Hallo zusammen,
ich möchte ein kaputtes Gartenlämpchen (diese Dinger mit Solarzelle oben
drauf und LED drin) nachbauen, einfach nur so zum Spaß.
Dafür habe ich dieses zunächst auseinander genommen, um mir ein Bild von
der Schaltung zu machen. Dabei bin ich auf ein Bauteil gestoßen, welches
ich nicht ganz nachvollziehen kann, es scheint ein Transistor zu sein,
allerdings mit 4 Pins, kenne die nur mit 3 Pins.
Habe das Ding mal (siehe Bild 1) fotografiert in der Hoffnung, ihr könnt
mir da weiter helfen?
Das einzige, was auf dem Teil steht ist "5251", Google hat mir nicht
helfen können.
Desweiteren befindet sich in der Lampe ein AAA-Akku (wiederaufladbar,
1.2V), welcher von der Solarzelle geladen wird. An der Solarzelle habe
ich in der Sonne 2.5V gemessen, nun meine Frage, kann ich damit einfach
den Akku aufladen, ohne dass der mittelfristig kaputt geht?
Vielen Dank und schöne Grüße!
Gartenlämpchen schrieb:> es scheint ein Transistor zu sein, allerdings mit 4 Pins, kenne die nur> mit 3 Pins.> Habe das Ding mal (siehe Bild 1) fotografiert in der Hoffnung, ihr könnt> mir da weiter helfen?> Das einzige, was auf dem Teil steht ist "5251", Google hat mir nicht> helfen können.
Das ist ein Spezial-IC genau für diese Gartenlampe, er heisst auch
ANA608 oder ZE002.
Nachbau macht keinen Spass.
Es gibt aber auch Gartenlampen mit einer 3-Transistor Schaltung, einer
Spule, ein paar Widerständen und extra LDR, die lassen sich nachbauen.
Was ist denn kaputt?
Ich "Pflege meine immer gut und die halten ewig. Meist sind nur die
Standard Akkus absoluter Mist und müssen nach einer Saison ausgetauscht
werden.
Batterie Kontakte mit bisschen Schleifpapier, Kontaktspray und Kontaktöl
behandeln und einen eneloop Akku rein. vielleicht noch die LEDs gegen
warmweiße austauschen und gut is.
Hier mal ein Bild eines "Gartensteins"...
Hier ist ein Chip eingegossen, an der Oberseite nur ein 100R
Widerstand - der Akku hat 1,2V NiCd...
Die vier weissen Led sind parallel geschaltet, also macht der
Chip die Spannung für die Led, habe mal gemessen ein fast
sinusförmiges Signal mit ca. 2 Mhz...
Es gibt keine Spule oder sichtbare Induktivität, keinen sichtbaren
Kondensator für Spannungsvervielfachung - offensichtlich ist alles
unter dem schwarz vergossenen Chip...
Viel Spass beim Nachbau!
Georg A. schrieb:> Und das ist sicher keine Spule?
Berechtigte Frage! Code ist braun/schwarz/braun/silber...
Du wirst sicher recht haben mit der Spule in Widerstandsform,
sonst könnte ich mir das auch nicht unbedingt erklären...
Das ist eine Spule, die grüne Farbe ist bei Widerständen sehr selten.
Die normale Arbeitsweise ist die, daß die Solarzelle als LDR mitgenutzt
wird. Sprich solange wie sie eine bestimmte Spannung liefert wird mit
ihrem Strom der Akku geladen, unterhalb dieser Schwelle wird ein kleiner
Sperrschwinger gestartet, der die LED mit genug Spannung aus einer
einzelnen Akku-Zelle versorgen kann. Der Akku wird dabei leider oft
tiefentladen (mögen viele Akkus nicht), wird wegen der schwachen
Solarzelle nie richtig voll geladen (mögen die Dinger noch viel weniger)
und kriegt auch sehr große Temperaturuntschiede ab. Deswegen ist der oft
schon nach kurzer Zeit hin.
> Das ist eine Spule, die grüne Farbe ist bei Widerständen sehr selten.
Ein sehr deutlicher Hinweis ist die komische Form. Etwas gleichmässige
Verdickung bei den Enden durch die Anschlusskappen ist bei Widerständen
möglich, aber solche Knubbel gibts nur bei Spulen.
Anbei mal ein Datenblatt für so einen Joule Thief, diesmal der YX8018
der Weltfirma Shiningic, kennt doch jeder :-P Die sind praktisch alle
untereinander kompatibel.
Hey, vielen Dank euch, hat mir sehr geholfen!
Zur Frage was denn an dem Ding kaputt sei... naja, stand sehr lange bei
Wind und Wetter draußen, ist nicht mehr viel zu retten :)
Nur nochmal kurz zur Frage, ob ich mit dem Solarpanel einen Akku laden
kann.
Ich als absoluter Amateur würde Solarpanel(2.5V) und Akku(1.2V, 600mA)
in Reihe schalten und gucken was passiert. Was passiert aber, wenn das
Solarpanel nichts mehr liefert, dann "läd" doch der Akku das Panel?
Kann ich das so einfach wie ich es mir gerade gemacht habe realisieren?
Mal abgesehen davon, dass ich irgendwas brauche um zu verhindern dass
der Akku das Panel läd.
Gruß!
Gartenlämpchen schrieb:> Ich als absoluter Amateur würde Solarpanel(2.5V) und Akku(1.2V, 600mA)> in Reihe schalten und gucken was passiert.
Wenn du dir die Schaltungen in dem o.a. Datenblatt anschaust - genau das
machen die da. Da die murkligen Solarzellen ja so gut wie keinen Strom
liefern, riskiert man da nicht mal eine Überladung und bekommt, wie wir
wissen, den Akku nicht mal so voll, das die Lampe eine ganze Nacht lang
leuchtet.
> Was passiert aber, wenn das> Solarpanel nichts mehr liefert, dann "läd" doch der Akku das Panel?
Nö, das sind Dioden, die nur wenig Leckstrom aufnehmen. Ein bisschen
Strom fliesst da schon, weil die Zellen ja die ganz billigen sind, aber
so viel ist das nicht.
Gartenlämpchen schrieb:> Ich als absoluter Amateur würde Solarpanel(2.5V) und Akku(1.2V, 600mA)> in Reihe schalten und gucken was passiert. Was passiert aber, wenn das> Solarpanel nichts mehr liefert, dann "läd" doch der Akku das Panel?
In dem Fall entlädt sich der Akku bei Dunkelheit nicht nenneswert. Das
Panel verhält sich wie 5 in Reihe geschaltete 1N4004, da fließt bei 1,2V
nicht nennenswert Strom.
hinz schrieb:> Donk schrieb:>> gibt es solche IC's auch für 12V?>> MC34063
Hm...OK...sicher? Ich kann irgendwie nicht erkennen, wie ich da
Solarpanel, Akku und Verbraucher anschließen soll, so dass der
Verbraucher nur Nachts angeschaltet wird...
Bei 12V brauchst du überhaupt kein Wandler IC, da reicht eine simple
Transistorschaltung, die die LED bei Sonne ausschaltet. Die LED wird
dann ganz normal nur per Vorwiderstand betrieben.
Der ganze Aufwand mit Speicherdrossel und Wandler ist nur deswegen
notwendig, weil eine weisse LED mit den 1,2V der NiMH Zelle nicht
leuchten würde, die brennt erst ab ungefähr 3V. Rote, grüne und
gelbe/orange LED sind ab etwa 1,5-1,7V in Betrieb.
Donk schrieb:> Ich kann irgendwie nicht erkennen, wie ich da> Solarpanel, Akku und Verbraucher anschließen soll, so dass der> Verbraucher nur Nachts angeschaltet wird...
FB doppelt nutzen!
Aber wie Matthias schon schrieb ist ein Schaltregler bei 12V eigentlich
nicht nötig.
Georg A. schrieb:> Ein sehr deutlicher Hinweis ist die komische Form. Etwas gleichmässige> Verdickung bei den Enden durch die Anschlusskappen ist bei Widerständen> möglich, aber solche Knubbel gibts nur bei Spulen.
Ein noch besseres Indiz dürfte der Gleichstromwiderstand sein.
Der Widerstandswert sollte deutlich niedriger als der Wert
"100" der aufgedruckten Ringe sein.
> Ein noch besseres Indiz dürfte der Gleichstromwiderstand sein.
Da muss man aber sein Messgerät auspacken. Die Augen hat man
üblicherweise immer schon angeschaltet ;)
Ben B. schrieb:> Das ist eine Spule, die grüne Farbe ist bei Widerständen sehr selten.
2W-Widerstände in meinem Handapparat sind alle grün und dick, graue
Drahtwiderstände habe ich auch noch und dann sind da so créme-farbige.
Kleine rechteckige habe ich auch und manche so klein, dass nicht mal
eine Ziffer draufpasst…ach nein, das sind Chipinduktivitäten…es gibt
ALLES, auch grüne Widerstände. Sinus von 2MHz ist aber respektabel,
einen einzigen MHz hätte ich dem Solarlader aus dem Baumarkt zugetraut,
aber zwei…
Harald W. schrieb:> Ein noch besseres Indiz dürfte der Gleichstromwiderstand sein.> Der Widerstandswert sollte deutlich niedriger als der Wert> "100" der aufgedruckten Ringe sein.
1,5 Ohm - seid Ihr jetzt überzeugt?