Knobi schrieb:
> Je nach dem wie groß ich das "Boundary" mache bekomme ich aber
> unterschiedliche (Unterschiede > 50%) Ergebenisse.
Das sollte eigentlich nicht sein, solange du den vorgechlagenen Wert
nicht verkleinerst.
> Ich dachte je größer das "Boundary" mache, desto weniger Einfluss hat es
> auf mein Ergebnis.
Im Prinzip ja, erfordert aber einen höheren Rechenaufwand, da auch das
mesh angepasst werden muß.
> Oder gibt es einen Richtwert wie groß dieses gehört?
Das hängt zu sehr vom Problem selber ab z.B. geschlossener,
weichmagnetischer Kern vs. Permanentmagnet im Raum.
Aus dem IEEE-Artikel von David Meeker [1] lässt sich ableiten, dass der
Radius R in erster Näherung keinen großen Einfluß auf die Genauigkeit
der Lösung hat, da die Permeabilität der einzelnen Sphären im Verhältnis
µ1/µ0 ~ R/d gewählt wird. Siehe Gleichung (11) für 2D- bzw. (16) für
rotationssymmetrische Probleme.
Die im Abschnitt "IV. HIGHER ORDER 2D BOUNDARY CONDITIONS" genannten
Gründe für die Einführung mehrerer Boundaries (Objekt nicht zentriert,
kein Dipol) sind für dein Problem auch nicht besonders relevant.
Eine Möglichkeit wäre, dass durch den manuellen Eingriff die
Verhältnisse µ0/µn bzw R/d nicht mehr stimmen - das wäre dann aber ein
Programmfehler.
Du müsstest dafür also die Gleichungen bis zur 7. Ordnung (Default)
lösen und mit den aktuellen Werten µn Vergleichen (z.B. wie in TABLE II
bis zu 3. Ordnung). Als ersten Schritt würde ich aber versuchen
herauszufinden, ob und welchen Einfluß die "mesh size" hat - also in den
"block properties" verschiedene Werte einstellen und ggfls. auch in
"Problem Definition" den "Min. Angle" anpassen. Eine weitere Möglichkeit
wäre, die Ergebnisse mit denen einer "Kelvin Transformation" zu
vergleichen [2].
Bei Unterschieden zu anderen Progammen käme auch eine abweichende
Interpretation der Materialdaten in Frage - für FEMM siehe [3].
Im Endeffekt hilft aber nur eine Messung, um zu entscheiden, welches
Programm nun näher dran liegt. Das ist aber wieder mit eigenen Problemen
verbunden - so haben z.B. die Genauigkeit der Messung und die
tatsächlichen Daten des Magneten einen sehr viel größeren Einfluß auf
das Ergebnis als diverse Simulationsparameter (solange diese nicht
vollkommen unrealistisch sind).
[1] http://www.femm.info/dmeeker/pdf/TMAG-13-02-0097_R1.pdf
bzw. http://www.femm.info/wiki/OpenBoundaryExample
[2] A.3.3 im User's Manual
[3] A.1 im User's Manual
bzw. Links unter http://www.femm.info/wiki/PermanentMagnetExample