Guten Morgen liebe Community,
Seit einiger Zeit bin ich im Rahmen meiner Ausbildung zum Elektroniker
für Geräte und Systeme, in der ich ursprünglich in der Hardware
Entwicklung eingesetzt war, zur Software Entwicklung gekommen.
Bereits nach kurzer Zeit stand fest, dass dies der Beruf sein soll, den
ich für immer ausüben möchte.
Mein Ausbilder riet mir auch dazu, in diesem Bereich zu bleiben, da es
mir sehr gut liegen würde.
Hauptsächlich arbeite ich mit Atmel Mikrocontrollern.
Nun wäre meine Frage, ist es möglich als Freelancer für Embedded
Software Fuß zu fassen oder ist das in diesem Bereich, eher schwierig
bis undenkbar ?
Ich freue mich über jede Antwort, die mir weiterhelfen könnte.
Gruß
Kyra
Ohne nennenswerte (d.h. mehrere Jahre) Erfahrung in dem Bereich? Wohl
kaum machbar, jedenfalls nicht um davon leben zu können.
Ich halte es für durchaus sinnvoll sich zum Start (du scheinst ja nicht
mal eine Ausbildung zu haben) in die "geborgene" Angestelltenwelt zu
begeben, in der erstmal dein Chef den Kopf hinhalten muss wenn was
schief geht. Da kannst du dann Erfahrung sammeln und die Branche
kennenlernen.
Gruß
Dennis
Kyra schrieb:> Hauptsächlich arbeite ich mit Atmel Mikrocontrollern.> Nun wäre meine Frage, ist es möglich als Freelancer für Embedded> Software Fuß zu fassen oder ist das in diesem Bereich, eher schwierig> bis undenkbar ?
Du solltest für die Zukunft nicht auf die Vergangenheit setzen, denn ich
vermute sehr, dass du meinst "Atmel-Mikrocontroller = AVR". Und die sind
so verbreitet, dass an jeder Ecke ein "alter Hase" sitzt, der das
schneller und besser kann.
Und vor Allem: du solltest unbedingt vor deiner Söldnertätigkeit schon
mal "Erfahrung im Kampf" gesammelt haben und mit mindestens einem
möglichst wohlklingenden Namen im Lebenslauf auftrumpfen können.
> Nun wäre meine Frage, ist es möglich als Freelancer für Embedded> Software Fuß zu fassen oder ist das in diesem Bereich, eher schwierig> bis undenkbar ?
Wie sag ich das jetzt, dass es nicht falsch rüberkommt?...?
Ganz ehrlich: du solltest an deiner Grammatik arbeiten, wenn du mit
Kunden Kontakt hast und ihnen deine Arbeit schmackhaft machen willst
bzw. musst.
Da hast du wohl Recht.
Meine Abschlussprüfung steht im kommenden Jahr an, da war natürlich die
Frage, was ich tun sollte.
Ich könnte auf jeden Fall in der Firma bleiben und diese Tätigkeit
weiter ausüben, allerdings ist das Anwendungsgebiet sehr eingeschränkt
und ich würde mich gerne mehr entfalten, aber den Status
"Arbeitssuchend" annehmen möchte ich auf keinen Fall.
Ein Studium in dieser Richtung wäre evtl. auch eine Option.
Eigentlich bin ich davon ausgegangen, sprachlich gut ausgestattet zu
sein. :(
Kyra schrieb:> Eigentlich bin ich davon ausgegangen, sprachlich gut ausgestattet zu> sein. :(
Ich weiß auch nicht was Herr Miller da so stark auszusetzen hat, dass es
erwähnenswert wäre...
Horst schrieb:> Ich weiß auch nicht was Herr Miller da so stark auszusetzen hat, dass es> erwähnenswert wäre...
Grammatik ist zu hoch gegriffen, es war hier nur die Interpunktion und
das geplenkte Fragezeichen gemeint.
Aber wie gesagt: es ist was Anderes, wenn ich im informellen Austausch
mit der Entwicklungsabteilung stehe (und die Mail mit "Hallo" beginnt)
oder wenn ich einen Auftrag erhalten möchte (und die Mail mit "Sehr
geehrter Herr" anfängt).
Im zweiten Fall hätte ich dann sowas erwartet:
1
Nun wäre meine Frage: ist es möglich als Freelancer für Embedded Software
2
Fuß zu fassen oder ist das in diesem Bereich eher schwierig bis undenkbar?
Horst schrieb:> Kyra schrieb:>> Eigentlich bin ich davon ausgegangen, sprachlich gut ausgestattet zu>> sein. :(>> Ich weiß auch nicht was Herr Miller da so stark auszusetzen hat, dass es> erwähnenswert wäre...
Nun der Satz:
Kyra schrieb:> Nun wäre meine Frage, ist es möglich als Freelancer für Embedded> Software Fuß zu fassen oder ist das in diesem Bereich, eher schwierig> bis undenkbar ?
ist nicht gerade ein Beispiel für eine gut formulierte Frage. Einem Ing.
besser zu Gesicht würde diese Fromulierung stehen:
"Wie schwer ist es als Freiberufler im Bereich "Embedded Software" zu
starten?"
Natürlich ist mir bewusst, dass die sprachliche Ausgestaltung in einem
formellen Anschreiben eine Andere ist, als in einem Internet - Forum.
Wenn ich hier einen Text verfasse, denke ich auch nicht zweimal über den
Satzbau und die Grammatik nach, bevor ich ihn absende, solange der
Inhalt verständlich zu interpretieren ist.
Die Rechtschreibung und Grammatik ist doch zur Zeit echt das kleinste
Problem. Natürlich wirst du nach der Ausbildung einiges gelernt haben.
Trotzdem konkurrierst du mit Millionnen von gestandenen Entwicklern die
viele Sachen einfach so "im Schlaf" erledigen wo du erstmal rumprobieren
musst. Das hat Lothar ja in seinem ersten Post schon angedeutet.
Sowas ist einfach nichts für einen Berufseinsteiger.
Ja, das sehe ich wohl ein.
Dann werde ich erstmal Berufserfahrung sammeln und evtl. sogar ein
Duales Studium absolvieren, ich möchte behaupten, dass mir mit 19 Jahren
nicht unbedingt die Zeit im Nacken sitzt.
Vielen Dank für eure Meinungen!
Kyra schrieb:> Dann werde ich erstmal Berufserfahrung sammeln und evtl. sogar ein> Duales Studium absolvieren, ich möchte behaupten, dass mir mit 19 Jahren> nicht unbedingt die Zeit im Nacken sitzt.
So ist es! Es hält dich ja keiner davon ab auch in der Freizeit an
OpenSource-Projekten mitzuarbeiten oder selber eins ins Leben zu rufen
um dir einen Namen zu machen.
Gruß
Dennis
Der Knackpunkt ist hier nicht unbedingt nur die Berufserfahrung, und
bestimmt garnicht die Grammatik, Interpunktion oder sonstwas.
Das entscheidendste ist: Leute kennen. Einfach so auf gut Glück mit "Ich
werd jetzt Freiberufler" anzufangen kann ziemlich in die Hose gehen.
Ganz anders sieht das aus, wenn man aus einer normalen Beschäftigung
raus (und da ist völlig egal ob das noch die Ausbildung, das Studium
oder eine normale Anstellung ist) starten kann und mindestens einen,
besser zwei Kunden hat, bei denen ordentlich was zu tun ist.
Noch ein Punkt. Embedded Systeme reichen leider nicht. Sie sind nur ein
Teilchen, ein kleines Teilchen. sie reichen ueberhaupt nicht, resp, was
du weisst reicht nicht. Denn diese Systeme machen etwas. Und benoetigen
noch etwas.
Sie benotigen :
- Leiterplattenentwicklung
- Kommunikationsschnittstellen in Hardware und Software
- Auf der anderen Seite der Kommunikationsschnittstelle
kommt auch noch was, in Hardware und Software
- Sensoren und Aktoren
- Regelalgorithmen
- Echtzeitkonzepte
- Analog Konzepte
- HF Konzepte
- Debugfaehigkeit
- Fabrizierbarkeit
- Normen
- EMV
- Produktesicherheit
- Null Fehler
Also. Das waeren dann nochmals mindestens 10 Jahre Lernen. Eher mehr.
Also dranbleiben, das kommt dann schon. Die Erfahrung muss man in der
Industrie sammeln. Nicht im eigenen Buero. All das Lernen im eigenen
Buero bedeutet unkalkulierte Projektverzoegerungen, zu deinen Lasten.
Da ich auch schon ein Jahr in der Hardware Entwicklung ausgebildet wurde
(ich weiß, das ist nicht lang) und meine schulische Ausbildung
hauptsächlich aus Hardware besteht bin ich da recht gut informiert.
Grossartig. So laeuft's... Der Kunde verlangt ein Angebot fuer ein
Projekt. Das ist so gut spezifiziert wie er kann, oder etwas schlechter.
Dabei hat er nicht kommunizierte Annahmen getroffen. zB dass die
relevanten Normen erfuellt werden. Welche auch immer das sind. Denn
sonst ist ein Produkt gar nicht brauchbar. Klar.
Wie auch immer, du hast den Ueberblick. Nennst eine Zahl, darfst
beginnen. Langsam driften Zeitvorgaben und effektiv benoetigte Zeit
auseinander, du tust es als Lernen ab. Faktor drei ist normal und
tragbar. Langsam tun sich Unterschiede zwischen machbaren, sinnvollen,
und gewuenschten Funktionaltaeten auf. Der Kunde hat immer Recht, macht
nochmals einen Faktor zwei.
Du hast ein Detail als trivial eingeschaetzt, und dahinter tut sich ein
Universum auf, nochmals faktor zweei mehr Aufwand. Und schwupp, wird aus
einem veranschlagten Monat ein Jahr. Der Preis ist allerdings fest.
Das kann schon einmal passieren, mehrmals waer allerdings nicht gut.
Nebenbei benotigt man eine Infrastruktur an Messgeraeten und Werkzeugen.
Deren Kosten sind nicht zu unterschaetzen.
Klingt so als hätte da schon jemand Erfahrungen machen dürfen.
Es ist mir durchaus bewusst, dass dieses Vorhaben kein leichtes ist.
Aber es ist nunmal mein Traum und in ein paar Jahren, mit mehr
Erfahrung, einem abgeschlossenen Studium und einer guten
Marketingstrategie in meinen von jugendlichem Leichtsinn benebelten
Augen durchaus umzusetzen.
Ich finde es gut, dass du dir Ziele steckst, so was bringt einem im
Leben voran. Was dich in diesem Zuge aber hindert ist ein verkrampftes
Beharren darauf. Schau auf dem Weg immer links und rechts und das
Wichtigste - was auch schon gesagt wurde - bau dir ein Netz von
Kontakten auf. Das bringt dir viel mehr als jedes Lehrbuch, egal wofür
du dich nachher entscheidest.
"jetztnicht" hat die Gefahren für Anfänger ganz gut beschrieben: man
verschätzt sich ohne ausreichende Projekterfahrung sehr schnell um das
Doppelte. Also aufpassen!
@Kyra: Eine andere Option der Selbstständigkeit (gerade weil Du bereits
ein festes Einkommen hast) wären eigene Produkte, die Du im Moment ohne
großen Druck entwickeln kannst. Mit AVRs alleine wirst Du es im
Embedded-Bereich schwer haben - das können viele. Schaffst Du es aber,
Deine Elektronik- und Softwarekenntnisse in eigenen Produkten zu
verwursten, dann ist das schon ein Marktvorteil, denn Du musst - im
Gegensatz zu den Auftraggebern, die Du als Freelancer hättest - keinen
Externen beauftragen.
"AVR'ler" gibt es viele - aber AVR'ler mit eigenen Produkten deutlich
weniger.
Ich habe das hier genau so durchgezogen: zuerst noch Auftragsarbeit
neben der eigentlichen Produktentwicklung und jetzt nur noch eigene
Produkte.
Letzteres wirft deutlich mehr ab und macht viel mehr Freude, da kein
Kunde im Nacken :-)
@Hans KaBe
Ich möchte mich nicht darauf versteifen, es ist auch nicht der einzige
Berufswunsch den ich habe, auch eine feste Anstellung in der
Softwareentwicklung wäre eine zufriedenstellende Situation.
Allerdings bin ich in meiner jetzigen Firma, in der ich die Ausbildung
absolviere sehr stark an die Produkte gebunden die wir bereits
vertreiben.
@Chris D.
Eigene Produkte entwickeln hört sich wirklich gut an, an der Umsetzung
wird es wohl auch nicht scheitern, aber eine gute Idee zu finden ist
schwierig in einer Welt in der es augenscheinlich schon alles gibt.
Ich konnte bereits etwas Projekterfahrung sammeln, beispielsweise habe
ich in den letzten Wochen einen Bootloader für eine Geräteserie von uns
geschrieben, sodass die Kunden bei einem Update der Betriebssoftware die
Elektronik nichtmehr ausbauen und uns zum flashen zuschicken müssen,
sondern nun eine USB Schnittstelle haben, über welche sie die neue
Software selbst aufpsielen können.
Es ist ein Hochmaß an logistischem Aufwand der durch diese Neuerung
entfällt.
Kyra schrieb:> Ich konnte bereits etwas Projekterfahrung sammeln, beispielsweise habe> ich in den letzten Wochen einen Bootloader für eine Geräteserie von uns> geschrieben, sodass die Kunden bei einem Update der Betriebssoftware die> Elektronik nichtmehr ausbauen und uns zum flashen zuschicken müssen,> sondern nun eine USB Schnittstelle haben, über welche sie die neue> Software selbst aufpsielen können.> Es ist ein Hochmaß an logistischem Aufwand der durch diese Neuerung> entfällt.
Das ist eigentlich bei jedem guten Projekt, bei dem solch eine
Funktionalität gefordert/gewünscht ist, total normal. Ich kenne dich
nicht, aber es liest sich für mich, als wenn du dich etwas überschätzt.
Je nach Aufwand ist ein Bootloader kein Zuckerschlecken, jedoch gibt es
heutzutage zu Hauf Software für solche Probleme.
Du bist gerade am Anfang deiner Lernkurve. Ich empfehle dir die Steigung
relativ hoch zu halten, dann kannst du gerne irgendwann später über
Freelancer und co. nachdenken ;-)
@rgb
Von Überschätzung kann keine Rede sein, ich merke jeden Tag wenn ich
wieder vor einem Problem stehe, dass das Lernen gerade erst angefangen
hat, dennoch bin ich sehr Ehrgeizig und verfüge über eine große
Lernbereitschaft sowie eine schnelle Auffassungsgabe.
Der Bootloader war in meinen Augen schon ziemlich aufwändig, Stichwort
Parser würg aber wahrscheinlich für die meisten Entwickler hier eine
Lachnummer.
Ich kenne Dich nicht und kann Dich und Deine Fähigkeiten nicht
einschätzen. Sich selbständig zu machen, ist mit der Situation vor
zwanzin oder dreißig Jahren nicht vergleichbar, da man früher mit
vergleichsweise wenig Know-How relativ viel erreichen konnte. Heute ist
alles erheblich komplexer geworden, da reichen Grundkenntnisse und der
Wille, etwas zu tun nicht mehr aus. Die Realität holt einen schneller
ein, als man denkt. Sich auf ein eigenes Produkt zu spezialisieren,
welches man beherrscht und selber vermarktet, ist eine machbare
Angelegenheit. Du setzt Dir die Zielvorgaben selber und tastest den
Markt dafür ab. Gleichzeitig sammelst Du Erfahrung und lernst, was wohl
passieren würde, wenn das ein Fremdauftrag wäre. Niemand kommt und setzt
Dich unter Druck (von rechtlichen Angelegenheiten abgesehen). Möchtest
Du dagegen als Dienstleister Aufträge abwickeln, musst Du vorher schon
sehr genau wissen, was bei jedem Auftrag auf Dich zukommt und die
Machbarkeit, die Kosten und den Zeitbedarf so gut wie möglich
abschätzen. Da reichen die in der Schule erworbenen Kenntnisse alleine
nicht mehr aus. Nichts ist schlimmer, als Kunden dadurch zu verlieren,
weil der vorgegebene Zeitplan weit überschritten wird. Dann hast Du den
Kunden verloren und eine Menge Geld in den Sand gesetzt. Von
Regressforderungen möchte ich gar nicht erst reden. Wenn man selbständig
ist, dann musst Du außerdem nicht nur technisch und kaufmännisch fit
sein, sondern auch sehr genau wissen, wie Menschen funktionieren. Nur
wenn Du dazu fähig bist, hat Dein Vorhaben Zukunft!
Ich kann mich nur wiederholen, ich bin mir der Risiken durchaus bewusst,
aber ich bin auch der Meinung, dass es machbar ist.
Alles was hier bis jetzt geschrieben wurde, hat mich zwar etwas
verängstigt, aber sicherlich nicht abgeschreckt dafür zu arbeiten und
mich weiterzuentwickeln, sodass es irgendwann damit klappen kann.
Auch möchte ich meine Kenntnisse in der Software Entwicklung so schnell
wie möglich erweitern, kann mir evtl jemand von euch Fachliteratur dazu
Empfehlen ?
Software entwicklung... Das Gebiet expandiert immer noch sehr viel
schneller als Buecher geschrieben werden. Zudem kann man nicht alles
Wissen, sich nur teilweise einarbeiten.
Allenfalls ein Nachdiplomstudium in Softwareengineering anpeilen?
Das Studium ist auf jeden Fall eine Option.
Ich lerne sehr gern mit Büchern, beim Einstieg in die Programmierung in
C hat mir ein Buch meines Ausbilders sehr geholfen.
Also, die ueblichen Technologien kaqnn man sich als Buch kaufen, ohne
Anspruch auf Vollstaendigkeit. Geh mal in einem technischen Buchladen
vorbei.
- N+1 Programmiersprachen
- N+1 Prozessorarchitekturen
- Algorithmen und Datenstrukturen
- Regelungstechnik fuer Fortgeschrittene
- Digitale Regler
- Bildbearbeitung
- Das grosse Kommunikationsbuch
- Feldbusse
- LON Busse
- CAN Protokolle
- USB Complete
- USB Massenspeicher
- USB mein eigener Treiber
- PCIe Treiber
- Windows fuer Entwickler
- Windows internals
- Neuronale Netze
- Linux fuer Administratoren
- Kuenstliche Intelligenz
- Petrinetze
- Client und Server
- zB TCP/IP in 3 Baenden
- Designing Websites with PHP, Javascript & Ajax
- Auf Du mit Datenbanken
- Echtzeitsysteme
- Redundante Systeme
- verteilte Systeme
- Sicherheit und Zuverlaessigkeit
- ..
Du sieht, man kann damit die naechsten 30 Jahre beschaeftigt sein, dazu
kommt noch das Neue.
Kyra schrieb:> Auch möchte ich meine Kenntnisse in der Software Entwicklung so schnell> wie möglich erweitern, kann mir evtl jemand von euch Fachliteratur dazu> Empfehlen ?
Erfahrung kann man nicht "schnell lernen". Schon gar nicht aus
Büchern...
@Chris D.:
Wie hast du denn deine Kunden für deine Produkte gefunden?
Telefonakquise? Eigene Webseite?
Vertrieb ist sehr wichtig bei einer Selbständigkeit.
Produkte macht man auf einen Markt hin, weil man die Nachfrage kennt,
weil man Interessenten kennt, weil man Abnehmer hat. Sinnvollerweise
macht man ein Produkt in Zusammenarbeit mit einem oder mehreren Kunden.
Das bedeutet die Kunden duerfen Verbesserungsvorschlage, Anforderungen
bringen.
Eine Webseite muss natuerlich sein. Dort beschreibt man die Produkte.
Man kann guenstige Werbung bei Google schalten. Dort (Google Adwords)
gibt man die Schluesselwoerte, auf die die Werbung kommen soll ein. Dann
kann man mehrere Texte hinterlegen, mit Bildern. Und deren Algorithmus
permutiert die Texte, und optimiert auf maximale Anzahl Hits. Man kann
angeben, in welchen Laendern, Regionen die Werbung erscheinen soll. Man
kann angeben, wieviel man pro Hit bezahlen will. Wenn's zuwenig ist,
wird das mitgeteilt. Das bedeutet die Konkurrenz bezahlt mehr, viel
mehr. Man bestimmt, wie hoch das Tagesbudget ist. Wenn das Budget
aufgebraucht ist, verschwindet die Werbung.
Je mehr man im Vergleich zur Konkurrenz zahlt, desto weiter oben ist man
in der Liste. Jeden Monat bringt Google Verbesserungsvorschlaege, wie
man die Werbung verbessern koennte, welche artverwandten
Schluesselwoerter auch und wie oft abgefragt werden.
Oder D. schrieb:> Noch ein Punkt. Embedded Systeme reichen leider nicht. Sie sind nur ein> Teilchen, ein kleines Teilchen. sie reichen ueberhaupt nicht, resp, was> du weisst reicht nicht. Denn diese Systeme machen etwas. Und benoetigen> noch etwas.> Sie benotigen :> - Leiterplattenentwicklung> - Kommunikationsschnittstellen in Hardware und Software> - Auf der anderen Seite der Kommunikationsschnittstelle> kommt auch noch was, in Hardware und Software> - Sensoren und Aktoren> - Regelalgorithmen> - Echtzeitkonzepte> - Analog Konzepte> - HF Konzepte> - Debugfaehigkeit> - Fabrizierbarkeit> - Normen> - EMV> - Produktesicherheit> - Null Fehler
Es gibt eine Menge Embedded SW Entwickler, die von dem oben genannten
nie etwas machen. Nicht jeder, der Software entwickelt, macht z.B. auch
Layout für Leiterplatten.
Natürlich schadet es nicht, Ahnung vom "drumherum" zu haben. Das ist
aber keine zwingende Voraussetzung. Nicht jeder Auftraggeber sucht eine
Ein-Mann-Armee, die alles kann ;-)
Man muss nicht ueberall auf dem neusten Stand sein. Aber eine Ahnung
haben. Denn sonst macht man zB etwas in Software, das besser in Hardware
waere, oder umgekehrt. Fatal wenn keiner eine Ahnung vom Anderen hat.
Dann werden unausgesprochene Annahmen weitergeschoben, und am Schluss
fehlt Funktionalitaet weil jeder dachte es sei beim Anderen
selbstverstaendlich dabei.
Je spaeter ein Fehler gefunden wird, desto teurer.
Ich hab Firmen drei mal zum EMV test gehen sehen, weil der SW-Entwickler
meinte, der Leiterplatten Fabrizierer fertige die Leiterplatte vom
Schaltplan so, dass sie die EMV erfuellt. Tat sie dann eben nicht. Ein
Redesign dauerte immer wieder Monate. Das wird dann teuer.
Oder D. schrieb:> Ich hab Firmen drei mal zum EMV test gehen sehen, weil der SW-Entwickler> meinte, der Leiterplatten Fabrizierer fertige die Leiterplatte vom> Schaltplan so, dass sie die EMV erfuellt. Tat sie dann eben nicht. Ein> Redesign dauerte immer wieder Monate. Das wird dann teuer.
Dann fehlte offenbar ein fähiger Projektleiter, bzw. ein fähiger
Requirements Manager. EMV-Festigkeit wird normalerweise nicht primär in
der Software erfüllt, wenn man mal vom Entprellen von Tastern absieht.
Software allein kann halt keine Drosseln und Ferritkerne und
Masseflächen und Leiterbahnenabstände bereitstellen.
> Oder D. schrieb:> Je spaeter ein Fehler gefunden wird, desto teurer.
Völlig d'accord. Und das vermeidet man, indem man das System ordentlich
spezifiziert. Mit EMV und SW-Requirements und Tests die es zu erfüllen
hat und allem drum und dran.
Steffen K. schrieb:> @Chris D.:>> Wie hast du denn deine Kunden für deine Produkte gefunden?> Telefonakquise? Eigene Webseite?
Nein, bloß keine Telefonakquise - sehr nervig!
Ich hatte darüber schon etwas geschrieben. Einfach mal hier gucken:
Beitrag "Lockere Netzwerk-Treffen für Gründer, Start-Up Interessierte und Investoren"
Anfangs bin ich mit meinem Köfferchen (als Besucher!) auf Messen gewesen
und habe dort die Firmen angesprochen - also quasi das Messeprinzip
(Kunde kommt zum Stand) umgekehrt ;-)
Zusätzlich habe ich natürlich noch eine entsprechende Website erstellt.
Aber die ersten Geldbringenden Kontakte kamen fast nur über Messen.
Mittlerweile ist das Ganze für Neuentwicklungen ein Selbstläufer: die
Kunden kommen mit ihren Wünschen und wir entwickeln dazu eventuell etwas
(wenn mir die Aufgabe gefällt).
Auch dazu hatte ich schonmal etwas geschrieben.
> Vertrieb ist sehr wichtig bei einer Selbständigkeit.
Absolut richtig. Und nicht nur das:
Ich wiederhole mich gern: "Ein erfolgreicher Unternehmer ist in erster
Linie ein guter Kaufmann."
Ein guter Ingenieur aber schlechter Kaufmann wird scheitern.
Ein guter Kaufmann aber schlechter Ingenieur nicht.
> Das entscheidendste ist: Leute kennen. Einfach so auf gut Glück mit "Ich> werd jetzt Freiberufler" anzufangen kann ziemlich in die Hose gehen.
Jein.
Wichtig war für mich, bei Hays, Gulp, ... bereits ein paar erfolgreiche
Projekte durchgeführt zu haben.
Leute in den Fachabteilungen zu kennen, bringt mir nichts.
Die können mich zwar ins Gespräch bringen bei Projektvergabe, aber
Entscheidungen will der Einkauf (und auch Personalabteilung!!) machen.
Kyra schrieb:> Nun wäre meine Frage, ist es möglich als Freelancer für Embedded> Software Fuß zu fassen oder ist das in diesem Bereich, eher schwierig> bis undenkbar ?
Ich empfehle Dir, vorher dieses Buch zu lesen:
http://www.amazon.de/Freelance-Gesch%C3%A4ftsbeziehungen-ungenutztem-Potenzial-Xpert-press/dp/3642418775
Wirklich ernsthaft! Anschließend solltest Du Dir überlegen, ob Du
wirklich Freelancer sein willst oder nicht. Der Traum könnte nämlich ein
Albtraum sein.
fchk
Ich würde annehmen, daß es für Freiberufler und Freelancer in Zukunft
noch schwieriger wird, als es jetzt schon ist. Und das hat mit deren
Qualifikation nicht das geringste zu tun.
Bereits jetzt können größere Unternehmen, die einen aufmerksamen
Betriebsrat haben und/oder es möglicherweise sonstwie bereits
diesbezüglich in den Fokus der Öffentlichkeit geschafft haben, kaum
Externe beschäftigen, ohne ständig links Gefahr zu laufen, in die
ANÜ-Falle zu tappen oder rechts den Externen in den
Scheinselbstständigen-Verdacht zu bringen. Diese Gratwanderung wird
künftig übervorsichtige HRler wohl eher dazu bringen, noch mehr Aufträge
der Fachabteilungen an Externe schlicht abzulehnen (egal wie wichtig,
notwendig oder wirtschaftlich die wären).
Leider wird das wohl eher nicht dazu führen, daß mehr Leute fest
angestellt werden. Jedenfalls nicht in Deutschland...
Markus F. schrieb:> Ich würde annehmen, daß es für Freiberufler und Freelancer in Zukunft> noch schwieriger wird, als es jetzt schon ist. Und das hat mit deren> Qualifikation nicht das geringste zu tun.>> [...]>> Leider wird das wohl eher nicht dazu führen, daß mehr Leute fest> angestellt werden. Jedenfalls nicht in Deutschland...
Wenn die Arbeit weder intern noch extern erledigt wird, wer soll sie
dann machen?
Mark B. schrieb:>>>> Leider wird das wohl eher nicht dazu führen, daß mehr Leute fest>> angestellt werden. Jedenfalls nicht in Deutschland...>> Wenn die Arbeit weder intern noch extern erledigt wird, wer soll sie> dann machen?
Europa ist groß. Die Welt sogar noch ein bißchen größer.