Hallo Footprint.
Footprint schrieb:
> stelle
> mir die Frage, wie groß der Restring sein muss, damit sich dies angenehm
> löten lässt aber trotzdem nicht zu groß ist.
> Zu klein darf er nicht sein, weil dass das Löten ein wenig erschwert,
> aber zu groß darf er auch nicht sein, da man so keine Leiterbahn
> zwischen zwei Pins durchbekommt.
Es gibt noch einen Grund, größere Restringe zu verwenden:
Bohrtoleranzen.
Die Bohrung sollte nicht die Leiterbahn vom Restring trennen, wenn sie
etwas daneben liegt. Große Bohrtoleranzen können sich ergeben, wenn im
Stapel gebohrt wird, d.h. mehrere Leiterplatten übereinander. Diese
Möglichkeit reduziert die Bohrkosten: Wenn nur eine Platte gebohrt
werden kann, ist es eben doppelt oder dreimal so teuer, als wenn zweier
oder dreier Stapel gebohrt werden können.
Alternativ kann man lediglich den Übergang Leiterbahn zu Restring mit
Teardrops oder Schneemännern verbreitern.
Siehe:
http://ohm.bu.edu/~pbohn/__Engineering_Reference/pcb_layout/multek_20030925_DFM.pdf
Seite 26.
> aber zu groß darf er auch nicht sein, da man so keine Leiterbahn
> zwischen zwei Pins durchbekommt.
Du könntest hier ovale Pads verwenden. Ovale Pads "dürfen" gerade so
breit sein wie das Bohrloch, d.h. wenn Du hier durch Toleranzen die
Verbindung wegschneidest, erfolgt die Verbindung immer noch über die
Kupferhülse der Durchkontaktierung. Anschliessen darfst Du in dem Falle
aber nur über die lang vorstehenden Schmalseiten. Da hast Du dann auch
genug Reserve.
Das gibt Platz zwischen den Pads.
> Was für Größen nutzt ihr da?
> Jemand Erfahrung oder gibt's ne Faustregel?
Dynamisch je nach Situation anpassen. Restring so breit wie möglich und
so schmal wie nötig.
Tom Hausherr hat doch mal was zur Anpassung von Footprints zu
Bestückungsdichten geschrieben.
http://blogs.mentor.com/tom-hausherr/blog/2011/01/28/pcb-design-perfection-starts-in-the-cad-library-part-12/
Googeln nach "IPC-7351" und "Density Level" und eventuell speziell als
pdf-File und nach Bauform einengen sollte Dir Unmengen von Vorschlägen
bringen.
Ein Hinweis noch: Die Datenblätter von Bauteilen enthalten zwar oft
Vorschläge zur Gestaltung von Footprints, doch sind diese natürlich so
gestaltet, dass der Hersteller mit seinem Bauteil "aus dem Schneider"
ist. Insofern siend diese Vorschläge hinterfragbar und in andere
Richtungen optimierbar.
Ansonsten hilft Dir nur Deine eigene Erfahrung mit Deinen eigenen
handwerklichen Fähigkeiten und denen Deiner Bestücker.
Wonach Du aber noch nicht gefragt hattest, was aber nach meiner Meinung
auch eine ziemliche Nummer ist, sind die mindestdurchmesser der THT
Bohrungen. Diese sind bei den meisten gängigen CAD System Bibliotheken
etwas eng. Vermutlich stammen sie noch aus Zeiten bleihaltigen Lotes.
Das konnte besser in enge Spalten klettern. Bleifrei benötigt etwas mehr
Platz.
Die typischen 0,2mm größerer Lochdurchmesser als der Drahtdurchmesser
sind daher als absolute Untergrenze anzusehen. Besser etwas mehr. Dabei
ist natürlich bei quadratischen (oft bei TO92) oder rechteckigen
Anschlüssen (TO220, TO247) ist antürlich die Diagonale als Durchmesser
des Anschlussdrahtes anzusetzten.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de