LED T8 Lampe für das Aquarium

Gast #4279766
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Hallo liebes Forum,

Ich überlege im Moment die Aquariumbeleuchtung auf T8 LED Röhren 
umzustellen. Zweifle jedoch noch im Moment ob es sich lohnt.

Der Wirkungsgrad einer LED Leuchtstoffröhre scheint nur in geringem Maße 
größer zu sein, als bei den herkömmlichen Röhren (90lm/w vs. 100lm/w). 
Dennoch wird z.b. bei Osram von bis zu 68% Einergieersparnis geredet.
Mich wundert jedoch, dass der Lichtstrom meistens nur etwa die Hälfte 
des Leuchtstoffröhrenlichtstromes beträgt.

Liegt die Energieersparnis darin, dass die LED Röhren das Licht 
gerichtet abstrahlen?

Sind euch vielleicht sogar Röhren bekannt, die lediglich einen Winkel 
von 60° haben um das Licht noch gezielter ins Wasser zu leiten?
#4279773
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@ Stefan (Gast)

>Der Wirkungsgrad einer LED Leuchtstoffröhre scheint nur in geringem Maße
>größer zu sein, als bei den herkömmlichen Röhren (90lm/w vs. 100lm/w).

Ist auch so.

>Dennoch wird z.b. bei Osram von bis zu 68% Einergieersparnis geredet.

Marketing!

>Liegt die Energieersparnis darin, dass die LED Röhren das Licht
>gerichtet abstrahlen?

Könnte man so auslegen. Aber Leuchtstoffröhrenlampen haben ja fast immer 
einen Reflektor, auch wenn der nicht perfekt ist.
Gast #4279784
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Genau beim Reflektor, habe ich so meine Bedenken.
Dieser besteht im Moment aus einem Stück Blech, das direkt auf die Röhre 
gesteckt wird. Ich vermute, dort geht vermutlich ein großer Teil des 
Lichtstromes flöten.

http://www.emka-aquaristik.de/picture/t5reflektor.jpg

Osram scheint von dem im 90° Winkel abgestrahltem Lichtstrom in der 
Berechnung auszugehen. Klar ist da viel Marketing dabei!
Gast #4279814
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Die Angabe "... im Vergleich zu herkömmlichen Leuchtstoffröhren...." 
bedeutet nichts anderes, als dass Äpfel mit Birnen verglichen werden. 
Wie ist "herkömmlich" definiert? Richtig! Die aller liderlichste 
Leuchtstoffröhre kurz vor Exitus wird als Referenz herangezogen. Wenn 
man in der Lage ist, Datenblätter zu lesen und Äpfel mit Äpfeln 
vergleicht, also sich innerhalb des gewünschten Lichtspektrums, 
erforderlichen Länge usw. bewegt, lässt sich nicht so einfach über den 
Tisch ziehen. Grade die Leuchten mit hoher Lichtausbeute haben i.d.R. 
eine sehr schlechte Farbwiedergabe. Bei aktuellen marktgängigen 
LED-Leuchtmitteln beträgt der CRI-Wert selten deutlich mehr als 80%. Ein 
hoher Ra-Wert (welcher ebenfalls häufig angegeben wird) bedeutet 
übrigens nicht automatisch einen hohen CRI-Wert, da der Ra-Wert sich auf 
Pastellfarben mit Weißanteil bezieht, was die tatsächliche 
Farbwiedergabe nicht korrekt repräsentiert. Zu beachten ist auch der 
enorme Preisunterschied, daher kann es sein, dass sich eine LED-Röhre 
bei GLEICHEN Rahmenbedingungen nie amortisiert, da auch diese einer 
nicht unerheblichen Alterung unterworfen ist. Es sei denn man ist 
bereit, in der Lichtqualität und der tatsächlichen Lichtmenge nicht 
unerhebliche Abstriche zu machen.
Gast #4279878
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Es ist schon etwas her, dass ich in meinem Studium Lichttechnik besucht 
habe. Die Schummlerei mit dem Ra Wert habe ich aber noch im Hinterkopf: 
Die LED wird GENAU auf die Testfarben hin optimiert.

Ich bin aber gerade kurz davor das Experiment mal einzugehen:

+
geringerer Abstrahlwinkel und damit vermutlich (bei schlechtem 
Reflektor) 10-15% mehr Wirkungsgrad.
+
Etwa 100Lumen pro Watt und daher etwa 10% mehr Wirkungsgrad.
-
Kein UV Anteil
-
unklar wie die mit dem Feuchten Aquarium zurande kommt

Das bedeutet, dass am Ende der Lebenszeit die Röhre etwa mit der 
Leuchtstoffröhre gleichliegen könnte.

2 Rähren 1,2m mit Versand 25€ von Osram. Erträglich für ein Experiment?
Gast #4280001
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Stefan schrieb:
> 2 Rähren 1,2m mit Versand 25€ von Osram. Erträglich für ein Experiment?

So ein Aquarium ist ein empfindliches Ökosystem, dass sehr stark auf 
Änderungen der Licht(-Qualität) reagiert.
Wenn du dir mit dem LED-Licht Cyanobakterien heranzüchtest, sind 25€ 
beim Teufel.
Wenn du dich bei Leuchtstoffröhren in der Lichtfarbe vertan hast, sind 
nur zwei neue Röhren für wenig Geld fällig.

Und du hast generell mehr Flexibilität, was Licht-Farbe und 
Spektralverteilung angeht, könntest z.B. Jahreszeitabhängig wechseln..

https://www.osram.de/media/resource/hires/333568/licht_kann_weiss-de.pdf
Gast #4283552
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Grundsätzlich will ich das LED-Licht nicht verteufeln, es gibt durchaus 
eine Handvoll brauchbarer Leuchten. Aber eines sollte jedem klar sein: 
Die Lampen werden nicht entwickelt, um Geld zu sparen oder "die Umwelt 
zu schonen"!
Gast #4300597
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2,5mg Quecksilber ist nicht gerade Umweltschonend ;-P
Soweit ich weiß, sind RoHS konforme LED Lampen frei von Schwermetallen.

Nun zum Thema, das Experiment hat leider nicht funktioniert:

Die Austauschlampen von Osram sind NICHT 100% rund, sodass die 
Abdichtung gegen Feuchtigkeit nicht funktioniert. Ich habe daher die 
Leuchtmittel nicht mal zum Probieren eingebaut und zurück geschickt.
Gast #4303842
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Wenn man etwas eine Ersatzlampe nennt, und diese dann etwa 3mm dicker 
ist und an einer seite nicht rund, dann wundert mich das einfach schon 
etwas.
Vor allem weil es keinen wirklichen Grund für die Abweichung gibt.

Aber klar: Wer wie ich das Datenblatt nicht genau ließt, dem bleibt ein 
Rücksenden eben nicht erspart.
#4303866
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Stefan schrieb:
> Hallo liebes Forum,
>
> Ich überlege im Moment die Aquariumbeleuchtung auf T8 LED Röhren
> umzustellen. Zweifle jedoch noch im Moment ob es sich lohnt.

aus einer rein geldwirtschaftlichen Betrachtung, lohnt das nicht.


> Der Wirkungsgrad einer LED Leuchtstoffröhre scheint nur in geringem Maße
> größer zu sein, als bei den herkömmlichen Röhren (90lm/w vs. 100lm/w).

Richtig beobachtet.

Der Energieverbrauch zur Beleuchtung ist nicht nur von der Lichtquelle, 
sondern auch der Leuchte und deren Anordnung gegenüber dem zu 
beleuchtendem abhängig. Richtige Anordnung und gute Leuchten 
(hochverspiegelt) sind oft viel wichtiger als neue Lichtquellen.

Bei Aquarienbeleuchtung ist die Spektralverteilung der Lichtquelle 
jedoch wesentlich wichtiger als der gemittelte Lichtstrom. Die übliche 
Ra Zahl und Angabe der Farbtemperatur hilft dir da nix.
Es gibt auch "growing light" LED für den Einsatzzweck, vgl. 
http://www.osram.de/osram_de/news-und-wissen/forschung-und-innovationen/urban-farming-mit-led/index.jsp
aber halt auch alte Bekannte Osram Fluora. Frag fragst einen lokalen 
Tomaten oder THC Züchter. Für die hat die Wachstumsintensität bei 
Kunstlicht ja ein wirtschaftliches Interesse.
Gast #4305768
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Ich hatte vor einigen Jahren beruflich mit T8 Leuchtstoff- und 
LED-Lampen zu tun. Wir haben bei Leuchtstoff mit 50 und bei LED mit 70 
Lumen/W gerechnet.
Ob sich daraus ein Vorteil der Umrüstung ergibt, musst Du Dir für Deine 
Anwendung selbst ausrechnen-
Gast #4316105
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Wir stellen auch LED leuchten her, aber keine für 20€, das ist 
gepresster misst. Momentan sind wir bei Realistischen 160lumen / Watt 
und ein CRI von 83, mit handelsüblichen Samsung midpower LEDs. Für 
Feuchtigkeitsanwendungen sollte man auf Keramikleds zurückgreifen. Wenn 
ein dünner LED streifen so viel Leistung bringen soll um mit einer Röhre 
gleich zu ziehen und dabei noch effizienter und langlebiger sein soll 
muss eine Kühlung her, möglichst viele LEDs und ein gutes Netzteil.

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