IGM Tarifabschluss 2016

Gast #4577356
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Seit ihr zufrieden mit dem Abschluss?

Details siehe:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/tarifverhandlungen-ig-metall-und-arbeitgeber-einigen-sich-a-1092145.html

Es gibt eine Einmalzahlung von 150€ die nicht in die Tariftabellen 
eingeht.
Tabellenwirksam sind 4,8% für 21 Monate --> Im Schnitt 2,74%/Jahr.
Gast #4577442
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IGM schrieb:
> Seit ihr zufrieden mit dem Abschluss?

Zufrieden ist was anderes, aber OK

> Tabellenwirksam sind 4,8% für 21 Monate --> Im Schnitt 2,74%/Jahr.

vor allem die 2% für das nachfolgdende dreivierteljahr sind bitter, das 
war wirklich bescheiden.

Aber gemessen, an dem was die meisten anderen so jährlich als 
Inflationsausgleich bekommen ist es natürlich besser.
Gast #4577487
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Claus M. schrieb:
> Claymore schrieb:
>> bei fehlender Inflation
>
> Lasst euch doch nicht immer so einen Unsinn einreden. Guckt euch mal die
> Immobilienpreise an.

Die spielen doch überhaupt keine Rolle für die Inflation, man muss ja 
kein Haus bauen oder kaufen. Die Inflation wirkt sich doch für Dinge des 
täglichen Lebensbedarfs aus, und da gehören Immobilien sicher nicht 
dazu.
Gast #4577512
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Durchwachsen, 2,8% ab April für 1 Jahr wäre deutlich besser. Gerade die 
3 Monate ohne was (150 ein Witz, vielleicht wer in EG1 ist...) und dann 
die 2,0 nächstes Jahr. Mager.

Und Inflation, ja Sprit ist zufällig billig. Nächstes Jahr haben die 
Ölländer sich berappelt und der Diesel kostet 1,30 und Super 1,60.

Dazu die Mieten die ihr unten immer steigen. Habe zum Glück alten 
Vermieter mit 0 Interesse an Erhöhung, aber wenn ich noch in der alten 
Whg wohnen würde, das war jedes Jahr pro Monat immer 50-100 Euro 
Erhöhung.

Da sind/wären die knapp 100 netto von den 2,8% schnell weg
Gast #4577519
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Vollidiot schrieb:

> Die Inflation wirkt sich doch für Dinge des
> täglichen Lebensbedarfs aus, und da gehören Immobilien sicher nicht
> dazu.
Wie blöd muss man eigentlich sein, um so einen Mist zu glauben?
https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Preise/Verbraucherpreisindizes/WarenkorbWaegungsschema/Waegungsschema.pdf?__blob=publicationFile

Seite 4, für die, die lesen können
Gast #4577530
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Ingenieur schrieb:
> Wurzelpeter schrieb:
>> (150 ein Witz, vielleicht wer in EG1 ist...)
>
> Das hast du wohl nicht richtig mitbekommen, es gibt für jeden der drei
> Monate April, Mai und Juni jeweils 150 Euro. Das entspricht bei z.B.
> 5.000 Bruttomonatsgehalt immerhin 3%, bei 6.000 immerhin noch 2,5%.
> Passt doch.

So wie ich das gelesen habe gibt es im Juni eine Einmalzahlung von 150 
Euro.
Woher hast du dass es 3x 150 Euro geben soll. Das wäre ja keine 
Einmalzahlung. ;)
Gast #4577612
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IGM schrieb:
> Seit ihr zufrieden mit dem Abschluss?
>
> Details siehe:
> http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/tarif...
>
> Es gibt eine Einmalzahlung von 150€ die nicht in die Tariftabellen
> eingeht.
> Tabellenwirksam sind 4,8% für 21 Monate --> Im Schnitt 2,74%/Jahr.

Bei der aktuellen Krise wäre etwas Bescheidenheit und Voraussicht bei 
der Gewerkschaft besser gewesen. Jetzt haben die Metaller auf dem Papier 
knapp 5% mehr Gehalt in zwei Jahren, die Nachteile werden wie immer 
unter den Teppich gekehrt. Durch die höheren Kosten werden viele 
Unternehmen gezwungen sein, die Arbeitsplätze zu verlagern oder 
zumindest einen Teil der Belegschaft durch Leiharbeiter und 
Leihingenieure zu ersetzen, da diese nicht teurer werden. Ja vielen Dank 
IGM...
#4577637
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BSE schrieb:
> Bei der aktuellen Krise

Welche Krise? Die Wirtschaft in Deutschland läuft aktuell gut.

BSE schrieb:
> die Nachteile werden wie immer unter den Teppich gekehrt. Durch die
> höheren Kosten werden viele Unternehmen gezwungen sein, die Arbeitsplätze
> zu verlagern oder zumindest einen Teil der Belegschaft durch Leiharbeiter
> und Leihingenieure zu ersetzen, da diese nicht teurer werden.

Die Behauptung ist in dieser pauschalen Form natürlich Quatsch. Dass die 
Lohnkosten in etwa in einem solchen Rahmen steigen würden, wussten die 
Arbeitgeber natürlich schon vorher.

Außerdem gibt es in den Firmen nicht nur steigende Lohnkosten, sondern 
auch einen Produktivitätszuwachs. Das eine allein isoliert zu betrachten 
ist daher auch nicht sinnvoll.
Gast #4577790
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Mark B. schrieb:
> Außerdem gibt es in den Firmen nicht nur steigende Lohnkosten, sondern
> auch einen Produktivitätszuwachs. Das eine allein isoliert zu betrachten
> ist daher auch nicht sinnvoll.

Den gibts klar, sieht aber im Zukunft nur noch so aus, weniger Arbeiter, 
gleiche oder mehr Anzahl an Autos.
VW hat noch ordentlich Potential für Automatisierung, kann die Leute 
aber nicht vorher rausschmeißen, wartet also bis sie in Frührente sind. 
Am Ende verdient halt ne sehr kleine Gruppe gut und der Rest ist 
arbeitslos oder arbeitet für Hungerlöhne. Mal gucken, wie lange sowas im 
großen Maßstab gutgeht.
Die letzten 20 Jahr deutsche Automobilindustrie haben gezeigt, dass die 
eigentlich wirksame Stellschraube für Profite nur das Knechten der 
Zulieferer ohne Rücksicht auf Verluste ist und sich mit rechtelosen 
Leihfritzen zu bestücken.
Gast #4577838
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Hallo,

es stimmt nachdenklich, wie der Tarifabschluss von den Medien serviert 
wurde.

In vielen Schlagzeilen war von einem hohen Tarifabschluss von 4,8% für 
die Arbeitnehmer zu lesen. Selbst in Radionachrichten wurde diese 4,8% 
ohne Laufzeit genannt.

Genaugenommen gab es in den zurückliegenden Jahren folgende IGM 
Tarifabschlüsse.
2,7%
4,3%
3,4%
2,2%
3,4%
2,4% aktuell 2016 umgerechnet auf ein Jahr.
2,0% 2017

Man sieht, dass der aktuelle Abschluss eher Mau ist.
Die Inflationsrate war in den zurückliegenden 5 Jahren auch nicht viel 
anders als aktuell.

Aber immerhin, ich will das hier nicht schlecht machen. Es ist gut, das 
es eine Arbeitnehmervertretung gibt.

In Frage stellen will ich den Journalismus der die Dinge scheinbar so 
den Lesern serviert, wie es gewisse Kreise in diesem Land wünschen.

Nun ja, eins ist sicher wie das Amen in der Kirche.
Die Masse an Arbeitnehmer darf und wird nicht zu Vermögen kommen. Sonst 
arbeitet ja niemand mehr und die pseudo Lenker, Manager und sonstigen 
Lufterwärmer müssten dann die Ärmel hochkrämpeln. Was es ja zu vermeiden 
gilt.
Gast #4577870
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Deutsche Automotive --> Feudalgesellschaft schrieb:
> Den gibts klar, sieht aber im Zukunft nur noch so aus, weniger Arbeiter,
> gleiche oder mehr Anzahl an Autos.
> VW hat noch ordentlich Potential für Automatisierung, kann die Leute
> aber nicht vorher rausschmeißen, wartet also bis sie in Frührente sind.
> Am Ende verdient halt ne sehr kleine Gruppe gut und der Rest ist
> arbeitslos oder arbeitet für Hungerlöhne. Mal gucken, wie lange sowas im
> großen Maßstab gutgeht.

Das erzählt man sich schon seit 30 Jahren und passiert ist das bisher 
noch nicht. Trotz aller Verlagerung, Automatisierung und Outsourcing 
haben die großen Konzerne eher noch Mitarbeiter aufgebaut.

Deutsche Automotive --> Feudalgesellschaft schrieb:
> Die letzten 20 Jahr deutsche Automobilindustrie haben gezeigt, dass die
> eigentlich wirksame Stellschraube für Profite nur das Knechten der
> Zulieferer ohne Rücksicht auf Verluste ist und sich mit rechtelosen
> Leihfritzen zu bestücken.

Die "Profite" sind aber in erster Linie bei den Stammmitarbeitern hängen 
geblieben, was ja auch nicht schlecht ist.

pfingsthase schrieb:
> In vielen Schlagzeilen war von einem hohen Tarifabschluss von 4,8% für
> die Arbeitnehmer zu lesen. Selbst in Radionachrichten wurde diese 4,8%
> ohne Laufzeit genannt.

Das ist doch volle Absicht. Nur so kann die IGM behaupten, ihre 
Forderungen zu erfüllen, was sie bei ihren Mitgliedern und der 
Öffentlichkeit gut dastehen lässt.

Genauso wird ja die Tatsache, dass die Arbeitgeber die immer noch sehr 
ordentliche Lohnerhöhung mit kräftiger Reallohnsteigerung ohne große 
Gegenwehr akzeptiert haben, völlig verschwiegen.

pfingsthase schrieb:
> Die Inflationsrate war in den zurückliegenden 5 Jahren auch nicht viel
> anders als aktuell.

Oh, doch:
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/1046/umfrage/inflationsrate-veraenderung-des-verbraucherpreisindexes-zum-vorjahr/

pfingsthase schrieb:
> Die Masse an Arbeitnehmer darf und wird nicht zu Vermögen kommen.

Und will nicht.
Gast #4578016
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Hier die komplette Historie:

https://wir.die-igmetall.de/mit-tarif/tarifvertraege-auf-einen-blick/tariferfolge-auf-einen-blick.pdf


pfingsthase schrieb:
> In Frage stellen will ich den Journalismus der die Dinge scheinbar so
> den Lesern serviert, wie es gewisse Kreise in diesem Land wünschen.

Das sind doch alles nur noch copy&paste-Schlampen, die im ihren Job 
angst haben, die haben doch kaum noch Zeit zum nachdenken.

pfingsthase schrieb:
> Nun ja, eins ist sicher wie das Amen in der Kirche.
> Die Masse an Arbeitnehmer darf und wird nicht zu Vermögen kommen. Sonst
> arbeitet ja niemand mehr und die pseudo Lenker, Manager und sonstigen
> Lufterwärmer müssten dann die Ärmel hochkrämpeln. Was es ja zu vermeiden
> gilt.

Das würde ja zu einem echten Fachkräftemangel führen.
Gast #4578035
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Flip schrieb:
> Wer glaubt das alle gleichzeitig reich sein können, hat null Ahnung von
> Kapitalismus und dem menschlichen Verhalten.

Das ist nur eine Frage, wie man reich definiert. Man kann Reichtum 
durchaus so definieren, dass 99% der Deutschen als reich gelten.

Flip schrieb:
> Wozu sollte dann noch
> jemand mehr Leistung bringen?

Eine Mindestleistung wird im Durchschnitt immer erforderlich sein. Ohne 
Wirtschaftsleistung kann es auch kein Reichtum geben, das ist logisch.
Gast #4578042
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Da wird der Software-Architekt mit reichlich Erfahrung aber nicht mehr 
versuchen das vom Sinken bedrohte Schiff zu retten, sondern den gleichen 
Job wie die Junior-Ingenieure und alles Abnicken.

Wenn 99% gleich vermögend sind, gehen die Preise für Luxusgüter 
entsprechend hoch, dass nur noch das obere 1% sie kaufen kann.
Und glaub nicht, dass klügere und leistungsfähigere mit dem gleichen 
Geld zufrieden sind. Die holen sich die Differenz wie im Kommunismus z. 
b. über Schwarzarbeit und Handel wieder rein.
Gast #4578444
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BSE schrieb:
> Bei der aktuellen Krise wäre etwas Bescheidenheit und Voraussicht bei
> der Gewerkschaft besser gewesen. Jetzt haben die Metaller auf dem Papier
> knapp 5% mehr Gehalt in zwei Jahren, die Nachteile werden wie immer
> unter den Teppich gekehrt. Durch die höheren Kosten werden viele
> Unternehmen gezwungen sein, die Arbeitsplätze zu verlagern oder
> zumindest einen Teil der Belegschaft durch Leiharbeiter und
> Leihingenieure zu ersetzen, da diese nicht teurer werden. Ja vielen Dank
> IGM...

Das Argument kann man ja immer bringen.

Alle Vorstandsgehälter steigen aber die Belegschaft die mus an morgen 
denken und bitte nich an die eigene Rente.

Es ist richtig und wichtig das die Löhne steigen. Ins Ausland wird heute 
immer weniger verlagert und auch da steigen Löhn ..
(Firma: --------------) #4579149
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D. I. schrieb:
> Lothar schrieb:
>> Einen neuen Wagen finanzieren kann man damit nicht.
>
> Doch, einen Dacia Sandero in der Basisausstattung kriegt man mit 100€ /
> Monat auf 84 Monate mit ~3% finanziert :D

Nur "by the way", wie sieht es mit den Ersatzteilen bei Dacia aus.
Vorallem wie sind die Preise da?
Mein Hintergedanke ist, dass die Löhne der Rumänen zwar niedriger sind 
als beim Mutterkonzern. Das aber irgendwie auch Dacia Gewinn machen 
will.
Also wären ja Verschleisteile der ideal Hebel um auf dem Weg was zu 
reißen.
Gast #4579227
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Cha-woma M. schrieb:
> D. I. schrieb:
>> Lothar schrieb:
>>> Einen neuen Wagen finanzieren kann man damit nicht.
>>
>> Doch, einen Dacia Sandero in der Basisausstattung kriegt man mit 100€ /
>> Monat auf 84 Monate mit ~3% finanziert :D
>
> Nur "by the way", wie sieht es mit den Ersatzteilen bei Dacia aus.
> Vorallem wie sind die Preise da?
> Mein Hintergedanke ist, dass die Löhne der Rumänen zwar niedriger sind
> als beim Mutterkonzern. Das aber irgendwie auch Dacia Gewinn machen
> will.
> Also wären ja Verschleisteile der ideal Hebel um auf dem Weg was zu
> reißen.

Weiß ich nicht, bei meinem Logan II MCV mussten bisher nur die beiden 
Abblendlampen getauscht werden (Materialkosten 15€). Was du beschreibst 
ist aber auch bei deutschen Premiummarken Usus, da die Marge beim reinen 
Verkauf (vor allem bei VW) immer mehr sinkt.

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