Hallo,
irgendwie stehe ich auf dem Schlauch. Wenn der zu messende Leiter die
Primärwicklung darstellt und das Messgerät an der Sekundärseite
angeschlossen ist, wie kann mir dann das Messgerät das richtige Ergebnis
anzeigen? Ich meine, ich will doch den Primärstrom messen und nicht den
Sekundärstrom. Durch das Windungszahlverhältnis ist der angezeigte Strom
doch viel kleiner??
Also das heißt, wenn ich es mir den Strom mit einem Oszilloskop anzeigen
lassen, zeigt er mir den Sekundärstrom an?
Wie kann man überhaupt dann den Primärstrom bestimmen, wenn kein
Windungszahlverhältnis angegeben ist?
Xalooz schrieb:> Durch das Windungszahlverhältnis ist der angezeigte Strom> doch viel kleiner??
Ja, das soll ja auch so sein. 1000A sind "etwas" schwerer zu messen als
5A. Diese 5A sind zumeist der Standardausgabewert von Stromwandlern. Die
Genauigkeit (Je nach Wandler) ist dabei trotzdem sehr gut!
Daher wird z.B. bei Strommessungen direkt nach dem Trafo bei
mittelgroßen Firmen ein Stromwandler mit den Werten 1000/5A eingesetzt.
Die Anzeige ist so ausgelegt, dass sie ihren Vollausschlag bei 5A hat.
Der Vollausschlag auf der Skala ist also 1000A. Der Verrechnungsfaktor
200 wurde direkt in die Skala eingerechnet.
Alles klar?
Xalooz schrieb:> Wie kann man überhaupt dann den Primärstrom bestimmen, wenn kein> Windungszahlverhältnis angegeben ist?
Vergess' doch mal die Windungen. Alle Stromwandler die ich kenne, haben
das Verhältnis auf dem Typenschild stehen:
150/5A; 250/5A; 500/5A und 1000/5A um nur mal die gängisten Größen zu
nennen. Die Verrechnungskonstante ist dabei 30, 50, 100 und 200. Einfach
den gemessen Wert multiplizieren und du hast das Ergebnis der
Primärseite...
Mit dem Oszi kannst du das nicht messen. Wenn du das alleine da dran
hälst, fliegt es dir vermutlich um die Ohren. Ein Stromwandler darf
niemals offen betrieben werden, da sich dann eine extrem hohe Spannung
induzieren kann, die den Wandler (Isolation) zerstört. Bei 20 kV gibt's
nur einen Schlag und die explodieren förmlich...
Wenn, dann muss du fast im kurzschlussfall messen. Die Spannungen an
solchen Wandlern sind aber sehr gering...
Ok, danke!
Hab das Datenblatt hochgeladen.
Auf dem Datenblatt finde ich kaum Informationen.
Was ich bestimmen will ist der Eingangs- und Ausgangsstrom.
Den Ausgangsstrom kann ich mir ja über einen Shunt am Oszilloskop
anzeigen lassen, aber den Eingangsstrom?
Xalooz schrieb:> Also das heißt, wenn ich es mir den Strom mit einem Oszilloskop anzeigen> lassen, zeigt er mir den Sekundärstrom an?
Nein. Ein Oszilloskop mißt Spannungen. Um den Strom am Ausgang des
Stromwandlers zu messen, muß ein Widerstand angeschlossen werden.
Und an diesem Widerstand fällt dann eine entsprechende Spannung ab,
die das Oszilloskop anzeigen kann.
Und einmal darfst du raten, ob der Wert des Widerstands den
Zusammenhang zwischen Strom und Spannung beeinflußt oder nicht!
> Wie kann man überhaupt dann den Primärstrom bestimmen, wenn kein> Windungszahlverhältnis angegeben ist?
Du gar nicht. Andere Leute benutzen ihr Hirn und lesen einfach mal
das Datenblatt (mindestens: Typenschild) ihres Stromwandlers.
Sebastian schrieb:> Das ist kein ein normaler Stromwandler.>>> Sensitivity 1 Volt/Ampere?>> Gibt der eine Spannung und keinen Strom aus oder wie?!
Scheint so. Und der Bürdewiderstand (50R) ist wohl eingebaut.
Ist offensichtlich für höhere Frequenzen gedacht.
Mit dem BNC Anschluss kann ich den Wandler direkt ans Oszi schließen.
Zudem besitzt der Wandler eine Bürde von 50 Ohm
Bedeutet das jetzt, dass das Oszilloskop mir die Sekundärspannung an der
Bürde anzeigt und ich den Sekundärstrom natürlich anschließend mit dem
Ohmschen Gesetzt ausrechnen kann?
Bin noch etwas verwirrt.Deswegen Frage ich nochmals.
Xalooz schrieb:> Mit dem BNC Anschluss kann ich den Wandler direkt ans Oszi schließen.
Ja.
> Zudem besitzt der Wandler eine Bürde von 50 Ohm> Bedeutet das jetzt, dass das Oszilloskop mir die Sekundärspannung an der> Bürde anzeigt und ich den Sekundärstrom natürlich anschließend mit dem> Ohmschen Gesetzt ausrechnen kann?
Ja.
Nimm Klingeldraht, wickele den zehn_mal durch die Primärseite. Schicke
1A durch, dann muß der Wandler 10A erkennen und am Ausgang die
entsprechende Spannung liefern.
Ich vermute aber, anhand Deines Screenshots "Low Frequency 140 Hz", dass
Du mit dem Teil nichts erreichen wirst und bei 50 Hz-Netzfrequenz
irgendwas misst, aber keinen zuverlässigen Wert.
Manfred schrieb:>> Zudem besitzt der Wandler eine Bürde von 50 Ohm>> Bedeutet das jetzt, dass das Oszilloskop mir die Sekundärspannung an der>> Bürde anzeigt und ich den Sekundärstrom natürlich anschließend mit dem>> Ohmschen Gesetzt ausrechnen kann?> Ja.
Nein.
Er muß da gar nichts ausrechnen. Im Datenblatt ist doch der
Konversionsfaktor schon angegeben: 1V/A. Was willst du da noch rechnen?
> Nimm Klingeldraht, wickele den zehn_mal durch die Primärseite. Schicke> 1A durch, dann muß der Wandler 10A erkennen und am Ausgang die> entsprechende Spannung liefern.
<seufz> Das ist kein LEM.
> Ich vermute aber, anhand Deines Screenshots "Low Frequency 140 Hz", dass> Du mit dem Teil nichts erreichen wirst und bei 50 Hz-Netzfrequenz> irgendwas misst, aber keinen zuverlässigen Wert.
Das Teil ist ja auch nicht für die Strommessung bei Netzspannung gebaut.
http://pearsonelectronics.com/products/wideband-current-monitors
mal kurz zur Erläuterung:
Deine Stromzange enthält 50wdg Draht. Die zu messende durchgeschleifte
Leitung stellt exakt eine einzelne Primärwindung dar, egal wie krumm und
schief diese Leitung verlegt ist.
Du hast also einen Trafo von Nprim:Nsec = 1:50
Ein Primärstrom von 1Amp erzeugt also in der kurzgeschlossenen
Sekundärwicklung 1Amp/50 = 20mA.
Mit einer Bürde von 50 Ohm erzeugen 20mA eine Spannung von 1V.
Alles in allem werden so aus 1Amp primär 1V sekundär.
Und es wird nachvollziehbar, dass Deine Stromzange genau 50Wdg haben
muss!
Axel S. schrieb:>> Nimm Klingeldraht, wickele den zehn_mal durch die Primärseite. Schicke>> 1A durch, dann muß der Wandler 10A erkennen und am Ausgang die>> entsprechende Spannung liefern.> <seufz> Das ist kein LEM.
Einverstanden - ich gucke gerade auf die von Dir verlinkte Seite und
sehe, dass der Nennbereich 'nur' 5A beträgt.
>> Ich vermute aber, anhand Deines Screenshots "Low Frequency 140 Hz", dass>> Du mit dem Teil nichts erreichen wirst und bei 50 Hz-Netzfrequenz>> irgendwas misst, aber keinen zuverlässigen Wert.> Das Teil ist ja auch nicht für die Strommessung bei Netzspannung gebaut.
Das war klar, ergibt sich aus Xalooz' Screenshot.
Irgendwie frage ich mich, auf welchen Einsatzzweck diesr Frequenzbereich
zielt.
Manfred schrieb:> Axel S. schrieb:>>> Nimm Klingeldraht, wickele den zehn_mal durch die Primärseite. Schicke>>> 1A durch, dann muß der Wandler 10A erkennen und am Ausgang die>>> entsprechende Spannung liefern.>> <seufz> Das ist kein LEM.> Einverstanden - ich gucke gerade auf die von Dir verlinkte Seite und> sehe, dass der Nennbereich 'nur' 5A beträgt.>>>> Ich vermute aber, anhand Deines Screenshots "Low Frequency 140 Hz", dass>>> Du mit dem Teil nichts erreichen wirst und bei 50 Hz-Netzfrequenz>>> irgendwas misst, aber keinen zuverlässigen Wert.>> Das Teil ist ja auch nicht für die Strommessung bei Netzspannung gebaut.> Das war klar, ergibt sich aus Xalooz' Screenshot.>> Irgendwie frage ich mich, auf welchen Einsatzzweck diesr Frequenzbereich> zielt.
Es gibt da durchaus noch interessante Frequenzen auch oberhalb von 50Hz.
Z.B. bei EMV-Messungen