Warum funktioniert die Tasterschaltung nicht?

Gast #4268473
Lesenswert?

Hallo Leute,

ich habe mit LTSpice eine Tasterschaltung aufgebaut. Die Anleitung habe 
ich aus dem Internet nachgebaut. Die LED sollte bei kurzer Betätigung 
des Tasters dauerhaft leuchten, bei erneutem kurzen Druck auf den Taster 
erlischen.

Leider berechnet LTSpice die Schaltung gar nicht oder gitb nur 
Fehlermeldungen aus. Da ich Anfänger bin würde ich mich über Eure Hilfe 
und Ratschläge sehr freuen.

Danke.
TOM
Angehängte Dateien:
Gast #4268478
Lesenswert?

Es zunächst an sich lobenswert, dass Du das ASC-File angehängt hast.

Allerdings könntest Du uns die Mühe ersparen, dass File selbst zu laden, 
wenn Du zusätzlich einen Screenshot postest (als PNG bitte). Dennoch ist 
das ASC-File sinnvoll, wenn die Fehler nicht trivial sind - andererseits 
sind die meisten Fehler trivial.

Wenn Fehlermeldungen auftreten ist es meistens sinnvoll diese 
Fehlermeldungen auch zu nennen.
Gast #4268502
Lesenswert?

... sorry.. bin noch neu und frisch hier ;)

Hier dir Grafik.

Fehler: Singular maxrix: check node 009
iteration No. 1

This ciruit has floating nodes.


Es war schon sehr schwierig für mich das mit dem Schalter irgendwie hin 
zu bekommen mit der Pulsspannung usw...

Der Taster soll durch die Pulsspannung nur kurz getippt werden, dann 5s 
ruhe, dann wieder ein Impuls...

Als Ergebnis sollte die LED D3 5s leuchten und 5s aus sein.

Soweit die theorie...

:)
Angehängte Dateien:
Gast #4268540
Lesenswert?

Max M. schrieb:
> Thomas schrieb:
>> This ciruit has floating nodes.
>
> Irgend ein Teil deiner Schaltung hat kein Bezugspotential.
> Verpasse V1 an negativen Ende noch ein Gound-Symbol.

Soweit stimme ich zu. Vermutlich ist V1 das Problem.

Für künftige Probleme kann man die Antwort noch etwas präzisieren:

Der Text: "check node 009"

verweist auf den Knoten mit der Nummer 009. Wenn Du mit dem Cursor über 
den Schaltplan fährst und auf Anschlüsse von Bauteilen kommst, wird Dir 
unten in der Statuszeile die Knotennummer angezeigt. Das an diesen 
Knoten angeschlossene Bauteil ist dann zu untersuchen - bzw. es kann 
dort auch ein Ground oder ein Bauteil fehlen.
Gast #4268543
Lesenswert?

Das hatte ich auch schon. Dann läuft die Simulation.. Allerdings kann 
ich nicht erkennen, dass die Schaltung wie gewünscht funktioniert.

Im neuen beiliegenden Bild sieht man oben grün die Spannungsausgabe von 
V1, in der Mitte blau die Spannung an beiden Enden der LED, unten in rot 
der Strom durch die Diode.

???
Angehängte Dateien:
Gast #4268568
Lesenswert?

Nun, zunächst einmal ist es besser etwas zu zeigen, was wenigstens 
formal korrekt ist. Das nächste Mal machst Du es bitte so.

Darüber hinaus, ist es natürlich völlig zwecklos, eine formal korrekte, 
aber nicht funktionierende Schaltung so zu ändern, dass sie formal 
inkorrekt wird, dann funktioniert sie erst recht nicht. Wenn Du das 
nächste Mal daran denkst, vermeidest Du einige Probleme.


So. Nun schau Dir nochmal die Beschreibung der Schaltung an. Wie 
funktioniert sie? Dieser Beschreibung folgst Du nun in der Simulation. 
Wenn etwas darüber gesagt wird, wann welcher Strom wie fliesst, 
versuchst Du das in der Simulation nach zu verfolgen und zu vergleichen. 
So lernst Du, wie das funktioniert und gleichzeitig den Umgang mit der 
Simulation. Das hilft Dir auch bei der späteren Fehlersuche in der 
realen Schaltung.

Falls Dir das letztere nicht gelingt, poste doch mal den Link zur 
Schaltung und zur Beschreibung.
Gast #4268603
Lesenswert?

Thomas schrieb:
> Hier der Link zur Schaltung. Es ist die Schaltung ganz unten. Da ist
> nicht viel erklärt.
>
> LG

Naja. Doch immerhin etwas:

"Erklärung der Funktionsweise :
Wir nehmen an, dass T1 gerade durchschaltet und T2 sperrt.
Liegt der Eingang auf +, so wird C1 über R5 und T1 aufgeladen. C2 ist 
entladen.
Wechselt nun der Eingang auf Minus, so wird C2 wieder entladen und C2 
wird über R6 und R3 geladen. Dieser Ladestrom entzieht der Basis von T1 
kurzzeitig den Strom, wodurch T1 sperrt und damit T2 wegen der nun 
positiven Verbindung über R4  durchschaltet. Das Flipflop ist umgekippt.
Der Vorgang kann sich nun hier wieder spiegelverkehrt wiederholen. Der 
Eingang muss wieder erst an Plus, dann an Minus gelegt werden."

Versuche das doch einmal nachzuvollziehen.

Zur Erklärung meiner "ausweichenden" Antworten: Ich möchte Dir 
allenfalls helfen Dir selbst zu helfen. Ich präsentiere Dir nicht 
einfach eine Lösung.
#4268610
Lesenswert?

Was geht schneller: Eine Schaltung aus 14 Bauelementen in (großzügig 
bemessen) 15 Minuten zusammenzustecken bzw. "fliegend" zu löten, oder 
sich mit einem Simulationsprogramm über Stunden herumzuärgern -nur, um 
dann festzustellen, daß die Simulation irgendwann läuft, aber die reale 
Schaltung
eben nicht?

MfG Paul
#4268635
Lesenswert?

Thomas schrieb:

> ich habe mit LTSpice eine Tasterschaltung aufgebaut.

Mit Simulationsprogrammen lernt man als Anfänger praktisch nichts,
sondern eher mit dem echten Aufbau von Schaltungen z.B. auf Loch-
rasterplatinen. Allerdings ist es nicht sinnvoll, T-Flipflops
mit diskreten Bauelementen aufzubauen. Das geht viel einfacher
mit fertigen ICs z.B. aus der 4000er-Serie.
Gast #4268664
Lesenswert?

Darauf gibt es

Paul B. schrieb:
> Was geht schneller: Eine Schaltung aus 14 Bauelementen in
> (großzügig
> bemessen) 15 Minuten zusammenzustecken bzw. "fliegend" zu löten, oder
> sich mit einem Simulationsprogramm über Stunden herumzuärgern -nur, um
> dann festzustellen, daß die Simulation irgendwann läuft, aber die reale
> Schaltung
> eben nicht?
>
> MfG Paul

"Was geht schneller" war hier nicht unbedingt die Frage.
Auf die Frage "wie kann ich meine Schaltung besser verstehen" lautet 
meine Antwort "mit LTSpice".
Gast #4268708
Lesenswert?

Thomas schrieb:
> Leider berechnet LTSpice die Schaltung gar nicht

Diese Schaltungen sind in Spice eh mit Vorsicht zu geniessen.

Normalerweise ist die Schaltung vollsymmetrisch mit exakt identischen 
Bauteilwerten. In welchem Zustand soll sie denn nach dem Einschalten 
gehen ? Q1 eingeschaltet oder Q3 eingeschaltet ? Das ist nicht 
definiert, mathematisch müsste sie in einem praktsich ausgeschlossenen 
"gleichmässig halbdurchgeschalteten" Zustand verharren.

Man braucht absichtliche Unsymmetrien, damit die Simulation erfolgreich 
sein kann. Bei dir reicht scheinbar die LED.

Auch Oszillatoren schwingen normalerweise in Simulationen nicht an, denn 
in der Realität geben kleinste Einstreuungen und Rauschsignale den 
Startwert vor. LTSpice simuliert sogar etwas rauschen.

Sorge also dafür (Kommando .IC Initial condition) daß symmetrische 
Schaltungen einen Startwert haben wie er später auch auftritt.
Gast #4268720
Lesenswert?

ich danke Euch sehr für Eure Hilfe und Unterstützung. LTSpice ermöglicht 
es mir die Gedanken zu den Bauelementen dort nachvollziehen zu können. 
Auch habe ich noch gar kein regelbares Netzteil oder einen 
Oszyllator.... Alles mal langsam angehen lassen. Meine ersten 
Erfahrungen machte ich mit dem ABC Elektronik Baukasten der DDR... 
Damals war ich 9 oder 10 und hatte riesen Spaß...

Also wir lesen bestimmt öfter mal voneinander.

LG
TOM
Gast #4268760
Lesenswert?

Tcf K. schrieb:
> "Früher" hat man über das Verständnis der Bauelemente das Funktionieren
> von Schaltungen verstanden... heute versucht man über das Simulieren von
> Schaltungen Bauelemente zu verstehen... wo der langfristigere Lerneffekt
> ist wird sich noch zeigen müssen.

Meiner Ansicht nach, sind die Erfahrungen mit dieser Methode eher so zu 
deuten, dass so nicht funktioniert. Dafür gibt es hier im Forum Tausende 
von Beispielen - ob in der Elektrotechnik oder der Informatik.
Mal abgesehen von anderen Gesichtspunkten, scheint mir ein Hauptpunkt in 
dem Spruch eines alten griechischen Elektronikers (Aristoteles) zu 
liegen: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.
Es ist daher wichtig, das Ganze sinnvoll in Teile gliedern zu können, 
damit aus der Synthese, was das Verständnis der Teile erfordert, ein 
Verständnis des Ganzen entsteht.

:-)

P.S. Der noch mit Gattern herum gespielt hat, ehe er zu den uPs kam.
#4268838
Lesenswert?

Tcf K. schrieb:

> "Früher" hat man über das Verständnis der Bauelemente das Funktionieren
> von Schaltungen verstanden... heute versucht man über das Simulieren von
> Schaltungen Bauelemente zu verstehen... wo der langfristigere Lerneffekt
> ist wird sich noch zeigen müssen.

Nun, man lernt auf diese Weise, das manche Schaltung, die simuliert
prima funktioniert, in Wirklichkeit garnicht geht und manche Schaltung
die in Wirklichkeit prima läuft, sich nicht simulieren lässt. Zu
letzteren könnte beispielsweise die Eintransistor-Blinkschaltung
aus einem Parallelthread gehören.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren