Hallo Gemeinde,
nachdem mich das Nixie-Fieber auch erfasst hat :-), habe mich
entschlossen meine eigene Uhr zu bauen. Bei der Internet Recherche hat
sich heraus gestellt, dass es mehr oder weniger zwei Gruppen von Leuten
gibt: die Multiplex-Befürworter und die Multiplex-Gegner.Argument von
Gegner: wenn man die Röhre mit zu hohen Strom(Spitzen) betreibt, kann
sich auf die Lebensdauer der Röhre negativ auswirken (Aussage 1), oder
es verkürzt (mit Sicherheit) die Lebensdauer der Röhre.(Aussage 2). Ich
habe aber nirgendwo einen Artikel gefunden der diese Aussagen
tatsächlich belegt.Aber, wenn der Multiplex Betrieb die Lebensdauer der
Röhre verkürzt, Schuld daran ist die zu hohe Stromspitze und nicht die
Häufigkeit der Ein-Ausschaltung.Kann man diese Aussage so stehen lassen?
Grund meiner Frage ist, dass ich aufs Dimmen und Überblendung nur ungern
verzichten möchte. Ein sanfter Übergang von Ziffern gefällt mir einfach
viel besser als der "digitale" Sprung. Ich tendiere zu statischer
Ansteuerung aber mit Möglichkeit zu Dimmen und Überblenden und die
Realisierung beider Funktionen geschieht eben mit häufigen
Ein/Abschalten. Da hier im Forum auch Nixie-Uhr-Bauer unterwegs sind,
bitte um eure kurze Meinung/Erfahrung. Danke voraus!
Karoly schrieb:> die Multiplex-Befürworter und die Multiplex-Gegner.
Statt Meinungen sollte man sich besser an die Angaben im Datenblatt.
halten. Wenn dort nicht ausdrücklich "Für Multiplex geeignet" steht,
sollte man es auch nicht tun. Das durch hohe Ströme die Röhren
stärker belastet werden ist allerdings auch irgendwie logisch...
> Ich tendiere zu statischer> Ansteuerung aber mit Möglichkeit zu Dimmen und Überblenden und die> Realisierung beider Funktionen geschieht eben mit häufigen> Ein/Abschalten.
Man kann ja auch analog über eine Stromquelle dimmen.
Karoly schrieb:> Schuld daran ist die zu hohe Stromspitze und nicht die> Häufigkeit der Ein-Ausschaltung.
Ich hab das Gegenteil gehört, die Einschaltvorgänge belasten die Röhre
(wie bei ESL). Bei jedem Zünden entsteht eine Stromspitze.
Ein gleichzeitiges Leuchten zweier Segmente geht nicht, es zündet immer
nur eins. Überblenden geht also nur durch schnellen Wechsel. Allerdings
wird Überblenden von den meisten Betrachtern als nervig empfunden, das
Gehirn kann sich nicht entscheiden.
Peter D. schrieb:> Ein gleichzeitiges Leuchten zweier Segmente geht nicht, es zündet immer> nur eins. Überblenden geht also nur durch schnellen Wechsel.
Vielleicht könnte man ja auch das eine Segment (bzw. die leuchtende
Ziffer) runterdimmen in ca. 200ms und dann die nächste Ziffer
hochdimmen. Das sieht auch etwas "sanfter" aus als das plötzliche
Umschalten. Mit den Zeiten kann man ja noch etwas experimentieren, so
daß es einerseits sanft aussieht und andererseits keine zu lange Lücke
entsteht. Da muß man sicherlich einen Kompromiss finden.
MaWin schrieb:> Das hängt noch nicht mit Multiplex zusammen.
Hallo Marvin,
es hängt nicht direkt zusammen, schon klar, aber in beiden Fällen werden
die Anzeigen oft Ein/Abgeschaltet, nur beim Multiplexen mit höheren
Strom wegen der Helligkeit. Bei der statischen Ansteuerung stellt man
den Strom laut Datenblatt ein und per PWM wird dieser Strom "gehackt"
und der Mittelwert wird nur kleiner. Darum war meine Frage, ist nur die
hohe Stromspitze schädlich was bei Multiplexing höher eingestellt werden
muss als im Datenblatt, oder die Ein/Abschaltvorgänge für sich auch
schädlich sind?
mfG
Peter D. schrieb:> Allerdings> wird Überblenden von den meisten Betrachtern als nervig empfunden, das> Gehirn kann sich nicht entscheiden.
Stimme zu, allerdings nur wenn die Überblendung für sich zu lange
dauert. Aber so wie npn geschrieben hat, man kann einen Kompromiss
finden. Meiner Erfahrung nach wenn die Überblendung ~.2 s dauert, lässt
den Sprung zum nächsten Ziffer sanfter aussehen. Alles ist reine
Geschmacksache. :-)
Karoly schrieb:> aber in beiden Fällen werden> die Anzeigen oft Ein/Abgeschaltet, nur beim Multiplexen mit höheren> Strom wegen der Helligkeit. Bei der statischen Ansteuerung stellt man> den Strom laut Datenblatt ein und per PWM wird dieser Strom "gehackt"> und der Mittelwert wird nur kleiner.
wo ist bei dir der Unterschied zwischen "multiplexen" und "Strom
gehackt"?
Ansonsten steht, wie schon oben erwähnt, im Datenblatt, ob die Röhre für
den Multiplex-Betrieb geeignet ist oder nicht.
Schau dir bitt eine Glimmlampe an, die an AC betrieben wurde, und eine,
die nur DC gesehen hat.
Bei der AC-Variante wird mit der Zeit der Kolben immer dunkler, da bei
jedem Zünden etwas Elektrodenmaterial weggesputtert wird. Das kann
soweit gehen, bis eine Elektrode ganz weg erodiert.
Die zusätzliche Strombelastung kann ein Problem sein, lässt sich aber
elektronisch begrenzen (Vorwiderstand, "weiches" Netzteil)
Also, prinzipiell ist ein statischer Betrieb zu bevorzugen und nur wenn
es das Datenblatt gestattet, auch Multiplex zu verwenden.
nixie schrieb:> wo ist bei dir der Unterschied zwischen "multiplexen" und "Strom> gehackt"?
Unterschied: bei muxen wird ~15 mA gehackt und bei PWM wird 2.5 mA
gehackt.
ok, versuche meine Frage nachträglich anders zu formulieren:
die Frage war nicht ob multiplexen oder nicht, sondern ist für die
Alterung der Röhre die zu hohe Stromspitze maßgebend was beim
Multiplexen der Fall ist oder auch die Anzahl der Ein/Abschaltvorgänge
selbst beim laut Datenblatt zugelassenen Maximalstrom? Aus den antworten
kann man aber ableiten, dass alleine die erhöhte Anzahl der
Schaltvorgänge zur Beschleunigung der Alterung beiträgt.
Karoly schrieb:> auch die Anzahl der Ein/Abschaltvorgänge> selbst beim laut Datenblatt zugelassenen Maximalstrom? Aus den antworten> kann man aber ableiten, dass alleine die erhöhte Anzahl der> Schaltvorgänge zur Beschleunigung der Alterung beiträgt.
Ja!
Um eine gleichmäßige Abnutzung der Röhren zu erreichen, lasse ich zu
jeder halben Minute alle 4 Stellen meiner Uhr schnell
"spielautomatenmäßig"
durchlaufen. Die Röhren werden statisch angesteuert, damit das:
M.N. schrieb:> Bei der AC-Variante wird mit der Zeit der Kolben immer dunkler, da bei> jedem Zünden etwas Elektrodenmaterial weggesputtert wird. Das kann> soweit gehen, bis eine Elektrode ganz weg erodiert.
nicht passiert.
mfG Paul