Frage zu Q bei Spulen

OP #4415541
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Hallo,

ich habe schon oft gelesen, dass eine hohe Güte bei Spulen als 
Energiespeicher wichtig ist, während bei Filterdrosseln eher eine 
geringe Güte wichtig ist.

Jetzt bin ich bei diesem Produkt ziemlich verwirrt:

http://www.mouser.ch/ProductDetail/Bourns/6100-102K-RC/?qs=sGAEpiMZZMsg%252by3WlYCkU69%252bjvm3I6PyoPHHGD6qagY%3d

Q ist mit winzigen 1.2 angegeben. Eigentlich völlig ungeeignet für 
effiziente Schaltregler. Jetzt steht im Datenblatt aber tatsächlich 
"Applications: DC/DC Converters" ???????
Persönliche Seite #4415892
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Christian S. schrieb:
> Hallo,
>
> ich habe schon oft gelesen, dass eine hohe Güte bei Spulen als
> Energiespeicher wichtig ist, während bei Filterdrosseln eher eine
> geringe Güte wichtig ist.
>
> Jetzt bin ich bei diesem Produkt ziemlich verwirrt:
>
> 
http://www.mouser.ch/ProductDetail/Bourns/6100-102K-RC/?qs=sGAEpiMZZMsg%252by3WlYCkU69%252bjvm3I6PyoPHHGD6qagY%3d
>
> Q ist mit winzigen 1.2 angegeben. Eigentlich völlig ungeeignet für
> effiziente Schaltregler. Jetzt steht im Datenblatt aber tatsächlich
> "Applications: DC/DC Converters" ???????

Die Datenblattangabe "Q (Ref.)" ist nicht die von Dir gesuchte 
Spulengüte.

Die Spulengüte ist zunächst eine frequenzabhängige Größe.

Solange man deutlich unter der Eigenresonanzfrequenz (SRF) und dem 
Sättigungsstrom bleibt, kann man die Güte für eine bestimmte Frequenz 
vereinfacht angeben als:
Z.B. bei f = 100 kHz sollte die Güte der zitierten 6100-Spulen-Serie 
zwischen 300 und 400 liegen und ist somit sehr wohl auch für 
DC/DC-Wandler verwendbar.
#4416274
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Christian S. schrieb:
> Danke Eberhard. Das hat mir sehr geholfen.
>
> Kann man denn dann allgemeingültig sagen, je höher SRF, desto besser die
> Spule?

Nein
1. Was ist allgemein eine "bessere" Spule? Die Bewertung hängt doch wohl 
stark vom Einsatzbereich ab.

2. Eine hohe Eigenresonanz erreicht man u.a. durch besonders 
kapazitätsarmen Aufbau. Das mag ja interessant sein für den Bau von 
Kurzwellenradios, für Schaltnetzteilanwendungen ist das eher 
uninteressant.

3. Die Eigenresonanzfrequenz einer Spule hängt ganz wesentlich ab von 
ihrer Induktivität. Die höchste SRF erhältst Du innerhalb einer 
bestimmten Produktreihe i.a. mit der kleinsten Spuleninduktivität.
Man muss also die SRF immer in Relation zur Induktivität betrachten.
Gast #4416676
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Mark S. schrieb:
> 2. Eine hohe Eigenresonanz erreicht man u.a. durch besonders
> kapazitätsarmen Aufbau. Das mag ja interessant sein für den Bau von
> Kurzwellenradios, für Schaltnetzteilanwendungen ist das eher
> uninteressant.

Garnicht uninteressant.
Die Wicklungskapazität wird bei jedem Puls mitgespeist und verursacht 
Verluste und Störungen.
Da wird ein Menge (bezahlter) Aufwand getrieben um die 
Wicklungskapazität zu drücken z.B. Flachdrahtwicklungen, 
Mehrkammerwicklungen oder fette Lagenisolierungen.

Die verlinkte Bourns Drossel ist natürlich ein Paradebeispiel für eine 
bis aufs letze millicent ausgedrückte Bauweise.
(Drum Core mit schraubenförmiger Wicklung)
Gast #4416851
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Mark S. schrieb:
> Das ist mir allerdings neu - bei was für Anwendungen ist das so
> kritisch?

Bei Schaltreglern generell.
Michael K. schrieb:
> Die Wicklungskapazität wird bei jedem Puls mitgespeist und verursacht
> Verluste und Störungen.

Die Summe aller Versäumnisse sind im Ende durchgefallene EMI Tests, 
größere Filter und ein schlechtererer Wirkungsgrad.

Z.B. Flachdrahtwicklungen haben zwar eine große Fläche zwischen den 
Windungen, die liegen aber alle in Reihe so das Cges. wirklich klein 
wird.
Das ist eine einlagige Drossel mit verringertem Skin Effekt.
Kleiner Rac, kleinere Peakströme beim Einschalten.

Beim krassen Gegenteil, der wilden Wicklung hast du schaltungstechnisch 
betrachtet bei jeder Windung eine kleine Induktivität die über eine 
Menge kleine Kondensatoren mit vielen anderen kleinen Induktivitäten 
verkoppelt ist. Sehr 'interessant' bei höheren Frequenzen.

Die Schraubenwicklung ist da geringfügig besser mit weniger Variationen 
innerhalb einer Type.
Will man aber weniger Skin Effekt bei langen Wicklungen oder hohen 
Frequenzen müsste man auf mehradrige Wicklungen gehen.
Das treibt aber die Wicklungskapazität nach oben.
Begegnen kann man dem damit das man die Lagenisolationen deutlich 
erhöht. Das verringert aber den Kupferfüllgrad.

Spulen / Übertrager wickeln wird zur Wissenschaft wenn Freq. und 
Wirkungsgrad steigen sollen.
Persönliche Seite #4417031
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Hp M. schrieb:
> Eberhard H. schrieb:
>> Die Datenblattangabe "Q (Ref.)" ist nicht die von Dir gesuchte
>> Spulengüte.
>
> Sondern ist was?

Um ehrlich zu sein: Ich weiß es für dieses Datenblatt nicht.
Weißt Du es?

Von den Werten her ist es zunächst eine 1:1-Kopie der SRF-Spalte.
Nach irgend einem zu der 6100-Spulen-Familie passenden Q-Faktor sieht 
das nicht aus.

Sinn gemacht hätte ein Q-Faktor z.B. bei einer der beiden 
Testfrequenzen.

In anderen Datenblättern von vergleichbaren Spulen taucht "Q (Ref.)" 
erst gar nicht auf und ist auch für ein DC/DC-Wandler-Design nicht 
wirklich von Interesse.

Da zählen im Wesentlichen die Nenninduktivität, der zulässige RMS- und 
Sättigungsstrom und DCR.

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