Kann man Neben-/Reihenschlussmotoren kurzzeitig "unbegrenzt" überlasten?

Gast #4519265
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Von extrem höherem Kohlen- und Kollektorverschleiß mal abgesehen...kann 
man Reihen- und Nebenschlussmotoren sehr kurzzeitig so hoch belasten, 
wie es die Spannung und der reine DC-Widerstand hergeben? Also, wenn das 
beim Blockieren z.B. den 10fachen Strom des Nennstroms bedeutet, hat der 
Motor dann auch IN ETWA das 10fache Drehmoment?

Bei Motoren mit Permanentmagneten ist es ja bei weitem nicht so, aber 
bei Motoren mit E-Magneten auf beiden Seiten könnte das doch so sein?!
#4519325
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Agathe Bauer!!! schrieb:
> Also, wenn das
> beim Blockieren z.B. den 10fachen Strom des Nennstroms bedeutet, hat der
> Motor dann auch IN ETWA das 10fache Drehmoment?

Nein, das steigt quadratisch, also das 100-fache, wenn das Eisen nicht 
längst in Sättigung wäre. Da es bei Nennlast praktisch in Sättigung ist, 
steigt das Drehmoment kaum noch.

http://elektronik-kurs.net/elektrotechnik/betriebsverhalten-von-gleichstrommotoren/

> Bei Motoren mit Permanentmagneten ist es ja bei weitem nicht so,

Doch, genau linear
http://www.mabuchi-motor.co.jp/cgi-bin/catalog/e_catalog.cgi?CAT_ID=rs_540sh
#4519743
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@  Michael Bertrandt (laberkopp)

>> beim Blockieren z.B. den 10fachen Strom des Nennstroms bedeutet, hat der
>> Motor dann auch IN ETWA das 10fache Drehmoment?

>Nein, das steigt quadratisch, also das 100-fache, wenn das Eisen nicht

Kaum. Das Drehmoment ist LINEAR vom Strom abhängig!

Naja, wir wissen ja von wem solche "Aussagen" kommen.
Nomen est Omen!
Gast #4519793
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Hallo Zusammen

Michael B. schrieb:
> Nein, das steigt quadratisch, also das 100-fache, wenn das Eisen nicht
> längst in Sättigung wäre. Da es bei Nennlast praktisch in Sättigung ist,
> steigt das Drehmoment kaum noch.

Warum? Dieser Zusammenhang ist mir neu.

Wäre ja super wenn das Drehmoment exponenziell zunehmen würde. Dieses 
Patent möchte ich.... :-)

Im Bild 12-67 im Verlinkten Artikel ist der lineare Zusammenhang 
abgebildet.

Die Sättigungseffekte sind spielen Sicherlich mit hinein. Somit flacht 
die Kennlinie ab. (Bauchgefühl: 10 facher Strom = 7 faches Moment...)

Viele Grüsse

Stef
Gast #4519807
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Danke für den Link Michael! Die Grafik dort gibt allerdings genau das 
wieder was auch anzunehmen war, das Drehmoment steigt linear zum Strom. 
Mir ging es auch nur darum, ob das tatsächlich bis zum Stillstand weiter 
steigt, aber das scheint ja gegeben.



Mani W. schrieb:
> die dringende Frage

Die ist eigentlich so unwichtig wie selten, aber gut. Es geht um ein 
Kart, das sehr schnell beschleunigen können soll, im Durchschnitt aber 
vergleichsweise wenig Leistung braucht. Der Motor muss dabei auch keine 
10.000 Stunden halten, bzw. Kohlen kosten nicht die Welt...
Habe bereits einen Stromregler für ca. 30KW, nur sollte der Motor dann 
bei weitem nicht diese Leistung (und das entsprechende Gewicht) haben.
Gast #4519830
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Agathe Bauer!!! schrieb:
> Habe bereits einen Stromregler

Wenn es ein Stromregler ist kannst du den max. Strom ja einstellen und 
damit die Überbelastung genau begrenzen.

Vieleicht hört ihr mal auf zu streiten und denkt nach:

Der Reihenschlussmotor hat kein lineares Verhältnis von Strom und 
Drehmoment. Da der Strom nicht nur durch den Anker, sondern auch durch 
die Feldwicklung fliesst heist mehr Strom auch stärkeres Feld. Also ist 
das resultierende Drehmoment auch überproportional zum Strom, nämlich 
quadratisch.
Wenn die Sättigung der Bleche erreicht wird erhöht sich das Feld nicht 
mehr, also nähert es sich einer linearen Beziehung an.
In 
http://elektronik-kurs.net/elektrotechnik/betriebsverhalten-von-gleichstrommotoren/
sieht man das sehr schön (Bild 12-71) die Kennlinie ist erst quadratisch 
und wird mit zunehmender Sättigung linearer.
Also hat keiner von euch recht.
Gast #4519838
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verwirrt schrieb:
> Da es bei Nennlast praktisch in Sättigung ist,
>> steigt das Drehmoment kaum noch.

"Kaum noch" stimmt auch nicht. Richtig ist das Feld erhöht sich kaum 
noch, aber die Kraft auf einen stromdurchflossenen Leiter in einem 
gegebenen feld ist immer noch liear zum Strom durch dewn Leiter, deshalb 
steigt das Drehmoment auch noch bei Sättigung weiter linear an, aber 
nicht mehr quadratisch.
#4519848
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Agathe Bauer!!! schrieb:
> Von extrem höherem Kohlen- und Kollektorverschleiß mal abgesehen...kann
> man Reihen- und Nebenschlussmotoren sehr kurzzeitig so hoch belasten,
> wie es die Spannung und der reine DC-Widerstand hergeben?
Kann man versuchen, aber wo ist der Sinn der Sache?

> Also, wenn das
> beim Blockieren z.B. den 10fachen Strom des Nennstroms bedeutet, hat der
> Motor dann auch IN ETWA das 10fache Drehmoment?
Nein, denk bitte an die Eisnensättigung


> Bei Motoren mit Permanentmagneten ist es ja bei weitem nicht so,
Ja ne, ist klar.

> aber
> bei Motoren mit E-Magneten auf beiden Seiten könnte das doch so sein?!
Nein, der Blechpaket geht irgendwann mal in die Sättigung, und dann 
kannst du noch soviel kAmpers reinprügeln, das Bist wird nur noch mehr 
heizen und verwandelt sich sehr schnell zu Schmorbraten.
#4520480
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Agathe Bauer!!! schrieb:
> Mani W. schrieb:
>> die dringende Frage
>
> Die ist eigentlich so unwichtig wie selten, aber gut. Es geht um ein
> Kart, das sehr schnell beschleunigen können soll, im Durchschnitt aber
> vergleichsweise wenig Leistung braucht. Der Motor muss dabei auch keine
> 10.000 Stunden halten, bzw. Kohlen kosten nicht die Welt...
> Habe bereits einen Stromregler für ca. 30KW, nur sollte der Motor dann
> bei weitem nicht diese Leistung (und das entsprechende Gewicht) haben.


Und eine weitere wichtige Frage:


Wenn das ein Cart ist, dann gibt es wohl auch Angaben über
die Versorgungsspannung und auch Motordaten?


Auch eine Schaltung, Beschreibung Deines Stromreglers wäre
interessant...
#4520506
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Agathe Bauer!!! schrieb:
> Es geht um ein
> Kart, das sehr schnell beschleunigen können soll, im Durchschnitt aber
> vergleichsweise wenig Leistung braucht.

Dann lass dir von einem Motorenhersteller einen solchen Motor 
heraussuchen oder bauen.
Motore, die für kurze Zeit hohe Leistungen abgeben, gibt es durchaus, 
wie das Beispiel eines Anlassers zeigt, allerdings sind  Anlasser selbst 
im Leerlauf nicht gerade sparsam.
#4520560
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Hp M. schrieb:
> Motore, die für kurze Zeit hohe Leistungen abgeben, gibt es durchaus,
> wie das Beispiel eines Anlassers zeigt, allerdings sind  Anlasser selbst
> im Leerlauf nicht gerade sparsam.

Ein Anlasser im Leerlauf fängt nach 5 - 7 Minuten an zu riechen,
weil er relativ warm wird -

Eigenerfahrung...


Aber Power bringt der in vielen Leistungsklassen für einige
Minuten ohne zusätzliche Kühlung...
#4521247
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Thomas B. schrieb:
> Den Anlasser (Reihenschlussmotor) im Leerlauf zu betreiben ist nicht
> gerade Sinnvoll. Reihenschlussmotoren gehen im Leerlauf  “durch“.

Vollkommen richtig.

----------------------------------------------------------------------
Für eine korrekte Aussage bekommt Thomas 2x "nicht lesenswert"
->Großes Kino!

->Die Wahrheit wird von immer weniger Leuten vertragen.

MfG Paul
#4521329
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Agathe Bauer!!! schrieb:
> Mani W. schrieb:
>> die dringende Frage

Die Frage von Mani W. nach Deinem Anwendungsfall halte ich schon für 
berechtigt.
Denn schließlich willst Du ja im Endergebnis einen Rat/eine 
Entscheidungshilfe haben, welcher Motor in Deinem Fall eher der 
"bessere" ist. :)

> Die ist eigentlich so unwichtig wie selten, aber gut. Es geht um ein
> Kart, das sehr schnell beschleunigen können soll, im Durchschnitt aber
> vergleichsweise wenig Leistung braucht. Der Motor muss dabei auch keine
> 10.000 Stunden halten, bzw. Kohlen kosten nicht die Welt...
> Habe bereits einen Stromregler für ca. 30KW, nur sollte der Motor dann
> bei weitem nicht diese Leistung (und das entsprechende Gewicht) haben.

An Deiner Stelle würde ich einen Nebenschlußmotor einsetzen, der sich 
bzgl. Leistung an der zu erreichenden max. Endgeschwindigkeit des Karts 
orientiert.
Dies deshalb, weil:
a) Dir ein Nebenschlußmotor nicht "durchgehen" kann
b) er bei Belastungsschwankungen seine Drehzahl nahezu konstant hält

Insoweit steht das in Einklang damit, daß der Motor durchschnittlich 
relativ wenig Leistung braucht und deshalb auch dementspr. 
klein/leicht/preisgünstig sein kann.

Was die schnelle Beschleunigung (aus dem Stand weg) anbelangt, läßt sich 
die auch ganz anders lösen als mit dafür hinreichendem Drehmoment 
eines E-Motors.
Nämlich durch Zwischenschalten einer rotierenden Masse (Schwungrad) und 
einer Kupplung.

Schau Dir dazu mal das hier an.
Was da anfänglich "hochsurrt", ist eine Schwungscheibe, deren E_rot dann 
auf den DB 605 gekoppelt wird, damit der überhaupt anspringen kann.
https://www.youtube.com/watch?v=4ZzvKCQwWj0

Das kann man natürlich auch umgekehrt machen. :D
#4521390
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Thomas B. schrieb:
> Eigentlich wollte ich noch Seite 246 einstellen, aber da ich
> nach ein par Minuten "-2" auf dem Konto hatte, habe ich keine Lust mehr
> gehabt :-)

Scher Dich doch um "-2" nicht; denn es war ja völlig richtig, was Du 
anführtest.
Jetzt ist es nur noch "-1". :)
Reicht wahrscheinlich noch nicht, daß Du S. 246 einstellst?
#4521406
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Wrot schrieb:
> 1. Viel Masse des Kart = optimal zum beschleunigen.
> 2. Kurve, Kart soll nach links, rotierende Masse will aber geradeaus.
> 3. Rotierende Masse gewinnt.

Du kennst weder die Masse des Karts noch die einer evtl. Schwungscheibe.
Die ja nur dazu dienen soll, ggf. das mangelnde Drehmoment des E-mot. 
für die Beschleunigung (aus dem Stand weg) kompensieren zu können. :)
#4522335
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Thomas B. schrieb:
> Hallo L.H.
> Sorry,  ich war zu schnell.

Paßt schon.
Und danke für die S. 246. :)


Bzgl. E-Mot. für ein Kart muß man m.E. abwägen, was am besten geeignet 
ist.

Es kommt sicher auch darauf an, inwieweit jemand selbst in der Lage 
ist, z.B. einen Nebenschluß-Mot. mit einer Kupplung auszustatten.
Denn wenn man das machen läßt, ist das mit erheblichen Kosten verbunden. 
;)
Ganz abgesehen davon, daß diese "Zusatz-Ausstattung" natürlich auch ein 
zusätzliches Gewicht hat, das permanent "mitgeschleppt" werden muß.

Insofern kommt auch noch eine ganz andere Alternative an E-Mot. in 
Frage:
Ein Doppelschlussmotor.
Das ist ein Kompromiß zwischen Neben- und Reihenschlussmotor, der die 
Vorteile beider Motoren in sich vereinigt.
Gast #4522388
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OK Leute, ich lese wie immer ein wenig zwischen den Zeilen, und gehe aus 
diesem Thread mit folgender, echter Erkenntnis raus:

-niemand hier hat Ahnung von diesen Motoren
-Wiki wird auch noch falsch interpretiert
-jeder will seinen Senf dazugeben, und wenn es um die Größe der Räder 
geht
-nach dem jetzigen Tenor müsste der Motor zur Freien-Energie-Maschine 
werden
-wenn einer Unsinn schreibt, kommen drei Weitere hinzu, die das 
bestätigen

-ein Reihenschlussmotor hat bei z.B. 10fachem Blockierstrom auch etwa 
das 10fache Moment. War ja auch so anzunehmen...

Bedanke mich für die Denkanstöße.
#4522541
Lesenswert?

Agathe Bauer!!! schrieb:
> Von extrem höherem Kohlen- und Kollektorverschleiß mal abgesehen...kann
> man Reihen- und Nebenschlussmotoren sehr kurzzeitig so hoch belasten,
> wie es die Spannung und der reine DC-Widerstand hergeben? Also, wenn das
> beim Blockieren z.B. den 10fachen Strom des Nennstroms bedeutet, hat der
> Motor dann auch IN ETWA das 10fache Drehmoment?

Also wenn man das grob beantwortet soll (kann)....
JA !

Passt aber eher zum Reihenschlussmotor.
Aber sobald die Drehzahl sehr niedrig ist oder gegen Null
tendiert, wird nur Wärme produziert.

Warum bist du so fuchsig?


Gruß
Thomas  ;)

(und ein schönes Osterfest)

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