Hallo, hab heute eine Festplatte zerlegt und ich frage mich, was das für
Teile sind. Weiß jemand etwas darüber?
Bei dem weißen Teil (2.jpg) vermute ich, dass es so ein Kissen ist, das
die Feuchtigkeit aufsaugt. Aber die Kügelchen in 1.jpg - keine Ahnung
wozu das sein könnte.
Cyberfuzzy schrieb:> Aber die Kügelchen in 1.jpg - keine Ahnung> wozu das sein könnte.
Könnte ein Vorrat an Silicalgel sein, um das Innere der Platte trocken
zu halten - vor allem, wenn die weisse Abdeckung oben drauf durchlässig
ist.
> Bei dem weißen Teil (2.jpg) vermute ich, dass es so ein Kissen ist, das> die Feuchtigkeit aufsaugt.
Ist ein Mikrofilter gegen Staub in der Luft.
Hm, SilicaGel in Kugelform, damit die feuchte Luft auch zwischen die
Kugeln gelangt, dh. Vergrößerung der wirksamen Oberfläche innerhalb der
kleinen Plastikwanne ? Die oberen Kugeln sind schon mit einer weissen
Schicht belegt. Das spricht auch für eine Feuchtigkeitsfalle.
Was solls denn sonst sein ? Ersatzkugeln für das Lager ? XD :))
Schade, niemand mehr da in D, den man fragen könnte. Auch diese
Technologie ist abgewandert.
mhh schrieb:> Sind für Minderung der mechanischen Resonanzen.
Lose Kugeln sollen das schaffen, was ein massiver Alu-Rahmen nicht
schafft? da müssen sie schon mindestens aus Osmium sein.
Grrrr schrieb:> Schade, niemand mehr da in D, den man fragen könnte. Auch diese> Technologie ist abgewandert.
?!?
Die gab es hier nie.
Hätte man einen Deutschen Ingenieur gefragt, wie man ein Gerät baut, das
auf Mikrometer genau positioniert, das auch noch in Millisekunden, wäre
nichts unter der Grösse einer Waschmaschine bei rausgekommen zum Preis
eines Einfamilienhauses.
Besser zur Dämpfung von Schwingungen als der Alu Rahmen sind die
Kügelsch all mal. Die Kugeln können nämlich bei der Bewegung
gegeneinander Energie aufnehmen. Den Rahmen müsste man schon aus einem
stärker dämpfenden Material als Alu machen (z.B. Magnesium oder
Gusseisen).
Wegen der nur dünnen Abdeckung würde ich aber auch eher auf
Feuchtigkeitsbindung tippen.
Zu den ganzen kühnen Theorien noch ein Beitrag:
Das Gehäuse einer Festplatte kann mam nicht absolut luftdicht machen,
denn dann wäre ein viel zu massives Gehäuse notwendig. Bei den ganz
verschiedenen Höhen, in denen die FPs betrieben werden gibts da
besonders in den USA recht hohe Druckunterschiede.
Also lässt man das Gehäuse "atmen" und absorbiert die mit der Luft
eingetretene Feuchtigkeit mit diesen Kügelchen.
Das weiße Plättchen ist ein Schwingungsdämpfer. Wenn man genau hinsieht,
ist dort eine Trennwand im Gehäuse, die die von der Platte erzeugte
Luftströmung staut. Es könnten rund um die rotierende Scheibe stehende
Wellen entstehen mit den damit verbundenen Schwingungen. Das poröse
Plättchen bedämpft diese Resonanzen.
Michael B. schrieb:> Hätte man einen Deutschen Ingenieur gefragt, wie man ein Gerät baut, das> auf Mikrometer genau positioniert, das auch noch in Millisekunden, wäre> nichts unter der Grösse einer Waschmaschine bei rausgekommen zum Preis> eines Einfamilienhauses.
Die ersten Festplatten hatten aber diese Abmessungen.
Die Kügelchen sind sicher ein KAT gegen "Feinstaub 2.0".
Damit die Reste der gelöschten Daten nicht in die Umwelt gelangen :-)
Was ist das für eine HD?
Das Kissen in der Ecke habe ich schon gesehen, die Kügelchen noch nicht.
Michael B. schrieb:
> Hätte man einen Deutschen Ingenieur gefragt, wie man ein Gerät baut, das> auf Mikrometer genau positioniert, das auch noch in Millisekunden, wäre> nichts unter der Grösse einer Waschmaschine bei rausgekommen zum Preis> eines Einfamilienhauses.
Dir ist schon klar, dass die ersten Festplatten genau deiner
Beschreibung entsprechen? Es hat auch ca. 50 Jahre gedauert um zu den
heutigen Festplatten zu kommen.
http://www.columbia.edu/cu/computinghistory/rp04.html
Das weisse Kissen fängt wohl den Staub/Abrieb auf, den die Platte
tangential abschleudert bzw. aufwirbelt. Sonst würde es nicht so komisch
in der Ecke sitzen. Das Kästchen ist für den Luftausgleich ohne dass
Dreck und Feuchtigkeit reinkommt. Das hat auf der Unterseite ja auch ein
ziemlich langes Labyrinth.
michael_ schrieb:> Das Kissen in der Ecke habe ich schon gesehen, die Kügelchen noch nicht.
Ist mir auch neu, sonnst sitzt da auch so ein Kissen zum filtern. Für
nen Filter sind so lockere Kügelchen aber mMn nicht besonders
geeignet!?
Erste FEST-Platte:
https://de.wikipedia.org/wiki/IBM_350
Peter R. schrieb:> Das Gehäuse einer Festplatte kann mam nicht absolut luftdicht machen,> denn dann wäre ein viel zu massives Gehäuse notwendig. Bei den ganz> verschiedenen Höhen, in denen die FPs betrieben werden gibts da> besonders in den USA recht hohe Druckunterschiede.> Also lässt man das Gehäuse "atmen" und absorbiert die mit der Luft> eingetretene Feuchtigkeit mit diesen Kügelchen.
wohl noch nie etwas von Helium Festplatten gehört?
Michael B. schrieb:> Hätte man einen Deutschen Ingenieur gefragt, wie man ein Gerät baut, das> auf Mikrometer genau positioniert, das auch noch in Millisekunden, wäre> nichts unter der Grösse einer Waschmaschine bei rausgekommen zum Preis> eines Einfamilienhauses.
Nun, wie es mit solch groben positionieren im µm-Bereich geht, weiss
ich nicht. Positionieren im nm-Bereich kann man hier in D aber schon
seit Jahrzehnten. BTDT.
Lurchi schrieb:> Besser zur Dämpfung von Schwingungen als der Alu Rahmen sind die> Kügelsch all mal. Die Kugeln können nämlich bei der Bewegung> gegeneinander Energie aufnehmen.
dazu müssen sie aber die Schwingung erst mal aufnehmen, dafür müssten
sie mit dem Rahmen verbunden sind - was die Sache mit den Kugeln wieder
sinnlos macht.
Peter II schrieb:> dazu müssen sie aber die Schwingung erst mal aufnehmen, dafür müssten> sie mit dem Rahmen verbunden sind - was die Sache mit den Kugeln wieder> sinnlos macht.
Solch System kenne ich nur von Gummi/Plastik Hämmern, glaub aber nicht
daß das hier so funktioniert :)
Das sind die defekten Sektoren. Durch die Fliehkraft werden diese nach
und nach an den äußeren Rand gedrängt und sammeln sich dort im
Sektorenseparator.
Dieser Vorgang läuft transparent ab, wofür auch der glasklare Behälter
spricht.
Andere Hersteller verwenden den oben sichtbaren Behälter als Papierkorb
bei Windows-Installationen.
MfG Paul
Die ersten Festplatten an denen ich gearbeitet habe hatten genau die
Eckdaten. Größe einen Waschmaschine 8 MByte und 85000$. Später von HP
bis etwa 550MByte weiterentwickelt und dann durch Winchesterdrives
ersetzt die als erste geschlossen Kapseln hatten und kurz danach auch
die ersten landenden Leseköpfe. Festplatten hatten dann erst 8" dann
5,25" und 3,5" bis zum heute aktuellen 2,5 " Standard.
Voll geschlossene Kapseln ohne Trockner drin sind inzwischen mit
Heliumfüllung in 3,5 " mit 10Terabyte und mehr auch lieferbar.
mfg
Michael
Michael B. schrieb:> Grrrr schrieb:>> Schade, niemand mehr da in D, den man fragen könnte. Auch diese>> Technologie ist abgewandert.>> ?!?>> Die gab es hier nie.
Doch.
Anfang der 1980er hat die BASF mal Festplatten hergestellt.
Iirc in Berlin.
Die übrigen Fragen wurden ja schon beantwortet:
Ein Luftfilter um kontinuierlich etwaigen innerhalb des Gehäuses
aufgewirbelten Staub einzufangen, und ein Adsorptionsmittel um die
Luftfeuchtigkeit in dem nicht hermetisch verschlossenenen Gehäuse zu
regulieren und Kondenswasserbildung zu verhindern.
Kondenswasser auf den Scheiben würde unweigerlich zu einem Headcrash
führen, auch "spanabhebende Datenverarbeitung" genannt.
Früher lagerten die Rechenzentren sogar von außen angelieferte
Magnetbänder für 24 Stunden zur Temperaturangleichung um Beschädigungen
von Band und Laufwerk durch Kondenswasser zu vermeiden.
Michael B. schrieb:> Grrrr schrieb:>> Schade, niemand mehr da in D, den man fragen könnte. Auch diese>> Technologie ist abgewandert.>> ?!?>> Die gab es hier nie.>> Hätte man einen Deutschen Ingenieur gefragt, wie man ein Gerät baut, das> auf Mikrometer genau positioniert, das auch noch in Millisekunden, wäre> nichts unter der Grösse einer Waschmaschine bei rausgekommen zum Preis> eines Einfamilienhauses.
Die DSSI Festplatten meiner VAX4000/300 sind alle Made in Germany,
jedenfalls dem Aufkleber nach) (Typ RF31, RF73)
Gruß,
Holm
Hp M. schrieb:> Früher lagerten die Rechenzentren sogar von außen angelieferte> Magnetbänder für 24 Stunden zur Temperaturangleichung um Beschädigungen> von Band und Laufwerk durch Kondenswasser zu vermeiden.
Das machen die auch heute noch.
Das ist der "Ausguss" für Dreckabrieb wie schon jemand schrieb, falls
doch mal Abrieb durch Kopfkontakt ensteht sammelt der sich dort um nicht
weiteren Schaden zu verursachen bzw. möglichst gering zu halten.
Schaut mal entspr. Videos auf youtube wie Datenrettungsfirmen
Platterwechsel usw. machen, der "Cleanroom" ist in der Realität ein
Kabuff mit einfachstem Abluftsystem, einer meinte dort mal in einem
Vortrag viele dieser Firmen hätten nicht mal das, wäre auch nicht
notwendig wegen dem "Selbstreinigungseffekt".
Das erklärt auch warum Laien mit Platterwechsel (nur komplett, einzelne
Scheiben geht prinzipiell nicht) am Küchentisch oft erfolgreich sind und
die Horrorgeschichten aus der Theorie nie eintreffen.
Schlimm wird es erst wenn der Kopf aufschlägt, Teile davon abbrechen und
die Oberfläche abschleifen oder dauerhaft auffliegt. Der dadurch
abgehobelte Dreck sammelt sich dann aber immer noch in diesem Ausguss
und hält den Rest der Platte 'sauber', denn dann dann auch retten kann,
wenn man es rechtzeitig merkt und die den "Aufleger" nicht weiter
betreibt damit er weiter lustig die Oberflächer zerkratzt.