Metalle durch Zentrifuge trennen?

Gast #4654422
Lesenswert?

Hallo Leute,
Ich hätte da mal eine Frage; wäre es theoretisch möglich, dass wenn man 
sehr kleine, in etwa gleich große, z.B. Aluminium und Eisen Stückchen 
(in Wasser gemischt) in eine Zentrifuge gibt, sodass sich dann 
schlussendlich das Eisen am Boden absetzt, und das Aluminium darüber? 
Also praktisch so ähnlich wie Spenderblut in Blutplasma etc. zerlegt 
wird.
Lg
Gast #4654570
Lesenswert?

Das wird nichts.
Abgesehen davon, dass, wenn die Teilchen nicht total glatt sind, diese 
sich untereinander verhaken, gibt es keinen Grund dafür, dass ein 
Aluteilchen, welches sich im Gemisch (Zufall) sehr weit unten befindet, 
einem Eisenteilchen, welches sich zufällig gerade sehr weit oben 
befindet, beim Absinken den Vortritt lässt.
Oder anders ausgedrückt: Wer wann am Boden ankommt hängt nicht nur vom 
Gewicht, sondern auch von der Entfernung (zum Boden) ab.
Gast #4654600
Lesenswert?

Zentrifuge stelle ich mir schwierig vor, weil die Metallteile / Partikel 
eine deutlich höhere Dichte als Wasser haben. Sie würden sehr schnell 
nach außen getrieben, wo sie aufeinander liegen und sich verhaken 
können.
Wenn ein Magnet nicht einsetzbar ist - evtl. weil Eisen hier nur 
Beispielhaft genannt wurde - würde ich mir anschauen, wie z.B. 
Mineralien unterschiedlicher Dichte getrennt werden. Goldschürfen könnte 
ein Ansatz sein. Auch durch rütteln / Vibration müsste es möglich sein, 
wenn die Partikel ungefähr gleich groß sind. Aber wie schon oben 
erwähnt, erreicht man so nur eine An-/Abreicherung. Für die geforderte 
Reinheit muss der Prozess u.U. wiederholt werden.
Gast #4654603
Lesenswert?

> sehr kleine, in etwa gleich große, z.B. Aluminium und Eisen Stückchen
> (in Wasser gemischt) in eine Zentrifuge gibt, sodass sich dann
> schlussendlich das Eisen am Boden absetzt, und das Aluminium darüber?

Sehr kleine, wie Feilspähne oder Schleifstaub...

Vgl. Sandablagerungen bei Flüsse, Seen, Sandstrände, etzettera pepe
Gast #4654606
Lesenswert?

Wegstaben V. schrieb:
> seinen Uran-Zentrifugen?

War das nicht Uran-Hexafluorid? Sicher nicht in metallischer Form.

Und sonst, wenn es nicht magnetisch ist: So ähnlich wie die alten 
Goldwäscher. Langes vertikales Rohr mit Flüssigkeit, und das Gemisch 
unverklumpt von oben einrieseln. Womöglich könnte man in dem Rohr eine 
Strpmung erzeugen und es damit virtuell verlängern. Ich hatte noch daran 
gedacht, unten feine Luftbläschen einzublasen -- müsste man probieren, 
villeicht wirkt das verklumpungen entgegen. Wenn die Teilchen 
unterschiedlich gross sind, müsste man sie vorher sieben und die 
Fraktionen getrennt behandeln.
Gast #4654614
Lesenswert?

Wegstaben V. schrieb:
> hm, wie macht es denn der dicke Kim mit seinen Uran-Zentrifugen? Ist das
> nicht sowas ähnliches?

Schon, aber man braucht sehr viele (und sehr schnelle) Zentrifugen, weil 
jeder Durchagng nur sehr wenig anreichert - um etwas brauchbares zu 
erreichen, werden hunderte bis tausende Ultrazentrifugen eingesetzt, 
daher u.a. sind Atomwaffen so extrem teuer.

Hundert Zentrifugen aus Kohlefaser hintereinanderzuschalten, um Eisen 
und Alu zu trennen ist nicht wirklich eine Option. Ich würde eher nach 
einer Flüssigkeit suchen mit einer Dichte grösser als Alu, dann schwimmt 
das oben.

Georg
Gast #4654736
Lesenswert?

Karl schrieb:
> Flüssigkeit mit deutlich höherer Viskosität

Ja, denke ich auch. Teilweise. Denn der Verdrängungseffekt wird nicht 
funktionieren, was durch Zufall schon unten ist, bleibt da auch. Man 
bekommt also nur eine Anreicherung. Daher mein obiger Vorschlag, dass 
Pulver in die Flüssigkeit einzurieseln.

Wobei eine Zentrifuge ja im wesentlichen nur ein Beschleuniger für den 
natürlichen Absetzvorgang im Schwerefeld ist. Wenn die Trennung in der 
Zentrifuge funktioniert, dann kann man das Zeug auch in ein Gurkenglas 
kippen und ein paar Monate stehen lassen. Habe ich mal mit altem 
Getriebeöl gemacht -- erst nach ein paar Wochen hat sich am Boden eine 
dünne Messingschicht abgesetzt.

Noch eine Idee: Kipp das Zeug in einen hohen Kochtopf mit kochendem 
Wasser und lass es ein paar Minuten köcheln.
Gast #4654745
Lesenswert?

Laurenz schrieb:

> Ich hätte da mal eine Frage; wäre es theoretisch möglich, dass wenn man
> sehr kleine, in etwa gleich große, z.B. Aluminium und Eisen Stückchen
> (in Wasser gemischt) in eine Zentrifuge gibt, sodass sich dann
> schlussendlich das Eisen am Boden absetzt, und das Aluminium darüber?

Für die Entwicklungskosten kannst du in Indien Dörfer voller Arbeiter 
mit Manuellen Trennen  (Aschenputtelprinzip: das Eisen ins Töpfchen, das 
Alu bleibt liegen) beschäftigen. Wenn Deine Zentrifuge endlich 
funktioniert, sind die Inder arbeitslos und sterben vor Hunger.
(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #4654757
Lesenswert?

Grundfrage: welcher Form sind die Teile die getrennt werden sollen?

eine Abtrennung von ferromagnetischen Stoffen sollte klar sein.

Zwei ungleich Dichte Stoffe, die beide nicht magnetisch sind,
könnte man evtl mit Sänden oder mineralischen Pulvern trennen.
Quarzsand kommt an die Dichte von Alu heran.

Da müssten sich also z.B. Messing und Alu trennen lassen können.

oder noch besser:
Stahlspäne/Eisenpulver.

je nach Grösse der Werkstücke die Teile in einen Behälter mit 
Eisenpulver geben. Auf Rüttelplatte stellen, rütteln lassen.
die Teile die Leichter als Eisen sind, sollten auftreiben.

Professionell geht sowas mit Wirbelstrom-Anlagen,
die Nichteisen-Metalle wegschiessen
oder fotosensorisch und vielen kleinen Pressluftdüsen.
#4655292
Lesenswert?

Ich denke schon, im Prinzip geht das.
Nur...
Es wäre ein ausgesprochener Glücksfall, hätte man genau gleichgroße 
Partikel mit genau gleich großem Reibungswiderstand im Wasser.
Man würde dann übrigens mit beiden Kandidaten in einer dünnen Schicht 
oben starten.
Eisen und Alu in der Frage zielt klar auf eine Lösung mit 
Magnet/Elektromagnet, anderes hat da keinen Zweck.
Für Stofftrennungen gibt es auch verschiedene Verfahren, zum Beispiel 
welche mit Ausnutzung unterschiedlicher Adhäsion. An Paraffinschichten, 
an Luftblasen mit bestimmten Grenzschichten usw...
Man kann auch zentrifugieren oder absetzen mit Lösungen folgend 
verschiedener Dichte.
MfG
#4660393
Lesenswert?

Ihr habt euch da auf die Trennung von Eisen und Aluminium eingeschossen, 
aber m.E. war das nur als Beispiel gedacht:

Laurenz schrieb:
> z.B. Aluminium und Eisen Stückchen
> (in Wasser gemischt) in eine Zentrifuge gibt, sodass sich dann
> schlussendlich das Eisen am Boden absetzt, und das Aluminium darüber?

Grundsätzlich existiert wohl kein Verfahren, das für alle Fälle 
anwendbar wäre, und im speziellen Fall vertragen auch nicht alle Metalle 
die Behandlung mit Wasser, sondern reagieren u.U. sogar explosiv damit.

Eine Schweretrennung ist auch nicht immer anwendbar, weil z.B. Gold und 
Wolfram praktisch die gleiche Dichte aufweisen.

Elektrolyse oder Schmelzen funktioniert auch nicht immer.

Man muss also die Besonderheiten des speziellen Problems kennen um ein 
-auch ökonomisch- funktionierendes Trennverfahren zu entwickeln.
(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #4660544
Lesenswert?

Hp M. schrieb:
> Ihr habt euch da auf die Trennung von Eisen und Aluminium eingeschossen,
> aber m.E. war das nur als Beispiel gedacht:

nö, ich erwähnte ja auch schon Messing und Alu, beide nicht magnetisch.

sportlich wirds bei Magnesium und Alu.

oder Nickel und Eisen/Stahl

alles ähnliche Dichten und jeweils beide
nichtmagnetisch oder ferromagnetisch.

man muss die Trennvorgänge natürlich den Vorlagen anpassen.

Messing - Kupfer ist noch relativ leicht,
da optisch ungleich (deutlich andere Färbung)
also "scannen" und eine Fraktion mit Luft weg schiessen.
Da gibts so Zeilen mit kleinen Druckluftdüsen,
die immer beim andersfarbigem Material los zischen

Hp M. schrieb:
> Eine Schweretrennung ist auch nicht immer anwendbar, weil z.B. Gold und
> Wolfram praktisch die gleiche Dichte aufweisen.

schmeiss das Zeug auf die Strasse das trennt sich wie von alleine

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren