Unterschied H-Brücke / Leistungs OpAmp

OP #4428264
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Hallo,

ich muss einen 5V/200mA Motor ansteuern, und zwar vorwärts und 
rückwärts. Jetzt habe ich zufällig einige billige Leistungs-OpAmps 
übrig:

http://www.mouser.ch/ProductDetail/Fairchild-Semiconductor/L272M/?qs=sGAEpiMZZMtCHixnSjNA6EIHZJ49oiZjKLI8lGjVb0Y%3d

Kann ich nicht einfach den OpAmp so an einen uC schalten, dass es auch 
damit geht? Wenn ich Op+ auf 5V fahre und Op- auf GND, ist der Ausgang 
ja 1 und umgekehrt. Da es ein Dual OpAmp ist, habe ich doch damit quasi 
schon eine H-Brücke?
Gast #4428267
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Christian S. schrieb:
> Kann ich nicht einfach den OpAmp so an einen uC schalten, dass es auch
> damit geht? Wenn ich Op+ auf 5V fahre und Op- auf GND, ist der Ausgang
> ja 1 und umgekehrt. Da es ein Dual OpAmp ist, habe ich doch damit quasi
> schon eine H-Brücke?

Kann man machen. Bei der Leistung wäre ein L293D aber einfacher zu 
beschalten.
#4428287
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Hallo,
> Christian S. schrieb:
> Da es ein Dual OpAmp ist, habe ich doch damit quasi
> schon eine H-Brücke?
wenn man den Aufbau der Endstufen sieht, sind da tasächlich 
Ähnlichkeiten.
Allerdings ist ein OPV primär für den linearen Betrieb zwischen den 
Bereichen der Übersteuerung ausgelegt und eine Schaltstufe ist genau nur 
für die Übersteuerung, also für digitalen Betrieb gemacht.
Daraus ergeben sich diverse Probleme:

1) Die Unterschiede sieht man dann auch in nde Kennlinie und da speziell 
in den Übersteuerungsspannungen (siehe Datenblattt: Output Voltage 
Swing).
Während bei der H-Brücke für die Motorsteuerung die Transistoren nur 
wenige 10mV bis max. ca. 150mV Restspannung im durchgeschalteten Zustand 
übrig bleiben, hat ein billiger OPV eben deutlich größere 
Dropspannungen.
Der LM272 steuert nur bis max. ca. 1...2V gegen die Betriebssppannung 
aus.
Die Aussteuerung geht also nur von ca. 1V bis ca. 4V bei Ucc=5V.
Mit einem Rail-to-Rail OPV würde es besser gehen.

2) Viele OPV gehen im übersteuerten Zustand in einen gesättigten 
Betrieb, aus dem sie nur rel. langsam wieder herauskommen. Deren 
dynamische Kennwerte wären dann eher bescheiden. Eine PWM würde 
womöglich zeitlich deutlich ungenau werden
Manche (besonders alte )OPV haben auch einen Latchup-Effekt, der bei 
massiver Übersteuerung ausgelöst werden kann. Die kommen dann ganz 
schlecht wieder aus der Übersteuerung oder gar nicht.
Schaltstufen in einer H-Brücke für Motoren haben das grundsätzlich 
nicht.

3) Diverse H-Brücken-IC werden auch noch mit zusätzlichen Schaltungen 
versehen, welche die Endstufen vor Überspannung schützen oder bei 
Überstrom ansprechen. Bei OPV macht man das eher selten.

Das heißt jetzt nicht, dass man mit OPV keinen Motor betreiben könnte, 
nur sollte man sich der möglichen Probleme und Einschränkungen bewußt 
sein.
Gruß Öletronika
#4428324
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Ich würde ebenfalls vom L293D abraten. Bei 5V - wenn es überhaupt geht - 
kommt da hinten nicht viel raus.
Doch wie schon unser Altkanzler (H. Kohl) sagte: "Wichtig ist was hinten 
rauskommt".

Ob Du eine H-Brücke diskret aufbaust, eine integrierte verwendest, oder 
pseudo-diskret mittel OPs aufbaust, ist gehopst wie gehüpft.

Es kann aber nicht schaden, wenn die Daten sinnvoll sind.
Also irgendwo zwischen: Es kommt noch was raus und es riecht nicht 
(elektrisch);-)

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