Hallo,
habe eventuell die Möglichkeit bei der Firma LUK einzusteigen. Ich habe
knapp 2 Jahre Berufserfahrung und bin Produktionsingenieur.
Ich habe allerdings gelesen, dass die >Firma kein IGM Mitglied ist und
auch Arbeitsklima und die Arbeitsbedingungen werden nicht als optimal
dargestellt.
Sind die Unterschiede zu Schaeffler wirklich so gravierend? Gibt es
jemanden, der Erfahrungen mit der Firma hat?
Grüße
Paolo
Optimale Arbeitsbedingungen gibt es fast nirgends. Handelt es sich um
den Autozulieferer, so Kupplungen, Bremsen...?
Da wird das Klima tlw auch von aussen beeinflusst. Die Kunden wie TRW,
Continental, Bosch, Autohersteller müssen immer engere
Sicherheitsanforderungen erfülle, welche sie an die Zulieferer
weitergeben (müssen).
Wenn der Kunde dann auf einer Palette mit Stückgut von 100.000 Stück ein
schlechtes Teil findet, kann die gesamte Palette zurückgehen, und der
Zulieferer darf dann aussortieren, oder verschrotten.
Da er dann die Liefertreue nicht eingehalten hat, kann da noch ne
Konventionalstrafe auf ihn zukommen. Ein Horrorszenario, welches man
manchmal noch diplomatisch abwenden kann, wenn aber mangels Teilen die
Fertigungslinie des Kunden stehen bleibt, dann kann das teuer werden.
Daher ist der Druck mittlerweile in den Betrieben schon nicht zu
unterschätzen, sei es in der Entwicklung, als auch in der Produktion,
was sich auf das Betriebsklima abfärbt.
Füher gab es ne Zigarre vom verantwortlichen Abteilungsleiter, heute
sind wir wieder bei 1700...1800, da rollen wieder Köpfe.
Daher sind Abteilungsleiter à la Fräulein Rottenmaier heute die Regel,
die keinen persönlich privaten Bezug zur Belegschaft haben.
Ich bin aktuell auch in der Zulieferbranche tätig, von daher bin ich den
Druck durch die OEMs gewohnt. Mich würde nur das Gehaltsniveau dort
interessieren, kein IGM ist ja schonmal ein schlechtes Zeichen...da ich
aktuell auch in einem solchen Betrieb arbeite, weiß ich dass man da um
jeden cent kämpfen muss und das möchte ich bei meinem nächsten AG
natürlich möglichst vermeiden ;). Was ist in BW üblich für 2-3 jahre BE?
Soweit ich gehört habe zahlt Luk relativ schlecht für Firmen dieser
Branche. Kann nicht genau sagen wieviel aber man muss wohl doch deutlich
zurückstecken.
Autor schrieb:> Soweit ich gehört habe zahlt Luk relativ schlecht für Firmen> dieser Branche. Kann nicht genau sagen wieviel aber man muss wohl doch> deutlich zurückstecken.
Dann muss man geschickt argumentieren und verhandeln, zum Beispiel
spreche ich im Vorstellungsgespräch den Ingenieurmangel an, daraufhin
werden die Personaler und Fachleiter aus Angst so bleich wie Kreide. Und
dann diktiere Ich die Konditionen.
Döner Summer schrieb:> Autor schrieb:>> Soweit ich gehört habe zahlt Luk relativ schlecht für Firmen>> dieser Branche. Kann nicht genau sagen wieviel aber man muss wohl doch>> deutlich zurückstecken.>> Dann muss man geschickt argumentieren und verhandeln, zum Beispiel> spreche ich im Vorstellungsgespräch den Ingenieurmangel an, daraufhin> werden die Personaler und Fachleiter aus Angst so bleich wie Kreide. Und> dann diktiere Ich die Konditionen.
Episch
Döner Summer schrieb:> Autor schrieb:>> Soweit ich gehört habe zahlt Luk relativ schlecht für Firmen>> dieser Branche. Kann nicht genau sagen wieviel aber man muss wohl doch>> deutlich zurückstecken.>> Dann muss man geschickt argumentieren und verhandeln, zum Beispiel> spreche ich im Vorstellungsgespräch den Ingenieurmangel an, daraufhin> werden die Personaler und Fachleiter aus Angst so bleich wie Kreide. Und> dann diktiere Ich die Konditionen.
So?
Eher liegen die brüllend vor lachen am Boden!
Ansonsten sind die die Zuli`s überall die gepreßten der Branche.
Vom Zuli zum Zuli zu
wechseln, ist wie die Ruderbank einer Galeere mit der Ruderbank einer
anderen Galeere tauschen!
Anti-IGM schrieb im Beitrag #4418866:
> Ist ja auch klar, die Zuli Mitarbeiter müssen die überzogenen Gehälter> der OEM IGM Leute erwirtschaften, wo einfachste Bandarbeiter 70k> bekommen und einfache Ingenieure mit 35 h Woche, auf 100k p.a. kommen> und nichts anderes tun als PPT malen und bisschen Excel.
Bisschen extrem die Zahlen, aber die Richtung kommt hin. Ein weiterer
Punkt, der oft vergessen wird, Unternehmen ab einer bestimmten Größe
zahlen hier keine Steuern mehr, sie verklappen die Gewinne über den
Mittelsmann Niederlande in steuerfreie Oasen, die Verluste werden hier
gebucht und mit Glück gibts noch Geld zurück vom Staat. Solche schönen
Machenschaften ist nur den Großen möglich, da kann man sich auch ein
bisschen IGM leisten, während der Mittelständler neben der Knechtschaft
auch noch die riesige Steuerlast ertragen muss. Da bleibt natürlich für
den Arbeitnehmer so gut wie nix mehr über und 55k Jahresbrutto für einen
langgedienten Ingenieur ist das Ende der Fahnenstange, wenn die
inoffizielle Wochenarbeitszeit, ausnahmslos unter Dauerdruck, nicht
dauerhaft jenseits der 45h liegen soll.
Ich bin selbst 2008 bei der LuK in Bühl, kurz vor der Wirtschaftskriese,
eingestiegen. Es war der Bereich Software Entwicklung.
Eines kann ich vor ab sagen, die Kantine ist gut und halbwegs günstig!
Was die Arbeit angeht, glaube ich hängt das auch sehr mit der Abteilung
ab. Grundsätzlich war das Stimmungsbild da eher unzufrieden. Es gab
einige die auch wirklich alles toll gesehen haben und das rausposaunten.
Obwohl da niemand was laut gesagt hat, war jedem klar dass es nur ein
Schauspiel war.
Von den Leuten her waren alle sehr nett. Ich lernte zum Glück ziemlich
schnell, dass die wirklich brauchbaren interessanten Infos über die
Kollegen in der Produktion beim Rauchen kriegen konnte. Alles was
innerhalb der Abteilung kommuniziert wurde, Flurfunk oder durch die
Kollegen aus der Abteilung, war nur eine weitergeleitete
Firmenpropaganda. Also wenn du da einsteigen willst, empfehle ich dir
ein ganz dickes Pockerface anzulegen. Es sei denn, du hast es schon.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass (bei den Ingenieuren und jeder der
ein wenig mehr Verantwortung hatte) alles gegen dich auszunutzen was den
Leuten in die Finger kommt -> mal 17 Minuten später gestempelt.
Team ist da was anderes!
Was das Gehalt angeht, da musst du um jede kleinste Erhöhung kämpfen und
am besten dafür noch auf die Knie fallen wenn es durchgeht. In meinem
Fall hatte ich einen Termin mit dem Team- und anschließend 2 Termine mit
dem Abteilungsleiter. Aus den Gesprächen bin ich immer mit mehr Aufgaben
rausgekommen und dem Versprechen dass der Abteilungsleiter auf mich zu
kommt, wenn die Formalitäten geklärt sind. Nachdem sich über 4 Wochen
immer noch nichts geregt hat, bin ich zur Personalabteilung und habe mit
ihnen verhandelt. Zwei Tage später kam der Abteilungsleiter auf mich zu
und sprach mich darauf an. Ich bin bei meinem Standpunkt geblieben und
habe es entsprechend rübergebracht. Es gab noch einmal das Versprechen,
dass er schaut was er für mich machen kann. Eine Woche darauf gab es das
ok für die Gehaltserhöhung, jedoch wird sie erst in 3 Monaten gültig.
Für mich war es klar, dass ich bei diesem Zirkus nicht mehr länger
mitmachen wollte und habe mich noch in der Phase nach einem anderen Job
umgeschaut. 7 Monate später reichte ich meine Kündigung ein.
Ich war 3 Jahre da und bin froh dass ich gekündigt habe und eine andere
Stelle angetreten bin!
Mag sein dass man bei LuK in Bühl eine gute Stelle und eine gute
Abteilung erwischt. Ich hatte dieses Glück nicht!
Viel Erfolg, falls du diese Stelle antrittst!
ExLukianer
Ich bin seit knapp einem Jahr bei der LuK und auch von einem
Tarifgebundenem Unternehmen gewechselt weil es mir dort schlicht zu
langweilig war.
Was die Arbeit angeht kann ich mich nicht beschweren. Man hat genug zu
tun aber kann es sich so einteilen wie es einem beliebt. Klar gibt es
auch mal stressige Phasen wenn man Termine einhalten muss aber das gibt
es überall. Die Kollegen sind sehr nett man ist mit jedem per du und sie
sind hilfsbereit wenn man mal nicht weiterkommt.
Thema Gehalt bzw. Tarif ist der große Knackpunkt an diesem "Schaeffler"
Unternehmen. Es wird immer von "One Schaeffler" gesprochen außer beim
Gehalt. Man muss hier schon Abstriche gegenüber den anderen Schaeffler
Unternehmen machen, was sehr unfair ist da LuK einer der
gewinnträchtigsten ist. Es gibt momentan starke Bestrebungen auch die
LuK an einen Tarif zu binden ist bisher aber noch nicht der Fall. Kann
sein dass es irgendwann einmal passiert steht aber noch in den Sternen
ob und wann. Witzigerweise hängt es an den Mitarbeitern die das zum
großen Teil nicht wollen. Warum weis ich selbst nicht.
Im Großen und Ganzen ist die LuK aber dennoch ein aktzeptabler
Arbeitgeber. Die Arbeitsbedingungen sind gut (Arbeitsklima, Aufgaben,
Einrichtung,...), das Gehalt reicht zwar nicht an IGM ran aber verarmen
wird man trotzdem nicht.
Mfg