Hallo,
ich suche ein HF-Kabel, das ich in der Fußleiste verlegen kann, um
Fernseher und Kabeldose (ca. 10 m voneinander entfernt) zu verbinden.
Zunächst habe ich ein handelsübliches Noname-Kabel aus dem
Kabel-TV-Bedarf gekauft mit ca. 6-7 mm Außendurchmesser und mich
gefreut, dass es so schön dünn und flexibel ist und ich es wie geplant
in der Fußleiste verlegen konnte. Die Freude währt allerdings nicht
lang, denn der Empfang ist gestört, vermutlich durch die äußerst
schlechte Schirmung des Kabels (das Kabel hat nur einen Geflechtschirm
mit äußerst geringem Bedeckungsgrad).
Habe dann ein 15 m langem hochwertiges Kabel von Hama (4-fach geschirmt
und Ferritte an beiden Enden) ausprobiert: Super-Empfang. Das kann ich
aber natürlich nicht in der Fußleiste verlegen, da zu dick und
unflexibel.
Nun gibt es im professionellen Bereich unter den RG-Kabeln ja auch
solche, die recht dünn sind, z.B. habe ich neulich ein Gerät aus dem
Militärbereich von innen gesehen, in dem Kabel mit SMA-Steckern verlegt
waren, die so aussahen wie RG400 nur viel dünner (< 3 mm). So ein Kabel
mit einem hochwertigen Schirm, aber gleichzeitig dünn und flexibel
(Biegeradius max. 10-15 mm) wäre natürlich klassse für meine Anwendung.
Kann mir jemand weiterhelfen und sagen, welche RG-Kabel für meinen Zweck
in Frage kommen? Ich vermute mal (korrigiert mich, wenn ich falsch
liege), dass Verluste hier noch kein Thema siod, da der höchste Sender
bei 658 MHz liegt und die Längeja "nur" 10 m beträgt.
Christian schrieb:> Die Freude währt allerdings nicht> lang, denn der Empfang ist gestört,
Vermutlich hast du das Kabel mechanisch beschädigt, also gequetscht oder
geknickt.
Diese dämpfungsarmen Kabel haben ein Schaumstoffdielektrikum, das also
recht weich ist und in dieser Hinsicht nicht viel aushält.
Ansonsten haben Antennenkabel für TV-Enpfang 75 Ohm, und die Dämpfung
ist umso höher, je dünner das Kabel ist.
P.S.:
Christian schrieb:> habe ich neulich ein Gerät aus dem> Militärbereich von innen gesehen, in dem Kabel mit SMA-Steckern verlegt> waren, die so aussahen wie RG400 nur viel dünner (< 3 mm).
Solche Kabel haben 50 Ohm, sind von daher also schon ungeeignet und
ihre Dämpfung ist recht hoch. Der Schein des Goldes an den SMA-steckern
trügt da ein wenig.
Hp M. schrieb:> Christian schrieb:>> Die Freude währt allerdings nicht>> lang, denn der Empfang ist gestört,>> Vermutlich hast du das Kabel mechanisch beschädigt, also gequetscht oder> geknickt.> Diese dämpfungsarmen Kabel haben ein Schaumstoffdielektrikum, das also> recht weich ist und in dieser Hinsicht nicht viel aushält.
Ich habe Versuche mit mehreren "billigen" Kabeln gemacht, auch solche
die ich nicht geknickt wurden. Trotzdem hatte ich immer Störungen im
Bild (Perlenkette). Daraus schließlich dass externe Signale in das Kabel
einkoppeln.
>> habe ich neulich ein Gerät aus dem>> Militärbereich von innen gesehen, in dem Kabel mit SMA-Steckern verlegt>> waren, die so aussahen wie RG400 nur viel dünner (< 3 mm).>> Solche Kabel haben 50 Ohm, sind von daher also schon ungeeignet
Ist das so? Durch die falsche Impedanz verlier ich max. 7 dB. Ist das
ein Thema bei Kabelfernsehen?
und
> ihre Dämpfung ist recht hoch. Der Schein des Goldes an den SMA-steckern> trügt da ein wenig.
Hp M. schrieb:> Solche Kabel haben 50 Ohm, sind von daher also schon ungeeignet
Gut daß Du alle Kabel kennst.
Für Video wird gerne RG179 genommen. 75Ohm Wellenwiderstand, 2,5mm
Außendurchmesser und für kürzere Strecken gut als Antennenkabel
geeignet.
Wonko schrieb:> Für Video wird gerne RG179 genommen. 75Ohm Wellenwiderstand, 2,5mm> Außendurchmesser und für kürzere Strecken gut als Antennenkabel> geeignet.
Aber nicht mit SMA-Steckern.
Christian schrieb:> und Ferritte an beiden Enden
1.Gegenprobe mit Deinem Hama war gute Idee.
2.Evtl. hast Du Mantelwellen oder eine unzureichende Abschirmung weil
die Stecker nur an einem Schirmdrähtchen hängen? Führe doch mal das
billige Kabel durch Ferritringe od. Klappferrit zum Test. Dünner Kabel
gleichen Typs haben oft schlechtere Werte.
3.Ein Sockelleistenkanal helfen, auch dickere Kabel zu verstecken.
Es gäbe auch passende Verstärker mit denen man das Signal etwas anheben
kann bevor man es in ein dünnes verlustbehaftetes Kabel einspeist.
Doppelt geschirmt sollte das Kabel auf alle Fälle sein.
Danke erstmal für alle Antworten. Andere Fußleiste scheidet aus, da sie
in der Wohnung einheitlich sind und bleiben sollen.
Das RG179 hört sich schon sehr gut an, weiß man was über den
Biegeradius? (Konnte leider nichts finden). Toll wäre natürlich, wenn es
das auch in doppelt geschirmt gäbe. Stecker brauche ich den normalen
Antennenstecker und ich möchte ein fertig konfektioniertes Kabel. Da
dünne Kabel wie RG179 mit Antennenstecker nicht sinnvoll zu
konfektionieren sind, würde ich dann einem Adapter arbeiten (da es
vermutlich keine SMA/60169-2 gibt, müsste ich wohl erstmal auf F gehen).
Waldemar schrieb:> Also wenn du Antennenkabel brauchst hast> du normalerweise 50 Ohm Impedanz. Dann solltest> du mal nach RG178 schauen...>> Waldemar
Aber nur bei Funkgeräten.
Außerdem ist deine Aussage "Antennenkabel hat 50 Ohm" total falsch. Es
gibt 50Ohm, 60Ohm, 75Ohm. Und dann gibt es noch Bandkabel und
Paralleldrahtleitungen, die gibt es mit allen möglichen Impedanzen
(Bandkabel für TV hatte z.B. 240 Ohm).
Für TV-Antennen ist 75Ohm richtig. Und genau das will Christian. Und da
ist er mit RG179 schon richtig.
Hallo,
Im Videobereich für den flexiblen Einsatz eignet sich bspw. das Beiden
1505F mit 6 mm, oder alternativ zum RG179 das Klotz V05L20. Wir
übertragen 3G-SDI (1,485 GHz) mit ersteren 47m mit zweitem 25m, wobei
nach diesen Längen eine Dämpfung von 20 dB erfolgt ist. Das größere
Problem bei der Verwendung dieser Kabel sollte jedoch eine
Konfektionierung auf den F-Stecker werden. Sie sind im Normalfall auf
BNC-Stecker ausgelegt.
Gruß Stefan
Christian schrieb:> habe Versuche mit mehreren "billigen" Kabeln gemacht, auch solche> die ich nicht geknickt wurden. Trotzdem hatte ich immer Störungen im> Bild (Perlenkette). Daraus schließlich dass externe Signale in das Kabel> einkoppeln.
Vielleicht wäre es dann an der Zeit den Störer zu lokalisieren und zu
beseitigen.
Hp M. schrieb:> Pfusch du ruhig weiter mit 50 Ohm Verbindern auf 75 Ohm Kabeln.
Du hast wirklich gar keine Ahnung, oder? Aber davon eine ganze Menge!
Genau wie es BNC für 50 und 75 Ohm gibt, existieren beide Varianten auch
für SMA. Und genau das habe ich verlinkt. Also kein "Pfusch", sondern
exakt das richtige für die Anwendung.
Hier nochmal ein Link:
http://www.xmultiple.com/RF-SMA75.htm
Hp M. schrieb:> Vielleicht wäre es dann an der Zeit den Störer zu lokalisieren und zu> beseitigen.
Viel Spass dabei. Das würde bedeuten alle Schaltnetzteile in näherer
Umgebung, übrigens auch die in der Nachbarwohnung, außer Betrieb zu
nehmen. Dann bräuchte der TO allerdings auch kein Kabel mehr denn mit
Fernsehgenuss oder Radio wäre es dann vorbei. Das ist auch genau der
Grund warum es die Kabel mit Mantelstromfilter gibt. Das Problem gibt es
seit dem Tag als die ersten TV Geräte mit digitaler Bildverarbeitung
rauskamen. Das waren die Schneider Geräte mit DTV1 Chassis (noch 50Hz
aber digitale Bildverarbeitung) und dann die 100Hz Röhrengeräte aller
Hersteller.
Gleiches gilt auch für Sat-Empfang digital. Hier liegt die ZF des
Pro7/Sat1 Transponders genau auf der Frequenz von DECT. Auch hier hilft
nur eines, gescheites Kabel mit > 100dB Schirmungsmaß.
Übrigens RG59 hat 120db Schirmungsmaß ist aber eher für Video gedacht
das der Innenleiter Litze ist. Für F-Stecker würde ich nach Sat Kabel
mit 6,5mm (Kathrein RG6) oder 4,3mm (Ören HD 063) schauen. Wichtig auch
die passenden F-Stecker entsprechend dem Kabeldurchmesser. Auf alle
Fälle aber auf beiden Seiten einen Ferritkern aufklipsen wenn es um
Kabelempfang geht.
Gruß René
René S. schrieb:> Auf alle> Fälle aber auf beiden Seiten einen Ferritkern aufklipsen wenn es um> Kabelempfang geht.
Vielleicht ist das ja auch aktuell schon ausreichend, wenn das verlegte
Kabel nicht beschädigt ist, und die Störung lediglich auf Mantelströme
(und schlechte Masseverbindungen an den Enden) zurückgeht.
Ein dämpfungsarmes Kabel hat automatisch auch ein hohes Schirmungsmaß,
sonst würde es ja auch HF abstrahlen - und dann wäre es nicht mehr
dämpfungsarm.
Aus dem ersten Posting:
Christian schrieb:> Die Freude währt allerdings nicht> lang, denn der Empfang ist gestört,
entnehme ich jedenfalls, dass die Installation ursprünglich funktioniert
hat, und die Störungen erst später auftraten.
?!? schrieb:> Du hast wirklich gar keine Ahnung, oder? Aber davon eine ganze Menge!
Natürlich.
SMA-Verbinder haben 50 Ohm und sonst nix!
Zu den angeblichen 75 Ohm SMAs sage ich nichts mehr, soll sie doch
verwenden, wer will.
Characteristischer Weise erschöpfen sich die technische Daten des
verlinkten Lieferanten dazu denn auch in der Zeichnung der
Überwurfmutter.
Bezeichnender Weise kommen solche Teile in den Katalogen namhafter
Hersteller, wie z.B. Huber+Suhner, Rosenberger, AMP/TE, Amphenol,
Radiall ja auch nicht vor.
Die Chinesen freilich drucken alles auf den Karton, was der Kunde
wünscht.
Hp M. schrieb:> SMA-Verbinder haben 50 Ohm und sonst nix!
Naja, zumindest sind die in 75ohm nicht üblich, Pasternak z.B. kann die
aber auf Anfrage (mit echtem Datenblatt) liefern. Für Video ist SMB
üblicher.
Allerdings sollte man die Kirche im Dorf lassen, hier geht es um
Fernsehen und wenn F-Stecker eine Alternative sind, wird der Unterschied
50/75Ohm SMA kaum ins Gewicht fallen.