Clearance: Wieso überproportional größer mit steigender Spannung?

Gast #4590731
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Hallo zusammen,

eine Sache die ich nicht verstehe: Wieso ist die Clearance bei höherer 
Spannung proportional deutlich höher als bei niedrigeren Spannungen?

Intuitiv, müsste die Clearance nicht linear sein?
Dies ist sie aber nicht, wenn man z.B. im Wiki unter Leiterbahnabstände 
schaut.
https://www.mikrocontroller.net/articles/Leiterbahnabst%C3%A4nde#Mindestkriechstrecken_bei_Leiterplatten

Erklärugen?
-Michael
Gast #4599998
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overthere schrieb:
> Intuitiv, müsste die Clearance nicht linear sein?

Diese Abstände sind kein aus Naturgesetzen berechneter Wert, sondern 
eher Erfahrungswerte mit gehörigem Sicherheitsabstand. Da geht sicher 
auch die Tatsache ein, dass höhere Spannungen gefährlicher sind. Bei 24 
V passiert niemand was, bei 230 V schon. Aber prinzipiell ist das 
keineswegs der Abstand, bei dem ein Überschlag erfolgt, genau berechnen 
lässt sich der sowieso nicht.

Georg
Gast #4600022
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Man könnte die Sache so angehen wie bei Steckverbindern:

Durchschlagfeldstärke E_MAX von Luft (Höhe bei der das gilt weiß ich 
nicht) ca. 3 kV/mm

Es gibt für Steckverbinder eine (inzwischen glaube ich veraltete 
internationale und military Norm) aus der sich folgende Größen ableiten 
lassen:

Dielektrische Durchschlagfestigkeit E_DW = 0.75*E_MAX damit ist schon 
ein Sicherheitsfaktor 1.33 drin. Oberhalb dieses Wertes können die 
Leckströme durch Korona-Entladungen und Kriechströme als zu hoch 
angesehen werden. Es sollte maximal bis zu dieser Feldstärke verwendet 
werden.

Besser ist die Verwendung mit Nenn- oder Arbeitsfeldstärke E_N = 
0.33*E_DW damit ist dann ein Sicherheitsfaktor 4 drin.

Entsprechend dieser Betrachtungsweise wäre es also ausreichend die 
Feldstärke auf 740 V/mm zu begrenzen.
Gast #4600290
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Simon schrieb:
> Durchschlagfeldstärke E_MAX von Luft (Höhe bei der das gilt weiß ich
> nicht) ca. 3 kV/mm

Schon, ist aber in der hier behandelten Praxis  ziemlich irrelevant, da 
es sich praktisch immer um Ströme entlang einer Oberfläche handelt. Da 
spielt das Material und seine Kriechstromfestigkeit die dominierende 
Rolle, und dazu die Verschmutzung, die man kaum als exakte Messgrösse 
erfassen kann.

Georg

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