üblicherweise wird die Lot-Paste ja per Schablone auf die Platine
aufgebracht und anschließend wird das Bautail darauf platziert.
Was spricht dagegen, die Paste ohne Schablone direkt auf die Pins
aufzutragen, bevor man sie auf einer dann trockenen Platine platziert?
Wenn du mit Paste arbeitest wirst du ja mit Heißluft oder mit einem Ofen
löten wollen. Wenn du die Paste auf die Pad aufbringst, dann haften die
Bauteile auch schon ein bisschen. Ohne Paste fallen die beim Löten alle
wieder ab. Oder du musst schon sehr sorgsam mit der Leiterplatte
hantieren.
Gruß; jens
ich will mir die Paste ja nicht sparen ... ich frag mich nur, ob es
nicht einfacher ist, sie z. B. mit einer Kanüle direkt auf die Pins und
nicht per Schablone auf die Pads aufzutragen.
doedel schrieb:> Was spricht dagegen, die Paste ohne Schablone direkt auf die Pins> aufzutragen
Dass es die vielfache Arbeit ist - x Bauteile bearbeiten statt 1
Platine.
Überhaupt müsste man das erst mal gleichmässig hinkriegen, und bei
dünnen Beinchen wie SOT ist das wohl hoffnungslos.
Georg
@doedel (Gast)
>üblicherweise wird die Lot-Paste ja per Schablone auf die Platine>aufgebracht und anschließend wird das Bautail darauf platziert.
Ja.
>Was spricht dagegen, die Paste ohne Schablone direkt auf die Pins>aufzutragen, bevor man sie auf einer dann trockenen Platine platziert?
Die Logik? Die LOT-Paste soll zwischen Pad und Pin ein Verbindung
herstellen. Wenn du sie oben AUF die Pins kleckst, läuft sie nur
teilweise unter das Pin. Damit sind Lötfehler vorprogrammiert. Außerdem
ist es deutlich fummeliger.
Falk B. schrieb:> Die Logik? Die LOT-Paste soll zwischen Pad und Pin ein Verbindung> herstellen. Wenn du sie oben AUF die Pins kleckst,
Ich glaube er meinte schon von oben, also der Bestückungsautomat nimmt
das Teil stuckt es kurz in Paste und dann auf die Pads.
ok ... da war ich sprachlich etwas unpräzise :-)
die Paste soll natürlich auf die Unterseite der Pins ... das ist schon
klar. Mir geht es primär darum, dass ich bei einem Prototyp nicht immer
gleiche eine Schablone machen möchte. Dass es effizienter ist, eine
Schablone zu verwenden ist klar.
Die Paste muss zwischen Pin und Pad.
Wenn es dir gelingt, das Bauteil umgedreht zu halten, dann die Paste auf
den Pins zu verteilen, und danach das Bauteil richtig ausgerichtet auf
der Platine zu plazieren, dann spricht überhaupt nichts dagegen. Es ist
nur unglaublich umständlich.
Es reicht übrigens für eine überwachte und gesteuerte Lötung, wenn die
Menge der Paste stimmt, die muss nicht unbedingt nur auf den Pads sein.
Man kann da auch eine dünne Wurst über alle Pads ziehen, die
Oberflächenspannung sorgt dann dafür, dass nur die Pads und Pins benetzt
werden. Und ja, dafür reicht die normale Oberflächenspannung des Lots
und das abweisende Platinensubstrat, dafür braucht man keinen Lötstop
zwischen den Pads.
Für automatische Lötungen empfiehlt sich das natürlich nicht, da will
man reproduzierbare Verhältnisse. Wer aber von Hand mit Heißluft lötet,
sieht ja, ob die Lötung nun gut ist oder noch nicht und kann daher sehr
gut auf unterschiedliche Pastenmengen reagieren.
@ doedel (Gast)
>klar. Mir geht es primär darum, dass ich bei einem Prototyp nicht immer>gleiche eine Schablone machen möchte.
Dann bestell bei PCB-Pool, dort gibt es die Schablone kostenlos dazu!
Oder verteil die Paste vorher mittels Spritze/Dispenser manuell, das
geht auch relativ schnell. Bauteile in die Paste drücken und dann auf
Board ist nicht wirklich praktikabel.
Was ist einfacher?
Butter auf's Brot schmieren, und dann die Wurst drauflegen,
oder Butter auf die Wurst schmieren, und das Ganze dann auf's Brot
legen?
;-)
Damit dieser Ulkbeitrag auch einen Nutzen hat:
Low-Cost Stencils: https://www.oshstencils.com
Ich finde die Idee des OP garnicht so schlecht und ich glaube sie wird
hier falsch verstanden.
Überlicher Prozess:
1. Schablone produzieren
2. Schablone positionieren
3. Paste auftragen
4. Schablone entfernen
5. Bauteile positionieren
OPs Idee:
1. Bauteile in Paste dippen
2. Bauteile positionieren
Ein Automat könnte diese beiden Schritte auf einem Weg erledigen, wenn
die Paste zwischen Bauteile und Platine bereitsteht...
Ich kam nämlich gerade auf die selbe Idee, weil ich zum ersten mal ein
Stencil verwende und es mir einfacher vorgestellt habe. In meinem Fall
ist nämlich die Paste zwischen Stencil und PCB verlaufen.
Generell ist das Vorgehen eine "blöde Idee", da die Paste idR nicht an
den Pins haften bleibt und man die Menge schlecht kontrollieren kann.
Selbst mit einer Schablone braucht man einen entsprechenden Spannrahmen
und Rakel im die Paste vernünftig aufzutragen - am besten auf einer
temperierten Platine..
Bei 0.5er Pitch und kleiner wird das aber meistens nicht so sauber wie
man es gerne hätte...da geht es bei Prototypen einfacher das per Hand zu
löten.
Industriell ist es mit den Schablonen sehr einfach die Paste
aufzutragen. In einem Arbeitsschritt ist das erledigt und es geht direkt
in den Bestückungsautomaten..
TestX schrieb:> Selbst mit einer Schablone braucht man einen entsprechenden Spannrahmen> und Rakel
Im Hobbybereich tun es auch ein paar Streifen Platinenmaterial, mit
Paketklebeband verrücksicher auf den Tisch geklebt, und ein Eiskratzer.
Jens .. schrieb:> OPs Idee:> 1. Bauteile in Paste dippen
Und dabei die ganze Gehäuseunterseite mit Lötpaste vollschmieren? Ich
glaube nicht, dass er sich das so vorgestellt hat.
Georg
doedel schrieb:> ich will mir die Paste ja nicht sparen ... ich frag mich nur, ob es> nicht einfacher ist, sie z. B. mit einer Kanüle direkt auf die Pins und> nicht per Schablone auf die Pads aufzutragen.
nein es ist in der Serie nicht einfacher und darum wird es auch in der
Serienprodukton nicht gemacht.
Was Du privat so mit der Paste und den Lötstellen treibst sei Dir
überlassen, Du darfst es beliebig kompliziert machen....
Grüße
MiWi
MiWi schrieb:> Was Du privat so mit der Paste und den Lötstellen treibst sei Dir> überlassen
Bei einem TQFP 100 ist das doch ein schöner Zeitvertreib...
Georg
doedel schrieb:> Was spricht dagegen, die Paste ohne Schablone direkt auf die Pins> aufzutragen, bevor man sie auf einer dann trockenen Platine platziert?
Die fehlende Dosierungsmöglichkeit. Beim Auftrag mit Schablone ist die
Lotmenge und -Verteilung genau definiert, beim Pinbenetzen durch Tauchen
nicht. Da klebt mal mehr mal weniger Lot am Pin, mal vorn mal weiter
hinten. Die Folge sind schwankende Qualität: Grabsteine, Kurzschlüße,
kalte Lötstellen...
Wort Sprenglerei schrieb:> beim Pinbenetzen durch Tauchen> nicht
Das will er ja auch garnicht:
doedel schrieb:> ich frag mich nur, ob es> nicht einfacher ist, sie z. B. mit einer Kanüle direkt auf die Pins
Du hast den Umfang des Wahnsinns deutlich unterschätzt. Deswegen mein
Hinweis auf TQFP100.
Georg
Georg schrieb:> doedel schrieb:>> ich frag mich nur, ob es>> nicht einfacher ist, sie z. B. mit einer Kanüle direkt auf die Pins
Es ist komplizierter, als die Paste mit einer Kanüle direkt auf die Pads
aufzutragen. Letzteres wird zum Handlöten durchaus gemacht.
Georg schrieb:> Wort Sprenglerei schrieb:>> beim Pinbenetzen durch Tauchen>> nicht>> Das will er ja auch garnicht:>> doedel schrieb:>> ich frag mich nur, ob es>> nicht einfacher ist, sie z. B. mit einer Kanüle direkt auf die Pins
Das interpretieren manche anders
Hans schrieb:> Ich glaube er meinte schon von oben, also der Bestückungsautomat nimmt> das Teil stuckt es kurz in Paste und dann auf die Pads.
Wobei es wurscht ist ob tauchen oder mittels Kanüle per Hand gespritzt,
wieviel Lot da per Pin hängenbleibt streut gewaltig. nur eine Schablone
garantiert das die gewünschte Menge an die richtigen Stelle gelangt.