magnumx schrieb:
> Meinst du aber wirklich dass dieser Studiengang in 6 Jahren bei
> Personalern immer noch so unbekannt sein wird obwohl 11 Unis und auch
> einigs Fhs ihn, wenn auch nur im Master ,anbieten?
Erstens sagt der Name des Studiengangs nichts aus (sieht man daran, dass
selbst die Ingenieure hier in die Modulhandbücher schauen müssen) und
zweitens (nach genauerem Hinschauen in die Modulhandbücher) sieht man,
dass der Studiengang (zumindest im Bachelor) viel zu allgemein ist, d.h.
man macht aus jedem Bereich etwas und nichts Tiefergehendes.
Beispiele:
1. Module aus Informatik:
Man macht zu viel Informatik, was später (nach deiner Aussage, dass du
in der Simulationsentwicklung arbeiten möchtest) eher irrelevant ist
(siehe Vorlesung "Modellierung mit Petri-Netzen", "Graphen und Netze"
oder "Digitale Bildverarbeitung").
Informatik bräuchtest du, wenn du eher die Simulationstools entwickeln
würdest und selbst da bräuchtest du andere Grundlagen (eher sowas wie
High Performance Computing, C, C++, Fortran) und sehr viel Numerik
(sprich Mathematik). Da wird aber in dem Studiengang fast nichts
angeboten.
Auch im Master gibts "fragwürdige" Module: wozu bräuchte man "Data
Mining" oder "Künstliche Intelligenz" oder "Berechenbarkeit und Logik"
2. Module aus den Ingenieursbereichen
Ich weiß nicht, wie die Prüfungsordnung genau aussieht und wie es mit
dem Schwerpunkt ist, d.h. wenn man einen Schwerpunkt gewählt hat, darf
man dann Module nur aus diesm Schwerpunkt wählen oder aber auch aus
anderen Bereichen nicht?
Falls man die Module aus dem Schwerpunkt wählen muss, dann stellt sich
die Frage, ob es nicht klüger wäre direkt den entsprechenden Studiengang
zu wählen.
Falls nicht, dann ist das Problem, dass das Studium keinen roten Faden
hat und man wie oben erwähnt aus jedem Bereich etwas hört und nichts
wirklich richtig vertieft.
3. Meine Erfahrung aus dem Berufsleben:
Ich habe mal in einer Simulationsabteilung gearbeitet und da ist es vor
allem wichtig, dass man auf dem Gebiet, auf dem simuliert wird, Ahnung
hat. Sprich wenn man im Bereich Strömungsmechanik simuliert, dann sollte
man sehr gute Kenntnisse in der Strömungsmechanik mitbringen oder wenn
man Simulationen im Bereich der Festigkeitslehre/Statik macht, dann
sollte man eben davon Ahnung haben.
Denn das Wichtigste ist, das Modell korrekt aufzubauen. Die Simulation
wird dann von nem Tool übernommen. Und den Umgang mit den Tools lernt
man selten im Studium, dafür sind Praktika und Werkstudententätigkeiten
da.
P.S.:
Die Modulhandbücher sehen wieder so aus, dass eine Fakultät/Uni
irgendeinen neuen Studiengang erschaffen wollte (um z.B. eine
Professorenstelle zu begründen) und man erst danach sich überlegt hat,
welche Vorlesungen/Module man da reinpacken könnte. Die Modulhandbücher
sind nicht durchdacht, da wurde einfach alles irgendwie reingepackt
(sieht man daran dass "Data Mining", das Buzz-Word der letzten Jahre,
erwähnt wird).
Mein Rat: Studier lieber einen klassischen Studiengang und setze die
Schwerpunkte/Praktika dementsprechend.