Festplatte zerlegt - was sind das für Teile?

Gast #4404878
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Hallo, hab heute eine Festplatte zerlegt und ich frage mich, was das für 
Teile sind. Weiß jemand etwas darüber?
Bei dem weißen Teil (2.jpg) vermute ich, dass es so ein Kissen ist, das 
die Feuchtigkeit aufsaugt. Aber die Kügelchen in 1.jpg - keine Ahnung 
wozu das sein könnte.
Angehängte Dateien:
(Firma: matzetronics) #4404880
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Cyberfuzzy schrieb:
> Aber die Kügelchen in 1.jpg - keine Ahnung
> wozu das sein könnte.

Könnte ein Vorrat an Silicalgel sein, um das Innere der Platte trocken 
zu halten - vor allem, wenn die weisse Abdeckung oben drauf durchlässig 
ist.

> Bei dem weißen Teil (2.jpg) vermute ich, dass es so ein Kissen ist, das
> die Feuchtigkeit aufsaugt.

Ist ein Mikrofilter gegen Staub in der Luft.
Gast #4405020
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Hm, SilicaGel in Kugelform, damit die feuchte Luft auch zwischen die 
Kugeln gelangt, dh. Vergrößerung der wirksamen Oberfläche innerhalb der 
kleinen Plastikwanne ?  Die oberen Kugeln sind schon mit einer weissen 
Schicht belegt. Das spricht auch für eine Feuchtigkeitsfalle.

Was solls denn sonst sein ?  Ersatzkugeln für das Lager ? XD :))

Schade, niemand mehr da in D, den man fragen könnte. Auch diese 
Technologie ist abgewandert.
#4405047
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Grrrr schrieb:
> Schade, niemand mehr da in D, den man fragen könnte. Auch diese
> Technologie ist abgewandert.

?!?

Die gab es hier nie.

Hätte man einen Deutschen Ingenieur gefragt, wie man ein Gerät baut, das 
auf Mikrometer genau positioniert, das auch noch in Millisekunden, wäre 
nichts unter der Grösse einer Waschmaschine bei rausgekommen zum Preis 
eines Einfamilienhauses.
Gast #4405050
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Besser zur Dämpfung von Schwingungen als der Alu Rahmen sind die 
Kügelsch all mal. Die Kugeln können nämlich bei der Bewegung 
gegeneinander Energie aufnehmen. Den Rahmen müsste man schon aus einem 
stärker dämpfenden Material als Alu machen (z.B. Magnesium oder 
Gusseisen).

Wegen der nur dünnen Abdeckung würde ich aber auch eher auf 
Feuchtigkeitsbindung tippen.
#4405091
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Zu den ganzen kühnen Theorien noch ein Beitrag:

Das Gehäuse einer Festplatte kann mam nicht absolut luftdicht machen, 
denn dann wäre ein viel zu massives Gehäuse notwendig. Bei den ganz 
verschiedenen Höhen, in denen die FPs betrieben werden gibts da 
besonders in den USA recht hohe Druckunterschiede.
Also lässt man das Gehäuse "atmen" und absorbiert die mit der Luft 
eingetretene Feuchtigkeit mit diesen Kügelchen.

Das weiße Plättchen ist ein Schwingungsdämpfer. Wenn man genau hinsieht, 
ist dort eine Trennwand im Gehäuse, die die von der Platte erzeugte 
Luftströmung staut. Es könnten rund um die rotierende Scheibe stehende 
Wellen entstehen mit den damit verbundenen Schwingungen. Das poröse 
Plättchen bedämpft diese Resonanzen.
Gast #4405092
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Michael B. schrieb:
> Hätte man einen Deutschen Ingenieur gefragt, wie man ein Gerät baut, das
> auf Mikrometer genau positioniert, das auch noch in Millisekunden, wäre
> nichts unter der Grösse einer Waschmaschine bei rausgekommen zum Preis
> eines Einfamilienhauses.

Die ersten Festplatten hatten aber diese Abmessungen.

Die Kügelchen sind sicher ein KAT gegen "Feinstaub 2.0".
Damit die Reste der gelöschten Daten nicht in die Umwelt gelangen :-)

Was ist das für eine HD?
Das Kissen in der Ecke habe ich schon gesehen, die Kügelchen noch nicht.
#4405103
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Michael B. schrieb:
> Hätte man einen Deutschen Ingenieur gefragt, wie man ein Gerät baut, das
> auf Mikrometer genau positioniert, das auch noch in Millisekunden, wäre
> nichts unter der Grösse einer Waschmaschine bei rausgekommen zum Preis
> eines Einfamilienhauses.
Dir ist schon klar, dass die ersten Festplatten genau deiner 
Beschreibung entsprechen? Es hat auch ca. 50 Jahre gedauert um zu den 
heutigen Festplatten zu kommen.

http://www.columbia.edu/cu/computinghistory/rp04.html
#4405121
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Das weisse Kissen fängt wohl den Staub/Abrieb auf, den die Platte 
tangential abschleudert bzw. aufwirbelt. Sonst würde es nicht so komisch 
in der Ecke sitzen. Das Kästchen ist für den Luftausgleich ohne dass 
Dreck und Feuchtigkeit reinkommt. Das hat auf der Unterseite ja auch ein 
ziemlich langes Labyrinth.
Gast #4405169
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Peter R. schrieb:
> Das Gehäuse einer Festplatte kann mam nicht absolut luftdicht machen,
> denn dann wäre ein viel zu massives Gehäuse notwendig. Bei den ganz
> verschiedenen Höhen, in denen die FPs betrieben werden gibts da
> besonders in den USA recht hohe Druckunterschiede.
> Also lässt man das Gehäuse "atmen" und absorbiert die mit der Luft
> eingetretene Feuchtigkeit mit diesen Kügelchen.

wohl noch nie etwas von Helium Festplatten gehört?
#4405171
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Michael B. schrieb:

> Hätte man einen Deutschen Ingenieur gefragt, wie man ein Gerät baut, das
> auf Mikrometer genau positioniert, das auch noch in Millisekunden, wäre
> nichts unter der Grösse einer Waschmaschine bei rausgekommen zum Preis
> eines Einfamilienhauses.

Nun, wie es mit solch groben positionieren im µm-Bereich geht, weiss
ich nicht. Positionieren im nm-Bereich kann man hier in D aber schon
seit Jahrzehnten. BTDT.
Gast #4405175
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Lurchi schrieb:
> Besser zur Dämpfung von Schwingungen als der Alu Rahmen sind die
> Kügelsch all mal. Die Kugeln können nämlich bei der Bewegung
> gegeneinander Energie aufnehmen.

dazu müssen sie aber die Schwingung erst mal aufnehmen, dafür müssten 
sie mit dem Rahmen verbunden sind - was die Sache mit den Kugeln wieder 
sinnlos macht.
#4405311
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Das sind die defekten Sektoren. Durch die Fliehkraft werden diese nach 
und nach an den äußeren Rand gedrängt und sammeln sich dort im 
Sektorenseparator.
Dieser Vorgang läuft transparent ab, wofür auch der glasklare Behälter 
spricht.

Andere Hersteller verwenden den oben sichtbaren Behälter als Papierkorb
bei Windows-Installationen.

MfG Paul
Gast #4405344
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Die ersten Festplatten an denen ich gearbeitet habe hatten genau die 
Eckdaten. Größe einen Waschmaschine 8 MByte und 85000$. Später von HP 
bis etwa 550MByte weiterentwickelt und dann durch Winchesterdrives 
ersetzt die als erste geschlossen Kapseln hatten und kurz danach auch 
die ersten landenden Leseköpfe. Festplatten hatten dann erst 8" dann 
5,25" und 3,5" bis zum heute aktuellen 2,5 " Standard.
Voll geschlossene Kapseln ohne Trockner drin sind inzwischen mit 
Heliumfüllung in 3,5 " mit 10Terabyte und mehr auch lieferbar.

mfg
Michael
#4405633
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Michael B. schrieb:
> Grrrr schrieb:
>> Schade, niemand mehr da in D, den man fragen könnte. Auch diese
>> Technologie ist abgewandert.
>
> ?!?
>
> Die gab es hier nie.

Doch.
Anfang der 1980er hat die BASF mal Festplatten hergestellt.
Iirc in Berlin.

Die übrigen Fragen wurden ja schon beantwortet:
Ein Luftfilter um kontinuierlich etwaigen innerhalb des Gehäuses 
aufgewirbelten Staub einzufangen, und ein Adsorptionsmittel um die 
Luftfeuchtigkeit in dem nicht hermetisch verschlossenenen Gehäuse zu 
regulieren und Kondenswasserbildung zu verhindern.

Kondenswasser auf den Scheiben würde unweigerlich zu einem Headcrash 
führen, auch "spanabhebende Datenverarbeitung" genannt.
Früher lagerten die Rechenzentren sogar von außen angelieferte 
Magnetbänder für 24 Stunden zur Temperaturangleichung um Beschädigungen 
von Band und Laufwerk durch Kondenswasser zu vermeiden.
Gast #4405662
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Michael B. schrieb:
> Grrrr schrieb:
>> Schade, niemand mehr da in D, den man fragen könnte. Auch diese
>> Technologie ist abgewandert.
>
> ?!?
>
> Die gab es hier nie.
>
> Hätte man einen Deutschen Ingenieur gefragt, wie man ein Gerät baut, das
> auf Mikrometer genau positioniert, das auch noch in Millisekunden, wäre
> nichts unter der Grösse einer Waschmaschine bei rausgekommen zum Preis
> eines Einfamilienhauses.

Die DSSI Festplatten meiner VAX4000/300 sind alle Made in Germany, 
jedenfalls dem Aufkleber nach) (Typ RF31, RF73)

Gruß,

Holm
Gast #4405687
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Das ist der "Ausguss" für Dreckabrieb wie schon jemand schrieb, falls 
doch mal Abrieb durch Kopfkontakt ensteht sammelt der sich dort um nicht 
weiteren Schaden zu verursachen bzw. möglichst gering zu halten.

Schaut mal entspr. Videos auf youtube wie Datenrettungsfirmen 
Platterwechsel usw. machen, der "Cleanroom" ist in der Realität ein 
Kabuff mit einfachstem Abluftsystem, einer meinte dort mal in einem 
Vortrag viele dieser Firmen hätten nicht mal das, wäre auch nicht 
notwendig wegen dem "Selbstreinigungseffekt".
Das erklärt auch warum Laien mit Platterwechsel (nur komplett, einzelne 
Scheiben geht prinzipiell nicht) am Küchentisch oft erfolgreich sind und 
die Horrorgeschichten aus der Theorie nie eintreffen.

Schlimm wird es erst wenn der Kopf aufschlägt, Teile davon abbrechen und 
die Oberfläche abschleifen oder dauerhaft auffliegt. Der dadurch 
abgehobelte Dreck sammelt sich dann aber immer noch in diesem Ausguss 
und hält den Rest der Platte 'sauber', denn dann dann auch retten kann, 
wenn man es rechtzeitig merkt und die den "Aufleger" nicht weiter 
betreibt damit er weiter lustig die Oberflächer zerkratzt.

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