Gedruckte Spulen

Gast #4614745
Lesenswert?

Hallo allerseits

für ein Bandpassfilter um ca. 150 MHz brauche ich sehr kleine Spulen von 
rund 27 nH. Ich habe mir eine Prototypen-Leiterplatte gebaut mit kleinen 
SMD-Spulen von Epcos, das Filter funktioniert zwar sehr gut, die 
Mittenfrequenz stimmt recht genau, aber die Einfügungsdämpfung ist 
einfach zu gross. Ich habe das dann in Spice simuliert mit den real 
gemessenen ESR der SMD-Spulen und siehe da, SPICE sagt mir genau die 
gleiche Einfügungsdämpfung voraus, die ich auch gemessen habe. Es liegt 
also an der schlechten Güte meiner SMD-Spulen (ca. 0.5 Ohm ESR).
Jetzt die Frage:

a) könnt ihr mir eine SMD-Spule empfehlen die besser ist. Gehäuse sollte 
ca. 0603 oder 0805 sein, weil ich wenig Platz habe.

b) wäre es sinnvoll, einen Versuch mit einer Leiterbahn als Spule zu 
machen? Ich müsste ja "nur" eine ca. 27 mm lange Leiterbahn als Mäander 
irgendwie verlegen. Ginge das wohl, ist das genug genau reproduzierbar? 
was sind eure Erfahrungen mit solchen gedruckten Spulen? Ich möchte es 
gerne auf FR4 realisieren und es soll nachher in Kleinserie gefertigt 
werden d.h. es müsste schon einigermassen stabil hinzubekommen sein.
Gast #4615380
Lesenswert?

Hallo

vielen Dank für den tollen Link zu Coil32. Ich habe mit dem Programm ein 
paar Spulen berechnet und mal in meinem Layout eingefügt. (Kleine 
Testplatine um zu schauen wie die Grösse der Spulen zu den anderen 
Bauteilen passt).
Ist eine solche Induktivität gut reproduzierbar? ich bin sehr gespannt 
auf die Ergebnisse. Ich werde mal eine kleine Testplatine fertigen 
lassen und mal schauen.
Angehängte Dateien:
Gast #4615402
Lesenswert?

Knippser schrieb:
> Ich habe mit dem Programm ein
> paar Spulen berechnet und mal in meinem Layout eingefügt.

Verstehe ich nicht: mit dem Programm werden echte Spulen berechnet, was 
du gezeichnet hast sind aber einfache Mäander - in Prinzip nur lange 
Leiterbahnen. Natürlich hat jede Leiterbahn eine Induktivität, wie jedes 
Ding im Universum, aber das würde ich nicht als Spule bezeichnen.

Was richtige Spulen angeht: es liegt in der Natur der Sache, dass die 
nicht einseitig realisierbar sind.

Georg
Gast #4615443
Lesenswert?

Knippser schrieb:
> zum Download einen Mäanderspulenrechner

Ok, aber Zitat "Meander line inductors have lower inductance per unit 
area than coil inductors".

Mäander sind für diesen Zweck sehr ineffektiv, sieht man daher so gut 
wie nie. Allerdings sieht man überhaupt nur selten gedruckte Spulen.

Es wäre interessant, bei gegebener Induktivität den Flächenbedarf zu 
vergleichen, ist mir aber zu viel Arbeit. Früher mal hatten wir in der 
Fertigung oft Leiterplatten mit gedruckten Spulen, das waren meistens 
Antennenverstärker fürs Fernsehen. Aber die sind längst ausgestorben.

Georg
Gast #4615456
Lesenswert?

Georg schrieb:
> Allerdings sieht man überhaupt nur selten gedruckte Spulen.

Nicht in der HF.

Georg schrieb:
> Es wäre interessant, bei gegebener Induktivität den Flächenbedarf zu
> vergleichen, ist mir aber zu viel Arbeit.

Darum gehts ihm aber doch überhaupt nicht.

Knippser schrieb:
> Der von mir gezeichnete Mäander hat ca. 12nH laut Programm.
> Aber eben, ich frage mich halt wie genau das reproduzierbar ist!

Reproduzierbarer als mit aufgelöteten Spulen, wenn dir die Güte bei 
diesen zu schlecht ist.

Schreib mal welche Abstände und Leiterbahnenbreiten rausgekommen sind. 
Diese Angaben sind der Faktor auf den es ankommt bei der 
Reproduzierbarkeit in der Fertigung. Mit diesen Daten kann man mal ruhig 
beim Fertiger durchklingeln und fragen.
Gast #4615713
Lesenswert?

Hallo allerseits

ja ich muss die Toleranzen vom Fertiger erst noch abklären. Danke für 
den Hinweis! wisst ihr, wie genau die berechneten Spulenwerte mit der 
Realität übereinstimmen? ich lass gerade einen kleinen Prototypen 
fräsen, aber das dauert noch ein bisschen.

@Chris F.
es ist ein Bandpass für 150 MHz, ich habe ein konstant-k Filter benutzt, 
damit alle Spulen die gleiche Grösse haben. Aus je einer Spule und einem 
Kondensator macht man dann mehrere Parallelschringkreise, die man 
kapazitiv miteinander koppelt. Über die stärke der Kopplung kann die 
Bandbreite und die Charakteristik (Butterworth, Chebyshev) gewählt 
werden.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren