Störlichtbogen bei 12V. Ab wieviel Kurzschlussstrom ist Schutzkleidung sinnvoll?

Gast #4191171
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Hi,


wo ich demnächst ein Labornetzteil für 0...30V (Einstellwert i.d.R. 
13,8V) anschaffen möchte (naja, was Ordentliches halt, ca. 5...20 kW 
Leistung, mal schauen..):

Ab wieviel Ampere sollte ich beim Arbeiten einen Gesichtschutz tragen?

- Schutzbrille (bei Funkenflug, z.B. ab 100A? 250A? 500A?)

- Gesichtsmaske (bei Lichtbogengefahr/schwerem Funkenflug,
  z.B. ab 500A? 1000A? 2000A?)

- Lederschürze/Handschuhe (bei stehenden Störlichtbögen oder
  allgemein bei Gefahr durch glühende Werkzeugteile; erst bei
  24V/48V sinvoll?)

Dabei kann man davon ausgehen, dass die Quellenspannung nur aufgrund von 
Zuleitungsinduktivität den Einstellwert überschreiten kann. Eine 
Überschreitung des Spannungseinstellwertes ist durch eine serienmößig 
hergestellte, unabhängig wirkende und redundante Schutzschaltung mit 
hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen.

Hat jemand echte Erfahrungswerte, d.h. z.B. ab welcher 
Kurzschlussleistung die Gefahr von Störlichtbögen auch bei 12V real wird 
und welche Materialpaarung der Leitungen (Stahl/Stahl, Kupfer/Stahl, 
Kufer/Kupfer) besonders gefährlichen Funkenflug/Stehende Lichtbögen 
produziert?

Mit "echte Erfahrungswerte" meine ich dabei insbesondere nicht, wer 
Angst davor hat, bzw. wer irgendwo mal etwas über Gefährdungen durch 
elektrischen Strom gelesen oder gehört hat.

Sondern, wer das wirklich durch Versuch und Praxis bestätigen kann...


Viele Grüße,
Timo
#4191187
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Stehende Lichtbögen entstehen bei 12V nur an extrem stromstarken Quellen 
(zB. U-Boot-Batterien), wenn das den Kurzschluß verursachende Material 
sofort wegbrennt und sich der Lichtbogen dadurch weiterfressen kann. 
Also ähnlich wie beim Schweißen. Mit einer Schweißspannung von 
normalerweise 15..30V lassen sich auch keine Lichtbögen ziehen. Da 
braucht man schon etwas mehr Spannung. Ich schätze so ab 60..80V könnten 
sich Lichtbögen "ziehen" lassen, die auch stehenbleiben.

EDIT:
Funkenflug (im Sinne von weggeschleudertem Material) kann abhängig vom 
Metall schon bei 50A passieren. Weiß jeder, der mal versucht hat, 
rostiges Blech zu schweißen oder einen größeren Elko mit einem 
Schraubendreher kurzgeschlossen hat.

Reinschauen sollte man in keinen stärkeren Lichtbogen. Da reicht der 
Schweißfunke mit 50A locker aus, um sich in kurzer Zeit die Augen zu 
verblitzen.
Moderator Persönliche Seite #4191204
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magic s. schrieb:
> Ich schätze so ab 60..80V könnten sich Lichtbögen "ziehen" lassen, die
> auch stehenbleiben.

Schweißgeräte haben um die 50 V Leerlaufspannung, aber selbst bei 30 V
kann man das schon schaffen.  Da muss man es aber nahezu provozieren.
Bei niedrigen Spannungen ist die Tendenz zum Festkleben größer, erst bei
höheren (Zünd-)Spannungen brennt der vordere Teil der Elektrode schnell
genug ab, dass der Bogen stehen bleibt.
#4191240
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Na nun Moment. :D
Die ZÜNDspannung liegt deutlich höher als die 30 oder von mir aus auch 
50V Leerlaufspannung des Schweißgeräts. Damit kann man auch richtig Spaß 
haben, wenn man zB. beim WIG-Schweißen eine schlechte Masseverbindung 
hat. Da haben schon einige die Elektrode weggeschmissen. ;)
Moderator Persönliche Seite #4191445
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magic s. schrieb:
> Damit kann man auch richtig Spaß haben, wenn man zB. beim WIG-Schweißen
> eine schlechte Masseverbindung hat.

WIG ist was anderes, das arbeitet typisch mit Hochspannungszündung.

Normales Elektrodenschweißen mit Anreißzündung (und Luft als
Plasma-Trägergas) arbeitet mit 50 V, und die im Netz zu findenden
Beschreibungen sagen aus, dass es zwar auch schon mit 42 V zündet,
aber dann die Klebneigung deutlich höher ist.  Da die Brennspannung
einiges niedriger liegt (unter 30 V, je nach Strom und Länge des
Bogens), kann man ihn vorsätzlich mit 30 V vielleicht gerade noch
zünden, aber versehentlich wird das kaum passieren: wenn man damit
einen Kurzschluss erzeugt, klebt der Mist einfach nur zusammen (und
wird dann schnell heiß, oder sehr heiß, je nach Strom).
#4192311
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>> sofern da nicht einfach einer trollt

> Sieht sehr danach aus, dass es so wäre.

Jörg schon wieder... ;-)


13,xxxV ist die Standard-Ladespannung von 12V-Bleiakkus bei 
Erhaltungsladung.

20 kW ist normal im Prüffeld von kleineren 12V-Komponenten.

Um die Lebensdauer von H4-Glühbirnen 55W zu testen, will man ja nicht 
2000...5000 Stunden abwarten.
#4192389
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Hallo Jörg,


das Argument mit den 2000 Stunden ist zugegeben abwegig.

In Wahrheit geht es beim Umfang des Prüfloses natürlich um die 
Unsicherheit (z.B. Konfidenzniveau/-intervall) bei der Ermittlung der 
Kenngrößen der Grundgesamtheit.

 und das heißt dann natürlich nicht, dass man 100 Lampen nur jeweils 20 
Stunden brennen lassen muss, anstatt eine Lampe für 2000 Stunden. Denn 
die Ausfallrate ist nicht konstant.

Aber ansonsten ist der Zusammenhang ja offensichtlich. Egal, ob das 
jetzt 14,4V oder 13,8V sind.
Moderator Persönliche Seite #4192706
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☞ J-A von der H. schrieb:
> beim 2 KiloAmpere Lichtbogen sollte nix "magnet-sensibles" in der Nähe
> sein.

Das ist aber völlig unabhängig vom Lichtbogen.  Das Magnetfeld um
den Leiter bleibt das gleiche, egal, ob die 2 kA nun einen Lichtbogen
als Last haben oder einen Stapel Bleiakkus oder eine Ersatzsonne, die
aus Glühobst aufgebaut worden ist.
(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #4192724
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tüllich bleibt der Strom der gleiche. ob 2KA durch Leitung oder durch 
Luft.
damit erzählst Du mir nix neues.
Es bleibt möglicherweise stark genug, um dir die Kreditkarte zu löschen 
wenns blöd läuft.
Da würde ich sogar Herzschrittmacher-Leuten empfehlen langsam 
aufzupassen.

jaaah ich weisss... Nd-Magnete sind ja viel.viel stärker, auch damit 
erzählst Du mir nix neues.
-Die Teile machen aber keine steilen Flanken.
#4192736
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Timo K. schrieb:
> wo ich demnächst ein Labornetzteil für 0...30V (Einstellwert i.d.R.
> 13,8V) anschaffen möchte (naja, was Ordentliches halt, ca. 5...20 kW
> Leistung, mal schauen..):

Respekt !!!

Ein Labornetzteil mit 20KW Leistung ist mir noch nicht untergekommen.

Wo braucht man sowas?

Für Aluminium zu schmelzen?

Muss es für sowas ein Labornetzteil sein? Oder reicht da nicht ein 
Netztrafo mit Gleichrichter?

Ralph Berres
#4193409
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Hi,


also 20 kW ist eher klein in der Energietechnik.
Die Teile, die wir testen müssen, sind auch etwas größer als 55 Watt; 
das war nur ein Beispiel.

1 MW Laborstromquellen bekommt man als Katalogware.

Wenn ich jetzt Anbieter nenne, werdet Ihr mir zu Recht vorwerfen, dass 
das Werbung ist.
#4194394
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Bei einem Lichbogen ist im Wesentlichen nur die Leistung entscheidend.
Diese muss hoch genug sein, um das Plasma zu erhalten.
Ich habe bei 6V AC 15-20kA schon 3-5cm lange Bögen gezogen, das blitzt 
und spritzt ganz ordentlich. Bei DC geht's noch besser.

Kupfer geht noch, Stahl- und Aludampf brennt halt richtig gut.
Lederhandschuhe mit Stulpen und Lederschurz sind Pflicht.
Gesichtschutz mit Brille sowieso. Wie Schweißausrüstung im Anlagenbau.

Hersteller von Hochleistungsnetzteilen dieser Größenordnung sind z.B. 
http://www.heinzinger.de/ 
http://www.heinzinger.de/de/produkte/hochleistung.php

"CompuMess bietet DC-Spannungsversorgungen von 40W bis zu 150kW an."
http://www.compumess.de/Produkte/Stromversorgungen.aspx

www.aradex.de/
www.aradex-ftp.de/pruefstandstechnik/dc-quelle/

www.schulz-electronic.de

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