Wieso mit einem einzigen Transistor ? Man sieht doch auf der Platine
ein IC?
Die Teile funktionieren schon, werten Frequenzveränderungen des
reflektierten Signals durch den Dopplerefffekt aus
Mikrowellen-Bewegungsmelder gibt es mindestens seit den 60er Jahren.
Ursprünglich mit einer Gunn-Diode, die den Nachteil eines hohen
Strombedarfs von ca. 200 mA hatte. Deshalb wurden ab ca. 1990
Transistoren eingesetzt, die nur ca. 10 mA benötigen.
Gunndiode oder Transistor sind gleichzeitig Oszillator und Mischer für
das reflektierte Signal. Das IC dient zur Verarbeitung der
Dopplerfrequenz und Auslösung der Schaltvorgänge.
Da gibt es bessere, z.b. mal bei Aliexpress nach "Microwave Sensor"
suchen damit geht dann Abstands und richtungs Detektion.
Wenn es etwas Teurer sein darf "IPM-165" ligen bei ca 15€
http://www.innosent.de/radarsensoren/ipm-series-innosent/ipm-165/
Die Dinger würde ich auf keinen fall über Aliexpress/Ebay beziehen da
die Extrem ESD anfällig sind.
Archie Backe schrieb:> Gibt es einen Weg diese Sensoren zweckentfremdet zur> Abstandsmessung zu verwenden?
Das geht nur über eine Laufzeitmessung, die in den einfachen Sensoren
nicht enthalten ist.
Für ein wenig mehr Geld wirst Du aber sicherlich was geeignetes finden,
z.B. unter CollisionAvoidance oder Füllstandsmessung.
>Die Teile funktionieren schon, werten Frequenzveränderungen des>reflektierten Signals durch den Dopplerefffekt aus
Sind das wirklich Dopplerradars? Ich dachte, die billigen Teile
reagieren eher auf Feldänderungen, wenn sich was in der Nähe bewegt.
Jens G. schrieb:> Sind das wirklich Dopplerradars? Ich dachte, die billigen Teile> reagieren eher auf Feldänderungen, wenn sich was in der Nähe bewegt.
Manche Leute sagen auch Impedanzänderung des
Antennen-Fusspunktwiderstandes.
Egal, wie man es benennt, dass es im Grunde der Dopplereffekt ist,
merkst Du daran, dass die Frequenz exakt der Abstandsänderung
entspricht, d.h.
1 Wellenlänge pro Sekunde Hin- und Rückweg sind exakt 1 Hz.
Bastler schrieb:> 1 Wellenlänge pro Sekunde Hin- und Rückweg sind exakt 1 Hz.
Nicht nur das. Mit geeigneter Signalverarbeitung kann man auch Bewegung
zum Sender hin und vom Sender fort unterscheiden.
Hin ergibt Frequenzerhöhung, fort ergibt Frequenzverringerung
entsprechend der Dopplertheorie.
Bei Einbruchmeldern auf Mikrowellen- oder Ultraschallbasis kann man auf
diese Weise ortsfeste Bewegungen (Vibrationen, Zittern, Flattern u.ä.)
von ortsveränderlichen Bewegungungen unterscheiden und Fehlalarme
vermeiden.
Im Vietnamkrieg wurde dieses Prinzip schon versuchsweise für
automatische Wegeüberwachung im Dschungel angewandt.
Beim "Heruntermischen" wird einfach ein Teil des Sendesignals mit dem
Empfangssignal multipliziert. Dabei entstehen im Frequenzbereich des
Sendesignals rechts und links zwei neue Signale und in der Nähe der Null
eine neues Signal. Nach der Bandbreitenbegrenzung mit einem Tielpass
bleibt nur das neue Signal in der Nähe der Null übrig und das ist dein
Dopplersignal. Die Frequenz des Dopplersignals ist hier nur von der
Frequenzverschiebung durch die Abstandsänderung von Sender und Reflektor
abhängig.
@ Bastler (Gast)
>Jens G. schrieb:>> Sind das wirklich Dopplerradars? Ich dachte, die billigen Teile>> reagieren eher auf Feldänderungen, wenn sich was in der Nähe bewegt.>Manche Leute sagen auch Impedanzänderung des>Antennen-Fusspunktwiderstandes.>Egal, wie man es benennt, dass es im Grunde der Dopplereffekt ist,
Wieso soll das daselbe sein? Ich sehe da keine Beziehung zum
Dopplereffekt.
Archie Backe schrieb:> Gibt es einen Weg diese Sensoren zweckentfremdet zur> Abstandsmessung zu verwenden?
Mit einem ganz einfachen einzelnen Dopplerradar kann nur die
Geschwindigkeit gemessen werden. Man kann nicht mal die Richtung der
Bewegung, also ob der Abstand größer oder kleiner wird, bestimmen.
Für eine Abstandsmessung nutzt man sinnvollerweise nicht den
Dopplereffekt, sondern die Laufzeit. Den Dopplereffekt nutzt man für die
Geschwindigkeitsmessung.
1234567890 schrieb:> Dabei entstehen im Frequenzbereich des> Sendesignals rechts und links zwei neue Signale
Was sollen das denn sein?
Rechts und links liegen die Dopplerfrequenzen,
je nach Bewegungsrichtung,
aber ansonsten hat man nur die Oberwellen der Sendefrequenz.
Jens G. schrieb:> Wieso soll das daselbe sein? Ich sehe da keine Beziehung zum> Dopplereffekt.
Dann musst Du halt ein wenig drüber nachdenken.
Es ist ganz gewiss so, wie ich sage.
Christian schrieb:> Ich plane sie im Haus als Bewegungsmelder zu verbauen statt PIRs.
Das ist leider eine Schnapsidee.
Doppler- und PIR-Bewegungdmelder haben jeweils eigene,
ganz verschiedene Detektionseigenschaften und Fehlalarmursachen.
Stand der Technik für einen detektionssicheren, aber (weitgehend)
fehlalarmfreien Melder ist die Kombination beider Verfahren,
also ein Mikrowellen-PIR-Kombimelder.
Der kostet natürlich ein bisschen, aber auch nicht so sehr viel,
zumal es sowas auch schon aus China gibt.
> Für eine Abstandsmessung nutzt man sinnvollerweise nicht den> Dopplereffekt, sondern die Laufzeit.
Man kann auch FMCW senden, dasi ist ein CW-Signal das mit einer Rampe in
der Frequenz hoch gefahren wird (der FM Antreil). Dann ist die
Mischfrequenz abhängig vom Abstand des Reflektierenden Objekts.
So eine Modulation hab ich bei den Billig-Teilen aber noch nicht
gesehen.
Jens G. schrieb:> Sind das wirklich Dopplerradars?
Feldänderung oder Impedanzänderung erlauben keine Erkennung der
Bewegungsrichtung, der Dopplereffekt aber wohl.