Hallo,
ich bin zur Zeit dabei Messtechnik für Messungen im ppm Bereich zu
bauen. Bisher wird alles mit Batterien versorgt und es läuft sehr gut.
Erste Versuche es mit meinen Voltcraft Labornetzteilen (linear) brachten
einige Probleme, so dass ich nun einen geschirmten Trafo suche wie er
auch sonst bei Tischmultimetern zum Einsatz kommt.
Bisher habe ich leider keinen gefunden. Kennt da jemand eine Quelle?
Tja, man sieht die Verwirrung die undeutliche Ausdrucksweisee mit sich
bringt.
Es gibt 3 Abschirmungen beim TrafOo:
Die geerdete Schirmwicklung, die kapazitive Kopplung der
Netzwechselspannung auf die Ausgangsspannung verhindern soll,
und die Streufeldabschirmung die entweder durch eine
Kurzschlusskupferfolienwickung um den Trafo die eelektrischen
Wechselelfelder unterdrücken soll
oder durch einen mu-Metall-Becher die magnetischen Wechselfelder
schirmen soll.
Und welche will er nun ?
Ich glaube die Zahl derer, die durch die Frage verwirrt ist begrenzt
sich auf eine sehr überschaubare Gruppe..
@Martin: Wenn es sich um ein privates Projekt handelt, dann schlachte
doch ein (defektes) Tischmultimeter. Zu den meisten alten Geräten sind
ja Service-Unterlagen verfügbar, so dass man vorher schauen kann welche
Netzteile die notwendigen Spannungen liefern und ob diese überhaupt
einen solchen Guard haben. Allerdings wird man dafür wohl schon ein 6,5
stelliges Multimeter schlachten müssen.
Falk B. schrieb:> Oder einfach beim Batteriebetrieb bleiben? Wieviele Betriebsstunden sind> zu erwarten? Was kosten die Batterien dafür?
Man könnte ja eine Versorgung per Akku machen und die Akkus jeweils
laden, wenn das Meßgerät ausgeschaltet ist. Das Netzteil dafür samt
Umschaltung würde ich in ein Steckergehäuse verfrachten.
Netzstoerungen muessen natuerlich erst mit einem Netzfilter entfernt
werden.
Die Standard Netzfilter wirken fuer Radiofrequenzen. Da muss man fuer
den 100kHz Bereich noch etwas nachhelfen.
Wir haben mal einen Trafo wickeln lassen mit 3 Schirmen.
Den einen Schirm legt man auf Netz-Erde, den Zweiten auf den GND des
sekundaeren Speisung, wobei man wahrscheinlich eh eine bipolare speisung
baut.
Der dritte Schirm ist in der Mitte zwischen den beiden anderen
Alle Schirme sind als Folienwicklung, ohne Kurzschluss ausgelegt.
Mindestens einer der Schirme wurde mit einem Poti gebrueckt, er hat ja N
* die Windungsspannung drauf, an den erwaehnten Port angeschlossen. Und
an diesem Poti liess sich der kapazitive Strom von Primaer zu Sekundaer
auf Submiliampere genau auf Null einstellen.
Auch wenn man Akkubetrieb für empfindliche Messungen vorsieht, könnte
man für weniger Empfindliche Messungen oder zum Aufwärmen ein Netzteil
(ggf. auch einfach extern) vorsehen. Nicht alle Messungen sind
schließlich so Empfindlich und für die ggf. nötige Warmlaufphase muss
man auch nicht den Akkubetrieb nutzen.
Auch ein geschirmter Trafo wird kaum so gut sein wie die Netztrennung
per Akku.
Keithley macht es beim 7510 (MM mit 7,5 Stellen) so:
https://www.youtube.com/watch?v=uvgJ2zAxgAY&t=47m30s
Ein normales Schaltnetzteil erzeugt 5V für den Digitalteil. Zusätzlich
wird aus diesen 5V dann mit einem speziell geschirmten, isolierten
DC/DC-Wandler die Spannung für den Analogteil gewonnen.
Ich denke mal Keithley macht das vor allem um ein Weitbereichsnetzteil
zu bekommen und auch unabhängig von Eingangsspannungsschwankungen zu
werden.
Aber wenn man das nicht unbedingt auf über 1000V floaten können will,
spart man sich damit auch für den DC/DC die doppelte/verstärkte
Isolierung mit all den Sicherheitsvorschriften.
Man könnte daher den Übertrager für diesen DC/DC ohne Risiko selbst
wickeln und dabei dann nach belieben Schirmwicklungen mit einziehen.
Hallo,
> Martin schrieb:> Erste Versuche es mit meinen Voltcraft Labornetzteilen (linear) brachten> einige Probleme,
Hast du denn eine Ahnung, woher diese Probleme kommen?
Ist es das Streufeld oder sind es leitungsgebundene Störungen oder macht
einfach der Massebezug oder Erdung Probleme?
> so dass ich nun einen geschirmten Trafo suche wie er> auch sonst bei Tischmultimetern zum Einsatz kommt.
Überlege besser, wie das ganze Konzept möglichst störsicherer zu machen
ist.
Mit einem Steckernetzteil hättest du schon mal den Vorteil, dass die
Störabstrahlung einen gewissen Abstand hat.
Bei so empfindlichen Messungen hat man ja eh das Problem, dass alle
möglichen Geräte im näheren Umfeld stören können.
Leitungsgebundene Störungen sind durch sorgfältige Befilterung zu
eleminieren.
Bei Verwendung von getakteten SV wie Schaltregler, Ladungspumpen usw.
sollte man sehr drauf achten, dass man eine Schwebungen zwischen
Störfrequenzen und Abtastfrequenzen bekommt.
Gruß Öletronika
Hallo,
vielen Dank für die ganzen Hinweise.
Nein, ich bin nicht sicher woher die Störungen kommen. An der
Erdung/Masse habe ich im Gegensatz zu den Batterien nichts geändert. Es
scheint einfach trotzdem durch den eigentlich galvanisch trennenden
Trafo der Netzteile durchzugehen. Sobald ich diese gegen Batterien
tausche verschwinden die Probleme.
Die Probleme äußern sich zB darin, dass Spannungen sich plötzlich
verschieben. Teilweise um bis zu 100µV. Als ich die Leitung gefunden
habe, die reproduzierbar zu dieser Verschiebung führte habe ich mal ein
Handmultimeter (dementsprechend Batteriebetrieben) im µA Bereich in die
Leitung geschaltet und dabei habe ich dann nur nicht nichts gemessen,
sondern der Effekt war auch weg. Es scheint zu irgendeiner Art Filterung
geführt zu haben.
Da ich mich aber nicht unendlich lange mit diesen Problemen und damit
verbundenen Unsicherheiten rumschlagen wollte dachte ich an einen Aufbau
wie er auch in Tischmultimetern gemacht wird. (Alles isoliert und in
einem Guard eingeschlossen der auch zwischen den Trafowicklungen
verläuft. Wenn die Profis das so machen wird es schon einen Grund haben,
habe ich mir gedacht.
Das Keithley Video fand ich extrem spannend. Ich wäre nie auf die Idee
gekommen für so etwas einen Schaltregler einzusetzen. Vielleicht sollte
ich doch mal mit dem LT1533 oder ähnlichem spielen. Einen Trafo für
Netzspannung würde ich nur sehr ungern selbst wickeln.
Eine Überlegung hatte ich dazu allerdings: Könnte man nicht einigermaßen
dünnes Koaxkabel nehmen und das auf einen Ringkern wickeln für die
empfindliche Sekundärseite? zB Rg174. Den Schirm legt man dabei
natürlich nur einseitig auf und dieser dient dann als Schirmung. Die
Seele verwendet man als normale Wicklung. Hab mir aber noch nicht
angesehen ob das nicht zu viel wird um es auf den Trafo zu bekommen.
@ Martin (Gast)
>scheint einfach trotzdem durch den eigentlich galvanisch trennenden>Trafo der Netzteile durchzugehen.
Ja logisch! Denkst du, diese Trafos sind ideal? NEIN! Die haben je nach
Typ eine satte kapazitive Kopplung. Und für HF-Störungen reichen ein
paar Dutzend pF, die sind schnell zusammen!
Ich hatte tatsächlich nicht erwartet, dass es so schlimm ist. Nachdem
ich aber gesehen habe wie aufwändig einige Multimeter gemacht sind habe
ich befürchtet, dass es normal ist, dass es hier zu Problemen kommt (tut
es ja auch).
Wie messe ich diese Störungen eigentlich am besten direkt? Bisher konnte
ich immer nur die Auswirkungen feststellen.
Am Streufeld wird es hier nicht liegen, die Netzteile haben einigen
Abstand. Bringt es was jetzt anzufangen ordentlich LC in die Leitungen
einzubauen oder kann man sich den Aufwand gleich sparen bei normalen
Trafos?
LC Filter helfen nur wenig: Etwas gegen HF Störungen zwischen den
Leitern, aber nicht gegen Gleichtaktstörungen. Gegen Gleichtaktstörungen
bräuchte man schon große Induktivitäten, z.B. als stromkompensierte
Drosseln und auch dann ist das Problem dass es oft keine Ableitung nach
Masse gibt.
Das Problem sind vor allem die Gleichtaktstörungen, die sich nur schwer
unterdrücken lassen. Die hohen Frequenzen kann man etwas mit
Gleichtaktdrosseln abschwächen für die niedrigeren Frequenzen ginge ein
Trafo mit wenig kapazitiver Kopplung, also genügend Abstand zwischen den
Windungen und Schirmwicklungen / Folien gegen Störungen von der
Trafofrequenz selber.
Messen könnte man die Störungen etwa mit den Oszilloskop auf der
Sekundärseite: Masse vom Scope an Erde / PE und die Probe an die
Sekundärseite von Trafo/Netzteil. Je nach Größe der Störungen sollte die
Probe auch einen etwas niedrigeren Widerstand als die 1 M / 10 M habe.
Die Koppelkapazität kann man auch direkt als Kapazität messen, ohne
Versorgung am Trafo.