Hallo,
hat hier jemand Erfahrungen bezüglich LAN über J-Y(ST)Y? Es geht mir
also darum, bei nicht vorhandenen Ethernet-Kabeln eine Fernmelde-Leitung
zu benutzen. Die Adern sind ja bei den üblicherweise im Haus verlegten
Fernmeldekabeln in der Regel paarweise verdrillt, nehme ich an?
Mir ist klar, dass das übelster Pfusch ist, aber es geht mir um
praktische Erfahrungen, bis zu welcher Meter-Länge so etwas einen
Versuch Wert sein könnte? Die Strecke vom Router bis zur Dose dürfte so
20 - 30 Meter betragen, ich weiß nicht genau wo das Kabel in der Wand
langläuft.
Falls 100 MBit/s vom Frequenz-Spektrum zu viel des Guten sein sollten,
könnte ich notfalls auch mit 10 MBit/s leben.
Alternativ habe ich auch Ethernet-Umsetzer für UTP-2-Draht gesehen,
kosten ab ca. 160,- für 2 Geräte. Arbeiten diese Geräte bei maximal 30
Metern in fast jeder Situation hinreichend stabil und gibt es da
irgendwelche Nachteile gegenüber echtem Ethernet (z.B. hohe Lazenz)?
Falls jemand schon mal Telefonkabel für Ethernet benutzt hat, so einen
Umsetzer gekauft hat oder sich unabhängig davon gut in diesem Bereich
auskennt, würde ich mich über ein paar Infos freuen...
Viele Grüße
Jo
Ich hab so in unser Nebenhaus LAN gezogen. Da lag nur ein gammeliges
Telefonkabel (4 unverdrillte Adern mit gemeinsamer Schirmung via einer
Folie). Funktioniert relativ stabil (aber natürlich nicht perfekt) auch
mit 100 MBit. Dadurch, dass eh nur maximal DSL16000 "da durch muss" (Das
LAN verteilt bei uns primär das Internet) bemerkt man nicht, dass
manchmal die Pakete etwas leiden, es kann ja jedes davon etwa 4 mal
gesendet werden bevor es auch nur eng wird....
Auf ca. 6-7m hatte ich das mal eine Zeit lang so aufgebaut (Internet ins
OG holen). Lief stabil mit 100MBit, ohne nennenswete Paketfehler.
Probiere es einfach aus, hol dir zwei Keystone-Module o.ä., lass die
Leitung lang genug und achte auf die Verseilung.
Zum testen nehme ich gerne iperf.
P.S. In der Bucht gibt es manchmal ein VDSL-Set (ZyXEL P-871M) für
50-60€!
Jo schrieb:> Alternativ habe ich auch Ethernet-Umsetzer für UTP-2-Draht gesehen,> kosten ab ca. 160,- für 2 Geräte.
Mit 10 MBit auf diese Länge kein Problem. Das Kabel entspricht CAT3,
welches in den Staaten früher standardmäßig für Telefonverkabelungen
benutzt wurde. Irgendjemand hatte dann die Idee, es für Netzwerke zu
zweckentfremden und damit war 10BaseT (10 MBit) geboren. 100MBit kann
gehen, muß aber nicht. Läuft bei mir in der Wohnung auf eine Länge von
ca. 12m stabil.
Jo schrieb:> Hallo,>> hat hier jemand Erfahrungen bezüglich LAN über J-Y(ST)Y? Es geht mir> also darum, bei nicht vorhandenen Ethernet-Kabeln eine Fernmelde-Leitung> zu benutzen.
IY(ST)Y gegen Kat5 oder Kat6 Verlegeleitung austauschen geht nicht?
Meist sind doch in den Büros Wandkanäle und in den Zu und Ableitungen
Rohre verlegt. Anhängen, einer zieht an, der andere schiebt nach.
> Die Adern sind ja bei den üblicherweise im Haus verlegten> Fernmeldekabeln in der Regel paarweise verdrillt, nehme ich an?> Mir ist klar, dass das übelster Pfusch ist, aber es geht mir um> praktische Erfahrungen, bis zu welcher Meter-Länge so etwas einen> Versuch Wert sein könnte? Die Strecke vom Router bis zur Dose dürfte so> 20 - 30 Meter betragen, ich weiß nicht genau wo das Kabel in der Wand> langläuft.
Sollte aber normalerweise in Rohr verlaufen, sofern der Vorfahr oder
Installateur nicht auch schon pfuschen wollte.
> Falls 100 MBit/s vom Frequenz-Spektrum zu viel des Guten sein sollten,> könnte ich notfalls auch mit 10 MBit/s leben.
Na dann würde ich eher einen LAN2USB Umsetzer nehmen, kosten 3-4 EUR.
Dazwischen würde ich USB Verlängerung nehmen, funktioniert bis 60 m,
allerdings aktiv Hub empfehlenswert.
> Alternativ habe ich auch Ethernet-Umsetzer für UTP-2-Draht gesehen,> kosten ab ca. 160,- für 2 Geräte.
Halleluja - muss man neben teueren Last Minute Flügen in die Karibik
nun auch noch da das Geld verbraten:
Es reichen:
Umsetzer: 2
http://www.pollin.de/shop/dt/MTAxODgyOTk-/Computer_und_Zubehoer/Netzwerktechnik/Modems_Netzwerkkarten/USB2_0_Netzwerkadapter_LOGILINK_UA0144.html
USB Set : 1
http://www.pollin.de/shop/dt/Mzc1ODcyOTk-/Computer_und_Zubehoer/Hardware/Kabel_Stecker_Adapter/USB_Line_Extender.html
Verlegeleitung: meist vorhanden
> Arbeiten diese Geräte bei maximal 30> Metern in fast jeder Situation hinreichend stabil und gibt es da> irgendwelche Nachteile gegenüber echtem Ethernet (z.B. hohe Lazenz)?
Wenn du mit 10 Mbit leben kannst - dann ist das doch kein Problem?
> Falls jemand schon mal Telefonkabel für Ethernet benutzt hat,
3m Patch Kabel geht ohne weiteres, aber sauber ist das nicht!
..
Also so lange das verdrillte Adern sind, sollte Ethernet drüber gehen,
zumindest 10 MBit, wahrscheinlich aber auch mehr, vielleicht sogar das
Gigabit. Muss man ausprobieren. Gigabit Ethernet kann Leitungsfehler
besser ausgleichen als die Vorgänger. Deshalb lohnt es sich vielleicht
Gigabit fähige Ports einzuplanen.
Probiers einfach aus. Die Chancen stehen gut daß es problemlos
funktionieren wird. Ich würde das auch nicht als Pfusch bezeichnen (das
wäre es nur wenn Du Dir die Kabel freiwillig ausgesucht hast) sondern
die korrekte Bezeichnung dafür ist "Improvisation unter widrigen
Umständen".
Ich hab in so einem Kabel über 30m schonn 100 MBit/s laufen lassen,
parallel lief im Kabel noch ISDN. Hab aber natürlich nicht die
Geschwindigkeit gemessen.
Wichtig ist dann natürlich, auch die paarweise verseilten Adern zu
nehmen ;)