Wie bekommt man Kleber von Bauteilen weg

OP #4555165
Lesenswert?

Hallo,
ich hab hier eine Schaltung, die nicht mehr tut, was sie soll. Es gibt 
deutliche Indizien (zu wenig Spannung an einigen Messpunkten auf der 
Platine), daß die Kondensatoren altersschwach geworden sind und mal 
erneuert werden sollten.

Leider sind Teile der Platine mit so einem durchsichtigen silikon bzw. 
-gummiartigen Kleber überzogen und dieser Überzug hindert mich an meinem 
Vorhaben. Deshalb die Frage, wie bekommt man so einen Kack (s. Bild) da 
ordentlich weg, ohne die Schaltung dabei unbrauchbar zu machen?

Danke schonmal!
MfG
 Thomas
Angehängte Dateien:
Gast #4555272
Lesenswert?

Magnus M. schrieb:
> Wenn es Heisskleber sein sollte kannst Du versuchen den Schlonz mit
> Kältespray zu vereisen (wird dabei hart und spröde) und dann
> wegzubrechen.

Oder mit Heißluft zum schmelzen bringen und mit eine Q-Tip 
(Wattestäbchen)
den Glibber entfernen. Wenn das Zeug Silikon ist, hilft nur ein Dremel
mit einem groben Kugelfräser und Augenmaß.
OP #4555290
Lesenswert?

Ich denke es ist Silikon, denn für Heißkleber ist es zu weich und 
elastisch. Das mit dem Abreißen und Schneiden hab ich, wie man auf dem 
Foto sieht, schon probiert und hatte den Eindruck, das würde wenig Spaß 
bereiten. Meine Hoffnung war, da gäbs vielleicht nen Trick (Kältespray 
probier ich aus), mit dem das Ganze etwas einfacher wird...
#4555341
Lesenswert?

Thomas W. schrieb:
> Ich denke es ist Silikon

Hi Thomas,

nochmal, es ist mit großer Wahrscheinlichkeit kein Silikon, sondern ein 
Leiterplattenlack.
Auf meiner alten Arbeit, haben wir solchen verarbeitet.
Sind große Flächen zu beschichten, wird er aufgesprüht.
Ist an einzelnen Punkten mehr Stabilität vonnöten (wie bei deinen 
Elkos), wird mit einen Dispenser ein dicker Klecks aufgebracht.
Zum tauschen von Bauteilen auf einer solchen Platte, haben wir den Lack 
über der Lötstelle vorsichtig mit einer breiten Pinzette entfernt.

L.G.

Micha
Gast #4556236
Lesenswert?

Michael R. schrieb:
> nochmal, es ist mit großer Wahrscheinlichkeit kein Silikon, sondern ein
> Leiterplattenlack

 Nö, es ist sicher kein "Leiterplattenlack"


Michael R. schrieb:
> Sind große Flächen zu beschichten, wird er aufgesprüht

"Sind große Flächen zu [BESTÜCKEN], wird er aufgesprüht".


Das ist das Flussmittel.

Michael R. schrieb:
> Ist an einzelnen Punkten mehr Stabilität vonnöten (wie bei deinen
> Elkos), wird mit einen Dispenser ein dicker Klecks aufgebracht.


In dem Dispenser ist bestimmt kein Leiterplattenlack, Flussmittel, 
Kolophoniumpaste etc. um die Elkos zu fixieren.
Gast #4557055
Lesenswert?

Um hartnäckige Heißkleberschichten punktweise zu entfernen, habe ich 
gute Erfahrungen damit gemacht, eine alte verschmurgelte Lötspitze in 
den Kolben zu setzen, einen nicht zu feinen Baumwollstoff (alte T-Shirts 
sind perfekt) zu zerschneiden und diesen wie Entlötlitze zu benutzen. 
Also Stoff doppelt nehmen, auf den Heißkleber legen, von oben mit dem 
Lötkolben erwärmen und hin- und her reiben.
Gast #4557321
Lesenswert?

Michael R. schrieb:
>>  Nö, es ist sicher kein "Leiterplattenlack"
>
> Doch, ist es mit ziemliche Sicherheit.

Du bist also der Meinung dass die Klebepaste mit der die Elkos fixiert 
sind als "Leiterplattenlack" bezeichnet wird?

Was ich meinte war, dass du beschrieben hast:

Michael R. schrieb:
> Auf meiner alten Arbeit, haben wir solchen verarbeitet.
> Sind große Flächen zu beschichten, wird er aufgesprüht.
> Ist an einzelnen Punkten mehr Stabilität vonnöten (wie bei deinen
> Elkos), wird mit einen Dispenser ein dicker Klecks aufgebracht.

Was du großflächig aufgesprüht hast war mit sicherheit Flussmittel. Wenn 
man auf ner Platine z.B. nur ein paar SMD ICs drauf hat gibt es auch die 
Flussmitteldispenser mit Kolophonium etc.


Das womit die Elkos festgemacht sind, hat nix mit dem Lack zu tun den du 
aufgesprüht hast. Und wie man alleine am Bild sieht, hat das 
Silikon/Heißkleber was es auch immer ist sicher nicht die Viskosität 
gesprüht zu werden.
Gast #4557328
Lesenswert?

Michael R. schrieb:
> nochmal, es ist mit großer Wahrscheinlichkeit kein Silikon, sondern ein
> Leiterplattenlack.


Wir haben unter anderem auch diesen hier für solche Zwecke verarbeitet

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=4&ved=0ahUKEwjrrqjP5KrMAhXIAJoKHdqQD1kQFgg0MAM&url=http%3A%2F%2Ff03.s.alicdn.com%2Fkf%2FHTB1MQVuFVXXXXX0XpXX.PRXFXXXC.pdf&usg=AFQjCNFV2ks8iXgwBhDQVi1qzHunM5LuDg&cad=rja


Versuch den mal zu sprühen und mit Lack hat das auch nichts zu tun...
Gast #4557329
Lesenswert?

Thomas W. schrieb:
> Deshalb die Frage, wie bekommt man so einen Kack (s. Bild) da
> ordentlich weg, ohne die Schaltung dabei unbrauchbar zu machen?

WENN es wie oft üblich Silikon ist, was man ja fühlt, reicht ein ganz 
normaler Silikonentferner aus dem Baumarkt.

http://www.hornbach.de/shop/Silikon-Entferner-Kluthe-500-ml/3079434/artikel.html?WT.srch=1&origin=pla_multichannel&WT.mc_id=de12a999

Das gröbste vorsichtig entfernen, dann damit bestreichen und ne Stunde 
einwirken lassen. Eventuell mehrmals bepinseln.
Dann wird das Zeug zumindest weich/duktil und lässt sich wegwischen

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren