Hallo zusammen,
ich spiele mit dem Gedanken, mir als nächstes Bastelprojekt den "Digital
Rain"-Effekt aus den Matrix-Filmen als eine Art "Bewegtbild" zu bauen
und an die Wand zu hängen. Die einfachste Methode wäre wohl, sich die
Zeichen als Negativ auf eine Folie zu drucken und dann von hinten in
Grün/Weiß einzeln mit LEDs zu beleuchten. Damit hätte man schonmal den
Regen-Effekt, allerdings könnten sich die Zeichen dann nicht ändern, wie
sie es in der Original-Animation machen.
Jetzt überlege ich, wie ich das hinbekommen könnte... und bevor jemand
fragt, nein, ich werde mir keinen Bildschirm mit Raspberry an die Wand
hängen, denn erstens soll das Bild nach Möglichkeit ziemlich groß werden
(1x2m oder so) und zweitens hat das m.E. nichts mehr mit Basteln zu tun.
Vielleicht wäre eine Möglichkeit, jedes Zeichen durch ein transmissives,
monochromes LCD (normally-black-mode) mit geringer Auflösung (z.B.
12x16) und kleinen Abmessungen (Displayfläche ca. 2cm²) oder so
darzustellen. Da ich davon aber mehrere hundert bräuchte, müssten die
idealerweise unter 1€ das Stück kosten und über ein Bus-System
ansteuerbar sein (muss nichts schnelles sein, da sich die Zeichen nur
alle ein oder zwei Sekunden ändern sollen). Gibts sowas überhaupt? Wenn
ja, weiß jemand Bezugsquellen? Oder hat jemand noch eine ganz andere,
bessere Idee? Würd mich über Anregungen freuen!
DR schrieb:> ich spiele mit dem Gedanken, mir als nächstes Bastelprojekt den "Digital> Rain"-Effekt aus den Matrix-Filmen als eine Art "Bewegtbild" zu bauen> und an die Wand zu hängen. Die einfachste Methode wäre wohl, sich die> Zeichen als Negativ auf eine Folie zu drucken und dann von hinten in> Grün/Weiß einzeln mit LEDs zu beleuchten. Damit hätte man schonmal den> Regen-Effekt, allerdings könnten sich die Zeichen dann nicht ändern, wie> sie es in der Original-Animation machen.
Das mag ein bisschen hinterweltlerisch klingen, aber ich kenne den Film
nicht.
In sofern ist es etwas schwierig, sich vorzustellen, was du möchtest.
Mit LEDs kann man eine ganze Menge machen, aber ohne einer Idee von der
gewünschten Auflösung, Farbe und Art/Komplexität des Effekts wird es
schwierig, konstruktiv etwas zur Lösung beizutragen. Mindestens ein Link
zu einem entsprechenden Video Clip wäre schon ganz praktisch.
W.A. schrieb:> Das mag ein bisschen hinterweltlerisch klingen, aber ich kenne den Film> nicht.>> In sofern ist es etwas schwierig, sich vorzustellen, was du möchtest.> Mit LEDs kann man eine ganze Menge machen, aber ohne einer Idee von der> gewünschten Auflösung, Farbe und Art/Komplexität des Effekts wird es> schwierig, konstruktiv etwas zur Lösung beizutragen. Mindestens ein Link> zu einem entsprechenden Video Clip wäre schon ganz praktisch.
Sorry, hätte ich tatsächlich machen sollen:
https://www.youtube.com/watch?v=rpWrtXyEAN0
Klingt interessant.
Wenn es nicht zwingend "Matrix"/asaiatische Schriftzeichen sein müssen:
7 Segmentanzeige oder 14,16 Segment. Mit Schieberegistern brauchst du
nur die Spalten ansteuern...das Schriftzeichen läuft ja eh von Oben nach
Unten durch. Oder du verwendest die Schieberegister in einer
Endlosschleife, dann brauchst du gar keine Ansteuerung mehr ;-)
ca 1€ pro Zeichen wären damit möglich.
Zur Generierung der Zeichen könnte man einen 8/16Bit Zufallsgenerator
verwenden.
Heinz M. schrieb:> Wenn es nicht zwingend "Matrix"/asaiatische Schriftzeichen sein müssen:> 7 Segmentanzeige oder 14,16 Segment.
Da hatte ich auch schon drüber nachgedacht, ich find aber dass das
Original mit den asiatischen Schriftzeichen deutlich schöner aussieht
:-)
Ich hab auch schon mit dem Gedanken gespielt, selber LCDs zu bauen, nur
ist das eben verdammt kompliziert... Ich würde mir das so vorstellen:
Man nimmt eine linear polarisierte, mit Indiumzinnoxid (ITO)
beschichtete transparente Folie und entfernt das ITO in der Form eines
der darzustellenden Zeichen. Das gleiche macht man nochmal, nur dass das
Zeichen nun um 90° gedreht ist. Dann bringt man auf die ITO-Seite einer
der Folien Flüssigkristalle auf und legt darauf so die andere Folie,
wieder mit der ITO-Seite, dass die Zeichen zur Deckung kommen. Das
wiederholt man dann für die anderen Zeichen. Damit müsste man schonmal
LCDs haben, die exakt ein Zeichen darstellen können. Wenn man nun z.B.
fünf verschiedene dieser LCDs nimmt und so aufeinanderlegt, dass die
Polarisation der sich berührenden Folien jeweils parallel ist, dann
müsste sich ein neues LCD ergeben, das von fünf verschiedenen Zeichen
genau eines auf einmal anzeigen kann und das mit hoher Schärfe. Und da
man dünne Folien verwendet hat, ist das Ganze dann nur 1-2mm dick.
So die Theorie, aber ich bin kein Chemiker/Physiker o.ä., kann auch sein
dass das nicht funktionieren würde. Außerdem hab ich bis jetzt nur
unpolarisierte ITO-beschichtete Folie gefunden.
In dem Zusammenhang interessant:
https://www.youtube.com/watch?v=d4QFNWBSZYg
Die grauen LCD sehen doch nicht gut aus. Wenn dann bauchst du schon
beleuchtete Farbdisplays. LED beingen vermutlich auch einen guten
Effekt, wird aber dann recht gross.
Tommi schrieb:> Die grauen LCD sehen doch nicht gut aus. Wenn dann bauchst du schon> beleuchtete Farbdisplays. LED beingen vermutlich auch einen guten> Effekt, wird aber dann recht gross.
Ich hab mir das so vorgestellt, dass das ganze "Bild" im ausgeschalteten
Zustand einfach schwarz ist, dementsprechend sollen die LCDs im
normally-black-mode (heißt zumindest laut dt. Wikipedia so) sein. Hinter
die LCDs (deswegen transmissiv) würde ich dann grüne und weiße SMD-LEDs
packen, da das i.d.R. billiger ist als LCDs mit Hintergrundbeleuchtung,
außerdem werd ich die Farbkombination weiß/grün als
Hintergrundbeleuchtung kaum finden. M.E. müsste die Qualität der LCDs
also nicht ganz so entscheidend sein, da die Zeichen nicht superhell
leuchten müssen.
DR schrieb:> Heinz M. schrieb:>> Wenn es nicht zwingend "Matrix"/asaiatische Schriftzeichen sein müssen:>> 7 Segmentanzeige oder 14,16 Segment.> Da hatte ich auch schon drüber nachgedacht, ich find aber dass das> Original mit den asiatischen Schriftzeichen deutlich schöner aussieht> :-)
Die Asiatischen Zeichen sind auch nur zusammengesetzte Zeichen. Aus LEDs
und angerautem Plixiglas, Abdeckungen und undurchsichtigem Leim zwischen
die LEDs lässt sich da sicher was machen.
Allgemein würde ich dir den Rat geben: Bevor du da etwas in einer
anderen Sprache an die Wand wirfst, solltest du es mal übersetzen ;-)
RV schrieb:> 2qm = 20.000 Quadratzentimeter> entspricht 10.000 Displays 2 cm²>> welche Drogen haben wir denn genommen?
Aktuell sehe ich realistisch nur die Möglichkeit, eine bedruckte Folie
von hinten zu beleuchten, siehe 2. Satz meines ersten Postings. Dann hab
ich geschrieben: "Damit hätte man schonmal den
Regen-Effekt, allerdings könnten sich die Zeichen dann nicht ändern, wie
sie es in der Original-Animation machen. Jetzt überlege ich, wie ich das
hinbekommen könnte..." Den letzte Teil mit dem "Jetzt überlege ich, wie"
nennt man Nachdenken. Das bedeutet, dass ich einzuschätzen versuche, ob
und wenn ja wie man das machen könnte. In diesem Kontext auch hilfreich:
https://de.wikipedia.org/wiki/KonjunktivHeinz M. schrieb:> Die Asiatischen Zeichen sind auch nur zusammengesetzte Zeichen. Aus LEDs> und angerautem Plixiglas, Abdeckungen und undurchsichtigem Leim zwischen> die LEDs lässt sich da sicher was machen.
Mh, das ist auch ne Idee, da muss ich mir die Zeichen mal etwas genauer
ansehen, was sich da so zusammensetzen lässt. Nur Zahlen+Zeichen an
einer Stelle wird damit schwierig.
Heinz M. schrieb:> Allgemein würde ich dir den Rat geben: Bevor du da etwas in einer> anderen Sprache an die Wand wirfst, solltest du es mal übersetzen ;-)
Laut wiki sind die Zeichen gespiegelt, also vermutlich bedeutungslos,
ich werd mir die aber trotzdem mal etwas genauer ansehen.
Also wenn es jetzt nicht darauf ankäme, daß einmal geschriebene Zeichen
sich ändern können, bevor sie verblassen, hätte ich eine Lösung.
Streich die Wand mit Leuchtfarbe an (diese Farbe, die sich UV- und
blauem Licht "auflädt", und dann im Dunkeln grünlich leuchtet;
Probeflächen hängen in Form von Notausgangsschildern in Bahnhöfen und
öffentlichen Gebäuden) und bau dir eine geeignete Ablenkeinheit, die mit
einem violetten Laserpointer (diese 407nm-Dinger, die es aus
Blueray-Resten billig gibt) darauf schreibt. Die Farbe leuchtet ziemlich
grell auf, solange sie vom Laser getroffen wird, aber wieviel man vom
Nachleuchten sieht, hängt stark von der allgemeinen Raumbeleuchtung ab.
Bei Tageslicht z.B. wird man von dem Effekt nicht viel haben, u.a. weil
die Leuchtfarbe durch das Tageslicht schon ständig geladen wird.
Hm, wenn es darum geht, die Wand beleuchtet zu tapezieren, würde ich
einfach etliche Meter WS2812'er nehmen und diese mit einer MCU zu einem
Gesamtbild steuern. Preislich sicher die interessanteste Variante für
große Flächen:
http://www.aliexpress.com/wholesale?SearchText=ws2812+strip
Vielen Dank für Eure Hilfe und Anregungen! So wie ich das sehe scheint
es wohl doch zu aufwändig/teuer zu sein, die Zeichen zu animieren. :-(
Ich werde mir mal überlegen, wie ich das stattdessen angehe.
>diese 407nm-Dinger, die es aus Blueray-Resten billig gibt
Hinweis: Die Laserdioden aus Blue Ray Laufwerken sind aufgrund ihrer
Leistung für die Augen tödlich!
Das ist ein Mißverständnis. Ein Laser aus einem Laufwerk wäre sowieso
unpraktisch, weil die enthaltene Optik auf einen nahen Fokus eingestellt
ist anstatt auf einen langen Strahl. Ich dachte eher an soetwas:
http://www.dx.com/p/200281-5mw-405nm-blue-violet-laser-pointer-pen-black-3-x-aaa-204063
Der ist immernoch gefährlich genug. Einerseits, weil er fünfmal stärker
ist als hierzulande für Laserpointer erlaubt, und andererseits, weil man
wegen der Wellenlänge am Rande des sichtbaren Spektrums die Leistung
unterschätzt. Man sieht den trüben blauen Punkt und denkt, der ist nicht
so stark, bis man damit ein Stück Fluoreszenzfarbe trifft und fast
geblendet wird.
Mit Blueray haben diese Dinger nur so viel zu tun, daß es die plötzlich
billig zu kaufen gab, nachdem Blueray eingeführt wurde, und daß sie
genau die Blueray-typische Wellenlänge haben, die für Laserpointer
eigentlich eher unpraktisch ist (mehr im sichtbaren Bereich wäre
schließlich effizienter); daher liegt der Schluß nahe, daß Auschuß aus
der Blueray-Laserdiodenproduktion zu Laserpointern verarbeitet wurde.