Hallo Waldemar,
eine Gleichrichterdiode am Eingang eines Filters ergibt nicht viel Sinn,
es sei denn, das Filter ist einTiefpass für das gleichgerichtete Signal
(z.B. für eine AGC - automatic gain control). Die gewonnene und
gefilterte Gleichspannung ist dann ein Mass für die Signalleistung.
Könnte es sein, dass diese Diode zum Zu- bzw. Abschalten des Filters
verwendet wird? Für welche Frequenzen ist Dein Filter gedacht
(Grenzfrequenz)?
Wenn die beiden Ports Deines Netzwerkanalysators die eines
S-Parameter-Testsets sind, kannst Du das Filter tatsächlich direkt
anschliessen. Dann sind sie auch mit Port1 und Port2 beschriftet. Bei
einem moderneren Gerät sollte das der Fall sein. Wenn es vier Buchsen
sind und Du Beschriftungen wie RFout, R, A, B findest, müssen zur
Messung von S-Parametern externe Koppler angeschöossen werden. Ich gehe
mal vom ersten Fall aus.
Wenn Du Dein Filter an die beiden Ports angeschlossen hast, siehst Du
nur dann die erwartete Übertragungsfunktion, wenn das Filter für die
Ein- und Ausgangsimpedanz von 50 Ohm designt ist. Falls nicht - oft ist
die Impedanz von Filtern relativ hoch (z.B. 300 Ohm...1 kOhm) - ist die
Übertragungsfunktion durch die falschen Abschlüsse sehr verzerrt und die
Welligkeit im Durchlassbereich sehr gross. Wenn Du die erforderlichen
Abschlussimpedanzen kennst, kannst Du auch je Port einen
Serienwiderstand abzüglich der 50 Ohm des Messports einsetzen, um die
echte Übertragungsfunktion qualitativ zu sehen. Die gemessene
Einfügedämpfung ist dann allerdings durch die Serienwiderstände zu hoch.
Ich würde direkt an 50 Ohm alle vier S-Parameter messen, diese
abspeichern und in einer HF-Simulation (z.B. qucs oder RFsim, beide frei
im Netz) mit den korrekten Abschlüssen versehen, um die echte
Übertragungsfunktion qualitativ und quantitativ beurteilen zu können.
Falls Du die nötigen Abschlüsse nicht kennst, kannst Du in der
Simulatoon einen Parameter-Sweep der Impedanzen durchführen und auf die
geringste Welligkeit im Durchlassbereich des Filters optimieren.
Ich hoffe die Erklärung hilft etwas.
Viele Grüsse!
Gerrit, DL9GFA