Das Galileo-System kommt in die Gänge. Wurde ja auch langsam Zeit.
Wieviele Jahrzehnte ist das denn schon in Planung? Bisher hat man ja nur
erst ein paar wenige Satelliten in Position gebracht. Wirklich nutzbar
war es deshalb bisher nicht. Auch wenn mein GPS-Empfänger gelegendlich
Galileo-Satelliten gefunden hat.
http://www.nachrichten.at/nachrichten/weltspiegel/Europa-baut-sich-ein-eigenes-Navi;art17,1969621
Braucht da der Endnutzer wieder neue Empfangsgeräte um das richtig zu
nutzen?
navigator schrieb:> Braucht da der Endnutzer wieder neue Empfangsgeräte um das richtig zu> nutzen?
Das Gerät muss Galileo unterstützen. Wenn das alte Gerät das tut, dann
nicht. Irgendwie logisch.
Kompatibel sind die beiden Systeme nicht. Die USA haben dafür gesorgt,
dass Galileo andere Frequenzen nutzt als GPS, weil sie sonst Galileo
nicht stören könnten, ohne GPS auch zu stören.
Wolfgang schrieb:> Dussel schrieb:>> Die USA haben dafür gesorgt, dass Galileo andere Frequenzen nutzt als GPS>> Dann guck mal, wo die vom gemeinen zivilen Nutzer frei nutzbaren L1> Frequenzen der beide Systeme liegen - du wirst dich wundern.> https://de.wikipedia.org/wiki/Globales_Navigationssatellitensystem
Ohne seinen Antiamerikanismus kann der dumme deutsche Dussel nicht
leben.
Stimmt irgendwie beides. ;-)
Je nachdem wie man die Frequenzbänder der zivilen und anderen Versionen
vergleicht ist es trotz gleicher Grundfrequenz mal das (fast) gleiche
und mal ein (fast) anderes Frequenzband.
Details siehe 2. Absatz von
https://de.wikipedia.org/wiki/Galileo_%28Satellitennavigation%29#GPS_.28USA.29
Bernd schrieb:> Ohne seinen Antiamerikanismus kann der dumme deutsche Dussel nicht> leben.
Das eigentliche Ziel wurde als Ergebnis der Verhandlungen verfehlt.
Ursprünglich wollte man eine hohe Verfügbarkeit sicherstellen, indem das
Signal nicht vorsätzlich gestört werden kann, ohne gleichzeitig auch das
auf der gleichen Grundfrequenz operierende militärische GPS unbrauchbar
zu machen. Die exakte Motivation dahinter ist mir unbekannt. Das muss
nicht gegen die Amerikaner gerichtet gewesen sein, sondern lässt sich
auch so verstehen, sie damit in einen Konflikt mit Dritten ggf.
hineinzuziehen, also zu eskalieren.
Bei gleicher Frequenz und grossem Frequenzband hätte eine Störung von
Galileo auch die militärische Nutzung von GPS lahm gelegt. Das haben die
Amerikaner in den Verhandlungen verhindert. Schmalbandige GPS Störung
legt nun beide zivilen System lahm, ohne das militärische GPS wesentlich
zu beeinträchtigen.
Bei einem separaten Frequenzband hätte man Galileo ohne jede
Nebenwirkung auf GPS unbrauchbar machen können und ausserdem wäre die
Empfangstechnik für die Nutzung mehrerer Systeme erschwert worden.
Völlig getrennte Frequenzen sind also nicht vorteilhaft. Die verwendete
Modulationstechnik verlangt das auch nicht.
Bernd schrieb:> Ohne seinen Antiamerikanismus kann der dumme deutsche Dussel nicht> leben.
Ich habe nichts gegen Amerika. Ich habe nur was gegen einige
Verhaltensweisen der USA. Und wenn man sich jemanden als Feindbild
aussucht, dann jemanden der es verdient hat. :-) Russland braucht dafür
noch ein bisschen Zeit.
A. K. schrieb:> Bei gleicher Frequenz und grossem Frequenzband hätte eine Störung von> Galileo auch die militärische Nutzung von GPS lahm gelegt. Das haben die> Amerikaner in den Verhandlungen verhindert. Schmalbandige GPS Störung> legt nun beide zivilen System lahm, ohne das militärische GPS wesentlich> zu beeinträchtigen.
Sowas wohl. Ich habe mich selber nicht damit beschäftigt, sondern
wiedergegeben, was damals durch die 'normale' (nicht rechte oder linke)
Presse ging. Das bezog sich wohl auf das, was du erklärst. Ist auch
schon lange her.
navigator schrieb:> Das Galileo-System kommt in die Gänge. Wurde ja auch langsam Zeit.
Verglichen mit dem BER liegt Galileo relativ gut im Rennen.
Galileo: Beschlussfassung 2003, geplanter Testbetrieb des produktiven
Sat-Netzes 2008 (real eher 2020), geplante Kosten 3,4 Mrd € (real eher
5,3 Mrd €).
BER: Beschluss 1996, geplante Eröffnung 2007 (real wohl nicht vor 2018),
geplante Kosten 1,7 Mrd € (real eher 5,3 Mrd € zzgl. ein paar
inoffizieller Mrd €).
Mittlerweile sollte man (Galileo) flexibel genug sein, so ein System
adaptierbar zu machen. Es muss ja sowieso breitbandig ausgelegt sein.
Die Sendefrequenz laesst sich schnell verschieben, Die Atomuhr als
Referenz eines PLL, einen neuen Wert in die Zaehler und man ist da. Die
Codesequenz ist ein paar Rueckkopplungskoeffizienten fuer ein
Schieberegister, laesst sich also auch schnell aendern. Das Problem
dabei : wer hat die aktuellen Werte ?
Natürlich geht das weiter.
Da sind noch so viele Milliarden abzugreifen.
Ist der Topf dann auf halber Strecke leer, gibt es auch ordentlich
Nachschlag.
pwm, schrieb:> Stimmt es, dass heutige Empfänger der Consumer-Klasse gar nicht für> Galileo geeignet sind?
ja.
Denn warum in die ICs extra Code einbauen und Lizenzen zahlen wenn der
Consumer es erst ab 2020 nutzen kann? Bis dahin ist die vom Hersteller
geplante Lebensdauer des Consumer-Geräts schon längst vorbei.