Komm gerade von der Arbeit, hatten noch eine Besprechung und ich würde
am liebsten direkt am Montag meine Kündigung hinlegen...
Folgendes, in meinem Bereich der Entwicklung sollen einige Prozesse
abgeändert und angepasst werden. Soweit ja kein Problem. Allerdings
entscheiden andere was angepasst wird bzw. wie künftig gearbeitet werden
muss. Vorranging ist da das Qualitätsmanagement am entscheiden.
Nun macht das ja aufgrund von Kundenvorgaben bzw. deren Bedingungen
Sinn, das ist mir und den Kollegen aus der Entwicklung durchaus klar.
Allerdings soll das dann auch für die anderen Projekte umgesetzt werden
um nicht zweigleisig zu fahren.
Problem an der Sache, der Verwaltungsaufwand der an uns hängen bleibt
steigt um ein vielfaches. Jedem von uns aus der Entwicklung ist klar,
dass so noch viel weniger produktiv geleistet werden kann als derzeit.
Wobei vor einem halben Jahr noch angedacht war die Strukturen und
Abläufe so zu ändern, dass mehr produktive Entwicklungsarbeit geleistet
werden kann bzw. dass der Verwaltungsaufwand in der Entwicklung wieder
etwas zurück geht.
Die QM sitzt hier leider am längeren Hebel, die GL sieht die Problematik
nicht und wir aus der Entwicklung müssen den Schwachsinn ausbaden...
Das ärgerliche ist, dass unsere Meinung überhaupt nicht berücksichtigt
wird. Es wird ganz klar von uns aufgezeigt was dadurch passieren wird
aber das interessiert gar kein...
Besonders traurig, in der Produktion hat die QM bereits gewütet und die
bekommen nichts mehr fertig weil sie mit den neuen Arbeitsanweisungen so
eingeschränkt sind, dass sie gar nicht mehr richtig arbeiten können. :)
Das scheint aber gar nicht bei der GL an zu kommen, oder die
Geschäftszahlen sind noch zu jungfräulich damit die das erkennen können.
Ich seh da echt schwarz und kann mir nicht vorstellen das so noch Geld
verdient ist.
Hat schon mal wer ähnliches erlebt, gibt es Möglichkeiten hier noch die
Notbremse zu ziehen?
Was kann man da tun?
Sollte ich mich sicherheithalber schon mal nach einem anderen Job
umsehen?
Jetzt hab ich vergessen zu schreiben, dass das dann alles in unserer
Verantwortung liegt obwohl wir keinerlei Einfluss darauf haben.
Im Zusammenhang damit, dass unsere Meinung nicht berücksichtigt wird
strapaziert das schon sehr an den Nerven.
lip
> Hat schon mal wer ähnliches erlebt,
laufend und seit Jahren
> gibt es Möglichkeiten hier noch die Notbremse zu ziehen?
die Mittel dazu hast du doch gar nicht!
> Was kann man da tun?
Dienst nach Vorschrift und nach der Uhr, mehr nicht!
> Sollte ich mich sicherheithalber schon mal nach einem anderen Job> umsehen?
kannst du und solltest du tun, um festzustellen, dass es anderswo nicht
viel anders ist!
Wenn du nicht in der Lage bist, die Anforderungen, die an dich gestellt
werden, zu erfüllen, bekommst du anderenorts die Frage: warum sind Sie
dort weg?
Was sagst du dann dazu: hat mir nicht mehr gefallen, war mir zu streßig?
Bei uns ist das genau andersherum.
Es gibt keine (funktionierende) QM.
Die Produkte funktionieren so leidlich. Sie sind nicht zu 95%, sondern
eher zu 75% fertig.
EMV Prüfungen werden nur manchmal - und oft erst nachträglich
durchgeführt - wenns beim Kunden mal wieder nicht funktioniert - und
dieser insistiert... .
Interne Prozesse sind nicht definiert oder werden nicht eingehalten.
Sanktionen für Schlampereien - Fehlanzeige.
Code-Reviews - gibt es nicht. Hardware - reviews - muß man sich Kollegen
selbst für organisieren - sind nicht eingeplant.
Bei uns kann quasi jeder "Happy Engineering" betreiben. (von Happy
Slapping)
Dazu mag natürlich keine Abteilung die Andere : Entwicklung - Fertigung.
Die Böse QM gibt es ja de facto nicht. Der Vertrieb ist der natürliche
Feind der Fertigungs-Werker - er sorgt für Überstunden und Stress. Das
wir noch nicht durch die ISO900x Prüfung durchgerasselt snd - wundert
jeden. Was der Auditor vermutlich "bar" bekommt - würde wohl jeder gern
wissen. Ahja - und ein Ticketystem o.ä. - das Aufgaben / Auslastungen
dokumentiert - und Arbeitsfortschritte in Projekten transparenter machen
könnte - gibt es in nicht gelebter Papierform.
Also - Alles hat zwei Seiten.
Achja. Du kannst jetzt halt nicht mehr wie gewohnt vor dich hinfrickeln,
sondern musst plötzlich Qualität abliefern und vor allem auch
dokumentieren.
Ich kann verstehen, dass dich das stört.
QM (Gast)
Datum: 11.12.2015 19:50
> Achja. Du kannst jetzt halt nicht mehr wie gewohnt vor dich hinfrickeln,
wieso eigentlich nicht ?
> sondern musst plötzlich Qualität abliefern
nee, denkste > Ihr QM-Fuzzis müßt prüfen ob die Qualität simmt!
> und vor allem auch dokumentieren.
das hättes gern so, dass die deine Arbeit mitmachen!
> Ich kann verstehen, dass dich das stört.
er sieht seine Chancen nur noch nicht, warte mal ab!
lip (Gast)
> Jetzt hab ich vergessen zu schreiben,
mach dich nicht so heiß > verrückt!
> dass das dann alles in unserer Verantwortung liegt
lass dir keine Märchen einreden .... immer schön rhig
> obwohl wir keinerlei Einfluss darauf haben.
doch hast du, denn wer Verantwortung hat > muß auch die Instrumene dazu
bekommen, ansonsten würde ich eine LMAA Meinung für mich selber fahren!
> Im Zusammenhang damit, dass unsere Meinung nicht berücksichtigt wird> strapaziert das schon sehr an den Nerven.
nur weil du noch nicht richtig drüber nachgedacht hast.
Bekommst du mehr Kohle > nein, bist du Vorgesetzter von Zulieferern oder
der int. Wareneinangsprüfng > nein, du bekommst den gleichen Käse wie
bisher vorgesetzt, lässt dich aber nun in ein Hamsterrad zwängen?
Den Blödsinn hat sich wieder ein Typ aus der QM- oder BWL-Fraktion
ausgedacht, um sich dort die Arbeit u. Verantwortung vom Hals zu halten.
Sprich mit deinen Kollegen intern und zieht alle mal kräftig an der
Bremse!
Macht aus jedem klitzekleinen Problem bei eurer bisherigen Arbeit eine
Meldung an die QM und den Wareneingang > Materialversorgung > PL, Ihr
könnte die Vorgaben so nich mehr einhelten, es müße sich von dort jemand
um das Problem kümmern und Änderungen vornehmen > Aufgaben abwälzen und
Probleme delegieren!
Seht es als Chance, den Ball wieder an den Problemauslöser
zurückzugeben!
Es ist doch ganz klar, dass Qualitaetsansprueche bei der Entwicklung
mitbedacht werden muessen. Und zwar nicht erst in der Endphase, sondern
schon weit vor dem Beginn eines Projektes.
Dazu gehoeren auch :
- EMV
- Produktehaftung
- Fabrizierbarkeit
- Servicebarkeit
- Debugging, auch im Feld
- Lagerhaltung
Falls das Produkt fuer laenger wie nur grad fuer den Weihnachtsverkauf
im Verkauf sein soll, sollte man sich ebenso Gedanken machen zu
- Versionierung
- Dokumentation
Ja, Alles schon vor der Entwicklung, waehrend der Entwicklung, waehrend
der Produktion, bis zum Ende des Produkltezyklus, dem Verkauf ueber den
Grabbeltisch.
дамрфкнилх schrieb:> Falls das Produkt fuer laenger wie nur grad fuer den Weihnachtsverkauf> im Verkauf sein soll, sollte man sich ebenso Gedanken machen zu> - Versionierung> - Dokumentation>> Ja, Alles schon vor der Entwicklung, waehrend der Entwicklung, waehrend> der Produktion, bis zum Ende des Produkltezyklus, dem Verkauf ueber den> Grabbeltisch.
Alles richtig!
Nur in der Praxis hapert es!
Wo wird was vernünftig dokumentiert und für alle Beteiligten einsehbar
abgelegt?
In praktisch allen Firmen, die ich kenne fehlt es da an 2 Dingen:
1.) Dokumentation, also wo wird wann was wie abgelegt
2.) Kommunikation, das was Stand der Dinge ist, sinnvoll weiterzugeben.
Der Produktzyklus kann von einigen Monaten bis hin zu 30 Jahren gehen,
garantierte Lieferung von Ersatzteilen.
Vor 20 Jahren, war die Bedrohung für den Buchhandel und Einzelhandel
durch das Internet recht überschaubar bis nicht vorhanden.
Was in 10-20 Jahren ist, kann man bestenfalls erahnen.
Drohnen, am selben Tag Lieferungen, ...
Heute in China bestellt, (über-)morgen auf meinem Schreibtisch, ....
Gegenteil schrieb:> Das> wir noch nicht durch die ISO900x Prüfung durchgerasselt snd - wundert
ISO9000 und Verwandte - Die ISO9000 beschreibt, wie es ablaufen sollte.
Trotzdem kommt am Ende eines ISO9000-Prozesses nur Mist heraus.
Q1-Audit der Deutschen Bahn bei Siemens - ach Du Scheiße!
Siemens hat bestanden - OK!
Diese Siemens-Baustelle wurde aber ca. 6 Monate später eh geschlossen.
Alles nur Verarschung!
Der Mist, den der Bahn-Auditor nicht sehen sollte wurde ausgelagert, ein
paar neue Linien auf dem Boden wurden neu auf den Boden gemalt, und
kurzfristig ein paar Kalibrierungen einiger Messmittel vorgenommen, der
Rest wurde ausgelagert, "verliehen", ...
Bei ISO900X und ähnlicher QM-Maßnahmen bekomme ic Würgereiz.
дамрфкнилх schrieb:> Dazu gehoeren auch :> - EMV> - Produktehaftung> - Fabrizierbarkeit> - Servicebarkeit> - Debugging, auch im Feld> - Lagerhaltung
Wer haftet?
Die Prüfer sind oftmals Externe und dann nicht mehr in der Firma.
Die damals Verantwortlichem haben sich auch was anderes gesucht.
Servicebarkeit - machen eh Externe
Lagerhaltung? - GRÖHL! - Welche echte Lagerhaltung?
Bin schon froh wenn ich Kugelschreiber oder einen Schreibblock bekommen
kann.
lip schrieb:> Hat schon mal wer ähnliches erlebt,
gibt es Möglichkeiten hier noch die
> Notbremse zu ziehen?
Gibt`s ja noch nicht mal im ICE!
> Was kann man da tun?
Das Beste draus machen!
> Sollte ich mich sicherheithalber schon mal nach einem anderen Job> umsehen?
Ja, ob`s aber am Arbeitsmarkt was bessres gibt?
>nee, denkste > Ihr QM-Fuzzis müßt prüfen ob die Qualität simmt!
Ich glaube du hast da etwas grundlegend falsch verstanden.
Ich bin außerdem kein "QM-Fuzzi", sondern selbst Entwickler.
lip schrieb:> Hat schon mal wer ähnliches erlebt, gibt es Möglichkeiten hier noch die> Notbremse zu ziehen?
Ja, gleiches erlebt.
Deine Wahrnehmung und Deine Schlussfolgerungen stimmen im wesentlichen.
Nein, da kannst Du garnichts gegen tun.
Kritik wird nur als destruktives Denken verstanden werden und das Du
nicht bereit bist Dich Veränderungen zu unterwerfen.
> Was kann man da tun?
Du kannst Dich mit jedem Streiten, Dich immer weiter aufregen und dabei
ausbrennen.
Oder Du kannst es akzeptieren das Du regelmäßig auf die Mütze bekommts
weil natürlich deine Projekte unter dem Irrsinn Leiden.
Solange Du aber brav den Kopf unten hälst wird weiter nichts passieren.
Du kannst Dir natürlich was anderes suchen, aber da wird das nicht lange
dauern bis die auf die gleichen genialen Ideen kommen die schon überall
anders nicht funktioniert haben.
Der Grund weswegen Know How nur noch zugekauft wird von Firmen in denen
das noch nicht so kopfgesteuert ist.
Vergiss das.
Die kommen alle von der gleichen Managerschule und lernen alle den
gleichen Kokolores. Die Sprüche sind die gleichen und das ganze Gewäsch
dient nur dazu Dich einzuseifen.
Veränderungen werden ausschliesslich 'oben' beschlossen und nach 'unten'
durchgesetzt. Hoffnungslos sich dagegenstemmen zu wollen.
Ein guter Kollege hat es mal so ausgedrückt:
Ich habe versucht zu beraten.
Ich habe festgestellt das die nicht beraten werden wollen.
Nun mache ich was man mir sagt.
Traurig, aber so ist das.
@lip Hier steht immer noch nicht um welche Prozesse es geht?
Gib mal ein Beispiel und was denn jetzt schärfer werden soll.
Kennst Du den Grund für die jeweiloge Prozessänderung?
>>Autor: Michael Knoelke (Firma: Knoelke Elektronik) (knoelke)>>Ein guter Kollege hat es mal so ausgedrückt:>>Ich habe versucht zu beraten.>>Ich habe festgestellt das die nicht beraten werden wollen.>>Nun mache ich was man mir sagt.
Es gibt nur 2 Möglichkeiten, entweder so wie geschrieben, oder sofort
künden, alles andere ist inkonsequent und strapaziert nur die nerven...