Imdedanz eines Lautsprechers messen

Gast #4567739
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Hallo

kann man die Imdedanz eines Lautsprechers mit einem Reihenwiderstand und 
einem Oszilloskop messen?


                                     LS
                                    \   /
                                    -----        Rv
Signalgenerator -> Verstärker>------[===]---o---[===]-------Masse
                                            |
                                            |
                                            |
                                         Oszilloskop--------Masse



Dann müsste man von der Spannung über Rv Rückschlüsse auf den Widerstand 
(Impedanz) von LS bei der grade eingestellten Frequenz ziehen können.

Bei der Frequenz zwischen 20Hz und 20kHz, bei der an Rv die höchste 
Spannung abfällt, ist die Stelle der niedrigsten LS-Impedanz.

Der LS-Widerstand bie dieser Frequenz * 1,25 ist dann die Nennimpedanz.

Richtig?



Ist die LS-Impedanz eigentlich lautstärkeabhängig?

Und spielt es bei der Messung eine Rolle, ob der Lautsprecher ins 
Gehäuse eingebaut ist oder nicht?
Gast #4567745
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Ist das eine theoretische Aufgabe oder geht es darum, eine 
Handelsübliches Lautsprecher-Chassis auszumessen?

Im Prinzip bewegt sich die Membran zusammen mit dem Magnetfeld. Die 
Induktivität ist daher sehr gering. Es bleibt also fast nur der ohmsche 
Widerstand.

Bei einem 8 Ohm Lautsprecher wird dein Multimeter irgendwas zwischen 6 
und 8 Ohm anzeigen. Bei einem 4 Ohm Lautsprecher halt die Hälfte.

Braucht man genauere Werte? Wohl kaum, jedenfalls nicht in der Praxis.

> Spielt es eine Rolle, ob der Lautsprecher ins Gehäuse eingebaut ist?

Ja, je stärker der Lautsprecher bedämpft wird, umso höher ist seine 
Induktivität.
#4567768
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Moin,

Stefan U. schrieb:
>> Spielt es eine Rolle, ob der Lautsprecher ins Gehäuse eingebaut ist?
>
> Ja, je stärker der Lautsprecher bedämpft wird, umso höher ist seine
> Induktivität.

Das halt' ich fuer etwas gewagt. Aber natuerlich spielt die Umgebung des 
Lautsprechers eine grosse Rolle beim Impedanzverlauf.
Wenn der LS z.B. am einen Ende eines Rohrs sitzt, dessen anderes Ende 
fest verschlossen ist, dann bildet die Luftsaeule in dem Rohr ein 
schwingfaehiges Gebilde mit mehreren Resonanzfrequenzen. Genauso, wenn 
der LS in einer geschlossenen Kiste eingebaut ist. Das taucht natuerlich 
dann auf der elektrischen Seite auch auf - in einem Impedanzverlauf mit 
ein paar Schwingkreisen drinnen, also L und C, die es nirgendwo als 
"echtes" Bauteil gibt. Aber die Impedanz schaut halt so aus.

Gruss
WK
Gast #4567783
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Danke!


Habe grade einen 12"-Gitarrenlautsprecher mit dem Aufdruck 8 Ohm 
vermessen.

Er hat einen DC-Widerstand von 3,4 Ohm und eine Induktivität von 220µH.

(das Multimeter misst korrekt, habe es extra vorher getestet)


Kann dieser Gitarrenlautsprecher getrost auf 4 Ohm umgestempelt werden?
Gast #4567885
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Danke!

Lothar K. schrieb:
> Es kann aber auch ein 8 Ohm Chassis sein, bei dem einige
> Windungsschlüsse in der Schwingspule vorliegen. Dadurch wird der
> Lautsprecher auch niederohmiger.

Im Betrieb macht er einen guten Eindruck. Er wird bis ca. 8W belastet 
(lt. Aufdruck 50W). Dabei sollte es dann vielleicht auch bleiben.
Gast #4567920
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> Im Prinzip bewegt sich die Membran zusammen mit dem Magnetfeld. Die
> Induktivität ist daher sehr gering. Es bleibt also fast nur der ohmsche
> Widerstand.

Das ist eine eher grobe Näherung, siehe z.B.:

http://www.itwissen.info/bilder/frequenzabhaengiger-verlauf-der-lautsprecher-impedanz.png
in:
http://www.itwissen.info/definition/lexikon/Lautsprecher-Impedanz-loudspeaker-impedance.html
Gast #4567970
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Elektrofan schrieb:
> Die
>> Induktivität ist daher sehr gering. Es bleibt also fast nur der ohmsche
>> Widerstand.

Für den Bassbereich stimmt das in etwa.

Bei dem oben genannten LS gilt:

3,0 Ohm (DC)

160µH

==>

bei

20 Hz : 3,00 Ohm + 20mOhm = 3,02 Ohm Impedanz

20kHz : 3,00 Ohm + 20 Ohm = 23,0 Ohm Impedanz


(die 20 mOhm bzw. 20 Ohm sind der Blindwiderstand der Spule 160µH bei 
der jeweiligen Frequenz)
Gast #4568034
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deine 160µH kannst Du nicht nehmen - Messmethode geht zwar so ähnlich, 
aber die Rückschlüsse sind falsch. (Zum Bestimmen, ob man 4 oder 8 Ohm 
drauf schreibt, langts - das ist aber eine rel. unwichtige Erkenntnis).

Lies mal die Links zu Lautsprecherimpedanz. Das Thema ist komplex...
#4568087
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Moin,

Jörgen schrieb:
> bei
>
> 20 Hz : 3,00 Ohm + 20mOhm = 3,02 Ohm Impedanz
>
> 20kHz : 3,00 Ohm + 20 Ohm = 23,0 Ohm Impedanz
>
> (die 20 mOhm bzw. 20 Ohm sind der Blindwiderstand der Spule 160µH bei
> der jeweiligen Frequenz)

Neeeneeee. Du kannst nicht so einfach Wirk- und Blindwiderstaende 
addieren. Guck' mal bei Wikipedia unter Impedanz nach oder in einem 
vernuenftigen Buch.

Gruss
WK
#4568224
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Moin,

Jörgen schrieb:
> Wie würde dieses Diagramm hier denn aussehen, wenn die Kupferspule des
> Lautsprechers supraleitend wäre?

Hm, tja - schwer zu sagen. Bei 0 Hz dann wahrscheinlich auch 0 Ohm. 
Neben den Kupfeverlusten gibt's ja auch noch andere Verluste, z.b. 
Hystereseverluste im Eisenkreis, dann noch jede Menge mechanischer 
Verluste. Wenn die alle 0 waeren und trotzdem noch weiter die Resonanzen 
vorhanden waeren, dann gaeb' es wohl einige Polstellen und Nullstellen 
in der "Impedanz ueber Frequenz" Kurve, nicht nur leichte "Hubbel".

Aber das ist alles recht hypothetisch...

Gruss
WK
Gast #4568246
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>> Induktivität ist daher sehr gering. Es bleibt also fast nur der ohmsche
>> Widerstand.

> Für den Bassbereich stimmt das in etwa.

???

Bei der Bassresonanzfrequenz ist die Impedanz zwar reell, aber viel 
grösser, als der ohmsche Widerstand der Spule.
Bei noch tieferer Frequenz wird die Impedanz kapazitiv.
Und natürlich hängt das stark von der Einbauart des Lautsprechers ab.
Gast #4568566
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Die Impedanz eines Basslautsprechers bei 20 kHz ist
genau so uninteressant, wie die Impedanz eines Hochtöners
bei 20 Hz. Miss ihn im Bereich der Arbeitsfrequenz!

Der Gleichspannungswiderstand sollte in jedem Falle kleiner,
als die Impedanz sein, liegt aber in einem Bereich, wo übliche
Multimeter (auch Flooke) nicht sehr genau sind.
Selbst wenn man die Messspitzen zusammenhält, zeigen die
gerne mal 0,3...3 Ohm an.

Dein Oszi-Aufbau ist doch schon OK, wenn du noch eine
zweite Probe zwischen Verstärker und Rv hängst.
Und eine Frequenz einstellst, bei der der Lautsprecher
arbeiten kann/soll, z.B:
Tieftöner:    100Hz
Mitteltöner:  1...2 kHz
Hochtöner:    5 kHz

Breitband-LS: 1 kHz

Wenn du Rv = 4 Ohm (3,9 Ohm) wählst, muss die Probe an
einem 4-Ohm-LS etwa doppelt so viel Wechsel(!)Spannung
zeigen, wie am Rv.

Ist es deutlich mehr, probier es mit Rv = 8,2 Ohm.
Gast #4568575
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Jörgen schrieb:
> Im Betrieb macht er einen guten Eindruck. Er wird bis ca. 8W belastet
> (lt. Aufdruck 50W). Dabei sollte es dann vielleicht auch bleiben.

Bei solchen Leistungsangaben musst du sehr vorsichtig sein. 8W 
Dauerstrich kann das selbe wie 50W Musikleistung/PMPO sein.
Gast #4570199
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Mit Arta ist richtig gut. Unbedingt die Kalibrierung verwenden. Die 
Unterschiede bei den (in Dolby) Ste Reo Kanälen müssen kompensiert 
werden sonst klappt die Messung nicht. Außerdem muss das Scheissi in 
eine DIN Schallwand verbaut werden oder in eine Box mit variablem 
Volumen sonst kommt kein vernünftiger Parameter dabei raus (Stichwort 
"Luftlast").

Billige Scheissis lohnen nicht. Gute Marken sind Seas ScanSpeak 
Fieserton Tangband SB-Audio Fostex eben die ganze Palette von 
lautsprechershop.de.

Der Einbau ist auch extrem wichtig, wichtiger als eine Messung und 
wichtiger als das chassis. Es dürfen keine Kanten im Schallweg stehen 
sonst hast du einen Schalldämpfer wie bei der Knarre...

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