Ablenkfaktor
einstellt und über LEDs anzeigt.
Oszi hat einen externen Triggereingang
Kann Signaleauch invertiert darstellen, man kann auswählen auf welche
Flanke es triggern soll etc..
Wer Interesse hat kann mir ein vernünftiges Angebot zusenden ansonsten
landet es wohl demnächst aufgrund von Platzmangel in der Bucht.
Falls dein Händler um die Ecke den HM203 für 50 Euro noch hat, würde ich
es jetzt kaufen.
Du siehst ja selbst wie hoch diese Geräte noch gehandelt werden.
1. es ist schon schwierig für 50 Euro überhaupt ein brauchbares Oszi zu
bekommen.
2. Es ist ein Händler um die Ecke.
Das heißt du kannst dir vor Kauf wenigstens das Gerät ansehen, ob es
funktioniert, und ob es Macken hat.
Schaue dabei auf folgende Kriterien.
1. Ist der Strahl noch hell.
2. Haben die 3 Stufenschalter ( Eingangsempfindlichkeit Kanal1 Kanal2
Zeitbasis ) Wackelkontakt? setzen sie womöglich aus?
Dann lieber Finger weg. Das kann man in vielen Fällen zwar noch mal
reparieren, jedoch nicht immer.
3. Die Kleinen Knöpfe auf den Stufenschalter, lassen sich die
einwandfrei drehen? Ist die Kalibrier-Raststellung spürbar?
Wenn sie durchdrehen ist die Plastikkupplung intern gerissen. Diese kann
man aber ersetzen. Das Ersatzteil ist bei Hameg für wenig Geld immer
noch verfügbar.
Ansonsten mal überprüfen ob die Zeiten der Zeitbasis und die
eingestellte Empfindlichkeit an den Eingangskanälen stimmt. Das kann man
mit dem 1KHz Rechtecksignal vorne an der Frontplatte prüfen.
Dabei kann man gleichzeitig sehen, ob das Signal noch einwandfrei
rechteckig ist. Das heist mit geraden Dächern ohne Überschwingen oder
Hänger am Ende des Daches.
Ratsam wäre es , wenn du jemanden mitbringst, der Erfahrung mit
Oszillografen hat, und für dich vor Ort prüft.
Für 50 Euro wird der Händler vermutlich kaum dir das Gerät zur Probe
mitgeben.
Ralph Berres