Hallo,
ich habe eine vlt. ungewöhnliche Frage, aber ich wollte sichergehen.
Ich arbeite manchmal von Zuhause aus mit meinem Arbeitslaptop, und
verbinde mich mit meinem Arbeitsnetzwerk mit VPN (OpenVPN).
Andere private Laptops (Mitbewohner) sind währendessen auch mit meinem
Home-Netzwerk verbunden (wie auch mein Arbeitslaptop) aber NICHT mit dem
VPN.
Wird irgendetwas, was mit diesen anderen Laptops gemacht wird, über VPN
geroutet? Oder kann ich sicher sein, dass der gesamte Verkehr dieser
Laptops privat bleibt, auch wenn sie zum selben Heimnetz verbunden sind
wie mein Arbeitslaptop? D.h. kriegt mein Arbeitgeber nicht mit, was
meine Mitbewohner in ihren privaten Laptops machen, falls er den
VPN-Verkehr protokolliert?
Andi schrieb:> Wird irgendetwas, was mit diesen anderen Laptops gemacht wird, über VPN> geroutet?
kommt darauf an, ist das OpenVPN auf deinem Arbeitslaptop oder hast du
einen Router mit OpenVPN?
Andi schrieb:> OpenVPN ist auf dem Arbeitslaptop
dann läuft nur der Datenverkehr von dem Laptop darüber, die anderen PCs
können über den VPN keine Daten übertragen.
Andi schrieb:> OpenVPN ist auf dem Arbeitslaptop
dann könnten die anderen immernoch darüber routen, das machen sie aber
nicht von alleine, wenn du also nichts derartiges eingerichtet hast bist
du vermutlich sicher
Marc S. schrieb:> dann könnten die anderen immernoch darüber routen, das machen sie aber> nicht von alleine, wenn du also nichts derartiges eingerichtet hast bist> du vermutlich sicher
ein modifiziertes Windows routet keine IP-Daten. (nur die Server
Versionen)
Md M. schrieb:> Man kann sich auch, falls man es genau wissen will, einfach die Routing> Tabelle anschauen. Unter Linux mit
bringt nur wenig. Ohne bei Linux ipv4_forward zu aktivieren wird auch
nichts geroutet. Bei Windows (nicht Server) ist das gar nicht
vorgesehen.
Peter II schrieb:> bringt nur wenig. Ohne bei Linux ipv4_forward zu aktivieren wird auch> nichts geroutet. Bei Windows (nicht Server) ist das gar nicht> vorgesehen.
Klar bringt das was. Ich sehe, welche Route meine Daten nehmen. Was hat
das mit ipv4_forwarding zu tun? Die Rechner des TE sollen ja auch nichts
(von anderen Rechnern) routen, es ging nur darum, dass man sehen kann,
wohin die Rechner (seiner und die seiner Mitbewohner) ihre Daten
schicken.
Md M. schrieb:> Klar bringt das was. Ich sehe, welche Route meine Daten nehmen. Was hat> das mit ipv4_forwarding zu tun? Die Rechner des TE sollen ja auch nichts> (von anderen Rechnern) routen, es ging nur darum, dass man sehen kann,> wohin die Rechner (seiner und die seiner Mitbewohner) ihre Daten> schicken.
genau es geht darum, wohin die anderen PC ihre Daten schicken und das
sieht man kaum an der Routing Tabelle vom Arbeitsplatz PC.
Peter II schrieb:> genau es geht darum, wohin die anderen PC ihre Daten schicken und das> sieht man kaum an der Routing Tabelle vom Arbeitsplatz PC.
Doch, auf der Tabelle jedes einzelnen PCs.
Md M. schrieb:> Doch, auf der Tabelle jedes einzelnen PCs.
davon hast du nichts geschrieben, außerdem muss dort auch nichts steht.
Es kann auch im Router umgeleitet werden.
Alle anderen Laptops haben windows, ja.
Also wenn ich das richtig verstehe kann ich sicher sein, dass wenn ich
nichts in den Mitbewohner-Laptops installiert habe, nichts von deren
Traffic über den VPN kommt?
Peter II schrieb:> Md M. schrieb:>> Doch, auf der Tabelle jedes einzelnen PCs.>> davon hast du nichts geschrieben, außerdem muss dort auch nichts steht.
Ich hab auch nicht geschrieben, dass er dabei auf einem Bein stehen soll
:) Ich habe nur geschrieben, dass in der Routing-Tabelle eines Rechners
steht, wohin die Daten gehen.
>> Es kann auch im Router umgeleitet werden.
Ja, wenn auf dem Router VPN für seine Firma konfiguriert ist, klar. Das
ist doch aber nicht so.
Andi schrieb:> Alle anderen Laptops haben windows, ja.>> Also wenn ich das richtig verstehe kann ich sicher sein, dass wenn ich> nichts in den Mitbewohner-Laptops installiert habe, nichts von deren> Traffic über den VPN kommt?
Insbesondere kannst du davon ausgehen, wenn du auf dem Router nichts
installiert hast.
Md M. schrieb:>> Es kann auch im Router umgeleitet werden.> Ja, wenn auf dem Router VPN für seine Firma konfiguriert ist, klar. Das> ist doch aber nicht so.
nein auch so, er kann die Daten über den Arbeitslaptop routen, wenn man
es denn will.
Peter II schrieb:> Md M. schrieb:>>> Es kann auch im Router umgeleitet werden.>> Ja, wenn auf dem Router VPN für seine Firma konfiguriert ist, klar. Das>> ist doch aber nicht so.>> nein auch so, er kann die Daten über den Arbeitslaptop routen, wenn man> es denn will.
Jo. Und wenn das so konfiguriert wär, würde er das in der
Routingtabellen auf den Rechnern seiner Mitbewohner sehen. Mehr behaupte
ich ja gar nicht.
Md M. schrieb:> Jo. Und wenn das so konfiguriert wär, würde er das in der> Routingtabellen auf den Rechnern seiner Mitbewohner sehen. Mehr behaupte> ich ja gar nicht.
warum sollte das dann in der Tabelle der andere PCs stehen?
Peter II schrieb:> warum sollte das dann in der Tabelle der andere PCs stehen?
Warum sollten die anderen PCs ihre Daten zu des TEs Laptop schicken,
wenn es nicht in ihrer Routingtabelle stünde?
Md M. schrieb:> Warum sollten die anderen PCs ihre Daten zu des TEs Laptop schicken,> wenn es nicht in ihrer Routingtabelle stünde?
sie schicken die Daten auch nicht an den Laptop sondern an den Router
und dieser verschickt sie an den Arbeitsplatz PC.
Peter II schrieb:> warum sollte das dann in der Tabelle der andere PCs stehen?
Weil sie ansonsten keine Ahnung hätten, dass sie bestimmte Pakete
jenseits ihrer default route schicken müssen.
Aber nochmal zur Beruhigung des TE: auch, wenn solche Spielchen
technisch im Prinzip machbar sind, würden sie nur funktionieren,
wenn das OpenVPN auf deinem Laptop dahingehend konfiguriert worden
ist, so etwas zu tun. Es würde auch nichts helfen, wenn $HACKER
auf dem Nachbar-Computer seine eigene Routingtabelle manipuliert und
deinem Laptop auf diese Weise Datenpakete aufdrängelt, davon allein
schickt er sie trotzdem nicht ins VPN (und nicht zurück).
Jörg W. schrieb:>> warum sollte das dann in der Tabelle der andere PCs stehen?>> Weil sie ansonsten keine Ahnung hätten, dass sie bestimmte Pakete> jenseits ihrer default route schicken müssen.
falsch, der Router kann sie immer "zurück" zum Arbeitsnotebook routen.
Es ist nirgend festlegt das der Router immer ins Internet routen muss.
Peter II schrieb:> sie schicken die Daten auch nicht an den Laptop sondern an den Router> und dieser verschickt sie an den Arbeitsplatz PC.
Konjunktiv! Ich habe nicht behauptet, dass sie ihre Daten an den Laptop
schicken. Ich habe gesagt, dass, wenn sie es täten, es in deren
Routingtabellen stünde. Und dass, wenn der TE am Router nichts verändert
hat, der die Daten auch nicht ins VPN der Firma des TE schickt.
Md M. schrieb:> Peter II schrieb:>> sie schicken die Daten auch nicht an den Laptop sondern an den Router>> und dieser verschickt sie an den Arbeitsplatz PC.>> Konjunktiv! Ich habe nicht behauptet, dass sie ihre Daten an den Laptop> schicken. Ich habe gesagt, dass wenn sie es täten, es in deren> Routingtabelle stünde. Und dass wenn der TE am Router nichts verändert> hat, der die Daten auch nicht ins VPN der Firma des TE schickt.
und wenn die Firma von Ferne über das VPN den Router um konfiguriert
hat?
Nein, VPN läuft NUR auf dem Arbeits-Laptop, NICHT im Router oder in den
Mitbewohner-PCs. Es war eine Standard-OpenVPN Installation.
Ich möchte nur nicht, dass der Traffic meiner Mitbewohner für meinen
Arbeitgeber einsehbar ist, wenn ich gleichzeitig mit VPN verbunden bin
Peter II schrieb:> falsch, der Router kann sie immer "zurück" zum Arbeitsnotebook routen.
Fragt sich nur, warum zum Geier™ der das tun sollte. Auch das
müsste ihm ja jemand konfiguriert haben.
Nichtsdestotrotz müsste das Arbeitsnotebook dennoch überhaupt erstmal
gewillt sein, Pakete weiterzuleiten (dass IP forwarding initial
abgeschaltet sein muss, ist eine Forderung der RFCs).
Davon abgesehen, würde dieses Szenario normalerweise zu einem ICMP
redirect führen, damit der entsprechende Endpunkt künftig nicht mehr
den umständlichen Weg über den Router sondern den direkten Weg wählt.
Danach steht es dann doch wieder (dynamisch) in der Routingtabelle …
Aber all die Theoretisiererei geht völlig an der Frage des TEs vorbei.
Peter II schrieb:> und wenn die Firma von Ferne über das VPN den Router um konfiguriert> hat?
Um sich zusätzliche Eindringlinge zu bescheren? Die müssten dann aber
ziemlich besche***rt sein.
Außerdem hat ein Notebook mit einem OpenVPN normalerweise ja wohl
keine Administrationshoheit über einen Router im Netz.
Andi schrieb:> Ich möchte nur nicht, dass der Traffic meiner Mitbewohner für meinen> Arbeitgeber einsehbar ist, wenn ich gleichzeitig mit VPN verbunden bin
Prinzipiell könnte sich natürlich bei aktivem VPN-Tunnel jemand von
dort aus einen Zugang auf dem Laptop verschaffen (auf was für immer
einem Weg, bspw. über ssh, falls sie da selbst einen Account auf dem
Laptop haben), und dann könnten sie auch sowas wie tcpdump laufen
lassen.
Allerdings bringt das im Zeitalter geswitchter Netzwerke nicht
übermäßig viel an Traffic anderer unbeteiligter Netzwerkknoten zum
Vorschein, da (außer den eigenen Paketen) der Switch nur die Broadcasts
zu dir verteilen wird. Für alles andere bräuchte man ein port
mirroring auf dem Netzwerkswitch.
Andi schrieb:> Und OpenVPN habe ich selber installiert, war wie gesagt die> Standard-Installation mit einer Konfigurationsdatei, die mir> bereitgestellt wurde
Das allein hilft nicht viel (außer dass es auf diese Weise natürlich
recht unwahrscheinlich ist, dass dein Brötchengeber auf deinem ja
offenbar eigenen Computer irgendeinen Account hat), denn OpenVPN
kann vom Server zum einwählenden Client auch bestimmte Aktionen
rüberschieben (“push”), eben bspw. Routingeinträge.
Was sie genau machen, kannst du dir aber auch auf dem Client als
Debug-Info anzeigen lassen.
Andi schrieb:> SSH-Zugriff zum Arbeitslaptop hat er nicht
Könnte natürlich immer noch irgendein Sicherheitsloch ausnutzen. ;-)
Aber wie ich oben schon schrieb, in einem geswitchten Netzwerk bekommst
du von deinen Nachbarn nur ein paar Broadcasts, aber nicht den
eigentlichen Traffic.
Ihr habt sehr viele theoretische Szenarios beschrieben, wie das aussehen
könnte, aber im Normalfall, mit einem einfachen VPN-Zugriff, und nichts
in den Mitbewohner-Laptops oder Router konfiguriert, würde das nicht
passieren können oder?
Peter II schrieb:> Md M. schrieb:>> Peter II schrieb:>>> sie schicken die Daten auch nicht an den Laptop sondern an den Router>>> und dieser verschickt sie an den Arbeitsplatz PC.>>>> Konjunktiv! Ich habe nicht behauptet, dass sie ihre Daten an den Laptop>> schicken. Ich habe gesagt, dass wenn sie es täten, es in deren>> Routingtabelle stünde. Und dass wenn der TE am Router nichts verändert>> hat, der die Daten auch nicht ins VPN der Firma des TE schickt.>> und wenn die Firma von Ferne über das VPN den Router um konfiguriert> hat?
Jetzt wirds albern. Wenn, dann haben sie den Laptop des TE über die
VPN-Conifg über das reine VPN hinaus verändert (k.A. ob das möglich ist,
zumindest bei OpenVPN würde ich mal stark davon ausgehen).
Du kannst doch einfach mit tracert -4 google.de schauen wie die route
von beiden PCs zu google ist. In der Router deines Mitbewohners dürfte
dann keine IP deines Arbeitgebers auftauchen.
Was für einen Router hast du ? Ne Fritzbox ? Bei manchen Modellen kann
man ein Gastnetzwerk einrichten. Damit hast du dann "getrennte" Netze
ggf. fühlst du dich dann sicherer.
Gruß JackFrost
Du könntest auch dein Netzwerk aufrüsten und einen Anständigen™ Router
einbauen. Dann konfigurierst du dir zwei unabhängige Netzwerke, eins
fürs Heimnetz uns eins für das Laptop.
So hatte ich das vor ein paar Jahren auch mal im Einsatz.
Das Arbeits-Laptop hat damals einige seltsame Aktionen abgefeiert
(interne IPs abgesucht auf SMB Shares, versucht sich am Asterisk/VoIP
Server anzumelden, Portscans gemacht). Das wanderte dann gaaaanz schnell
in die DMZ, soll es sich da austoben wo nix ist.
Ein VPN-Tunnel ist genau das, was der Name aussagt. Ein Tunnel.
Der existiert nur zwischen den beiden Tunnelendpunkten ("unterwegs
Einkoppeln" geht also nicht). Auch wer den Datenstrom zwischen den
Endpunkten zu Gesicht bekommt, sieht nur Kauderwelsch, weil nur die jene
die zum Ver- und Entschlüsseln notwendigen Keys haben.
Wenn der Laptop nicht routet (das tut er normalerweise nicht, es sei
denn, man schaltet Routing explizit ein) und es keine andere Möglichkeit
(ssh, remote desktop, ...) gibt, sich übers Netz am Laptop anzumelden,
kann nur der den Tunnel benutzen, der davorsitzt.
Allerdings ist es nicht ausgeschlossen, daß der Laptop - so man das
nicht unterbunden hat - von sich aus "Firmengeheimnisse" ins lokale Netz
bläst (z.B. über ungefragte Windows-Browse-Requests den Domänennamen
verrät). Deswegen macht eine gute VPN-Software normalerweise lokale
Verbindungen dicht (Firewall), wenn sie den Remote-Tunnel aufmacht.