Hallo.
Ich will mir einen Reflowofen bauen und habe etliches gelesen.
Meine Platinen sind nicht besonders groß max 100*80mm.
Beim lesen ist mir immer wieder aufgefallen, das die meisten Geräte
eigentlich keine besonders homogene Temperatur auf die Platine bringen.
Und für mich teilweise viel zu groß sind.
Ich könnte mir jetzt 2 Elstein Strahler nehmen und alles gut verbauen.
Oder ich nehme einen Toaster und baue den etwas um.
Den billigsten habe ich für 11 EURO gesehen, dafür kann man nicht mal
die Einzelteile kaufen.
ABER geht ein Toaster als SMD Ofen?
Hat das jemand mal gemacht?
Müsste man bei einem Toaster oben und unten eigentlich gleich heizten?
Die Steuerung an sich ist ja nicht wild und es gibt genug Beispiele.
Ist ja nur ein Prozessor mit Display, Temp Eingang, SSR Relais und
eventuell noch ein Lüfter. Die Temp. Kurven sind ja auch allgemein
zugänglich.
Von daher ist alles einfach nur der Heizraum ist das was mir sorgen
macht.
VG, Peter
Peter schrieb:> Die Steuerung an sich ist ja nicht wild und es gibt genug Beispiele.> Ist ja nur ein Prozessor mit Display, Temp Eingang, SSR Relais und> eventuell noch ein Lüfter. Die Temp. Kurven sind ja auch allgemein> zugänglich.
Eine Steuerung reicht da nicht. Eine Regelung, die einen
Temperaturverlauf zulässt wird da nötig sein.
Ob sich ein Chassis (Toaster) eignet, hängt außerdem
davon ab, welche Temperaturen sich in welchem Zeitabschnitt
aufbauen und abbauen lassen. Da müssen eben mal Sekundenschnell
200-230° entstehen können. Die Trägheit ist da ein ziemliches
Hemmnis. Man kann ja erst mal Testmessungen machen, um zu sehen,
ob die Heizeinheit schnell genug Leistung bringt.
Wenn das brauchbare Ergebnisse zeigt, kann man weiter sehen.
Eine fertige Lösung kann es nicht geben, denn Toaster ist nicht
gleich Toaster.
Das die Steuerung regelt ist doch klar oder?
Ist doch genauso wie eine Reglung die nur was steuert.
Logisch regelt man das, sonst wäre ein Temperaturfühler irgendwie auch
Unsinn.
Das einzige was ich gerade sehe was ich falsch geschrieben habe ist das
mit dem SSR Relais. Ein Phasenanschnitt brauch man um vernünftig zu
regeln.
Das es unterschiedliche Toaster, mit sogar verschiedenen Watt Zahlen,
gibt ist mir nicht aufgefallen.
Ich dachte an ein etwas teueres Modell mit nur einem Schlitz und 750
Watt.
Die Heizflächen sind bei einem Toaster ja nur ca. 1-2cm von der Platine
entfernt und die Heizkurve sollte auch recht gut sein. Ein Deckel muss
den Schlitz natürlich verschließen. Bein Kühlen dachte ich ans einfache
öffnen von Deckel oder an einen Ventilator, wenn das nötig ist.
Nun ja oder ich kann den eingebauten Auswurf nehmen, zum ablöten sollte
das gut gehen.
VG, Peter
Hattest Du schon mal einen Toaster, der die Scheiben auch wirklich
gleichmäßig getoastet hat?
Glimmerplatten nur mit Heizdraht umwickelt, werden das auch nie
hinbekommen. Etwas das den Abstand besser einhält, wäre geeigneter.
Solch Toaster sollte es durchaus geben, kosten dann aber sicher was.
Durch den Platzersparnis, sollte das aber wegen dem wesentlich höheren
WAF, mehr als ausgeglichen werden :)
PS: Das sind alles IR-Strahler. Da wird's schwierig die Temperatur der
PCB zu messen!
das ist durchaus möglich.
zum Prüfen, ob das Zinn flüssig wird, auf eine freie Stelle der Platine
eine kleine Probe geben. Wenn die dann schmilzt, noch ein paar Sekunden
dazugeben. Es muss ausserdem nicht heissen, dass die Platine im Toaster
still liegen bleiben muss.
BTW das was man gemeinhin als Regler bezeichnet wird,
ist ein Einsteller.
Der Toaster hat ein ziemlich kleines Luftvolumen und die meisten
Varianten, denen ich traue, betreiben das Gerät nach Umbauten horizontal
und nicht vertikal. Umbau bedeutet, alle Mechanik zum Auswurf zu
entfernen und nur den Blechkasten mit den Heizelementen zu belassen.
Deluxe-Versionen haben eine Mineralwolle um den Blechkasten, die Hitze
besser zu halten. Die Elektronik mit der groben Zeitregelung muss gegen
eine ordentliche Regelung (JEDEC-Kurven) ausgetauscht werden. Die
Wiederholbarkeit ist dann deutlich besser, d.h. wiederholtes
Reflow-Löten führt nicht zur unzulässigen Vorwärmung oder zu steilem
Anstieg (1°C/s). Pizzaöfen (auch etwa 30-80€) eignen sich besser, das
Luftvolumen ist etwas größer (die Heizleistung muss damit auch größer
sein), aber es ist besser steuerbar (sanfterer Anstieg).
bloss weil solche Querschüsse kommen:
Lüttel schrieb:
> Besonders praktisch ist das Auswerfen nach dem Löten
Wird ja wohl keiner glauben, dass man eine Platine
da wie 'ne Scheibe Toast reinsteckt, also vertikal lötet.
oder? ;)
In meiner aktiveren "Selbstlöt-Zeit" hatte ich das Gehäuse einer alten
Microwelle. aber auch nur, weil der Timer da drin noch lief. den ganzen
Radar-Kram ausgemistet, andere Relais rein, die dann auch 4 Quarzbrenner
aus alten Kopierern schalten konnten. die Dinger einfach nur stumpf mit
Draht ins Gehäuse gehängt und aussen auch mit Steinwolle eingewickelt.
Weil die Quarzbrenner als "Oberhitze drin hingen, bekamen schwarze Teile
(ICs) ein Stück Alufolie aufgelegt. es sollen ja schliesslich die
Beinchen heiss werdne und nicht der ganze Körper
Da war die Temperatur letztlich auch nicht gleichmässig
in der Höhle verteilt. Vorteil war halt der Drehteller.
"Modell Afrika".
Nach einigen Probeläufen zur "Justage" lief das ganz gut.
▶ J-A von der H. schrieb:> bloss weil solche Querschüsse kommen:>> Lüttel schrieb:>> Besonders praktisch ist das Auswerfen nach dem Löten>> Wird ja wohl keiner glauben, dass man eine Platine> da wie 'ne Scheibe Toast reinsteckt, also vertikal lötet.>> oder? ;)
Er wollte ja umbauen, vielleicht auf horizontal.
So unausgegorene Ideen wie: ich nehme was mit Gehäuse, das heiß werden
kann, kann man damit reflowlöten, wenn ja, sagt mir wie das geht,
fordert doch heraus?
Alternativ hätte ich noch einen 12L Minibackofen (ca 30€) mit 1000W.
Die mit Umluft sind dann immer gleich >40L.
Aber warum ein Ofen der 2 weit entfernte Heizstäbe hat besser sein soll
wie ein ca. 2cm Geflecht von Heizdrähten kapiere ich noch nicht.
Ich werde noch mal übers Wochenende nachdenken und am Montag mir das
eine oder andere besorgen.
Weitere Denkanstösse bis dahin nehme ich gerne zur Kenntnis.
VG, Peter
Weil sich das aufheizen über die Luft, besser verteilen lässt.
Bei einem Taster geschieht das hauptsächlich über die IR-Stralung und
das gleichmäßig, bei ausreichender Leistung, hinzu bekommen ist fast
unmöglich.
Einer hier (sry) pappt ja schon Alu-Fetzen auf die Schwarzen Bauteile.
In wie weit sich das, bei den empfohlenen Temperaturprofilen auswirkt,
kA.
https://de.wikipedia.org/wiki/Reflow-L%C3%B6ten#Infrarotstrahler
▶ J-A von der H. schrieb:> es sollen ja schliesslich die> Beinchen heiss werdne und nicht der ganze Körper
Jein. Es kommt einseits auf eine gleichmäßige Grunderwärmung an,
andererseits, dass die Pins nur für einen möglichst kurze Zeit
auf Schmelztemperatur gebracht werden. Ganz schlecht sind große
Temperaturdifferenzen. Ein IR-Strahler hat da eine zu große
Energiedichte die nicht jedes Material gleichmäßig erwärmt.
Gut dann lasse ich das mit dem Toaster und kaufe mir einen Miniofen.
Vielleicht bau ich mir ja noch eine Umluft rein, würde das Ergebnis
(Wärmeverteilung) ja verbessern.
VG, Peter
Peter schrieb:> Alternativ hätte ich noch einen 12L Minibackofen (ca 30€) mit 1000W.
12L mit 1000W dürfte ziemlich knapp werden.
Reflow mit bleifreier Paste wird damit schon gar nicht funktionieren,
wenn du dich halbwegs an die spezifizieren Lötprofile halten willst.
Die grösseren haben aber auch selten mehr Watt.
Bleifrei sollte es schon sein, ist ja mehr oder wenig Vorschrift.
Die Temperaturen sollte so ein Ofen schon hin bekommen, werde ich aber
sehen wenn das Teil kommt.
VG, Peter