Welcher Lötkolben

Gast #4340724
Lesenswert?

Hi,

nach wirklich umfangreicher Suche bin ich zu dem Entschluss gekommen, 
dass mir eine Lötstation, so praktisch sie auch am Werkstatttisch 
aussehen mögen, nichts bringt, da die, die etwas bringen könnten, mir zu 
teuer sind. => Es soll also nur ein Lötkolben werden (Weller oder Ersa).

Meine Anforderungen:
- Reines Hobbylöten alle paar Tage mal wie kleine Schaltungen, LEDs, 
wenig Entlöten
- Etwas Elektrik
- Der Lötkolben sollte genug Power haben um auch mal ein paar 1, 2 mm 
Litzenkabel verlöten zu können

Weller ist mir für das Gebotene zu teuer (Budget: 80-100€).

Von Ersa finde ich diese intereressant:
* Ersa PTC 70 (0710CD) 75W
* Ersa 80 S 80W
* Ersa 30 S 40W

Ist die Ersa PTC 70 für meine Anforderungen ok oder gibt es besseres für 
das Geld?

Die 30 S erscheint mir mit ihren 40W zu schwach, kann mich aber auch 
täuschen.

Grüße!
Gast #4341260
Lesenswert?

Rufus Τ. F. schrieb:
> was nützt eine
> Temperaturregelung, bei der man die erzielte Temperatur nur durch Beten
> bestimmen kann?

Ich habe diesen Kolben (als Zweitkolben) und bin sehr zufrieden damit. 
Er regelt recht gut.
Der Vorteil ist natürlich, dass es überhaupt eine Regelung ist. Also, 
dass die Temperatur konstant bleibt. Das ist bereits Grund genug. Und 
wenn man etwas Erfahrung hat, dann kann man Temperaturen ja auch recht 
gut abschätzen.
Es ist halt ein sehr mobiler gut geregelter Kolben um auch mal etwas 
empfindliches nicht am Tisch zu löten, sondern in freier Wildbahn.
Er ist sein Geld wert.
Am Tisch arbeite ich natürlich mit einer normalen geregelten 
Tischstation mit Temperaturanzeige.
#4341515
Lesenswert?

Ich hab nach fast 10 Jahren privater Bastelabstinenz neulich wieder mal 
meinen Ersa 30S herausgekramt und hab mich damit angestellt wie der 
erste Mensch. Die genannten Litzen kriegst du damit locker gelötet, aber 
durch die fehlende Regelung strapazierst du die Bauteile unnötig und ehe 
du dich versiehst sind die Augen von ner Punktrasterplatine weggebrannt, 
weil die Temperatur im Leerlauf einfach zu hoch liegt.

Nachdem ich es in der Firma seither nur noch mit Stationen von 
Weller/Ersa/JBC zu tun hatte frag ich mich, wie ich damals mit dem 
ungeregelten Kolben lauffähige Schaltungen zustande gebracht habe.

Tu dir das nicht an und besorg dir eine geregelte Station, wenn du nicht 
mobil sein musst beim Löten! Für das Geld des geregelten Kolbens 
bekommst du vielleicht schon etwas, was für den Hobbybereich taugt (kenn 
mich da leider nicht aus, aber sollte ja genügend Threads darüber im 
Forum geben...), zur Not sparst du halt etwas länger, es lohnt sich.
Vorteil bei der Station ist die komfortablere Bedienung und 
wahrscheinlich bist du in Sachen Reparatur/Austausch damit besser 
bedient als beim geregelten Kolben.
Persönliche Seite #4341618
Lesenswert?

Maximilian S. schrieb:
> Sonst liest man hier dutzendfach "evtl. reicht ein einfacher Lötkolben -
> es muss nicht immer eine Station sein"

Tut man das? Nun gut, es gibt hier auch Löttrolle, die an Lötspitzen 
herumfeilen, da ist natürlich jede bizarre Meinung möglich.

Ob Lötstation oder alleinstehender Lötkolben - es kommt auf eine 
brauchbare Temperaturregelung an.

Gibt es nicht eine Netzspannungsausführung der Magnastat? Bei der wird 
die Temperatur über die Lötspitzen vorgegeben, so daß es keine mit 
Pünktchen "beschrifteten" Drehknöpfe braucht.

Wichtig beim Lötkolben (ob mit oder ohne Station) ist das möglichst 
flexible Kabel; nichts nervt mehr als ein steifes Kabel, das am 
Lötkolben zerrt.
Gast #4343899
Lesenswert?

Rufus Τ. F. schrieb:
> Tut man das? Nun gut, es gibt hier auch Löttrolle, die an Lötspitzen
> herumfeilen, da ist natürlich jede bizarre Meinung möglich.

Hier spricht der Löttroll.
Er lötet ca. 35 Jahre mit einem 24V/16W Lötkolben und in den letzten
ca. 10 Jahren auch QFP-(RM 0,5mm) oder QFN-Gehäuse mit je nach Bedarf 
angefeilter Lötspitze.
#4344965
Lesenswert?

mimi schrieb:
> Minderwertige Spitze ...

Die Spitze kostet als Ersatzteil 70 Cent und ist leicht auszuwechseln.
http://www.pollin.de/shop/dt/OTk4OTk0OTk-/Werkstatt/Loettechnik/Zubehoer/Ersatz_Loetspitze.html

mimi schrieb:
> ... und keine Leistung

30W sind für die meisten Arbeiten mehr als ausreichend.

Ich hab' so'n Teil in der "mobilen Werkzeugtasche" und für sein Geld 
funktioniert's recht gut.

Allerdings löte ich seit 35 Jahren hauptsächlich mit einen ungeregelten 
ERSA TIP 260.
http://www.reichelt.de/ERSA-Loetkolben/TIP-260BD/3/index.html?&ACTION=3&LA=2&ARTICLE=69393&GROUPID=549&artnr=TIP+260BD
Und komme sehr gut damit zurecht.

Grüße Löti
#4348351
Lesenswert?

Rufus Τ. F. schrieb:
> Und mit 16 Watt
> zu wenig Leistung.

> http://www.ersa-shop.com/ersa-l%C3%B6tkolben-230v-p-2701.html

Es gibt auch andere Erfahrungen. siehe:

Lothar S. schrieb:
> Allerdings löte ich seit 35 Jahren hauptsächlich mit einen ungeregelten
> ERSA TIP 260.
http://www.reichelt.de/ERSA-Loetkolben/TIP-260BD/3/index.html?&ACTION=3&LA=2&ARTICLE=69393&GROUPID=549&artnr=TIP+260BD

und

wolleg schrieb:
> Er lötet ca. 35 Jahre mit einem 24V/16W Lötkolben und in den letzten
> ca. 10 Jahren auch QFP-(RM 0,5mm) oder QFN-Gehäuse mit je nach Bedarf
> angefeilter Lötspitze.

Je nach Anwendungsfall stehen mir auch 40W und 80W Lötkolben zur 
Verfügung. (kommt rel. selten vor)

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren