Tr schrieb:
> Z.B. Elecrow macht solche Platinen im zweilagigen Prozess und ätzt die
> Rückseite komplett blank.
Das ist eine ziemlich perverse Angelegenheit, dürfte aber damit zu tun
haben, daß es sich für die einfach nicht lohnt, einen einlagigen Prozess
zu betreiben. Daher werden die wenigen einlagigen Aufträge entsprechend
behandelt.
Das aber ist eine Ausnahme, und nicht die Regel.
Leiterplattenfertiger, die einlagige Prozesse betreiben, fertigen dann
auch selbstverständlich einlagig - kein Wunder, 's ist ja auch viel
weniger Aufwand.
Der große Unterschied liegt in der Verarbeitung. Im einlagigen Prozess
wird erst geätzt und dann gebohrt, im zweilagigen Prozess wird gebohrt,
durchkontaktiert und dann geätzt.
Elecrow & Co. haben diesen Prozess derartig derb gut optimiert, daß sie
zu den bekannten Preisen fertigen können, so daß es sich für die wenigen
Aufträge, die tatsächlich einseitiges Material haben wollen, nicht
lohnt.
Tja, wir erleben auch an anderen Stellen, daß etwas eigentlich viel zu
aufwendiges verwendet wird, wo es etwas einfacheres auch täte -
32-Bit-ARMe im 8poligen Gehäuse für irgendwelche Primitivaufgaben, die
ein 4-Bit-µC auch lösen könnte.
Und das ist tatsächlich Sparsamkeit, weil so der erforderliche
Gerätepark und Prozessaufwand reduziert werden kann. Das offensichtliche
Vergeuden von Ressourcen (24 ungenutzte Bits!! Weggeätzes Kupfer,
sinnlose Durchkontaktierungen) ist immer noch günstiger als für die
seltenen Fälle eigens andere Entwicklungssysteme resp.
Herstellungsprozesse vorzuhalten.
Bei tatsächlicher Massenfertigung sieht das anders aus - die
China-Hinterhofklitschen, die für 95 Cent lebensgefährliche
USB-Netzteile zusammenlöten, machen das natürlich auf einseitig
beschichtetem Pertinax-Material. Und davon werden sie auch nicht
abzubringen sein.