Guten Tag,
ich möchte mir mit VFD's eine schöne Retro-Uhr bauen. Nun hätte ich noch
ein paar Fragen zu.
Ist es möglich die VFD's zu multiplexen? Also dass ich mit dem Grid die
Röhren der Reihe nach durchschalte?
Welches Transistorarray könnte ich benutzen um die +36VDC zu schalten?
Denn z.B.: ULN2803 können ja nur gegen Masse schalten.
Und die letzte Frage ist, ob die Heizspannung Wechselspannung sein muss,
oder ob ich auch einfach Gleichspannung nehmen kann.
vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen,
avvf
Wolfgang M. schrieb:> Guten Tag,> ich möchte mir mit VFD's eine schöne Retro-Uhr bauen. Nun hätte ich noch> ein paar Fragen zu.>> Ist es möglich die VFD's zu multiplexen? Also dass ich mit dem Grid die> Röhren der Reihe nach durchschalte?
ja, das ist gar kein Problem
>> Welches Transistorarray könnte ich benutzen um die +36VDC zu schalten?> Denn z.B.: ULN2803 können ja nur gegen Masse schalten.>
Das IC der Wahl ist der UDN2981. Der schaltet bis zu 50 V gegen VCC
> Und die letzte Frage ist, ob die Heizspannung Wechselspannung sein muss,> oder ob ich auch einfach Gleichspannung nehmen kann.
Kannst du, jedoch besteht die Gefahr, dass die Segmente unterschiedlich
hell leuchten.
>> vielen Dank!> Mit freundlichen Grüßen,
Man kann auch einen Spezialisten bemühen:
z.B. PT6312, PT6315, SN75518
da sind die Schieberegister schon mit drin.
Für die Heizung finde ich die Wechselseitige Ansteuerung mit H-Brücke
eine gute Idee.
Wolfgang M. schrieb:> Ist es möglich die VFD's zu multiplexen? A
Ja.
Wolfgang M. schrieb:> Welches Transistorarray könnte ich benutzen um die +36VDC zu schalten
Einfacher ist es, die Heizung und damit Kathode auf -36V zu legen und
Kaskoden zum Schalten zu verwenden. Sind aber Einzeltransistoren und ein
(100k)
pull down nach -36V
> Und die letzte Frage ist, ob die Heizspannung Wechselspannung sein muss,
Ja.
> Und die letzte Frage ist, ob die Heizspannung Wechselspannung sein muss,> oder ob ich auch einfach Gleichspannung nehmen kann.
Das kommt drauf an. :-)
Grundsaetzlich kann man auch mit Gleichspannung heizen. Hab ich schon
gemacht. Das Problem ist nur das dann die Spannung zwischen Kathode und
Anode am VFD unterschiedlich gross ist. Das kann dazu fuehren das die
Zeichen auf der einen Seite heller sind wie auf der anderen. Wie stark
der Effekt ist haengt von der Hoehe der notwendingen Heizspannung und
der groesse der Anodenspannung ab. Bei mir war das kaum sichtbar.
Notfalls muss man beim multiplexen halt ausgleichen.
Olaf
Vielen Dank für die zahlreichen Antworten.
Ich habe einmal die Schaltung gezeichnet, passt das so?
Kann ich die Heizungen in Serie hängen? Weil wie machen ich das sonst am
besten, denn ich brauche eine Heizspannung < 1,25V
Ferner habe ich mir überlegt statt dem Transistorarray die einzelnen
Stufen aus je 2 Transistoren aufzubauen, dann müsste ich nicht extra
bestellen - denke aber, dass der Routing aufwand sehr groß werden
dürfte.
Mit freundlichen Grüßen,
avvf
Edit: ist der TD62783APG gleich dem ULN2981? Da ich diese bei meinem
Versandhändler nicht bekomme.
Und welche MOSFETS könnte ich denn am besten statt den 530/9530 nehmen?
Da diese ja 'leicht' überdimensioniert wären
Wolfgang M. schrieb:> denn ich brauche eine Heizspannung < 1,25V
Das hört sich nach einem LM317 mit ADJ direkt nach Masse an.
Dann alle Heizungen parallel.
Durch die geringe Heizspannung und die 36V Anoden- u. Gitterspannung
sind die Helligkeitsunterschiede auch mit Gleichspannung dadurch nur
minimal.
hp-freund schrieb:> Wolfgang M. schrieb:>> denn ich brauche eine Heizspannung < 1,25V
Nunja, ich brauche eine Heizspannung von ungefähr 0,9V - also geht das
leider nicht mit dem LM317 und ADJ direkt nach Masse.
Edit: ich könnte ja zu jedem Modul einen Widerstand/Diode in Serie
schalten, wäre denk ich mal das einfachste
Wolfgang M. schrieb:> einen Widerstand/Diode in Serie
gute Idee. Ausserdem hast Du mit dem LM317 eine potenzielle Störquelle
durch den Schaltregler-Ersatz weniger.
Wie werden die Transistoren bzw. Treiber angesteuert?
Schieberegister?
Ich wäre weiterhin für einen SN75518 oder anderen VFD Treiber.
http://www.ti.com/lit/ds/symlink/sn75518.pdf
hp-freund schrieb:> gute Idee. Ausserdem hast Du mit dem LM317 eine potenzielle Störquelle> durch den Schaltregler-Ersatz weniger.
Du meinst durch den LM2596 eine Störquelle, daher den LM317 nehmen,
oder?
Ich habe gedacht, dass ich für jede Röhre ein HC595 Schieberegister mit
Storage-Register nehme und dann das Transistor-Array dahinter. Dann habe
ich keinen Stress mit dem Multiplexen.
Ja, ich würde gerne diesen IC nehmen, allerdings möchte ich das Projekt
schnell fertig bringen und den SN75518 hat weder Bürklin noch
RS-Components.
Mit freundlichen Grüßen!
Wolfgang M. schrieb:> Ich habe einmal die Schaltung gezeichnet, passt das so?
Eher nicht. Der 100K Pulldown (R3) geht nicht gegen GND sondern gegen
-30V. Oder wieviel Spannung dein VFD braucht. Die wirksame Anoden-
spannung sind Vcc-(-30V) wenn wir bei obigen -30V bleiben.
> Kann ich die Heizungen in Serie hängen?
Du willst also anscheinend mehrere VFD Digits einzeln ansteuern?
Dann die Heizungen parallel.
> Weil wie machen ich das sonst am> besten, denn ich brauche eine Heizspannung < 1,25V
Entweder hast du eine hinreichend kleine Spannung (Netztrafo oder
Spannungswandler) oder du schaltest Widerstände in Reihe mit der
Heizung. Ersteres ist natürlich energiesparender.
> Ferner habe ich mir überlegt statt dem Transistorarray die einzelnen> Stufen aus je 2 Transistoren aufzubauen, dann müsste ich nicht extra> bestellen - denke aber, dass der Routing aufwand sehr groß werden> dürfte.
Du brauchst nur einen pnp-Transistor bzw. pnp-Digitaltransistor pro
Anode bzw. Grid. Angesteuert mit Logikpegel L-aktiv. Die Ausgänge der
Treiber schalten dann zwischen Vcc (aktiv) und -30V (Pulldown).
Die Heizung muß auf einer Spannung von ca. -25V liegen (gleichspan-
nungsmäßig). Traditionell mit einer Trafowicklung für die Heizspannung,
deren Mittelanzapfung über eine 4.7V Z-Diode mit der negativen
Vorspannung verbunden ist. Dann schalten Gitter und Anoden zwischen ~
-5V und ~ +30V bezüglich der Heizung.
Nochmal: entscheidend ist die (mittlere) Spannung zwischen der Kathode
(Heizdraht) und den Anoden bzw. Gittern. Zum Einschalten wird eine
Spannung von ca. 30V benötigt (zwischen 15..40V) und zum sicheren
Ausschalten eine leicht negative Spannung von -2..-5V.
Wenn du mit Gleichspannung heizen willst, dann halt -30V Vorspannung,
Heizung zwischen -25V und -30V mit hinreichend großem Vorwiderstand auf
der -30V Seite. Dann hat die Kathode zwischen -25V und -24.1V (bei
angenommenen 0.9V Heizspannung).
Bei diesen angenommenen Spannungsverhältnissen wird Heizung mit
Gleichspannung funktionieren. Kritisch wir es erst, wenn die effektive
Spannaung zwischen Heizdraht und Anoden über die Länge des Heizdrahts um
mehr als ca. 10% variiert.
Danke Axel für deine Antwort.
Nur leider verstehe ich noch immer nicht warum ich die Heizung dann
nicht auf GND legen kann und die Elemente mit +35V Ansteuern kann.
(siehe Bild)
Der Potentialunterschied ist ja immer der selbe, oder?
Mit freundlichen Grüßen!
Wolfgang M. schrieb:> Danke Axel für deine Antwort.> Nur leider verstehe ich noch immer nicht warum ich die Heizung dann> nicht auf GND legen kann und die Elemente mit +35V Ansteuern kann.
Können kannst du das. Aber der Aufwand wird dadurch eher höher. Die
meisten Anschlüsse an einem VFD sind nun mal Anoden bzw, Gitter. Und
dann macht es schon einen Unterschied ob man zum Ansteuern einen simplen
pnp-Transistor braucht oder einen H-Side Treiber der auf +35V schaltet.
Sobald der Krempel integriert ist, spielt es natürlich keine Geige mehr.
Dummerweise sind integrierte VFD-Treiber eher schlecht erhältlich.
Und apropos "Heizung auf GND" - kann gehen, ist aber grenzwertig. Alle
industriellen Schaltungen lassen die Heizung ein Stück über der
negativen Spannung floaten um so zwischen deutlich positiver Spannnung
(ein) und leicht negativer Spannung (aus) umschalten zu können. Machen
die sicher nicht aus Jux und Dollerei.
Wolfgang M. schrieb:> Edit: ist der TD62783APG gleich dem ULN2981? Da ich diese bei meinem> Versandhändler nicht bekomme.
Hallo Wolfgang,
den Baustein bekommst du als UDN2981 bei Reichelt.
Tatsächlich geliefert wird aber der TD 62783AP.
Ich habe selbst schon eine Reihe von Uhren mit VFDs gebaut. Um mir den
Aufwand mit den Transistoren zu sparen, nehme ich ausschließlich den
vorgenannten IC.
Zur Heizung: Ich schalte die Heizungen z.B. von sechs IV-11 Röhren
parallel und lege das Potential einer Seite über eine 1N400x Diode auf
Masse. Damit erzeuge ich eine kleine negative Vorspannung um die
unbenutzten Segmente zuverlässig dunkel zu schalten.
Dafür nutze ich den LT1936 um die 2,2V (1,5V Heizspannung und 0,7V
Spannungsabfall über die Diode) für die sechs parallelgeschalteten
Heizungen zu erzeugen.
Gruß
Volker
Danke!
gerne doch, habe es jetzt mit 4 Stück HC595 und 4 UDN2981 gebaut.
Außerdem habe ich, wie mir von Volker vorgeschlagen hat, 4 Dioden
benutzt um die Heizung um 0,7V von GND anzuheben.
Stromaufnahme bei 12V: 240mA
Die RS232 habe ich nur drauf gebaut um mir beim debuggen selbst zu
helfen, indem ich dann Variablen ausgeben kann ;)
Mit freundlichen Grüßen!
Vielen Dank für den Input, verwende ich vielleicht bei Version 2, die
soll dann auch die Sekunden anzeigen.
Hier habe ich nur einen Sekunden-Indikator gemacht indem die
Dezimalpunkte jeweils eine Sekunde leuchten und dann eine wieder nicht.
Danke! Musste mich beeilen, habe schließlich nur mehr eine Woche
Schulferien und noch etwas vor.
hp-freund schrieb:> Falls Du noch etwas tunen möchtest, und Du hast ja noch etwas Platz> mitten zwichen den Röhren.> Wie wäre es noch mit:>...............................................>> An sonsten Glückwunsch zum "schnellen" Projekt ;-)
Auch von mir Herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Projekt!
Ach ja, da Du sicherlich einen µC benützt, kannst Du leicht eine Datums-
und Sekundenanzeige auf Knopfdruck nachrüsten...;-)