Kolophoniumreste von Lötkolben entfernen

Gast #4403581
Lesenswert?

Hallo.
An meinem Lötkolben setzen sich am unteren Teil der Spitze 
Kolophoniumreste ab, ich glaube die kennt jeder, da diese mich etwas 
stören... würde ich gerne wissen ob man die wie bei Platinen z.B. mit 
Isopropanol oder Spiritus entfernen oder schädigt das dem Rest der 
Spitze?
Gast #4403600
Lesenswert?

Du meinst vermutlich die Flussmittelreste über der eigentlichen 
Lötfläche, also diesen typischen "Rand" an der Grenze zwischen 
benetzbarem und unbenetzbarem Bereich? Wenn das so richtig schön 
dunkelbraun durchgebraten/verbrannt ist geht das mit Alkohol nicht mehr 
vernünfig weg.

Geh in den Baumarkt und kauf dir da so eine feine Messing-Drahtbürste 
(doppelt so gross wie ne Zahnbürste in etwa), kostet 1-2 Euronen und 
damit bekommst du die Spitze schön sauber.
Gast #4405274
Lesenswert?

Abwischen brauchst du ganz selten die reste machen beim löten nichts. 
Sehen nur unschön aus.
Solange spitze sauber ist.
Wichtiger ist, dass die Spitze immer mit Lötzinn benetzt ist.
Also beim wecklegen Lötzinn drauf.
Hol dir son messingschwamm bei Reichelt. Kostet nichts.
Wichtig ist das der weich ist und keine harte bürste. Selbst ein tempo 
solte gehen.
Guten rutsch
Gast #4405357
Lesenswert?

Die arme Lötkolbenspitze. Salmiak ist zum Dachrinnenlöten geeignet aber 
nicht für Elektronik, es sei denn du stehst auf Grünspan auf der 
Platine.
Feuchte Schwimmer oder moderner die Messingdrahtwolle sind die modernen 
Alternativen.

mfg
Michael
#4405394
Lesenswert?

Hallo!
Ihr solltet mal über den Tellerrand schauen. Im Handel gibt es das so 
genannte "Brühpech" für den Metzgerbedarf. Das ist pulverisiertes 
Kolophonium. Es löst sich deshalb besser als so ein Geigerklumpen.
Wenn man es in einer alten Blechdose heiß macht, kann man sich seine 
Lötklumpen nach Maß selber gießen. Ich habe dazu Silikon-Pralinenformen 
benutzt, und so kamen einzigartige Geschenke für erstaunte 
Bastelkollegen heraus. (Meine Frau hat davon nichts bemerkt.)

Die Qualität ist sicher für einen André Rieu unterirdisch, aber zum 
Löten super!

Bei einem Preis von deutlich unter 10 Euro für das Pfund bleiben kaum 
Fragen.
Gast #4411766
Lesenswert?

Ja, mit der Metallwolle hast du ja praktisch bei jedem Abstreifen den 
abrasiven Vorgang, der eine übermässige Akkumulation der dunklen 
Fluxverkrustungen gar nicht erst in diesem starken Masse entstehen 
lässt, als bei der Benutzung eines feuchten Schwamms z.B.

Schwammbenutzer nehmen dann halt ab und an die Messingbürste daher wenn 
sie der Fluxrand zu sehr stört.
Gast #4412022
Lesenswert?

Ich nehm auch nur den nassen Viskoseschwamm.
Aber ich habe noch eine Erfahrung gemacht: Gelegentlich benute ich den 
Lötkolben auch für kleine Heißklebearbeiten. Kolben auf ca. 180°C und 
kleine Arbeiten ausgeführt. Danach sofort mit Zewa oder Tempo abwischen 
und neu verzinnen (inzwischen wieder auf 250 gestellt) Die Spitze ist 
immer wie  Neu, selbst wenn ich gerade "tonnenweise" alte Lötstellen 
gebraten habe.

Old-Papa
Gast #4412850
Lesenswert?

Wieso Krusten?
Kolophonium habe ich seit Jahrzehnten nicht gebraucht.
Mit normalen Zinn werden die nicht. Ich habe zwar auch noch welches mit 
1,5mm, was solche Ringe macht. Aber bei solchen Lötstellen kommt es 
nicht darauf an.
Ich durfte mir mal 200ml SW23 abfüllen, das reicht bis zum Lebensende.
Bei einem Bestücker kann man sich auch mal etwas FLUX erbetteln.
Das ist zwar etwas aggresiver, geht aber trotzdem prima.
Gast #4413067
Lesenswert?

Mani W. schrieb:
> Old P. schrieb:
>> Dann kannst Du auch eine Raspel nehmen!
>
> Sorry, aber ich habe hier eine feine Stahlwolle, die einzelnen
> Fasern sind ungefähr wie ein Haar...

Bei 600er Sandpapier siehst Du auch keine Körnchen mehr. Es ist aber 
Sandpapier, also schmirgelt es.
Genauso Deine Stahlwolle. Die ist viel härter als die dünne 
Nickel(?)schicht der Lötspitze. Diese Schicht ist ruck-zuck abgerieben. 
Wenn, dann nimmt man diese komische Messingwolle, die verklumpt aber 
schnell.
Wie schon geschrieben, Viskoseschwamm und den nass machen. Trocken ist 
er witzlos. So handhabe ich das seit Jahren und löte bestimmt schon 20 
Jahre mit der gleichen Ersa-Spitze. Klar ist die hinter der Beschichtung 
inzwischen etwas dunkel, na und?

Old-Papa
#4413197
Lesenswert?

Ich hab hier seit 5Jahren ne Billig Löte (ZD931).
Aus der Küche einen Edelstahl-Schwamm zum reinigen und da ich auch mal 
anderes als Lötzinn damit schmelze, reinige ich die Spitze manchmal 
ziemlich aggressiv. Keinerlei Beschädigung, Veränderung, Kratzer!

Ob's am Billig liegt kann ich nicht sagen. Weller hab ich immer am 
feuchtem Schwamm gereinigt. Stahlschwamm war damals noch unbekannt. 
Evtl. hat sich ja was an der Legierung geändert.
Gast #4413569
Lesenswert?

Von Weller gibt es zur Trocken-Spitzenreinigung beides zu kaufen: 
Messingwolle und Edelstahlwolle.

Laut Weller ist die Messingwolle schonender zur Lötspitze und die 
Edelstahlwolle hat eine längere Lebensdauer.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren