Hallo,
kann mir von euch jemand sagen, wie man einen Widerstand kontaktlos und
unabhängig davon, was für ein Material (Dielektrikum) sich zwischen dem
Sensor und der Probe sich befindet.
Ich würde gerne die Funktionsweise dieses Gerätes hier verstehen:
https://www.youtube.com/watch?v=C1BhZQ3zCEE
Nach der Beschreibung auf der Website misst das Gerät den Widerstand des
Metalls. Ich konnte aber kein Verfahren finden, bei dem ich die
Leitfähigkeit so genau mit dem Sensor auf einer Seite und unabhängig von
der Dicke des Dielektrikums messen kann.
Habt ihr eine Idee?
Frank G. schrieb:> Im Text zu dem Video steht:This device uses radio waves to detect the> metal type
Naja, aber der Hinweis, dass "radio waves" verwendet werden, ist eher
allgemein. Hier ist der LInk zu dem FAQs des Herstellers und dort
schreibt er:
The Verifier works by measuring the resistivity of the metal.
Resistivity of different metals is very different and easy to
distinguish. Even small differences in alloying—for example crown gold
(91.67% gold balance copper) and 90% gold (90%gold balance copper) are
different.
http://www.sigmametalytics.com/faq-s.html
Gabriel M. schrieb:> Induktiv durch den magnetischen Widerstand der verschiedenen Metallen> bzw. Legierungen. Also wie ein klassischer Metalldetektor
Bei einem klassischen Metalldetektor kann ich allerdings nicht zwischen
999er und 925er Silber unterscheiden. Und auch da spielt der Abstand zur
Probe eine Rolle.
Wenn ein Display eine bestimmte Legierung anzeigt, bedeutet das nicht,
daß eine echte Widerstandsmessung erfolgt ist- es wird der Einfluß des
Metalls auf die abgestrahlten Felder/ Frequenzen bewertet, und mit
Erfahrungswerten verglichen.
Es ist z. B. ein gewaltiger Unterschied, ob sich in (oder in der Nähe)
einer Hochfrequenz- Oszillatorspule ein Ferrit- oder Eisenkörper
hineinbewegt, oder ein Aluminium- oder Messing- Körper- im ersteren
Falle wird die Frequenz des Oszillators höher, im anderen Falle tiefer !
Das Ganze etwas empfindlicher, mit verfeinerter Anzeige, ermöglicht eine
Unterscheidung von Metallen und Legierungen.
Edi schrieb:> Wenn ein Display eine bestimmte Legierung anzeigt, bedeutet das nicht,> daß eine echte Widerstandsmessung erfolgt ist- es wird der Einfluß des> Metalls auf die abgestrahlten Felder/ Frequenzen bewertet, und mit> Erfahrungswerten verglichen.>> Es ist z. B. ein gewaltiger Unterschied, ob sich in (oder in der Nähe)> einer Hochfrequenz- Oszillatorspule ein Ferrit- oder Eisenkörper> hineinbewegt, oder ein Aluminium- oder Messing- Körper- im ersteren> Falle wird die Frequenz des Oszillators höher, im anderen Falle tiefer !>> Das Ganze etwas empfindlicher, mit verfeinerter Anzeige, ermöglicht eine> Unterscheidung von Metallen und Legierungen.
Nein.
Natürlich kann man sich jetzt die Rosinen rauspicken und sagen mann kann
Eisen und Kupfer(ferromagnetismus/diamagnetismus) voneinander
unterscheiden, aber versuch nur mal reines Gold und reines Silber
voneinander zu unterscheiden mit der von dir genannten Methode, vor
allem da man auch das Volumen/Querschnitt nicht kennt.
µr,Gold= 0.999971
µr,Silber= 0.999975
@Thomas (Gast),
Es ist im Sinne des Fragestellers, zu schreiben, was es ist, nicht was
es nicht ist.
Da ja offensichtlich kein direkter Kontakt erfolg, liegt keine echte
(elektrische) Widerstandsmessung vor.
Das Gerätchen beißt auch nicht mit dem Eckzahn auf die Goldmünze.
Was passiert, wenn man statt Kunststoffolie oder PVC- Behälter eine
Stoffunterlage oder eine Holz- oder Pappschachtel verwendet... denkbar
wäre, daß ein anderes Dieelektrikum die Werte verfälscht.
Ebenso würde ich ein weniger genaues Ergebnis erwarten, wenn ein
unregelmäßig geformte Metallprobe vorliegt, etwa ein Gold- Nugget.
Denkbar sind magnetisch/ Induktive Metalldetektor- Methoden, wie
genannt, und Ultraschall. Da mißt man allerdings die
Schallgeschwindigkeit durch das Medium, ob man das als
Widerstandsmessung bezeichnen kann...
Hallo Edi,
> Es ist im Sinne des Fragestellers, zu schreiben, was es ist, nicht was> es nicht ist.
naja man kann anhand der im Internet verfügbaren Infos über das Gerät
eben nicht eindeutig sagen was das Funktionsprinzip dahinter ist, aber
man kann diverse Dinge aus physikalischen Gründen ausschließen.
> Was passiert, wenn man statt Kunststoffolie oder PVC- Behälter eine> Stoffunterlage oder eine Holz- oder Pappschachtel verwendet... denkbar> wäre, daß ein anderes Dieelektrikum die Werte verfälscht.
Das Produkt wirbt ja damit, dass ein anderes Dielektrikum die Messung
nur wenig verfälscht. Wie dick das sein kann ist leider nirgends
angegeben.
> Denkbar sind magnetisch/ Induktive Metalldetektor- Methoden, wie> genannt, und Ultraschall. Da mißt man allerdings die> Schallgeschwindigkeit durch das Medium, ob man das als> Widerstandsmessung bezeichnen kann...
Nein, ich bin mir ziemlich sicher dass das nicht stimmt.
Induktiv: ich hab oben schon geschrieben auf der wievielten
Nachkommastelle sich das µr unterscheidet. Ich bezweifle dass damit wie
im Video eine Aussage getroffen werden kann.
Auch Ultraschall ist nicht geeignet, da eben eine beliebige Verpackung
dazwischen sein kann.
Ich tippe am ehesten darauf dass da wirklich ein Hf-Impuls ausgesendet
wird und aus der Laufzeit(Materialdicke) zusammen mit der gemessenen
Dämpfung(Wellenwiderstand) der Reflexion auf das Material geschlossen
wird.
Thomas schrieb:> Induktiv: ich hab oben schon geschrieben auf der wievielten> Nachkommastelle sich das µr unterscheidet.
ja, hast du beschrieben. Aber das magnetische Verhalten hängt eben nicht
nur von µr sondern auch der elektrischen Leitfähigkeit ab (bei
Wechselfeldern).
Das extern erzeugte magnetsiche Wechselfeld induziert im Messobjekt
Spannung. Und je besser die Leitfähigkeit des Materials ist, desto
stärkere Wirbelströme folgen aus diesen induzierten Spannungen. Das
Magnetfeld dieser Wirbelströme kann man messen (sie verschieben
Amplitude und Phase des Gesamtfelds) und dadurch auf die Leitfähigkeit
des Materials zurückschließen. Ein ganzer Bereich der zerstörungsfreien
Materialprüfung beruht auf diesen Wirbelstrommessungen.
Bei (ferro)magnetischen Materialien (mit µr >> 1) lassen sich natürlich
viel stärkere Effekte erreichen. Aber auch nichtmagnetische Leiter
lassen sich über die Wirbelströme induktiv messen. Deshalb funktionieren
z.B. auch viele induktive Endschalter bei Nichteisenmetallen (dann mit
anderem Schaltabstand als bei magnetischen Metallen).
ganz kann ich mirs trotzdem noch nicht vorstellen ;)
Die Münze muss ja nicht eben auf dem Gerät aufliegen, sondern kann ja
durch die Verpackung in einer unbekannten Höhe sein. Wenn ich das so
auslege dass ich nur einen Strom auf der Oberfläche habe (skineffekt)
dann ok, aber ansonsten muss ich ja den Querschnitt der Münze
berücksichtigen? Durch die Verpackung fällt das doch schwer, die Felder
nehmen doch mit 1/r^2 oder 1/r^3 ab. Oder überseh ich hier was?
Vermutlich wird mit dem Gerät einfach sehr grob geschätzt. Ich habe hier
gerade einen kleinen Goldbarren "kinebar" der ist in einer Folie
eingeschweißt, und eben aufgelegt ist noch mal 1-2mm Luft nach unten
dort wo der Barren sitzt. Würd mich interessieren ob das dann auch noch
funktioniert.
Thomas schrieb:> Durch die Verpackung fällt das doch schwer, die Felder> nehmen doch mit 1/r^2 oder 1/r^3 ab. Oder überseh ich hier was?
Nicht ganz so stark: wenn der Abstand von Münze zu Spule deutlich
kleiner ist als die Abmessung der Spule, dann ist das Feld sogar
halbwegs konstant bei Variation des Abstands.
Aber du hast schon recht: die Geometrie der Messung, wie groß die Münze
ist (verglichen mit der Spule) .... geht kritisch in das Messergebnis
ein. Einen echten Golden Eagle von einem aus Silber zu unterscheiden
traue ich dem Gerät zu: die Geometrie ist in beiden Fällen die gleiche,
und es muss nur ein Messwert mit seinem abgespeicherten Normwert
verglichen werden.
Aber einen beliebig geformten Messkörper zuverlässig auszumessen und
seinen spezifischen Widerstand anzugeben, halte ich auch für schwierig
(zumindest dann, wenn der Messkörper nicht viel größer ist als die
Öffnung der Spule).
Mittels 2 wicklungen lässt sich auf das Material schließen. Dabei wird
mathematisch Kopplung, güte und Frequenz verrechnet, um die
Materialbestimmung abstands und formunabhängig zu machen.