Hallo,
im Betreff steht es eigentlich schon. Warum kann man selbst mit teuren
Tischmultimetern Widerstände im Bereich 100Meg und größer meist nur im
Prozentbereich genau messen?
Ich kann verstehen, das da jeder Leckstrom zählt, aber ändern sich diese
Ströme so sehr? Ich hätte gedacht, dass man es einmal kalibriert und es
dann dabei bleibt?
Die Ströme die durch einen >100Meg Widerstand fließen, wenn die
Messpannung angelegt wird, sind eben winzig und können dementsprechend
nicht mehr mit hoher Auflösung gemessen werden.
Bei 1V und 100Meg bedeutet ein 1% 100pA, wenn ich mich beim
Nullenzählennicht vertan hab.
Soweit meine Vermutung.
lg, couka
Gunnar schrieb:> Warum kann man selbst mit teuren Tischmultimetern Widerstände im Bereich> 100Meg und größer meist nur im Prozentbereich genau messen?
Ganz einfach: Ob ein Messgerät zum Messen hochohmiger Widerstände
geeignet ist, hängt nicht nur vom Preis des Gerätes ab.
> Ich kann verstehen, das da jeder Leckstrom zählt, aber ändern sich diese> Ströme so sehr?
Das kommt z.B. drauf an, wieviel Strom am eigentlichen Widerstand vorbei
auf der Außenseite längs fließt.
Gunnar schrieb:> im Betreff steht es eigentlich schon. Warum kann man selbst mit teuren> Tischmultimetern Widerstände im Bereich 100Meg und größer meist nur im> Prozentbereich genau messen?
So pauschal kann man das nicht sagen. Normale Multimeter sind weniger
für solche Messungen ausgelegt, wo es um hohe genauigkeit bei kleinen
Strömen geht. Guckt man sich aber bei Geräten um, welche für solche
Messungen ausgelet sind sieht es schon besser aus.
Das Keithley 6430 kann im 200MOhm Bereich mit
0.085% + 1kOhm im Normal accuracy und
0.067% + 500 Ohm im enhanced accuracy messen.
http://de.tek.com/sites/tek.com/files/media/media/resources/6430.pdf
@Gunnar (Gast)
>im Betreff steht es eigentlich schon. Warum kann man selbst mit teuren>Tischmultimetern Widerstände im Bereich 100Meg und größer meist nur im>Prozentbereich genau messen?
Weil alles seine Grenzen hat, technisch wie preislich. Man kann sowas
schon genauer messen, wenn man viele tausende Euro für ein High End
Multimeter ausgibt.
100M an 1V Meßspannung sind 10nA, 1% davon sind 10pA. Naja, da wird es
schon langsam anspruchsvoll, auch an die Verbindungstechnik. Da braucht
man leckstromarme Anschlüsse mit EXTREM guter Isolation bzw.
Guarding-Spannung, das ist quasi das Gegenstück zu 4 Draht Messung.
https://en.wikipedia.org/wiki/Driven_guard>Ich kann verstehen, das da jeder Leckstrom zählt, aber ändern sich diese>Ströme so sehr?
Ja. Jedes Husten, Wetter- und Temperaturwechsel können je nach Material
zu erheblichen Änderungen führen. Selbst Lichteinfall, mechanische
Belastung etc. kann in bestimmten Materialien zu Störspannungen etc.
führen.
> Ich hätte gedacht, dass man es einmal kalibriert und es>dann dabei bleibt?
Schön wär's ;-)
In meiner Studionzeit erählte unser Prof mal was von einem seiner
Projekte, wo Teraohmwiderstände im Spiel waren! Da konnte man fast die
Elektronen zählen!
Bei passiven analogen Messgeräten ist der Messtrom vom Drehspulwerk fest
vorgegeben. Ein in den 70/80ern recht populäres kompaktes Messgerät
hatte zur Messung normaler Widerstände eine 1,5V Batterie drin - und
eigens für hochohmige Widerstände einen Anschluss ans 230V Stromnetz.
Falk B. schrieb:> 100M an 1V Meßspannung sind 10nA, 1% davon sind 10pA
Prozent heisst Prozent, weil es ein Hunderstel ist. Sonst hiesse es
Promille.
Georg
Ich meinte schon Tischmultimeter. Wir haben hier zB ein HP 3457A und
auch ein neueres (müsste gucken welches).
Ich brauche Widerstände zwischen 100 und 500Meg und am liebsten auf
0,1%.
Zuerst dachte ich, ich kaufe einfach 1% Widerstände (die bekommt man
noch) und messe die dann aus. Aber das war wohl nichts...
Was haltet ihr von der Idee einen Referenzwiderstand aufzubauen,
bestehend aus Widerständen, die entsprechend genau zu vermessen sind?
Diesen Widerstand schalte ich dann zusammen mit dem zu vermessenden
Widerstand in einem invertierendem Verstärker (OPA129 oder ähnliches mit
kleinem Eingangsstrom). Das Verhältnis von Ein- und Ausgangsspannung
gibt mir dann das Verhältnis der Widerstände. Das Spannungsverhältnis
sollte sich ja besser als 0,1% messen lassen.
Gunnar schrieb:> sollte sich ja besser als 0,1% messen lassen
Scheint mir zu optimistisch, da viele Faktoren Deine hochohmige Messung
beeinflussen werden. Alterung, Temperatur, Schmutz, Isolation,
Störspannungen,... Schon das verschieben eines Blatts Papier auf dem
Tisch könnte Deine Messung durch statische Aufladung verfälschen.
Gunnar schrieb:> Ich brauche Widerstände zwischen 100 und 500Meg und am liebsten auf> 0,1%.
Hmmm, bei den 500Meg reichen schon 500Gohm parallel für 0.1% Abweichung.
Also die Widerstände nicht anfassen und Teflon als Isolation benutzen.
Messen würde ich die mit höherer Spannung.
oszi40 schrieb:> Scheint mir zu optimistisch, da viele Faktoren Deine hochohmige Messung> beeinflussen werden. Alterung, Temperatur, Schmutz, Isolation,> Störspannungen,... Schon das verschieben eines Blatts Papier auf dem> Tisch könnte Deine Messung durch statische Aufladung verfälschen.
Mit 0,1% war ich mir erst mal nur bei dem Spannungsratio sicher.
Alterung sollte auch keine Rolle spielen ebenso sollte Schmutz in den
Griff zu bekommen sein. Notfalls kann die Messung einmal die Woche
wiederholt werden. Und an statische Geschichten kann ich selbst bei
500Meg nicht so recht glauben. So riesig können die Zeitkonstanten doch
gar nicht sein?
1234657890 schrieb:> Hmmm, bei den 500Meg reichen schon 500Gohm parallel für 0.1% Abweichung.> Also die Widerstände nicht anfassen und Teflon als Isolation benutzen.>> Messen würde ich die mit höherer Spannung.
Bei der Spannung möchte ich ungern weit über 10V gehen um keine Probleme
mit Spannungskoeffizienten usw zu bekommen.
Ist der von mir angedachte Aufbau denn so kritisch? Es sind ja
bedrahtete Widerstände, da kann ich ja den negativen OP Pin hochbiegen
und die Widerstände schwebend ranlöten. Dann sollte das schon mal so gut
isoliert sein, dass die Spezifikationen des OP sinnvoll sind. Die Enden
der beiden Widerstände sind ja niederohmig angeschlossen und
dementsprechend unempfindliche. Das ganze in eine Metalldose und fertig?
Oder mache ich hier einen großen Denkfehler? Nach dem Zusammenbau würde
ich alles gründlich mit IPA waschen.
Gunnar schrieb:> Hallo,>> im Betreff steht es eigentlich schon. Warum kann man selbst mit teuren> Tischmultimetern Widerstände im Bereich 100Meg und größer meist nur im> Prozentbereich genau messen?
Es gibt noch andere Effekte. (parasitäre Kapazitäten + Dielektrische
Absorption + Thermospannungen) -> sogar die Meßleitungen und verwendeten
Isolationsmateriealien spielen eine Rolle.
Gerade die Tricks zum herauskalibrieren der Thermospannungen machen beim
HP3458A Probleme ab 100K aufwärts.
http://www.eevblog.com/forum/testgear/precise-offset-compensation-ohm-measurements-and-validation-of-dmms/msg834597/#msg834597
Gruß Anja
@Anja: Die von die beschriebene Probleme treten doch eigentlich nur bei
Vierdrahtmessungen mit geschalteter Stromquelle auf? Wenn ich den
Messtrom statisch lasse sollten Kapazitive Effekte egal sein. Ich
brauche ohnehin keine Vierleiter. Selbst mit 5 Ohm Leitungen wären das
nur 50ppb Fehler bei 100Meg. Und wenn ich 100nA Prüfstrom verwende, dann
machen 10uV auch nur 1ppm Fehler.
Da hast Du zum Teil recht.
Bei 100 Meg hat man aber ganz schnell zwischen verdrillter und nicht
verdrillter Labor-Meßstrippe 0.5-1% Unterschied beim HP34401A (hat keine
Offsetkompensation).
Gruß Anja
Würde hier die Offsetcompensation denn etwas bringen? Ich dachte immer
es geht dabei nur um das eleminieren von Thermospannungen. Und die
machen ja auch nur Probleme, wenn es um kleine Widerstände geht, weil
das Multimeter an zB 1 Ohm schlecht 10V abfallen lassen kann. Bei 100Meg
sehe ich das Problem da nicht.
Hängt dein Beispiel nicht eher mit der Isolation der Messleitungen
zusammen? Da nützt einem dann ja keine Offset Compensation etwas.
Gunnar schrieb:> Ich kann verstehen, das da jeder Leckstrom zählt, aber ändern sich diese> Ströme so sehr? Ich hätte gedacht, dass man es einmal kalibriert und es> dann dabei bleibt?
Du siehst das zu eng. Leckströme sind nur ein Teil. Denk auch an
Influenz, also an Abschirmungen und das Vermeiden von Aufladung per
Reibung und denk vor allem an das Rauschen. Man kann nicht beliebig
genau mit beliebiger Bandbreite bei beliebiger Temperatur messen, da ist
Boltzmann davor.
Wie war das doch gleich noch? -174 dBm/sqrt(Hz) bei Raumtemperatur -
wenn ich mich recht erinnere? Nun, die Rauschleistung bleibt ja, aber
was sich daraus für ein Rausch-Strom und eine Rausch-Spannung ergibt,
hängt vom rauschenden Widerstand ab.
Gunnar schrieb:> Und an statische Geschichten kann ich selbst bei> 500Meg nicht so recht glauben. So riesig können die Zeitkonstanten doch> gar nicht sein?
Ach..
Was sind Fluktuationen? Eben, es ist Rauschen, bloß eben niederfrequent.
Gründe: siehe oben.
Merke: du bist eher knietief im Rauschen, als du es dir vorstellen
kannst.
W.S.
Gunnar schrieb:> Ist der von mir angedachte Aufbau denn so kritisch? Es sind ja> bedrahtete Widerstände, da kann ich ja den negativen OP Pin hochbiegen> und die Widerstände schwebend ranlöten.
Klingt gut.
Kannst du nicht einfach dein komplettes Gerät kalibrieren? Dann würdest
du dir das Ausmessen der Widerstände ersparen.
Eventuell will der TO ja nur einen oder mehrere Messwerte haben.
Billiges Multimeter mit 20Mohm Eingangsimpedanz, ein 100k Referenz
widerstand mit 1% oder 0.1% , oder auch 10 Stück parallel zur Mittelung
der Toleranzen, was auch immer.
10V Referenz, oder Netzteil und damit DC Spannung messen, widerstand an
ref+ ,
Rotes Messkabel am anderen Widerstands Ende und schwarzes an gnd.
Damit errechnet man dann den internen Widerstands des billig dmm. Es
sollte eins sein ohne gigaohm Impedanz bei niedrigeren Spannungen.
Nun wenn man den Widerstand des dmm kennt, kann man mit derselben
Messung einen hochohmigen Widerstand vermessen.
Ich weiss, es gibt bessere Methoden, für den sporadischen Einsatz sollte
es genügen.
W.S. schrieb:> Merke: du bist eher knietief im Rauschen, als du es dir vorstellen> kannst.
Also da kann ich dir nicht folgen. Die Rauschspannung ist sqrt(4ktB) und
da komme ich bei 100nA Prüfstrom auf 0,1ppm Fehler. Das kann also nicht
der Grund sein bei 100Meg für Prozente an Fehler.
Limi schrieb:> Wozu sollen die 100 und 500Meg Widerstände dienen?
Es sollen Elektronenströme im Vakuum auf einem Faradayauffänger gemessen
werden. Das ganze leider möglichst deutlich besser als 1% genau um
einige Theorien zu bestätigen.
1234657890 schrieb:> Kannst du nicht einfach dein komplettes Gerät kalibrieren? Dann würdest> du dir das Ausmessen der Widerstände ersparen.
Ich wüsste nicht wie. Ich dachte der Weg über den Rückkoppelwiderstand
wäre schon der einfachste. Andere Idee?
Homo Neandertalensis schrieb:> wie hoch ist der OP-Bias-Strom und wie ändert sich der mit der> Temperatur?
max. 100fA (OPA129) und verdoppelt sich alle 10°C. Macht 1ppm Fehler.
Typisch sogar nur 0,3ppm. Und es würde noch bessere OPs geben.
@Pic Tech: ich denke mit der OP Lösung werden die Fehler kleiner sein
Gunnar schrieb:> Ich wüsste nicht wie. Ich dachte der Weg über den Rückkoppelwiderstand> wäre schon der einfachste. Andere Idee?
Du willst doch Ströme messen. Also solltest du deine
Schaltung/Messaufbau kalibrieren können, indem du einen bekannten Strom
misst. Die Stromquelle könnte durchaus einfach eine Spannungsquelle und
ein Widerstand sein, z.B. 200mV und 10Mohm für 20nA. Der Vorteil ist,
das man die 200mV und 10Mohm mit einem guten Tischmultimeter deutlich
besser als 0.1% bestimmen kann. Du musst halt die möglichen
Fehlerquellen berücksichtigen, wie Offset Spannung des OPs, Input Bias
Strom des DMMs. Aber das halte ich für sinnvoller, als die
Rückkoppelwiderstände zu messen und zu hoffen, das der Rest deines
Aufbaus die Genauigkeit nicht zerstört.
1234657890 schrieb:> Du willst doch Ströme messen. Also solltest du deine> Schaltung/Messaufbau kalibrieren können, indem du einen bekannten Strom> misst. Die Stromquelle könnte durchaus einfach eine Spannungsquelle und> ein Widerstand sein, z.B. 200mV und 10Mohm für 20nA. Der Vorteil ist,> das man die 200mV und 10Mohm mit einem guten Tischmultimeter deutlich> besser als 0.1% bestimmen kann. Du musst halt die möglichen> Fehlerquellen berücksichtigen, wie Offset Spannung des OPs, Input Bias> Strom des DMMs. Aber das halte ich für sinnvoller, als die> Rückkoppelwiderstände zu messen und zu hoffen, das der Rest deines> Aufbaus die Genauigkeit nicht zerstört.
Und wo ist nun genau der Unterschied zwischen einem
Transimpedanzverstärker an dessen Eingang man eine Spannungsquelle über
einen Vorwiderstand anschließt zu einem invertierenden Verstärker??
Anja schrieb:> Bei 100 Meg hat man aber ganz schnell zwischen verdrillter und nicht> verdrillter Labor-Meßstrippe 0.5-1% Unterschied beim HP34401A (hat keine> Offsetkompensation).>> Gruß Anja
Dein Kommentar hat mich doch dazu gereizt einfach mal 1G mit 1% Toleranz
an das HP 3456A zu hängen.
Und tatsächlich messe ich 955Meg, wenn ich den Widerstand direkt an das
Multimeter schraube und 80Meg weniger mit verdrillten
Hirschmannleitungen (diese dünnen mit 4mm auf einer Seite und 0,64mm auf
der anderen).
Das heißt die verdrillte Messleitung hat ca. 10G. Das hat mich doch sehr
überrascht. Ich habe das ganze auch noch mal mit dem Elektrometer
nachgemessen und kam auch da auf 10,3G.
Schalte ich hingegen meine Fluke 738724 Messkabel parallel zum
Widerstand, so ändert sich nichts in der Anzeige.
sehr interessant..
Gunnar schrieb:> Die Rauschspannung ist sqrt(4ktB) und> da komme ich bei 100nA Prüfstrom auf 0,1ppm Fehler.
Die Rausch-Spannung?
Rauschen ist ne Leistung und keine Spannung. Nehmen wir mal spaßeshalber
ne Bandbreite von 1 Hz an und du rechnest jetzt mal ne Leistung von -174
dBm um in eine Spannung an einem 500 GOhm Widerstand. Ich bin momentan
zu faul dazu... ist zu warm heute.
W.S.
W.S. schrieb:> Rauschen ist ne Leistung und keine Spannung.
Wenn eine Leistung an einem Widerstand umgesetzt wird entsteht ja wohl
zwangsläufig auch eine Spannung.
Der Effektivwert dieser Spannung lässt sich durch SQRT(4 kB R T B)
ausdrücken, wie ich weiter oben auch schon geschrieben habe. Und das
führt bei 100Meg und 0,5Hz Bandbreite bei 10V Fullscale für 100Meg zu
einem Fehler von 0,1ppm. Also weit weg von Knietief im Rauschen. Für
500Meg dann halt Wurzel 5 mehr.
W.S. schrieb:> und du rechnest jetzt mal ne Leistung von -174> dBm um in eine Spannung
der Ton...
Wenn du deine Faulheit überwunden hast kannst du ja mal schauen ob du zu
den gleichen Ergebnissen kommst wie ich.
Man kann hochohmige Widerstände schon mit dem Digitalvoltmeter messen,
allerdings nicht im Ohmbereich.
Schalte den Widerstand an eine höhere Gleichspannung in Reihe zum
Multimeter im Spannungsbereich. Der Innenwiderstand des Multimeters,
also der Eingangsteiler, hat meist 10 MOhm, oft besser als 0,1%.
Aus der angezeigten Spannung und der Versorgungsspannung kann man den
"Vor"-Widerstand mit der Spannungsteilerformel errechnen.
Das Aussuchen von Widerstandspärchen funktioniert tadellos.
Mit einem genau bekannten Vorwiderstand kann man auch den
Multimeter-Eingangswiderstand ermitteln.
Als konstante Spannungsquelle genügen zusammengestöpselte
9-V-Blockbatterien, die Spannung bleibt bei konstanter Temperatur für
die Meßdauer gleich.
Gruß - Werner
Hallo Gunnar!
Ich meine - ja.
Das 3457A hat eine Konstantstromquelle und mißt den Spannungsabfall am
Rx.
Rechne mal Fallbeispiele durch - mit Variation der
Spannungsquellentoleranz und der Anzeigegenauigkeit. Eine
Spannungsabhängigkeit des Eingangswiderstands kann man wohl
vernachlässigen.
Die Konstanz der Stromquelle (100 nA!) und deren Kriechströme auf
unbekannten Pfaden fällt so schon mal raus.
Gruß - Werner
P.S: Leider habe ich kein solch schönes Gerät...
Gunnar schrieb:> Und wo ist nun genau der Unterschied zwischen einem> Transimpedanzverstärker an dessen Eingang man eine Spannungsquelle über> einen Vorwiderstand anschließt zu einem invertierenden Verstärker??
Keiner. Ich verstehe den Sinn deiner Frage nicht.
Lass mich mal anders fragen. Du willst doch sicherlich nicht den TIA
ungetestet benutzen. Also wie testest du den und warum kannst du das
nicht zur Kalibrierung benutzen?
Werner H. schrieb:> Rechne mal Fallbeispiele durch - mit Variation der> Spannungsquellentoleranz und der Anzeigegenauigkeit. Eine> Spannungsabhängigkeit des Eingangswiderstands kann man wohl> vernachlässigen.> Die Konstanz der Stromquelle (100 nA!) und deren Kriechströme auf> unbekannten Pfaden fällt so schon mal raus.
Warum sollten die rausfallen? Wenn ich über meinen 100Meg und 10V von
außen nun genauso 100nA in das Multimeter hineinfließen lassen, warum
sollten die dann weniger von Kriechströmen betroffen sein, als wenn die
Stromquelle im Gerät sitzt?
Zudem brauche ich weiterhin einen genau bekannten Widerstand, weil der
Innenwiderstand nicht genau spezifiziert ist. Ich werde mal rechnen,
aber noch überzeugt mich diese Lösung nicht.
1234657890 schrieb:> Keiner. Ich verstehe den Sinn deiner Frage nicht.>> Lass mich mal anders fragen. Du willst doch sicherlich nicht den TIA> ungetestet benutzen. Also wie testest du den und warum kannst du das> nicht zur Kalibrierung benutzen?
Ich wollte nur auf das "keiner" hinaus. Ich habe weiter oben ja
vorgeschlagen einen nicht invertierenden Verstärker zu benutzten, weil
das Verhältnis der Spannungen dann genau dem Verhältnis der Widerstände
entspricht (vorrausgesetzt OP Eingangsstrom ist klein usw).
Du schlägst nun vor eine Spannung vorzugeben und einen Widerstand zu
nehmen. Diese Spannnung kann ich nur fehlerbehaftet messen und den
Widerstand muss ich auch genau kennen. Ich sehe daher keinen Vorteil.
Wenn ich von vornerein sage, dass sich die Dimensionen der Spannungen
rauskürzen, dann bin ich bei meinem Vorschlag. Dieser hat den Vorteil,
dass ich zur Verhältnisbestimmung nur die Linearität des Multimeters
benötige und die ist viel besser als die Genauigkeit mit der ich eine
Spannung messen kann.
Am Ende würde ich dann zum Test eines der Kanäle einen Widerstand nutzen
der genauso groß ist wie der Rückkoppelwiderstand um hier die Fehler in
der Messung weiter zu reduzieren, bzw Abweichungen besser erkennen zu
können. Der Vergleich der restlichen Kanäle wird dann wohl mit dem
Elektronstrahl selbst erfolgen.
PS: Bitte nicht von meinen kritischen Antworten auf den Schlips getreten
fühlen. Ich bin euch für diese Diskussion sehr dankbar. Ich hinterfrage
die Dinge nur sehr gerne ;)
Philipp C. schrieb:> Das heißt die verdrillte Messleitung hat ca. 10G. Das hat mich doch sehr> überrascht. Ich habe das ganze auch noch mal mit dem Elektrometer> nachgemessen und kam auch da auf 10,3G.
Hab ich auch schon festgestellt:
Beitrag "Re: Dioden mit niedrigem Leckstrom"
Wenn man präzise hochohmige Widerstände braucht, dann baut man sich die
aus vielen Kleineren zusammen, die man genauer messen kann. Bzw. erst
bauen (altern,...) und dann einzeln (4W) messen ;).
Mit einer präzisen Spannungsquelle kann man dann eine recht genaue
Stromquelle bauen, die dann zB. den TIA kalibriert.
Wenn das dann nicht nur für DC sein soll, liegt auch da die Kunst mehr
im Aufbau als in der Messtechnik.
Gruß Henrik
Henrik V. schrieb:> und dann einzeln (4W) messen ;).
Oh, schlecht abgekürzt…nicht dass jetzt einer auf die Idee kommt die
Widerstände mit 4 Watt zu messen :D
Ich denke bei Leuten die über 0,1% genaue 20kV verfügen wird es eher
nicht zu dieser Fehldeutung kommen ;)
Aber sehr schön, dass man es in Braunschweig auch mit einem
Referenzwiderstand bestehend aus kleineren machen würde :). Danke für
die Info
M. K. schrieb:> Oh, schlecht abgekürzt…nicht dass jetzt einer auf die Idee kommt die> Widerstände mit 4 Watt zu messen :D
In der HP/Agilent/Keysight Welt ist das die gängige Abkürzung. Ich kenne
nur das 3457A und 3458A bei dem es OHMF heißt, bei allen anderen Geräten
die mir jetzt einfallen (3456A, 34461A, 34470A, 34410A, 34401A usw)
heißt es 4W.
Gunnar schrieb:> Aber sehr schön, dass man es in Braunschweig auch mit einem> Referenzwiderstand bestehend aus kleineren machen würde :). Danke für> die Info
Ich bin mir nicht sicher, wie meine Kollegen das messen, die Info war
'Beifang' aus einer Fachzeitschrift...
M. K. schrieb:> Und ich Narr dachte, der ":D" würde genügen… :/
:D :D