MPU 6050 um Winkel zu messen?

#4556395
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Hi,

ich suche nach einer Möglichkeit, Winkel mit einem Sensor zu messen. Es 
geht darum zu messen, wie sehr eine großer Stab (~20m höhe) kippt.

Eine Möglichkeit denke ich wäre ein MPU6050 angebracht unten im Stab, 
damit man die Winkel messen könnte über den Gyro. Ginge das? Es handelt 
sich um sehr kleine Winkel, und ich finde einfach nicht wirklich etwas 
über die Genauigkeit. Es sind Winkel von +-5° die sehr genau gemessen 
werden müssten.

Die andere möglichkeit die ich sehe, ist die spitze per Kamera zu 
tracken um damit die Position zu berechnen.

Ist möglichkeit 1 Plausibel oder ist es ein vollkommen falscher Sensor?


Ich würde mich sehr sehr über vorschläge und Ideen freuen!

Gruß,

Hannes
Gast #4556430
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Prinzipiell ist der Sensor erst mal der Richtige. Er enthält einen 
Beschleunigungssensor (ACC) und einen Drehratensensor (GYRO). Den 
absoluten Winkel bestimmt man mit dem ACC. Wenn sich der Winkel 
dynamisch ändern könnte und man ihn deshalb nicht über längere Zeit 
mitteln kann, kann man eine Fusion aus ACC und GYRO verwenden. Soweit 
ich weiß, hat der Sensor sogar einen eingebauten Datenfusionsrechner 
(steht im Datenblatt).

Der Offset für den Gyro lässt sich einfach kalibrieren, wenn man weiß, 
dass sich der Winkel in einem bestimmten Zeitraum (eine oder einige 
Sekunden) nicht ändert. Um den ACC zu kalibrieren müsste man sich etwas 
einfallen lassen, evtl. mit einem externen Winkelmesser vergleichen.

Der Sensor ist üblich bei Modellfluggeräten.
Gast #4556448
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Das ist schwer zu sagen. Kommt drauf an, wie gut die Offsets kalibriert 
werden, wie dynamisch sich der Winkel ändert und ob es vielleicht starke 
Vibrationen gibt. Ich wage mal dynamisch <1° zu behaupten, statisch 
deutlich besser. Aber da ich es selbst nur für den Modellflug benutze, 
hab ich's mit absoluten Genauigkeiten nicht so.

Der Sensor ist ja nicht teuer, da kann du am Schreibtisch vielleicht 
eine Wippe mit Winkelmesser bauen und das vermessen.

Es gibt auch fertig µC-Boards (suche z.B. "Crius")
 mit diesem Sensor. Da kann man ihn ausprobieren, ohne sich Gedanken um 
die Elektronik (Pegelwandler etc.) zu machen. Einfach USB anstecken.
#4556487
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Warum die Angabe in Grad? Bei einem 20m hohen Mast ist ein Grad schon 35 
cm
Auslenkung.

Wie ist die Auslenkung definiert?
Winkeländerung an der Spitze (Wäre z.B. bei Richtantennen maßgebend)
Oder Auslenkung relativ zu einer Senkrechten. (eher für Fragen der 
Statik)

Bei einem Rohr im Innern einen Laser nach oben ausrichten und in 
passender Höhe die Auslenkung auf einer Skale oder einem Optosensor 
auswerten. Die Auslenkung der Spitze müsste man dann rechnerisch aus den 
Messergebnissen ermitteln.
evtl. auch per Skale Theodolit/Fernrohr Auslenkung der Spitze messen

Im Innern des Stabes ein Pendel anbringen, das flüssigkeitsbedämpft sein 
könnte. Da könnte man dann die Auslenkung auch induktiv erfassen.
Gast #4556514
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Servus,

Hannes H. schrieb:
> Es sind Winkel von +-5° die sehr genau gemessen
> werden müssten.

Das ist keine genaue Angabe, die du machst!

Es gibt s.g. "Bevel Box" für 30€. Damit kann man auf -+0.1° messen.

Kleine Rechnung: 20m*sin(0.1) = 35mm.
Also man hat eine Genauigkeitvon 3,5cm an der Spitze.

Sonst der MPU6050 wird über i2c angesprochen. Wie lang sind bei dir die 
Leitungen? Der MPU6000 wird über SPI angesprochen.

Der Rest steht in den Datenblättern.
#4556660
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Ich habe nun soetwas hier gefunden:
http://www.voelkner.de/products/890010/Posital-Fraba-Neigungssensor-ACS-360-1-S301-VK2-AW-Messbereich-360-max-SSI-Gray-Kabel-offenes.html?ref=43&products_model=W546711&gclid=CjwKEAjwgPe4BRCB66GG8PO69QkSJAC4EhHh64jR9rXpsl58LiLXWkZYqqmAJLmg4c0dS18k-0toAxoCSy_w_wcB

aber auch da ist es eine Genauigkeit von +-0.1°. Genauer geht das nicht? 
Kosten sind erstmal egal... Pendel im Inneren des Rohrs und Laser sind 
keine optionen, da erstens nichts (jedenfalls erstmal) in den Stab 
hineingebaut werden kann, und ein Laser der aus dem Stab heraus geht 
keine option ist, da er nirgends ankommen kann...

Gruß,
Gast #4556763
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Hannes H. schrieb:
> Es
> geht darum zu messen, wie sehr eine großer Stab (~20m höhe) kippt.

Wenn der Stab auf einer Platte steht (irgendwie muss er ja auf was 
stehen, aber das ist natürlich geheim), also nur mal angenommen, dann 
kann man die Gewichtsverlagerung messen - kippt der Stab, nimmt der 
Druck auf der Seite zu, nach der er kippt, und gegenüber ab.

Georg
Gast #4556783
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Hannes H. schrieb:
> er steht auf einer spitze. wie ein
> großer bleistift^^

Also nochmal ein Schritt zurück: wieso steht der Stab überhaupt? Soll 
das ganze eine Regelung werden wie bei einem Sedgeway, um ihn aufrecht 
zu halten, oder ist er irgendwie irgendwo abgestützt? Dass er von selber 
stehenbleibt, glaube ich eher weniger.

Georg
Gast #4556857
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Bei einer Regelung ist die gesamte Regelstrecke mit Aktor Sensor usw. 
von Bedeutung. Ein absolut genauer Sensor ist hier nur bedingt 
entscheidend. Man kann auch mit weniger guten Sensoren aber optimal 
abgestimmtem Regler gute Ergebnisse erzielen.
Wichtig hierbei wäre zunächst ein mathematisches modell des Systems. Ich 
denke mit einem Gyroskop ist man da schon mal gut bedient
#4556915
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Hannes H. schrieb:
> aber womit kann man so genau die Gewichtsveränderung messen?

Dafür gibt es Wägezellen. Drei Stück davon an den Ecken eines 
gleichseitigen Dreiecks und du kannst sehr genau bestimmen, in welche 
Richtung sich der Stab neigt. Den genauen Winkel erfährst du so 
vielleicht nicht, aber das ist zum Balancieren eigentlich nicht 
erforderlich. Grundvoraussetzung ist aber, dass du eine gewisse 
Auflagefläche hast. Bei einem Punktlager wie einer Bleistiftspitze würde 
das nicht gehen.

Aus was ist den der Stab? Musst du dir evtl. Gedanken wegen Durchbiegung 
und Schwingungen machen?
Gast #4556920
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Hannes H. schrieb:
> Ja, das stimmt sicher, trotzdem würde ich mich gern erstmal schlau
> machen, wie man die Sensorik so machen könnte!

Musst du die Neigung direkt messen oder reicht es, den Abstand der 
Spitze zu einem Referenzsystem zu messen?

Erlär einfach mal, was du da vorhast und wie die Randbedingungen sind.

Hannes H. schrieb:
> Es sind Winkel von +-5° die sehr genau gemessen werden müssten.

Und schreib statt "sehr genau" mal konkrete Zahlen hin. Sonst wird es 
beliebig teuer. In den USA hat man letztes Jahr ein paar Längenmesser in 
Betrieb genommen, die zur Zeit wohl das Attribut "so genau wie möglich" 
halbwegs zu Recht tragen - aber frag nicht nach den Kosten.
Gast #4557042
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Hallo,

hier gehts nicht nur um einen Sensor, sondern um das ganze System. Ok, 
es soll also balanciert werden - aber wie wird der Stab wieder 
aufgerichtet, wenn er kippt? Düsen am oberen Ende? Spannschnüre, an 
denen gezogen wird? Verschieben der Plattform, auf der er steht 
(Sedgeway-Prinzip)? Das hat massiv Einfluss auch auf die 
Messmöglichkeiten.

Georg
(Firma: HEGRO GmbH) #4557082
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Soweit ich es hier mitbekommen habe, soll eine Art Regelung zum 
Balancieren entwickelt werden?
Also falls es wirklich um 20m Höhe geht und Durchmesser wesentlich 
kleiner Länge ist, wird sich der Stab ordentlich(!) durchbiegen. Das 
wird eine extremst komplizierte Regelstrecke, für die die Erfassung 
eines Winkels kaum ausreichen wird.

https://de.wikipedia.org/wiki/Balkentheorie

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