Marie S. schrieb:
> Und wie kommen Daten vom Motor an die buchse an die der Tüv sein ableser
> Kabel ansteckt?
Die Buchse ist der OBD2 Anschluss. Diese hat unter anderem einen
CAN-Bus. Es gibt auch andere Systeme, aber alle neueren Fahrzeuge MÜSSEN
einen CAN-Bus haben. Es geht da speziell um die Überwachung der
abgasrelevanten Systeme.
Dieser CAN-Bus ist aber auch zum Motorsteuergerät und zu ein paar
weiteren Steuergeräten geführt. Das ist unterschiedlich, je nach
Fahrzeug.
Wenn das Motorsteuergerät merkt, dass die Lambdasonde ungültige Daten
liefert, dann schreibt das Motorsteuergerät einen Fehlercode in den
Fehlerspeicher. Dieser sogenannte Diagnostic Trouble Code (DTC) enthält
die Information über den genauen Fehler (es gibt hier Fehlernummern).
Per CAN-Bus kann das Motorsteuergerät angesprochen werden und die
Fehler/DTCs können ausgelesen werden.
(Genau gesagt: In der Regel greift das Analysegerät auf den CAN-Bus zu
und spricht das ISO-TP Protokoll. Es wird zuerst abgefragt, welche
Funktionen auf dem CAN-Bus bereitstehen (=was ich alles auslesen kann).
Dann wird ein Befehl gesendet, welcher die Fehlercodes/DTCs anfordert.
Das Steuergerät antwortet IMMER, auch wenn kein Fehler vorhanden ist.
Dann kommt eben 00 00... zurück. Ansonsten werden Fehler (können auch
mehr als 1 sein!) zurückgegeben.)
Marie S. schrieb:
> Da wird ja nicht nur per lambda Sonde die abgas Daten gelesen sondern
> anscheinend auch andere defekte des Motors.
Ja! Es sind verschiedene Modi möglich. Das Auslesen der DTCs und
verwandter Daten ist weitgehend genormt. Allerdings haben manche
Hersteller noch viel mehr zu bieten. So kannst du beispielsweise per
OBD2 Schnittstelle auch Steuergeräte neu programmieren, Schlüssel
anlernen usw. (wobei du hier dann die Herstellertools brauchst bzw. auch
die Freigabe durch den Fahrzeughersteller). Was auch möglich ist:
beispielsweise bei Hybridfahrzeugen kannst du sogar die Zellspannung
einzelner Akkupakete auslesen, Ströme und Spannung überwachen usw.